Entwicklung des G7-Logos kostete 80.000 Euro

Rund 80.000 Euro – soviel kostete nach Angaben der Bundesregierung die Entwicklung des offiziellen G7-Logos. Die Grafik war auch deshalb so teuer, weil ein erster Entwurf "aufgrund der aktuellen politischen Lage" im Papierkorb landete. [Nachtrag vom 17.2.2017: Um einiges billiger war dagegen die Entwicklung des G20-Logos zum Gipfel in Hamburg, s. Update]

Immer wenn wir in den vergangenen Monaten Post von der Bundesregierung öffneten, fiel eine kunterbunte Grafik oben rechts im Anschreiben besonders ins Auge: das Logo des G7-Gipfels von Schloss Elmau am 7. und 8. Juni.

Da sich unsere Korrespondenz mit Kanzleramt und Ministerien sowieso meist um Anfragen nach dem Informationsfreiheitsgesetz drehten, war eine Frage recht naheliegend: Wie viel Geld hat die Bundesregierung für die Entwicklung des offiziellen G7-Logos in die Hand genommen?

Fünf Wochen nach unserer IFG-Anfrage vom 7. Juni hat sich das Bundespresseamt nun zu dieser Frage geäußert:

"Für die Logo-Entwicklung aus Anlass des G7-Gipfels und weiterer G7-Veranstaltungen sind insgesamt Kosten in Höhe von 79.964,43 € entstanden,

heißt es in dem einseitigen Schreiben, das wir heute erhalten haben (diesmal aus nachvollziehbaren Gründen ohne G7-Logo).

Die Höhe der Entwicklungskosten begründet die Bundesregierung u.a. damit, dass das ursprünglich geplante Logo "aufgrund der aktuellen politischen Lage" im Papierkorb gelandet war. Denn im Februar 2014, als die Logo-Planungen begannen, sei man von der Teilnahme Russlands ausgegangen, also von einem G8-Gipfel. Doch mit der Ausladung von Wladimir Putin und der "daraus resultierenden Verkleinerung des Teilnehmerkreises" musste aus dem G8- ein G7-Logo werden – und die Grafiker von vorne anfangen.

Zudem, so das Presse- und Informationsamt, seien neben dem Logo "G7 Germany / 2015 Schloss Elmau" unterschiedliche Varianten angefertigt worden, womit vermutlich vor allem eine Anpassung der Schriftzüge gemeint ist. Denn für die weiteren G7-Veranstaltungen wie das Außenministertreffen am 14. und 15. April 2015 in Lübeck wurden dieselbe Grafik verwendet, geändert wurde lediglich die Beschriftung. Bei der Zusammenkunft in Lübeck lautete diese entsprechend "G7 Germany / 2015 Außenministertreffen".

Nach Angaben des Bundespresseamtes sei für die Entwicklung des Logos keine Ausschreibung erforderlich gewesen, da die Durchführung durch die "Vertragsagentur des BPA" erfolgt sei. Ein Sprecher erklärte auf Nachfrage, dass man im Bereich Grafik und Gestaltung mit den Agenturen Scholz & Friends, Adlerschmidt und MediaCompany zusammenarbeite. Wie das Fachportal designtagebuch.de 2014 berichtete, soll das G7-Logo von Scholz & Friends entworfen worden sein. Die Hamburger Agentur hatte in der Vergangenheit schon andere Aufträge von öffentlichen Stellen erhalten, etwa vom Bundesbildungsministerium und der Europäischen Kommission.

Gemessen an den Gesamtkosten des G7-Gipfels nimmt sich der Logo-Preis vergleichsweise gering aus: Je nach Quelle soll das Treffen die öffentliche Hand zwischen 200 Millionen (Innenministerium) und 360 Millionen Euro (Bund der Steuerzahler) gekostet haben. Allein der Zaun um den Tagungsort Schloss Elmau schlug mit 2,2 Mio. Euro zu Buche.

Update 31.7.2015:
Thilo Jung (jung & naiv) hat auf der Bundespressekonferenz einmal nachgefragt, warum der Bundesregierung das G7-Logo 80.000 Euro wert war:


Update 1.10.2015:
Durch eine weitere IFG-Anfrage sind Details zu den Entwicklungskosten des G7-Logos bekannt geworden. Demnach erhöhten sich die Gesamtkosten um rund 25.000 Euro, weil nach der Ausladung von Russlands Präsident Wladimir Putin das ursprünglich entworfene G8-Logo verworfen und ein neues G7-Logo ausgearbeitet werden musste.

Update 17.02.2017:

G20-Logo

Die Erstellung des Logos zum G20-Gipfel, der im Sommer in Hamburg stattfinden wird, hat nach Angaben des Bundespresseamtes 25.413 Euro gekostet. Die Kosten waren damit um einiges geringer als die des G7-Logos (79.964 Euro) - selbst dann, wenn man bei diesem die kurzfristigen Änderungen wegen der Ausladung von Russlands Präsidenten Putin herausrechnet (s.o.).

Wie das Bundespresseamt auf Anfrage von abgeordnetenwatch.de mitteilte, schlüsseln sich die Kosten für das G20-Logo wiefolgt auf:

Kostenübersicht G20-Logo

Entwickelt wurde das G20-Logo von der Agentur Scholz & Friends.


Interessiert an Daten von öffentlichen Stellen? Über Fragedenstaat.de können Sie ganz einfach Anfragen auf Grundlage des Informationsfreiheitsgesetzes an Behörden stellen. Das IFG ermöglicht Bürgerinnen und Bürgern, von öffentlichen Stellen erstellte Daten anzufordern.

Lizenz: Der Text auf dieser Seite steht unter der Creative Commons Lizenz BY-NC-SA 4.0.

Kommentare

Permalink

Lächerlich. Hätten wir für 10 Euro in der Form hinbekommen. Normalerweise zahlt man für ein RICHTIG gutes Logo mit eigenem Vorschlagskatalog um die 500 Euro und dann hat man schon die Creme de la Creme aller Logos.

Bei 1000 Euro würde ich schon von Abzocke sprechen....Aber bei knapp 80.000,00 Euro?
Hallo? Unfassbar wie inkompetent kann man sein um so viel zu bezahlen....

Ich kann da nur mit dem Kopf schütteln...diese Regierung kann nicht mit Geld umgehen...Beweisführung abgeschlossen.

Antwort auf von Stefan

Permalink

Lieber Stefan, entschuldigung, aber das ist Unsinn. Ich empfehle ien Praktikum in einer professionell arbeitenden Agentur - dann bekommen Sie einmal einen Einblick in den Prozess zur CD- und Logo-Entwicklung inkl. aller notwendigen Abstimmungen im politischen Raum (...) und inklusive der notwendigen Formatadaptionen. Und am Ende möchte ich auch als Bürger ein vernünftiges Logo haben, dass alle politischen Entscheidungsträger der G7 repräsentiert. Wie dargestellt, kostete das finale Logo auch keine 80.000 Euro.
Herzlicher Gruß aus Oberursel!
Sven Griemert

Antwort auf von Sven Griemert

Permalink

OK die kochen auch nur mit Wasser und nach meiner Erfahrung werden oft die Azubis zugebaggert mit der Arbeit denn die "Wichtigen" segeln von einem Meeting zum nächsten.
Und jetzt mal ganz konkret das Logo ist meiner Meinung nach wirklich miitelmässig, denn von einen Prof erwarte ich doch mehr ...

Antwort auf von Sven Griemert

Permalink

Danke, das nimmt mir die Antwort aus dem Mund. :-)

Antwort auf von Sven Griemert

Permalink

Lieber Sven!

Das bringt es auf den Punkt.

Vergütungstarifvertrag Design:
vtv-online.de, hier lassen sich die Kosten für die Entwicklung (Entwurfsleistung) inkl. Nutzungsrechte, transparent nachvollziehen.

Beste Grüße von der Elbe.
Thomas flyer

Antwort auf von Sven Griemert

Permalink

Fraglich ist, WER hier den Unsinn redet und bitte keine Verallgemeinerungen.
ICH bin auch ein Bürger und es interessiert mich einen Dreck, ob dieses sündhaft teure Zusammentreffen der Staatsoberhäupter ein Logo hat oder nicht.
Ich schätze, das es den anderen Millionen Mitbürgern unterhalb der Armutsgrenze auch nicht wichtig ist, das ein popeliges Logo soviel kostet, das ein Sozialhilfeempfänger davon locker über 80 Monate leben könnte.
Wenn IHNEN das wichtig erscheinen können sie nicht viele andere Probleme haben.

Antwort auf von Sven Griemert

Permalink

Dass Sie, Herr Griemert, als Büroleiter von Scholz&Friends Frankfurt (wenn sie es denn sind) das nicht anders darstellen können, kann ich ja nachvollziehen.

Ich halte das Ergebnis bei Kosten von 80.000€ (auch wenns letzten Endes eben 35,57€ weniger waren, wie sie betonen)für erbärmlich. Aber über Geschmack kann man bekanntlich nicht diskutieren.

Firmen können ihr Geld ja meinetwegen in derartiger Höhe für ein Logo ausgeben, wenn es sich die Eigentümer bieten lassen oder wenn es sich rechnet. Wenns um Steuergeld geht werd ich allerdings sauer. Als Steuerzahler hätte ich jedenfalls gerne, dass man mit meinen Steuergeldern etwas sparsamer umgeht.

Jajaja. Man lernt ja was, als Designer/Grafiker und soll auch gut davon leben können, aber es hat auch alles seine Grenzen.

Antwort auf von Stefan

Permalink

Sorry, du hast keine Ahnung, auch wenn ich kein Fan von diesem Logo bin.
Für ein richtig gutes Logo gehts ab 1000 € los und nach oben gibt es wenig Grenzen.

Antwort auf von Stefan

Permalink

80.000 sind für das Logo eines solchen Events normal, wenn man natürlich mit einer Vorzeigeagentur wie Scholz&friends arbeitet. Die kochen zwar auch nur mit Wasser und haben in der Vergangenheit auch schon grausliches Zeugs abgeliefert, aber wenn man selbst keine Ahnung hat (Politik), geht man halt zu einer der renommiertesten Agenturen, auch wenn die so richtig teuer sind.

Antwort auf von RockyRod

Permalink

Genau so ist es Rocky :-)

Antwort auf von RockyRod

Permalink

Politiker haben da keine Ahnung von, da stimmt ich zu. Aber wenn ich für ein Logo 80.000€ ausgeben soll dann muss einem doch etwas komisch vorkommen!?
Die Leute geben Geld ohne Ende für Gutachten zur wirtschaftlichkeit aus, wieso weis man da nicht dass selbst 10.000€ zu viel für ein Logo sind???

Antwort auf von Marco

Permalink

In einem Designprozess passieren unglaublich viele Dinge. Bei einer bekannten Agentur kostet eine Arbeitsstunde ja auch 200-500€ darin sind die Kosten für das Bürogebäude in der Frankfurter-Innenstadt mit einkalkuliert, genau so wie die Putzfrauen und Hausmeister. Die Ideenfindung kann unglaublich langwierig sein und meisten verwirft man erst einige Ideen bis man zum Ziel kommt. Häufig präsentiert man dem Kunden 2-3 finale Logos die dann komplett abgeschmettert werden -> Der Kunde muss es trotzdem zahlen. Es muss echt viel beachtet werden. Das Ergebnis sind dann für den Laien dann recht "Easy" aus aber die Leute haben sich wirklich was dabei gedacht. Zur Info: Das BBC Logo hat 1.8mio gekostet und das BP 211mio € :).

Antwort auf von Der Adi

Permalink

Eure Ansichten zeigen, warum wir in so einer enorm unfairen Gesellschaft leben, weil die Mehrheit der Menschen leider ekelhaft gierig ist. Und mit noch so fadenscheinigen Argumenten diese Utopie verteidigt.

Nur gut das 10 Stunden Pakete buckeln, Schuhe durchs Zalando Firmen-Gebäude schleppen und viele andere anstrengende Tätigkeiten nur 8.5 die Stunde einbringen.

Das ist gelebter Sozialismus, feiert eure Götter, die in Form von Politikern auf die Erde herabgestiegen sind!

Antwort auf von Stefan

Permalink

Man müsste mal den politischen Hintergrund dieser Agenturen überprüfen. Vielleicht steckt da dann auch noch eine verdeckte Parteienfinanzierung dahinter oder Auftragsvergabe, weil zuvor oder danach eine entsprechende Parteispende geflossen ist. Unmöglich? NEIN, ehr sogar wahrscheinlich.

Antwort auf von Wolfdietrich Rading

Permalink

Du bist auf der vollkommen richtigen Spur: Der Agentur-Name sagt eigentlich schon alles:
Scholz + Friends (+Hamburg)
Und jetzt zusammen rechnen...

Antwort auf von Wolfdietrich Rading

Permalink

gerade das interessiert mich ebenfalls, ob dieser Auftrag einer bestimmten WA zugeschanzt wurde

Antwort auf von Stefan

Permalink

Ich würde gerne mal das ehemalige G8-Logo sehen, da fehlt halt jetzt ein Streifen. Naja, was sind schon 80.000,00€ in Zeiten in denen wir täglich von Milliardensummen hören die wir für die Banken- und Finanzkrise und die Eurokrise in den Sand setzen. Was soll's die doofen Steuerzahlen sollen es bezahlen die Trottel haben sich doch wegen den ganzen Milliarden bisher auch nicht beschwert da geht noch mehr...

Bitte weiter machen, ganz ohne Hemmungen macht einfach weiter ohne Sinn und Versand so wie wir es von euch gewohnt sind.

Antwort auf von Stefan

Permalink

sorry, Stefan aber das wirklich Blödsinn und entspricht der typisch deutschen Geiz ist billig und kaufe tshirts bei kik Mentalität...

Wenn heute namhafte Firmen deren Logo überarbeiten oder auffrischen kostet das schon so viel, ein neues CI kostet auch im Mittelstand einiges...

Bei vielen Kunden oder Firmen kann man täglich sehen, das kostenlos oder 5€ Visitenkasten xxxprint oder eine Logo für 500€ das Billigheimer Thema fördern aber ein Schrott-Image hinterlassen... wer das will, bitte sehr...

Ob man aber für das blöde G7 Treffen 360 Mio. verschwenden muss, ist fraglich...
Auch wenn das Logo von Scholz+ ist - ist es dennoch eher sehr mäßig...

Antwort auf von Stefan

Permalink

Irrsinn!Das gleiche Spiel beim Zaun.Ein hundsgewöhnlicher 30€/m-Festival-Zaun kostet da auf einmal das 10-fache!!!

Antwort auf von Stefan

Permalink

80.000 Euro erscheinet mir zunächst auch als fürstliche Entlohnung. Aber ich bin da vorsichtig, weil ich die Hintergründe nicht kenne.

Wie hier schon mehrfach geschrieben, muss man mit Sicherheit erst einmal sauber trennen zwischen der grafischen Entwurfsarbeit und dem gesamten Prozedere drumherum, das von uns hier niemand auch nur ansatzweise beurteilen kann.

Ein Teil der Debatte hier hat die Verschwendung von Steuergeldern zum Vorwurf.
Steuergelder en Masse wird man aber auch benötigen, wenn Leute für professionelle Arbeit solche Summen ansetzen, wie Du sie hier nennst, Stefan. Denn Du wirst bei solchen Kalkulationen später einmal zu denjenigen gehören, deren Grundsicherung im Alter ebenfalls vom Steuerzahler finanziert werden muss.

Die Entwicklung eines Logos und eines dazugehörigen Vorschlagskatalogs, der dem Auftraggeber in einem seriösen und präsentablen Rahmen vorgelegt werden muss, ist zu der von Dir genannten Summe von 500,00 Euro nicht machbar.

- Ideenfindung
- Entwicklung von Entwurfsalternativen
- Umsetzung und Übertragung auf diverse Medien, um verschiedene Anwendungsfälle zu überprüfen
- Berücksichtigung von späteren Produktionskosten und - anforderungen
- Besorgen und Installieren der vorgegebenen Typographie
- Einarbeiten in die Corporate-Design-Vorgaben des Bundes
- Überprüfung der Internationalisierungsfähigkeit des Logos
- Überprüfung der Anwendung als einfarbiges Logo (Fax, Stempel etc.)
- Überprüfung des Logos auf Ähnlichkeit mit ggf. vorhandenen Logos
- Berücksichtigung der Unkosten (Büromiete, Nebenkosten, Hardware, Software, Weiterbildung, Altersvorsorge, Krankenkasse, Berufs-/Vermögenshaftpflicht, ggf. Erwerbsunfähigkeitsversicherung, Steuern usw.)
- Kosten für Präsentationsunterlagen für wieviele Beteiligte auch immer
- Präsentationsvorbereitung (PPT oder was auch immer)
- Präsentationszeit inkl. An- und Abreise, sofern man als Agentur nicht vor Ort ist (alleine dafür sind die 500 Euro weg).
- Korrekturphasen
- Erneute Aufbereitung der korrigierten Vorlagen
- Kommunikationsaufwand mit dem Auftraggeber
usw.usw.

Wie das und alles andere, was noch hinzu kommt, für 500,- Euro machbar sein soll, ist mir ein Rätsel. Ich glaube, dass da kaufmännisch gesehen bei Dir einiges im Argen liegt. Ich jedenfalls möchte von meiner Arbeit auch leben können.

Solche Rechnereien sind Selbstbetrug.

Und - was mich am meisten daran ärgert: Solche Preise machen den Kreativmarkt kaputt und untergraben die Überlebensfähigkeit unserer Branche.

Antwort auf von W. I.

Permalink

Ich hätt da noch eine billigere Lösung. Es gibt in den sieben Staaten genug hoch gesicherte Objekte in denen so ein Treffen ohne Problem und ohne großen Mehraufwand möglich gewesen wäre.

Aber hier ging es, wie zu besten Adelszeiten nur darum Macht zu präsentieren. Die mächtigsten Leute dieses Planeten wollten der Welt zeigen, wer die dicksten Eier hat und das durfte schon zu Kaiser und Königszeiten ruhig etwas kosten.
Hoch lebe der neue Geldadel! :(

Also entschuldige, wenn ich deine Milchmädchenrechnung auch für völlig Überflüssig halte.

Antwort auf von W. I.

Permalink

"Und - was mich am meisten daran ärgert: Solche Preise machen den Kreativmarkt kaputt und untergraben die Überlebensfähigkeit unserer Branche".
Ihre Branche verdient irre viel Geld, weil die Auftraggeber irre sind. Ist nicht die Schuld der Branche, ich meine es wörtlich und gönne es der Branche. In der freien Wirtschaft darf das gerne so geschehen, der Konsument zahlt es aus freien Stücken mit. Aber wenn ich als Steuerzahler Millionen mitfinanzieren muss, damit ein Deutsche-Bahn-Logo nach einem Redesign fast genauso aussieht wie vorher, dann werde ich sauer! 80.000€ für das G7-Logo sind da nichtmal Peanuts, das sind ja nichtmal Leinsamen.
Das G7-Logo gefällt mir, und wenn so viele "Stakeholder" ihren Senf dazu geben, dann hat die Agentur billig gearbeitet. Aber ich frage mich: Brauchte es überhaupt ein Logo für einen G7 oder G8 Gipfel?

Antwort auf von W. I.

Permalink

Danke!

Antwort auf von W. I.

Permalink

Danke!

Antwort auf von W. I.

Permalink

Selbstverständlich, dass es mit 500 oder auch, lets say, 10.000 Euro nicht getan ist! Die ganze og. Auflistung der möglichen Kostenfaktoren ist professionell und nachvollziehbar. Aber zwischen 500, 10.000 und 80.000 gibt es doch schon einen erheblichen Unterschied und ich meine, dass man bei solchen Summen als Steuerzahler das Recht haben sollte, die Entscheidungsfindung die ja hoffentlich "geloggt" (dokumentiert) wird, einzusehen.Der Bürger als HiWi des Bundesrechnungshofes, sozusagen.

Der Fall "G7-Logo" steht jetzt halt auch nur wieder für tausend andere Fälle, wo durch Intransparenz und Geheimniskrämerei der Beteiligten im Zusammenhang mit Steuergeldern versucht wird, den Ball so flach wie möglich zu spielen, die eigene Inkompetenz aus den Augen der Öffentlichkeit zu mogeln. Das ist in Zeiten des Internet ein zunehmend hoffnungsloses Unterfangen und fällt einem früher oder später vor und auf die Füße. Wer Steuerzahlers Geld benutzt, soll sich dafür rechtfertigen müssen.
Die Präsentationssprüche von Grafik-Designern bei Entwurfs- bzw. Verkaufspräsentationen (..haptische Anmutung...blah) sind mir wohlbekannt und machen Eindruck beim Kunden (meist Nichtfachleute). Erinnert an Otto Mechaniknullchecker, der nichts von Autos versteht, dem man alles Mögliche an unnötigen Reparaturen aufschwatzen kann.
Für 40.000 Euro könnte man jemandem ein ganzes Jahr ein Einkommen zahlen, der solche Angebote (Sprüche) einzupreisen vermag. Das könnte sich lohnen, für den Steuerzahler. Genug Begabte für einen solchen Job gäbe es schon. Dass Scholz+ zur Leib- und Magenagentur des BPA avanciert ist, hinterlässt einen komischen Nachgeschmack. Im eigenen Interesse sollte das BPA die Beweggründe für solcherlei Handeln darlegen. Ich jedenfalls bin als Steuerzahler nicht bereit, allein Renommeé und eine gewisse Problemlosigkeit in der Zusammenarbeit (= Personalmangel beim BPA) als Beweggrund anzuerkennen, Scholz+ mit einem Bärentrick aus der eigentlich erforderlichen Ausschreibung zu nehmen.

Intransparenz bei Auftragsvergabe bewirkt nur, dass sich der Steuerzahler alle möglichen Schweinereien vorstellt. Nur durch Transparenz lässt sich eine weitere Abkehr des Bürgers von der Politik im Allgemeinen und von den herrschenden Parteien im Besonderen zumindest aufhalten.

Neuen Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.