Lobbyismus auf Parteitagen: Das sind die Sponsor*innen der Parteien

Jedes Jahr fließen Hunderttausende Euro von Lobby-Organisationen an Parteien – unter anderem über das Sponsoring. Dabei zahlen Unternehmen und Verbänden für ihre Präsenz auf Parteitagen, ohne dass dies öffentlich gemacht werden muss. Doch wer sind die Sponsor*innen? Während SPD und Grüne daraus kein Geheimnis machen, haben CDU, CSU und FDP die Namen auf Anfrage nicht genannt. abgeordnetenwatch.de hat die Aussteller*innen dennoch ausfindig gemacht – und veröffentlicht eine Übersicht von mehr als 100 Partei-Sponsor*innen. 

Auf dem FDP-Parteitag im April 2019 kommt kein*e Besucher*in an Audi oder VW vorbei. Die Automobil-Konzerne haben einen guten Platz: Audi direkt am Eingang des Konferenzzentrums „Station Berlin“, VW direkt vor dem Plenum. Parteitagsdelegierte müssen zwangsläufig an den Ständen mit den glänzend lackierten Autos und den Lobbyist*innen vorbei. 

Stand der Deutschen Automatenwirtschaft (AWI) auf dem FDP-Parteitag
Stand der Deutschen Automatenwirtschaft (AWI) auf dem FDP-Parteitag

Auch sonst geht es zu wie auf einer Messe: Überall Stände, Infomaterial, Kulis und Bonbons, große Unternehmenslogos und Werbetafeln. Wichtig ist es, präsent zu sein. Die Deutsche Automatenwirtschaft (AWI) lockt Parteitagsbesucher*innen mit einem Kicker und Süßigkeiten. Andere verteilen Eis und Schokolade. An vielen Ständen stehen ein*e Standbetreuer*in und ein*e Unternehmensvertreter*in. Manchmal auch ein*e Lobbyist*in. Für Unternehmen und Verbände bieten sich auf dem Parteitag gute Möglichkeiten. Der Verband der Privaten Krankenversicherungen (PKV) erklärt: „Wir nutzen seit vielen Jahren die Gelegenheit, bei Parteitagen verschiedener Parteien als Aussteller jeweils mit demselben Informationsstand aufzutreten.“ Der Verband ist regelmäßig bei den Parteitagen von FDP, CDU und Grünen.

Bei der FDP waren im April dieses Jahres fast 50 Lobbyakteur*innen, bei den letzten ordentlichen Parteitagen von CDU und SPD waren es ähnlich viele, bei Grünen etwas weniger. AfD und Linke vermieten laut eigenen Angaben keine Parteitagsstände gegen Geld.

Doch wer sind die Unternehmen und Verbände, die für ihre Präsenz zum Teil fünfstellige Summen an Parteien zahlen? SPD und Grüne veröffentlichen ihre „Unterstützer*innen“ im Internet und nennen auch Preise, die Austeller*innen zahlen. Anders CDU, CSU und FDP. abgeordnetenwatch.de hat sie um die Namen ihrer Sponsoren gebeten – und ist dabei auf wenig Auskunftsbereitschaft gestoßen. Die CDU hat trotz mehrerer Nachfragen nicht geantwortet, die CSU verwies lediglich auf ihre Rechenschaftsberichte. Dort sind zwar die Sponsoringeinnahmen in einem Sammelposten zu finden, Angaben zu konkreten Geldgebern fehlen jedoch. Doch aus Fotos auf Websites, Instagram, Twitter und Facebook lässt sich rekonstruieren, welche Sponsoren auf den letzten Parteitagen von CDU und CSU vertreten waren. Auch die FDP wollte keine Namen nennen. „Auf dem Parteitag stehen große Logotafeln mit den Namen aller Aussteller. Entsprechende Verzeichnisse finden sich auch in den Gäste- und Delegiertenmappen,“ erklärte ein Sprecher auf Nachfrage. Weil abgeordnetenwatch.de auf dem FDP-Parteitag war, liegt uns eine solche Gästemappe vor. 

In der folgenden Tabelle haben wir die Sponsor*innen der Parteien aus den Jahren 2018 und 2019 zusammengefasst. Sie ist alphabetisch geordnet, durchsuchbar und kann z.B. nach Veranstaltung oder Partei sortiert werden. In der Übersicht tauchen auch gemeinnützige Organisationen auf, die einen Stand kostenlos oder zu vergünstigten Konditionen erhalten. Da Parteien wie die CDU oder CSU keine Angaben zu ihren Sponsor*innen machen, ist die Tabelle möglicherweise nicht vollständig.

 

Weit über 100 Unternehmen und Verbände zahlten demnach dafür, um auf Parteiveranstaltungen vertreten zu sein. Auch die Bundestreffen der Jugendorganisationen Jusos und Junge Union wurden in die Tabelle aufgenommen. Für Lobbyakteur*innen sind diese Treffen eine gute Möglichkeit, die Entscheider*innen von morgen zu erreichen.

Am Beispiel der SPD zeigt sich, dass Parteien nicht nur durch Parteitage, sondern auch durch andere Veranstaltungen hohe Summen einnehmen. So zahlte die Deutsche Bank vergangenes Jahr 15.000 Euro für die Veranstaltung "Führungsakademie der sozialen Demokratie". 

Auf fast jedem Parteitag anwesend

Auffällig ist: Einige Aussteller*innen sind auf fast jedem Parteitag vertreten, zum Beispiel:

  • Deutsche Post DHL Group

  • Deutsche Telekom
  • GdW – Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen
  • Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft

Um mit Politiker*innen auf Parteitagen ins Gespräch zu kommen, bezahlen Sponsor*innen viel Geld: pro Quadratmeter zwischen 135 und 350 Euro netto. Zum Vergleich: Auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt kostet der teuerste Stand 320 Euro pro m2 – Zuschläge eingerechnet. Der Verband der Privaten Krankenversicherungen (PKV) ordnet die Preise so ein: „Die Parteien erhalten von uns die marktübliche Miete der Ausstellungsfläche. Aus Sicht eines politischen Interessenverbands entsprechen Auftritte als Aussteller bei Bundesparteitagen z.B. dem Auftritt eines Verlages bei der Frankfurter Buchmesse.“  Die Informationsstände organisiere der PKV unabhängig von seiner Haltung zu den politischen Beschlüssen der jeweiligen Parteien.

 

In vielen Fällen kann die Öffentlichkeit nicht nachvollziehen, wie viel Geld über die Standmieten von Lobbyakteur*innen an Parteien fließt. Denn für das Parteisponsoring gibt es keine gesetzlichen Transparenzpflichten. Aufgrund der fehlenden Gesetze müssen die Parteien ihre Sponsoring-Einnahmen nicht veröffentlichen. Anders ist es bei Parteispenden: Dort müssen Beträge über 50.000 Euro sofort veröffentlicht werden, Spenden von über 10.000 Euro jährlich pro Partei und pro Spender sind in den Rechenschaftsberichten der Parteien aufzuführen. „Top-Sponsor*innen“ bei Grünen und SPD sind Google, devk, Zentralverband des Deutschen Baugewerbes, Deutsche Bank AG, Deutsche Post DHL Group – mit Summen, die jeweils zwischen 10.000 und 20.000 Euro liegen und die nur deswegen öffentlich werden, weil beide Parteien sie öffentlich machen.

 

In seltenen Fällen gibt es Pakete zu erwerben, wie mehrere Lobbyakteure bestätigten. Neben der Anmietung eines Parteitagsstandes kaufen sie eine Anzeige im Partei-Magazin und bekommen so einen Rabatt.

Für die Parteien kann sich die Vermietung von Ständen lohnen. Beim 70. Parteitag der FDP im April 2019 erzielte die parteieigene Agentur Pro Logo GmbH mit der Vermarktung einen Netto-Gesamterlös von 282.280 Euro. Davon wurden nach Abzug der Kosten 90.000 Euro unmittelbar der FDP überlassen, wie ein Parteisprecher mitteilte. Das Sponsoring trägt also zur Finanzierung der Parteien bei – und sollte deshalb transparent gemacht werden.

Lizenz: Der Text auf dieser Seite steht unter der Creative Commons Lizenz BY-NC-SA 4.0.

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Kommentare

Das Genderisieren unserer Sprache in ihrem Text nervt mich gewalt*ig.
Dem obigen Text, der scheinbar mit der "heißen Nadel" entstanden sind, würde ein abschließender Korrektor gut tun. Das erhöht sicher die Glaubwürdigkeit...

Einige Beispiele beim flüchtigen Drüberlesen:

Einnahmen bei den letzten ordentlichen Partietagen
Bundesdeligiertenkonferenz (2x)
keine komerziellen Aussteller

Es sollt wichtiger sein, den Autokorrektor aus- und das Hirn einzusetzen.

Jou! Es ist fürchterlich zu lesen. Dieses permanente "*innen" ist abartig! Dazu fehlt dann oft noch der "normale" Plural wie zum Beispiel bei "Sponsor*innen" - wo sind die "Sponsoren"?

> wo sind die "Sponsoren"?

Tja, wer die vermisst, dem könnte ja mit der Schreibweise Sponsor*inn*en geholfen werden :-D

Und (allgemein gesprochen) wer als Mann meint, die Sternchen weisen überflüssig, weil ja Frauen mitgemeint sind:

Testet einfach mal, wie es wirkt, wenn in geeignetem Zusammenhang stets von Witwen die Rede ist und Witwer selbstverständlich mitgemeint sind. Wer da keine Bauchschmerzen hat, der darf auch über Sternchen & Co. klagen. Alle anderen sollten besser die Klappe halten.

Logischerweise ist der männliche Plural "Sponsoren" in den weiblichen Formen implizit mitgedacht, denn es ist dann einfacher zu lesen, als wenn man/frau korrekterweise "Sponsor*inn*en schreibt. Aber das zweite Sternchen läßt sich ja leicht mitdenken. Gibt's da etwa Probleme?

Vielen Dank für den Hinweis. Wir haben die Schreibweise nun angepasst, sodass sie einheitlich ist.

Sabrina von abgeordnetenwatch.de

Da kann ich nur zustimmen. Finde die ganze Genderisierung albern und überflüssig. Diese Sternchen oder was es sonst an Sonderzeichen dafür gibt tun beim Lesen regelrecht weh und es wird richtig unübersichtlich. Aber wir Deutschen sind gründlich, das Gendern in der Schrift muss wohl sein. Wie wäre es, wenn sie sich einfach weigern würden, so wie es einige große deutsche Tageszeitungen vor einigen Jahren gemacht haben und sich um die neue Rechtschreibung nicht gekümmert haben.

Und was ist schließlich nach einiger Zeit daraus geworden, als sich „einige große deutsche Tageszeitungen vor einigen Jahren“ gegen die Einführung der neuen Rechtschreibungen gestellt („nicht gekümmert“) haben?

Aber wer sich hier um das Gendern aufregt, hat wohl mehr Interesse (und Zeit) daran als sich um den Inhalt des Beitrags aufzuregen!

Wenn man/frau inhaltlich nichts beitragen kann oder will, der argumentiert formal!
Oder anders herum: wer dafür sorgen will, dass politsich nicht geschieht, überzieht die
Diskussion mit formalistischer Kritik. Beliebter Punkt ist dann immer wieder die gerechte Sprache.
Wir sollten uns von vorne herein auf solche Manöver nicht einlassen.

kaum verstehbar - daß VW zum Dank für seine Zerschlagung den dafür verantwortlichen Parteien noch Geld hinterherschmeißt -
... oder vorneweg ??

Ich finde die Gendersternchen albern. Frauen haben diese Spielchen nicht nötig. Es sollte selbstverständlich sein, daß alle Menschen angesprochen sind.

Nein, das sehe ich als Frau anders. Das ist keinSpielchen sondern Sprache und Sprache vermittelt Einstellungen und Inhalte. Da durchaus üblicherweise die männliche Form genutzt wird, fühle ich mich inzwischen dadurch nicht mehr angesprochen. Mein Vorschlag wäre, durchgehend die weibliche Form zu verwenden. Ihnen wäre das ja egal, oder?

Genau! Ziehen Sie es durch.

Dann können sich Frauen immer mitgemeint fühlen, wenn von Bauarbeiterinnen, Ingenieurinnen, Politikerinnen die Rede ist. Überhaupt überall wo der Frauenanteil piepsgering ist, fühlen wir uns dann bestimmt viel besser und können darauf verzichten, MINT-Fächer zu studieren, in die Politik zu gehen etc.

Mir als Frau ist es jedenfalls schnurzegal, ob die Straßenverkehrsordnung in gendergerechter Sprache verfasst ist - jedenfalls solang ich sie nicht zu lesen brauche. Wenn ich sie lesen muss, hätte ich aber gern wieder die alte Fassung mit den Fußgängern.

Mal ehrlich: Diesen ganzen Vorzeige-Kram kriegen wir Frauen statt der Emanzipation zugestanden. Und wenn wir genug dann drüber geredet haben, brauchen wir es nicht mehr zu machen und kaufen dem Töchterchen ein rosa Kleidchen.

Hi,
Ja, mir wäre es egal, auch wenn es die weibliche Form wäre .Aber das 3. Geschlecht geht gar nicht !!!

Warum nur? Es ist dann doch eher nur das mangelnde Selbstbewusstsein, das solche Gedanken zulässt!
Wenn Sie es wirklich nötig haben permanent mit *~# innen angesprochen zu werden, dann schreiben Sie das bei jeder schriftlichen (ich hoffe nicht verbalen...) Kommunikation in den Header.

Mir selber geht dies "Gendering" auch auf den Senkel....und ich werde meine Sprach- und Schreibweise nicht deswegen ändern! Das hat übrigens nichts mit weniger Achtung für die Frauen*innen zu tun, sondern eher damit , das es bei mir schon von je her üblich ist gleichberechtigt mit Frauen umzugehen.

Außerdem sollten Frauen, wenn sie gleichberechtigt sein wollen, dann auch alle Dinge können und machen, wenn Sie es ernst meinen!
Diese Geschichten mit "ich bin gleichberechtigt.....aber warum hältst du mir die Tür nicht auf??", oder aber Ihre besonderen Tage und häufig damit verbundenen Stimmungsschwankungen die dann so erklärt werden "weil es nun mal so ist".
Wenn Frau weiß was sie will, dann braucht's auch keine "Gender*innen" mehr!

Und nur weibliche Schreibweise....das wäre der Ökobilanz nicht zuträglich! ;-)

Dass überall wo es um Geld geht, gemauschelt und getrickst wird ist leider menschlich. Möglich macht dies ein System welches sich selbst Freiräume schaffen darf, in denen es unter dem Radar der Öffentlichkeit agieren kann. Heutige Rechenschaftsberichte sind eine Verschleierung der Tatsachen und gaukeln dem Bürger eine Transparenz vor, die es de facto nicht gibt. Zwar gilt es für die Landesverbände und ihren nachgeordneten Gebietsverbänden eine lückenlose Aufstellung aller Zuwendungen je Zuwender mit Namen und Anschrift beizufügen, diese Aufstellung wird aber vom Bundesverband für die Öffentlichkeit zusammengefasst.
Unglaublich, dass sich eine Partei erlauben darf, eine Anfrage von abgeordnetenwatch.de abzublocken.

Gut nicht alle diesen Taschenspielertrick mitmachen. Das Linke und AfD keine Mieteinnahmen auf Veranstaltungen generieren dürfte allerdings bei den Linken eine bewußte Entscheidung und bei der AfD mangelnde Nachfrage sein.

Vielen Dank für Ihre Recherechen! (Bitte verzichten Sie zukünftig auf die furchtbare Schreibweise mit den Gendersternchen.)

"Linke und AFD haben nach eigenen Angaben keine Komerzielle Aussteller"
Überprüft das mal richtig. Sagen können die viel und was sie wirklich tun sieht ja keiner 🙄

Die Linken nehmen gar keine Spenden von Konzernen an und auf deren Veranstaltungen gibt es keine Werbung, schon weil diese Partei das nicht zuläßt.
Bei der AfD will vielleicht niemand werben ;)

Aufgrund einer Bestrafungsaktion der Polizeibehörde des Bundestages, sowie Amtsgericht am Wohnort habe ich nun einen „Maulkorb“ mit Strafandrohung erhalten.
Es wurde mir daher die Möglichkeit genommen, Meinungen zu Taten von Politikern zu äußern.
Daher kann ich nun nur noch über Erkenntnisse berichten, die Gegebenheiten und Taten von gewissen Unrechtsstaaten, Parteien, Politikern und Turbokapitalisten darstellen. Bewertungen derartiger Erkenntnisse werden von mir kenntlich gemacht.

Erkenntnis:
1933 wurde der Sieg des NS Regime mit Adolf Hitler an der Spitze, vor allem durch die rechtsnationalen- und christlichen Parteien ermöglicht – so auch der Deutsche Zentrumspartei. Die SPD sowie die Kommunisten stimmten als einzige gegen die Nazi-Herrschaft.
Das geschah im Übrigen unter der allgemeinen Kenntnisnahme der Lektüre „Mein Kampf von Adolf Hitler“ zur Vorbereitung und erfolgreichen Durchführung des Holocaust.
Nach 1945 waren es dann auch wieder die rechtsnationalen- und christlichen Parteien, - die Nachfolger der Deutschen Zentrumspartei, CDU/CSU - die den allermeisten Nazis in ihren Reihen eine Heimat boten.
So konnte dann auch Hans Josef Maria Globke, - Mitverfasser und Kommentator der Nürnberger Rassegesetze und Hauptverantwortlicher für die judenfeindliche Namensänderungsverordnung in der Zeit des Nationalsozialismus – der Chef des Bundeskanzleramtes von unseren „legendären“ Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer (CDU) werden.
Unter der herzlich verbundenen Freundschaft mit ehemaligen NS-Ganoven und Menschenrechtsverbrechern, konnte dann in den 60ger und 70ger Jahren von Seiten der CDU/CSU gegen die Parteien, die sich gegen das NS-Regimes von Adolf Hitler stemmten, mit der Rote-Socken-Kampagne gehetzt werden.

https://museenkoeln.de/ns-dokumentationszentrum/default.aspx?s=394#b14130
Seit Mitte der 1930er Jahre wurden in Köln und einigen anderen Städten »Polizeiausbildungsbataillone« zusammengestellt, die nach Kriegsbeginn zu »Polizeibataillonen« wurden. In Köln waren die Bataillone 309 und 319 sowie die Reservebataillone 66, 68 und 69 stationiert.
Diese Polizeieinheiten hatten entscheidenden Anteil an der Unterdrückung der Bevölkerung in den von Deutschen besetzten Gebieten und beteiligten sich massiv an der Ermordung der dort lebenden Juden. Das gilt für die Niederlande ebenso wie für die besetzten Gebiete in Osteuropa. Die Forschungen hierzu stehen erst am Anfang. Erste Schätzungen gehen von Morden an mindestens 6000 Juden aus, an denen in Köln stationierte Polizisten direkt beteiligt waren., Als besonders grausames Beispiel gelten die Morde, die Angehörige des Bataillons 309 am 27. Juni 1941 an Juden in Bialystok in Nordostpolen verübten. An diesem Tag ermordeten sie mehr als 2000 Menschen, von denen mindestens 800 bei lebendigem Leib in der Synagoge verbrannt wurden.
Nach Kriegsende 1945, durften dann unter dem heutigen Grundgesetz zurückgekehrte Polizisten aus den Bataillonen 309 und 319 auf deutschen Straßen weiter für „Ordnung“ sorgen. Sie wurden befördert und durften die nachfolgenden Polizeigenerationen mit Ihren „Erkenntnissen, Neigungen und blutigen Erfahrungen“ ausbilden.
Bewertung:
Jeder demokratische und von Empathie beseelter Bürger, kann Erkenntnisse zur besonderen „Zurückhaltung“ der Justiz, bei der Beurteilung von rechtsnationalen, bis rechtsradikalen Straftaten erhalten. Berichte in der Presse, dem Rundfunk und den rechtsstattlichen TV Senden zum Verhalten der „Staatsgewalt“, der „Staatsgewalt-Tätigen“ sowie vor allem der rechtsgerichteten Legislative sprechen eine unmissverständliche Sprache.

Warum wird dieser Text mit dem ganzen Gender-Gag so unlesbar gemacht, DSas tue ich mir nicht an. Ich möchte mich auf inhalte koonzentrieren und nicht ständig über Gender-Sterne stolpern.

„Koonzentrieren“ [sic!] Sie sich doch erst mal auf Ihre eigenen Inhalte, „DSas tue ich mir nicht an“! Und wenn den meisten hier Kommentare zu den Gender-Sternchen wichtiger sind als zum Inhalt, dann sage ich nur: armes Deutschland mit seinen vielen Hobby-Sprachkritikern!

Das sehe ich genau so, @ Setzfehler. Zwar finde ich den "Sternchenkram" auch mehr als überflüssig, aber das sich einige hier nur über diese (unnötige) Schreibweise aufregen, nicht aber über das eigentliche Thema, nämlich die finanzielle Selbstbedienung der von "uns allen" gewählten Volksvertreter macht mich schon ziemlich nachdenklich ...

Da muss ich widersprechen. Autorinnen und Autoren, Verlage, PR-Abteilungen etc. sind in der Regel daran interessiert zu erfahren, ob Ihre Texte verständlich und gut lesbar sind - oder eben das Gegenteil, wie in diesem Falle.

Nun aber zum Thema: so geht es auf den Parteitagen und Parteiveranstaltungen also zu, wie auf einer Sportveranstaltung - der Wettbewerb der Parteien ist vermutlich "Wer greift am meisten Kohle ab".
Es ist einfach nur noch beschämend und man kann gar nicht so viel essen, wie man kotzen könnte.
Stände werden errichtet, an denen die Parteimitglieder Bonbons, Schokolade, Kugelscheiber und Luftballons bekomen. Das erinnert an ein buntes Kinderfest - und genau so viel kommt ja auch auf diesen Parteitagen und - veranstaltungen auch heraus - also wäre das mit den Ständen schon ok ... PEINLICH, PEINLICH!!

In einer Sache gehe ich mit meinem Vorschreiber Andres Montaño Goertz konform:
"Gut nicht alle diesen Taschenspielertrick mitmachen. Das Linke und AfD keine Mieteinnahmen auf Veranstaltungen generieren dürfte allerdings bei den Linken eine bewußte Entscheidung und bei der AfD mangelnde Nachfrage sein."

Wobei ich zu bedenken gebe, dass die ausbleibenden Zahlungen an die AfD (wegen mangelnder Nachfrage), dieser mit an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit mehr zu Gute kommt (Wählersympathie), als der Linken - leider.

Ich mag euch ja, aber dieses dumme geschreibsel mit dem * geht mir auf den Sack. Diesen Artikel habe ich deswegen nicht gelesen und werde auch weitere meiden.

Wichtiges Anliegen und sicherlich ein gut recherchierter Text. Leider ist er ganze Passagen lang praktisch unlesbar. Der Genderstern hat sicher in Formularen, Stellenanzeigen und ähnlichen Veröffentlichungen seine Berechtigung. In Fließtexten und natürlicher Sprache ist er unangebracht und hat da wirklich nichts zu suchen. Es nervt einfach nur - beim ersten Genderstern in einem normalen Fließtext hör ich in der Regel auf zu lesen bzw. irgendwas anderes von den Inhalten mühelos verarbeiten zu können. Wirklich nervig - und jeder guten Sache abträglich.

Damit überlagert man jedes Thema - es bringt die Gleichberechtigung nicht einen Millimetervoran und von Zeit zu Zeit möchte ich mich durchaus mal mit was anderem beschäftigen.

Interessant finde ich, dass bei der FDP auch die Bundestagsfraktion als Sponsor auftritt.

Werbetechnisch ergibt das keinen Sinn: Wieso sollte die FDP-Fraktion auf einem FDP-Parteitag für die Anliegen der FDP werben?

Es kann sich also nur um eine (eigentlich illegale) Finanzierung der Partei aus Mitteln der Fraktion handeln. Ob das "uneigentlich" juristisch ok ist (also eine Gesetzeslücke vorliegt) oder ob das tatsächlich strafbar ist, müssen Juristen entscheiden. Ich bin da nur Laie "und wunder mir".

Vielen Dank für den Kommentar! Dass die FDP-Fraktion in der Liste auftaucht, muss nicht unbedingt heißen, dass sie Geld an die Partei zahlt. Denn in der Liste sind beispielsweise auch gemeinnützige Organisationen auf, die nichts zahlen müssen, aber einen Stand auf dem Parteitag bekommen. Da die FDP keine Angaben zu einzelnen Kostenpunkten macht, ist das an dieser Stelle leider nicht nachvollziehbar.

Sabrina von abgeordnetenwatch.de

Ein guter Bericht! Ich habe dazu gelernt! Haben Sie für mich und andere Kassenprüfer von Verbänden ein Tipp, bei der nächsten Prüfung zu hinterfragen wie dieses Thema in dem jeweiligen Verband gehandhabt wird? Danke

Die Frage ist auch, wer soll und kann auf den Parteitagen beeinflusst werden?

Der/die Delegierte? Wer wird denn vom Orts- oder Kreisverband delegiert?

* Der/die Idealist*in, ehrlich engagiert für die plakativen Ziele der Partei, ständig mit profunder Sachkenntnis bereit für den politischen Dialog auf demokratischer Augenhöhe, interessiert an Überzeugungsarbeit?
Oder:
* Der/die Strohmann/Strohfrau, Führungskraft in einem größeren Unternehmen und insgeheim zur politischen Karriere abgestellt. Bei den Festen und Veranstaltungen beschafft er/sie kostenlose Würstchen und Freibier. Die Rechnung wird im Hintergrund von einem Lobbyisten bezahlt.

Folglich: Sponsorstände auf Parteitagen sind das Freibier auf höherer Ebene. In der Parteihierachie steigt auf, wer das Freibier mit dem höheren Alk an Land zieht. Und da sind wir wieder auf der Genderebene: welches Geschlecht reagiert eher auf Freibier mit dem Instinkt? Frau oder Mann? Und wie sieht es mit der Geschlechterverteilung in unseren politischen Führungsrollen aus? Zufall oder Wirkungszusammenhang?

Vielleicht sollten wir auch einmal zur "demokratischen" Willensbildung an der Parteibasis forschen.

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