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"Mauer falscher Tatsachen": Jugendlicher schreibt MdB offenen Brief wegen abgeordnetenwatch.de (Update)

Veröffentlicht am
22.06.2011 um 09:21
von
Martin Reyher
in
abgewimmelt, Allgemein, Bundestag

So begrüßt der rheinland-pfälzische Bundestagsabgeordnete Norbert Schindler die Besucher seiner Homepage. Schindler sitzt seit 17 Jahren im Deutschen Bundestag, er gehört ferner dem Kreistag des Landkreises Bad Dürkheim an und verfügt ansonsten über eine knapp bemessene Freizeit. Neben seinem Vollzeitjob „Bundestagsabgeordneter“ engagiert Schindler sich in zahlreichen Verbänden und Gremien, z.B. dem Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz-Süd (Präsident, jährlicher Verdienst mind. 7.000 Euro), dem Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft (Vorsitzender, monatlich zwischen 1.000 und 3.500 Euro), dem Deutschen Bauernverband (1. Vizepräsident, jährlich mindestens 7.000 Euro), dem Verband der Hessisch-Pfälzischen Zuckerrübenanbauer (Stellv. Vorsitzender). Hinzu kommt noch ein gutes Dutzend Verwaltungsrats- und Aufsichtsratsmitgliedschaften sowie die Tätigkeit als Landwirt und Winzer bei der BoRo Agrar GbR.

Vielleicht ist es ein Zeitproblem. Kürzlich jedenfalls wollte ein Jugendlicher aus seinem Wahlkreis Schindler über abgeordnetenwatch.de eine Frage stellen, doch er stellte fest, dass sein Abgeordneter bislang nicht ein einziges Mal geantwortet hatte. Der junge Mann klickte sich daraufhin auf Schindlers Homepage, wo er mit dem Zitat zu abgeordnetenwatch.de begrüßt wurde. Dann beschloss er, seinem Wahlkreisabgeordneten einen offenen Brief zu schreiben und darin einiges richtig zu stellen.

Sehr geehrter Herr Schindler,

Ich schreibe ihnen als mein zuständiger Wahlkreisabgeordneter im Bundestag. Als politisch Interessierter Jugendlicher führt mein Weg um an Informationen zu gelangen ins Internet. Portale wie abgeordnetenwatch.de bieten eine ideale Grundlage um mit seinen Abgeordneten in Kontakt zu treten.

Auf der Suche nach ihrem Profil musste ich aber leider feststellen, dass sie bisher keine einzige Frage beantwortet haben. Nach kurzer weiterer Recherche fand ich folgende Passage auf ihrer Homepage "nehme jedoch Abstand von der Teilnahme an wenig seriösen (kommerziellen) Diskussionsforen wie abgeordneten- oder kandidatenwatch.de".

Im Weiteren möchte ich auf dieses eingehen und am Ende noch weitere Punkte - welche ich eigentlich über Abgeordnetenwatch einbringen wollte - anmerken.
Sie schreiben Abgeordnetenwatch sei wenig seriös, leider begründen sie diese Aussage nicht. Für mich als interessierter Bürger bleibt ihre Erkenntnis also zusammenhangslos im Raum stehen. Wenn der Dienst unseriös ist wieso wird er dann u.a. durch Landes- bzw. der Bundeszentrale für politische Bildung gefördert und wieso gehen öffentlich-rechtliche Sendeanstalten Kooperationen mit diesem ein z.B. für die Kandidatenchecks zur Landtagswahl?

Auch ist Abgeordnetenwatch doch gar kein "Diskussionsforum", sondern es werden lediglich Fragen gestellt und beantwortet, welche vorher durch ein Team sogar gegengelesen werden und mit dem Kodex abgeglichen. Sollten Fragen oder Antworten geschrieben werden, die gegen den Kodex verstoßen werden solche nicht mal öffentlich angezeigt. Insofern muss ich doch annehmen, dass sie sich mit der Materie Abgeordnetenwatch nicht ausreichend auseinander gesetzt haben.
Zumal sie in der Klammer noch anfügen, dass der Dienst kommerziell sei. Auch hier fundieren sie ihre Aussage nicht, sondern stellen einfach eine These ohne Grundlage, an der sich interessierte Bürger informieren können, auf. Bei meinen Recherchen konnte ich herausfinden, dass Abgeordnetenwatch vom gemeinnützigen Verein "Parlamentwatch e.V" betrieben wird, dieser Verein ist spendenfinanziert. Neben dem Verein steht eine GmbH, die jedoch jegliche Gewinne - sofern überhaupt welche anfallen - an den gemeinnützigen Verein spenden muss. Diese GmbH besteht deswegen, damit Politiker aktiv in die Finanzierung miteingebunden werden können durch z.B. Profilerweiterungen im Wahlkampf. Der Jahresbericht lässt sich transparent im Internet abrufen, dieser enthält auch Angaben zur Finanzierung, Einnahmen und zu Ausgaben.

All diese Informationen konnte ich mit einer einfachen Recherche im Internet und einer kurzen Nachfrage bei Abgeordnetenwatch gelangen. Wieso schaffen sie dies als gewählter Volksvertreter nicht? Ist es nicht ihre Aufgabe unkompliziert sich dem Dialog mit dem Bürger zu stellen ohne sich hinter einer Mauer falscher Tatsachen zu verstecken? Für den Fall, dass sie sich doch auch einmal ausführlicher über Abgeordnetenwach informieren möchten, füge ich am Ende der E-Mail einige Links meiner Recherche an.

Nun zum eigentlichen Thema meiner E-Mail bzw. den Fragen die ich ihnen eigentlich gerne über Abgeordnetenwatch gestellt hätte, was übrigens wohl mit weniger Aufwand für sie und auch für mich verbunden wäre.

Wie oben erwähnt bin ich ein Jugendlicher ihres Wahlkreises, einer der wenigen politisch Interessierten wage ich mal zu behaupten. Das politische Interesse der Jugendlichen ist - und da werden sie mir wohl zustimmen - momentan nicht gerade ausgeprägt. Es ist die Aufgabe von uns allen ebendieses Interesse (wieder) zu erwecken und Jugendlichen die Politik nahe zu bringen. Als Abgeordneter ist man diesem im besonderen Maß verpflichtet. Um genau diesen Zustand zu erreichen gibt es Aktionen wie das Planspiel "Jugend und Parlament" des Deutschen Bundestages. Hier erfahren die Jugendlichen hautnah wie Politik bei uns gemacht wird und leben dieses Gefühl für einige Tage.

Ich muss aber leider feststellen, dass von ihnen diesbezüglich keine Initiativen ausgehen. Von diesem Planspiel habe ich beispielsweise über einen anderen Abgeordneten beim Microblogging-Dienst Twitter erfahren. Wieso holen sie die Jugendlichen nicht dort ab, wo man sie erreichen kann? Es wäre doch die ideale Möglichkeit solche Aktionen z.B. eben auf Twitter, Facebook oder wenigstens ihrer Website, denn selbst da fehlt jeglicher Hinweis, zu bewerben. Nehmen sie überhaupt an diesem Planspiel teil oder lassen sie diese Chance für die Jugendlichen ihres Wahlkreises verstreichen?

Alles in Allem würde ich mich freuen, wenn man von ihnen im Wahlkreis mehr hören würde und ein engerer und aktiverer Bürgerkontakt stattfinden würde. Auf eine Erwiderung ihrerseits würde ich mich freuen, auch wenn sie mich in Zukunft über solche Veranstaltungen informieren könnten. Denn für überparteiliche Kommunikation und gemeinsame Zielsetzung bin ich immer offen.

Mit freundlichen Grüßen,
Vincent Thenhart

Update 8.11.2011:
Seit dem ersten Versuch einer Kontaktaufnahme mit Norbert Schindler sind inzwischen sieben Monate ins Land gegangen, wie Vincent in seinem Blog schreibt. Auf seine eMails hat der Jugendliche bislang keine Antwort erhalten, und auch oben stehender Offener Brief blieb ohne Reaktion. Um Kontakt mit seinem Wahlkreisabgeordneten aufnehmen zu können, hat Vincent nun 2,05 Euro investiert - in ein Einschreiben mit Rückschein. Beigelegt hat er auch einen abgeordnetenwatch.de-Aufkleber:


Update 3.1.2012:
Inzwischen ist auch die Lokalzeitung auf die Geschichte aufmerksam geworden und hat einen Artikel mit der Überschrift "Warum ein unbeantworteter Brief an Norbert Schindler im Internet diskutiert wird" veröffentlicht. Auszug aus der "Rheinpfalz":

Schindler und abgeordnetenwatch.de - das ist etwa so wie Pirat und Briefmarke. Das passt nicht. Solch "wenig seriösen (kommerziellen) Diskussionsforen" wie "abgeordnetenwatch.de" lehne er ab, ist da zu lesen.

Für einen "digital native" - einen, der durch die "Gnade der späten Geburt" mit der digitalen Technologie und allen damit zusammenhängenden neuen Kommunikationswegen aufgewachsen ist, ist das eine provozierende Aussage. Schon die Bezeichnung "Diskussionforum" fuchste den jungen Neustadter, denn "abgeordnetenwatch.de" bietet Bürgern die Möglichkeit, ihren Volksvertretern Fragen zu stellen, aber nicht, mit ihnen zu diskutieren. Darüber hinaus bietet die Seite übrigens auch Informationen über die Nebentätigkeiten der Abgeordneten, ihr Abstimmverhalten und ihre Reden. Insgesamt ziemlich aufschlussreich.

Aber wieso "unseriös", wieso "kommerziell"? Vincent recherchiert selbst, findet heraus, dass abgeordnetenwatch.de eine Internetplattform ist, die von einer gemeinnützigen GmbH betrieben wird. Dann schreibt er eine Mail an Schindler. Klärt ihn umfassend über das Ergebnis seiner Recherchen auf und kommt schließlich auch noch auf sein ursprüngliches Anliegen zurück: das Planspiel. Aber das Planspiel geht ein wenig unter in dem Schreiben mit all den piratlich angehauchten Website-Informationen. Könnte sein, dass die Mail deshalb unbeantwortet blieb, obwohl sie eine konkrete Frage nach einem Jugendprogramm enthielt. Könnte sein, dass die frankierte, per Post verschickte Version des Briefs aus dem gleichen Grund unbeantwortet blieb.

50 bis 80 Mails pro Tag - plus ungezählter Briefe - das ist eben schon eine ganze Menge. Doch Schindler ist keiner, der sich versteckt. "Ich steh im Telefonbuch." (Stimmt: 06353-1818, auch übers Internet herauszufinden).

Und dann wäre da noch der Weg, den ein Kommentator mit dem Pseudonym "Dude" in Vincents "Blog" vorschlägt: "Die sicherste Methode, Herrn Schindler hautnah und authentisch kennenzulernen, ist, eines der zahlreichen Feste in seinem Wahlbezirk zu besuchen. (...) Schnapp dir ein Schoppenglas mit Rieslingschorle (du musst es nicht trinken, es dient als Passierschein und Tarnung) und setz dich an seinen Tisch..." Den Rest des Kommentars (ziemlich kritisch) können "Nerds" im Internet nachlesen.

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Kommentare

Auch ich habe Norbert Schindler auf einer Wahlveranstaltung erlebt.
Es ist genau so, wie Der Dude es beschrieben hat.
Schindler lässt sich in der Regel von seinen Anhängern von jeglicher Kritik abschirmen und geht auf kontroverse Meinungen nicht ein.
Das Wichtigste ist ihm wohl seine Lobby-Arbeit, die ihm letztendlich auch seine Wiederwahl
sichert.

Hr. Schindler war als Festredner auf einem Neujahrsempfang der CDU Schifferstadt.
Das Schifferstadter Tagblatt (kai) berichtet am Mittwoch, 11. Januar:

"Die jüngsten Vorwürfe, die sich gegen den CDU-Mann im Bundestag richten, deutete er ebenfalls ungeschmückt. Ein junger Mann hatte Schindler vorgeworfen, nicht auf seine Mail-Anfrage geantwortet zu haben. Auf die Flut an Nachrichten machte der aufmerksam (sic!) Im Zusammenhang damit verwies er auf die Schreiber, die erwarteten, morgens eine Antwort zu erhalten, nachdem sie nachts eine Mail gesendet haben: „Das sind Leute, die leiden unter Bedeutungsverlust.“ Für diejenigen könne er sich keine Zeit nehmen. „Ich bin auch kein Psychotherapeut“, ergänzte Schindler, während er auf die 250.000 Wähler verwies, die er in seinem Wahlkreis zu vertreten habe."

es grüßt Euch,
Der Dude

Anmerkung: Den vollständigen Zeitungsartikel unter dem Titel "Rückenstärkung für Wulff, Lob für Kanzlerin Merkel: Norbert Schindler liefert politischen Rundumschlag bei Neujahrsempfang der CDU Schifferstadt" hat die dortige CDU auf ihrer Homepage gepostet:
http://www.cdu-schifferstadt.de/index.php?ka=1&ska=1&idn=183

An Dreistigkeit kaum zu überbieten! Ich habe dazu gebloggt:

http://vincentthenhart.wordpress.com/2012/01/14/herr-schindler-ist-nicht...

Grüße,
Vincent

Meines Erachtens hat sich das Parteiensystem festgefahren. CDU und SPD verfügen mittlerweile nur noch jeweils über knapp 500.000 Mitglieder, das ist ein mikroskopisch kleiner Teil der Wahlberechtigten (vom kaum noch wahrnehmbaren Anteil der FDP ganz zu schweigen). Aber dieser winzige Teil bestimmt darüber, wer Kandidat für einen Wahlkreis wird und wer an welcher Stelle auf den Listen platziert wird. Das System sorgt dafür, dass 50 % aller Abgeordneten nicht vom Wähler, sondern von ihrer Partei in den Bundestag geschickt werden. Klar, man wählt die Partei, weiß aber i.d.R. nicht, welche Listenkandidaten man sich damit einfängt. Diese Abgeordneten 2. Klasse fühlen sich naturgemäß ihrer Partei mehr als ihren unbekannten Wählern verpflichtet. Franz Müntefering hat das vor ein paar Jahren in aller Öffentlichkeit deutlich gemacht.

Im Grunde ist das schon fatal; denn eigentlich müsste jeder Wahlberechtigte dan der Kandidatenkür mitwirken dürfen, ohne zwingend zahlendes Mitglied einer Partei zu werden. Daran haben die Parteien aber nur geringes Interesse. Das zeigte sich vor einigen Jahren, als es massenhafte Eintritte in eine bestimmte Partei gab, die das dann ihrerseits als Manipulation ansah und sich mit diesen neuen Mitgliedern, die den etablierten Seilschafts-Betrieb zu stören drohten, garnicht erst auseinandersetzen wollte.

Wer erst einmal ein Mandat "errungen" hat, weiß, dass er das vor allem innerhalb seiner Partei und deren Umfeld festigen muss. Der Wähler dient dann nur noch als Stimmvieh, an das man sich allenfalls ein paar Wochen vor einer Wahl erinnert, das ansonsten aber eher lästig ist, u. a. mit nervigen Fragen auf abgeordnetenwatch.de

Weiterhin glaubt doch sicher niemand ernsthaft, dass ein Mensch in der Lage ist, über 20 "Nebentätigkeiten" gegen nicht unerhebliches Honorar neben seinem Mandat effizient auszuüben. Das ist schlicht Umwegfinanzierung von Lobbyarbeit, die als angebliche Gegenleistung für "Arbeit" getarnt wird. Und dass derartige "Volksvertreter" sich ungern in die Karten schauen lassen möchten, versteht sich doch von selbst. Ich würde zu gern einmal wissen, ob man diese Vielzahl von Jobs demselben Menschen anvertrauen würde, wenn er keinen politischen Einfluss hätte.

Und glaube doch niemand, dass die Abgeordneten, an deren physischen Existenz angesichts immerwährend leerer Stühle im Parlament Zweifel erlaubt sind, sich selbst um ihre Einkünfte bringen werden. Auf solch ein Gesetz werden wir wohl vergebens warten.

Das habe ich echt jetzt trotz 1000x anschauen überhaupt nicht gemerkt, was solls angekommen ist er trotzdem. :)

Und was willst du persönlich dagegen unternehmen??

Wir alle machen Politik - jeder für sich - mehr oder weniger erfolgreich!

Nur die erfolg-, fantasie- und mutlosen beklagen die Zustände!

Wir alle sind irgendwie mit Schuld an den Dingen, die so sind wie sie sind - weil wir zu wenig mit tun und lieber andere machen lassen --> eben das Volk, das wegen permanenter Faulheit, Desinteresse (selten Dummheit) seine (schlechten) Politiker verdient hat!

Wie kreiert man einen neuen Mainstream - eine Kultur des sich Einmischens von Erna und Otto Normalbürger??

Erstaunlich, wie viele noch an die Mär vom "Volksvertreter" glauben. Würden Politiker tatsächlich das Volk vertreten, gäbe es ein bedingungsloses Grundeinkommen, Mindestlöhne in allen Branchen, ein einheitliches Schulsystem, eine gerechtere Einkommens- und Vermögensverteilung, ein für alle Menschen kostenloses Gesundheitssystem, keine Atomkraftwerke und keine andauernden Verstöße von Bund und Ländern gegen das Grundgesetz.

Nein - unsere Politiker sind keine Volksvertreter. Sie sind Handlanger und Vollstreckungsbeamte einer gierigen, unmenschlichen, rücksichtslosen Minderheit. Dass sie gelegentlich ein bisschen Kreide fressen und dem Wähler auf abgeordnetenwatch.de Transparenz vorgaukeln, ist Teil des Spiels. Wer's nicht glaubt, sollte mal die Abstimmungsergebnisse des Bundestages mit den Aussagen vergleichen, die hier so mancher Politiker von sich gibt. Ihr werdet überrascht sein - die "Transparenz" entpuppt sich nämlich allzu oft als rosarote Brille.

Das ist eine Machtfrage! Dazu musst du erst mal de Macht haben, um so etwas ins Gesetzbuch zu schreiben!
Dazu braucht es eine echte Revolution - ähnlich jener jetzt gerade in der Arabischen Welt. Dabei muss aber nicht unbedingt Blut fließen - nur eben die eigene Faulheit, Lethargie und Bequemlichkeit überwunden und sich mal eingemischt werden!
--> Das eigentlich Einfache, welches aber schwer zu machen ist in einer von Werbebotschaften, überfluteten Welt
Dazu braucht es eine Massenbasis --> aber der aktuelle Mainstream im Abendland steht eher auf Vergnügen und Konsum .... uns geht es immer noch sehr, sehr gut - verglichen mit dem Volk in Arabien!
Nur mit Theoretisieren erreichst du gar nichts!
Dazu braucht es echtes Engagement!
Vincent hat das schon sehr klug gemacht --> man muss erst mal die Möglichkeiten ausschöpfen, die unsere reale Welt und das aktuelle System hergeben!
Alles Andere ist bloße Träumerei!

Ich persönlich vertrete seit Jahren die Meinung, dass jeder Politiker, der aus einer 2. Quelle Geld erhält, wegen Korruption sofort aus dem Parlament zu entfernen ist und eine Mindeststrafe von mindestens 5 Jahren bekommt. Dieser § muss in das Strafgesetzbuch aufgenommen werden.
Nur durch so eine Maßnahme würde der "verkappte Lobbyismus" , der in meinen Augen nichts anderes ist als Korruption ist, abgeschafft. Endlich könnte dann in Deutschland die "wahre" Demokratie beginnen. Denn eines weiss mittlerweile jeder Deutsche - Ein Politker, der aus anderen Quellen Geld bezieht, kannn und wird niemals frei entscheiden, denn er wird niemals die Hand beissen, die ihn "zusätzlich" füttert.
Insofern müßte dieser Politiker bereits seit Jahren im Gefängnis sitzen.

Volle Zustimmung, Vincent!

Es gilt aber immer noch der Satz: "Jedes Volk kriegt die Politiker, die es verdient"!

Es gibt eben leider immer noch zu wenige junge Leute deines Schlages - politisch intererssiert und engagiert!

Eigentlich ist es an der Jugend, die Verkrustungen der Etablierten und Alt Eingesessenen aufzubrechen und von eurer Generation kommt da leider immer noch zu wenig (wahrscheinlich wegen zu viel sonstiger Ablenkung und Reizüberflutung)!

Dennoch - dein Offener Brief macht mir Mut --> dass da doch irgendetwas in Gang kommt!
Die "Parteiendemokratie", die nur in engen Legislaturperioden denkt, scheint am Ende! Sie könnte/ sollte ggf. von einer "Bürgerdemokratie" abgelöst werden, also von Leuten, die es (Politik) auch können, als Bürger (nur zeitweise - nicht für ein ganzes Arbeitsleben und auch professionell) in die Politik und dann, nach spätestens 7,...10 J. wieder zurück in ihren eigentlichen Job gehen.
Damit würde Lobbyismus/ Erpressbarkeit der Politik jeglicher Boden entzogen.

Noch etwas - Kompetenz erwächst aus der Beschäftigung mit der Materie, nicht unbedingt aus Parteienräson!

Weiter so Vincent! Ich hatte meine Revolution ´89 --> jene eurer Generation steht noch bevor!

Gruß aus Rostock

der brief an den abgeordneten schindler findet meine volle zustimmung, h, schindler ist zu lange im amt und hat es sich dort und in anderen gremien so bequem eingerichtet, daß er wohl seinen ursprunglichen auftrag, volksvertreter zu sein vergessen hat. anerkennung für den briefschreiber und seine hervorragend recherche

Die alte Geschichte: wenn sich Leute im Unrecht fühlen, werden sie unsachlich. Herr Schindler könnte (Sollte!) sich, was den Umgang mit seinen Wählern betrifft, ein Beispiel nehmen an dem sachlichen und gut fundierten Text von Vincent Thenhart .

Volle Zustimmung!
Leider verkennen diverse Politiker, dass durch öffentlich gestellte Fragen einzelner Bürger anderen in der Bevölkerung Rückmeldung gegeben wird, dass nicht nur sie auf dem Gebiet Rechtsunsicherheit haben oder unter gleichen Problemen leiden.
Durch das Portal Abgeordnetenwatch konnte ich schon viele Jugendliche motivieren, sich mit ihren Sorgen an zuständige Politiker zu wenden. Leider ist das noch nicht in allen Bundesländern möglich.
Mir scheint, Politiker, die sich wendehalsmäßig durch die Wahlperioden schlängeln, haben Angst vor Kontrolle.

Herr Schindler mag sich wohl nicht öffentlich mit seiner problematischen Ämterhäufung auseinandersetzen. Er ist ja nicht der einzige Volksvetreter mit solchen Dekadenzerscheinungen: Obwohl es in Politikerlaufbahnen gang und gäbe ist, statt Schaden vom Volk abzuwenden, es zu schröpfen, oder Freunden dieses möglich zu machen, sollten wir immer wieder den Finger auf diese Wunde unserer Demokratie legen!

es ist doch immerwieder erkennbar, wenn auch immer seltener, dass einige Politiker ihre Arbeit tatsächlich ernst nehmen.
Von solchen Politikern hört man dann auch in der Öffentlichkeit.
Aber ein Großteil dieser "Volksvertreter" haben offensichtlich keine Zeit für ihren eigentlichen Job, nämlich das Volk zu vertreten und eine gute Politik zu betreiben, weil sie mit ihren vielen Nebenjobs ausgelastet sind.
Zum Beispiel hat Herr Westerwelle 23 Nebenjobs, was auch seine miserable Politik erklärt.
Mir drängt sich die Meinung auf, dass das Politisieren nur das Sicherheitsgerüst für viele Nebenjobs ist - der einzige Grund, weshalb man in die Politik geht.
Wie gesagt, das trifft nicht auf alle zu, aber auf sehr viele Politiker.
Man sollte den Politikern jegliche Nebenjobs, die ohnehin deren Haupttätigkeit sind, verbieten. Dann käme sicherlich auch etwas dabei raus, was dem Volke nützt und nicht nur die eigenen Interessen vertritt.

Bravo, Abgeordentenwatch. Dank euch gehören die wenig seriösen (kommerziellen) Bundestagsabgeordneten hoffentlich bald der Vergangenheit an!

Danke Abgeordentenwatch, das Sie dieses hochinteressante Schreiben uns allen zur Kenntnis geben. Ein solches Politikerverhalten bestätigt die Einstellung zur Politik, die
allgemeine Politikverdrossenheit und den Unglauben an politische Aussagen.
Hier handelt einer wie leider viele.

Naja, man braucht ja bei den nächsten Wahlen nur mal schauen, wen man denn da tatsächlich wählt - und dann gegebenenfalls die Stimme jemand anderem geben. Lieber ein ehrlicher und bürgerorientierter Politiker aus der "falschen" Partei als ein unternehmensergebener Apparatschik in der "richtigen" Partei, zumal sich die Parteien, die auch tatsächlich Politiker in die Parlamente schicken (können), sich nur in Details voneinander unterscheiden.

Toller Brief!

Ich glaube der Herr Schindler sitzt schon 17 Jahre zu lange im Bundestag. Da kann es schon vorkommen, das man nicht mehr weiss wer seine Wähler sind und wo diese Wähler sind. Die sind heutzutage im Internet, bei Facebook oder sogar bei Planspielen oder noch einfacher im Park beim Chillen und Spielen.

Wir sind nur alle 4 Jahre interessant als Stimmvieh! Und ansonsten Klappe halten, Leute. Schließlich sind wir eine Demokratie, was nichts anderes bedeutet, als dass wir unsere "Vertreter" selbst gewählt haben.

Es gab offenbar genug Menschen in den letzten 17 Jahren, die den Herrn Schindler gut genug fanden, um sie bzw. ihren Wahlkreis zu vertreten.

Ärgert euch nicht über Herrn Schindler, Staunt lieber über die Menschen, die ihn "blind" wählen!

Danke, Vincent! :-)

Bisher kam wohl noch keine Reaktion...?

Hallo Vincent!!
Freu mich als Senior sehr, wenn ein junger Bürger den Abgeordneten Druck macht Farbe zu bekennen. Laß nicht nach! Wünsche Dir und Deinen Kollegen viel Glück und Erfolg!
Dieser Druck muß dringend verstärkt werden um die Allianz von Lüge und Geld gegen die Interessen der Bürger - wie ich es schmerzlich empfinde- zu unterbinden.
Alles Gute und viel Erfolg!!

Es taucht schon die Meinung auf,das Problem is ned der Politiker,nein der Wähler solls sein.Wo wird des enden??

Also, man muss doch mal die Kirche im Dorf lassen bzw.überlegen, worauf es ankommt und worauf nicht: ob ein MdB engagiert und gut seiner Parlamentarischen Arbeit nachgeht, das erweist sich an anderen Aktivitäten als der Teilhabe oder ständigen Präsenz bei ´abgeordnetenwatch´ oder sonstigen netzwerken. Ob Herr Thenhart weiß, wieviel Zeit dann noch übrigbleiben würde? Zumal bei den Abg., die keinen großen Tross an Bediensteten zur Verfügung haben? Außerdem hätte ihm gut angestanden, anstelle einen "Offenen Brief" zu schreiben, den direkten Kontakt zu suchen. Was bringt es denn, all die schönen Fakten aufzuzählen, die alle schon wissen? Beifall einheimsen? Oder diesen rückständigen und starrsinnigen MdB an den Pranger zu stellen?
Was der Abg. Spindler sonst im einzelnen tut oder nicht, weiß ich nicht, weil ich ganz woanders wohne, nicht in dessen Wahlkreis.
Aber ich kann schon verstehen, dass manchen Volksvertretern das selbstgefällige und -gerechte Moralisieren und Inszenieren der eigenen Bedeutsamkeit, wie man es bei ´abgeordnetenwatch´ immer wieder mal finden kann, schon mächtig auf die Nuss gehen kann...

MfG -

Herr Thenhart weiß wie viel Zeit so ein Abgeordneter hat um Bürgerfragen beantworten zu können. Gerade wegen dem Zeitmangel hat ein MdB einen Mitarbeiterstab von 2-4 Personen um sich. Das Herr Schindler persönlich die Frage beantwortet erwartet wohl niemand, diese Gebiete werden meistens durch die Mitarbeiter erledigt.

Die "schönen Fakten" scheint Herr Schindler etc. eben nicht zu wissen, denn wieso sollte er sonst die falschen Fakten auf seiner Homepage veröffentlichen?

Zum Thema Offener Brief etc: Es schafft Druck, ansonsten reagiert das Büro von Herr Schindler nämlich nicht. (Eine Mail zu einem anderen Thema wurde nach 4 Monaten beantwortet, weil sie beim "Postfach aufräumen" gefunden wurde.)

Lieber Vincent,
Die sicherste und vermutlich einzige Methode, den geschätzten Herrn Schindler hautnah und authentisch kennenzulernen, ist, eines der zahlreichen Feste in seinem Wahlbezirk zu besuchen. Ich muss das immer wieder mal aus beruflichen Gründen machen.
Du findest ihn inmitten eines Pulks von Parteifreunden und Honoratioren - im Vergleich zu Dir und mir also in einem eigenen Raum-Zeit-Kontinuum, wo Internet ausschließlich etwas für Nerds ist (wenn er wüsste was Nerds sind). Aber in dieser Menschentraube wird ihm pausenlos versichert, dass er ein echter Pfälzer ist - das reicht hier, um gewählt zu werden.
Schnapp Dir ein Schoppenglas mit Rieslingschorle (Du musst es nicht trinken, wenn Du nicht willst, es dient als Passierschein und Tarnung) und setzt Dich an seinen Tisch, oder stehe einfach in der Nähe und höre zu. You are entering a World of Pain. Du wirst sehr schnell das Niveau erkennen, auf dem hier Politik gemacht wird. Bitte rufe Dir dann ins Gedächtnis: das ist kein Kabarett.
Gehe doch mal zu Veranstaltungen bei denen er als Gast auftritt, womöglich hast Du Gelegenheit, ihm direkt Fragen zu stellen.
Vielleicht hast Du ja auch Lust, über Deine Erlebnisse zu berichten, ich wäre sehr interessiert, davon zu lesen.

beste Grüße,
Der Dude

da wird ja nie was zurückkommen! die adresse ist ja falsch!

Was soll an der Adresse falsch sein?

In der Adresse ist ein i zuviel :-( Die werden uns auslachen deswegen...

Ich glaube, daß dieses verhalten daher kommt, daß die Politiker keinen Schimmer vom "www" haben( Stichwort: Radiergummi fürs Netz ), sie wollen es auch nicht.
Politiker haben doch auch keine Ideale mehr, Politik gillt doch nur noch als Sprungbrett für Aufsichtsrats,- und Vorstandspsten.
Den Spruch von Herr Schindler, kenne ich ich doch auch schon von Steinmeiers Auftritt bei Beckmann.

An Abgeordnetenwatch: Berichtet doch bitte mal darüber, daß wir ab dem 01.Juli kein gültiges Wahlrecht mehr haben. Es ist dieses Jahr, das zweite mal , daß ein Urteil des BVerfG mißachtet wird! Ein Bürger sollte sich mal erlauben, Gerichtsurteile nicht zu erfüllen.
Entweder Regierung absetzen, oder das BVerfG ist überflüssig und gehört dann aufgelöst.

Hallo Vincent,

am 2. Januar 2012 ist auch in der Unterhaardter Rundschau der RHEINPFALZ der Artikel erschienen, das Verbreitungsgebiet ist Grünstadt und Umgebung, vermutlich deshalb, weil Grünstadt auch zum Wahlkreis von Herrn Schindler gehört.

Bravo für Deine Mühen!

Als einer vor Deiner Generation Aktiver (8 Jahre jünger als Herr Schindler) und auf einem Spezialgebiet bundesweit immer noch hochaktiv ärgert es mich schon immer, wenn sich Volksvertreter hinter nebulösen Worten, Worthülsen, Halbwahrheiten, Wortverdrehungen oder gar durch Nichtantworten verstecken. Zu dieser Kategorie gehört leider auch Herr Schindler.

Zur Abgeordnetentätigkeit gehören Öffentlichkeit und Transparenz, ohne dieses funktioniert Demokratie auf Dauer nicht.

MfG

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