Ronald Pofalla (CDU)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Ronald Pofalla
© CDU-Bundesgeschäftsstelle/Chaperon
Jahrgang
1959
Berufliche Qualifikation
Rechtsanwalt, Diplom Sozialpädagoge
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Kleve
Landeslistenplatz
4, Nordrhein-Westfalen
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(...) Als die subventionierte Altersteilzeit eingeführt wurde war es das Ziel, ein abruptes Ende des Erwerbslebens durch Möglichkeiten der Teilzeitbeschäftigung zu verhindern. Diese "echte" Altersteilzeit wird aber kaum genutzt. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Wirtschaft
14.02.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Pofalla,

fast täglich hören u. lesen wir von Fehlentscheidungen, Veruntreuungen, Steuerhinterziehungen u. Betrügereinen von sogenannten Führungspersönlichkeiten aus der Wirtschaft (Vorstandsvorsitzenden und Aufsichtsräten) Diese Verfehlungen verursachen meist Summen in Mill.- bzw. Milliardenhöhe EUR. Diese Gelder werden dann über steuerliche Abschreibungen oder Zusatzgebühren auf die Produkte, der arbeitenden und steuerzahlenden Bevölkerung aufs Auge gedrückt.
Jetzt meine Frage: Die Zurückdrängung und Bekämpfung dieser Misstände müsste für Politiker ein Feld zur Profilierung sein? Aus welchem Grunde wird dieses Thema von den Politiker nur mit den Fingerspitzen angefasst?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Ronald Pofalla
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19.02.2008
Ronald Pofalla
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre E-Mail vom 15. Februar 2008, die ich mit Interesse gelesen habe.

Top-Manager, Vorstandsvorsitzende und Aufsichtsräte in Deutschland haben eine Verantwortung, die weit über das eigene Unternehmen hinausreicht. Diese Unternehmerinnen und Unternehmer haben eine Vorbildfunktion. Die ganz große Mehrheit der vielen Führungspersönlichkeiten der mittelständischen Unternehmerinnen und Unternehmern handelt verantwortungsbewusst und gesetzestreu. Falls Top-Manager, Vorstandsvorsitzende und Aufsichträte eine solche Führungskultur jedoch vermissen lassen, ziehen sie damit eine ganz Berufsgruppe in den Schmutz. Wenn in den Vorstandsetagen Maß und Mitte verloren geht, schadet das der Sozialen Marktwirtschaft insgesamt.

Unsere Wirtschaftsordnung gründet auch auf Freiheit und Eigenverantwortung. Das muss in Zukunft so bleiben. In den letzten Monaten hat sich aber leider eine Vielzahl von Vorfällen ereignet, bei denen durch unverantwortliches Verhalten von einzelnen Top-Managern das dazu notwendige Vertrauen erschüttert wurde. Wer sich trotz eines Millionengehalts vor der Steuer drückt, versündigt sich gegenüber unserem Land.

Es bedarf jetzt einer ernsthaften Debatte. Wir müssen auch prüfen, ob der Strafrahmen bei Wirtschafts- und Steuerdelikten härter gefasst wird. Es darf keinen Freibrief geben!

Aber auch die deutsche Wirtschaft steht in der Verantwortung, durch geeignete Maßnahmen ramponiertes Vertrauen wieder herzustellen. Die ehrlichen Unternehmer sind aufgerufen, Stellung zu beziehen. Die Soziale Marktwirtschaft ist ohne Unternehmer mit Verantwortung nicht möglich. Das ist der Anspruch, den das Land an die Wirtschaftsführer stellt.

Mit freundlichen Grüßen
Ronald Pofalla, MdB
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Frage zum Thema Internationales
23.02.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Pofalla,

da sie ja angeblich gegen einen EU-Beitritt der Türkei sind, möchte ich sie hiermit fragen, was Sie in Ihrer Funktion als Generalsekretär der größten deutschen Partei, bis jetzt KONKRET unternommen haben, um Ihr Ziel zu erreichen?

Und flüchten Sie sich bitte nicht wie üblich wieder in die allgemein bekannten Worthülsen.

Wo bleibt z.B. Ihre offene und unmissverständliche Reaktion auf den eindeutig völkerrechtswidrigen Angriff des Beitrittskandidaten auf den Irak? Oder sind die Schwellen für die Beitrittskandidaten inzwischen so weit abgesenkt worden, dass man den militärischen Überfall auf ein Nachbarland, schweigend hinnehmen darf?

Wie wollen Sie es dem normalsterblichen Wähler und Steuerzahler erklären, dass man über den Umweg der EU-Fördertöpfe ein Regime päppelt, dass offensichtlich nicht mal die Mindeststandards eines europäischen Landes erfüllt und niemals erfüllen wird? Wäre es nicht dringend an der Zeit die Beziehungen zu diesem vorderasiatischen Staat einer Generalüberholung zu unterziehen? Sollte man nicht endlich davon abgehen der Türkei jeden auch noch so winzigen Schritt auf dem Weg in die zivilisierte Welt, mit Zugeständnissen abzukaufen. Die man bis jetzt aus gutem Grund, keinem anderen Kandidaten zugestanden hatte.

Ich finde es ist an der Zeit der Türkei unmissverständlich klar zu machen, dass die Aussicht auf eine privilegierte Partnerschaft nicht gottgegeben ist. Und man alle Regelungen die der Türkei z.Z. zugestanden werden auf den Prüfstand stellen wird, um eine Gleichbehandlung mit anderen nichteuropäischen Staaten wiederherstellen zu können!

LG:
Antwort von Ronald Pofalla
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28.02.2008
Ronald Pofalla
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre E-Mail vom 24. Februar 2008, die ich mit Interesse gelesen habe.

Deutschland und Europa haben ein Interesse an einer Vertiefung der gegenseitigen Beziehungen mit der Türkei und an einer Anbindung des Landes an die EU. Aus heutiger Sicht würde ein Beitritt der Türkei zur EU die Integrationsfähigkeit und den Zusammenhalt der EU jedoch großen Belastungen aussetzen.

Die am 03. Oktober 2005 aufgenommenen Verhandlungen mit der Türkei begründen daher keinen Automatismus in Richtung eines Beitritts.

Die Bedingungen des Verhandlungsmandats und der Erklärung der EU-Mitgliedstaaten vom 21. September 2005, einschließlich des Kriteriums der Aufnahmefähigkeit der EU, müssen strikt eingehalten werden.

Für den Fall, dass die EU nicht aufnahmefähig oder die Türkei nicht in der Lage sein sollte, alle mit einer Mitgliedschaft verbundenen Verpflichtungen voll und ganz einzuhalten, muss die Türkei in einer Weise, die ihr privilegiertes Verhältnis zur EU weiterentwickelt, möglichst eng an die europäischen Strukturen angebunden werden.

Die bisherigen Erweiterungsrunden der Europäischen Union haben die Zone der Stabilität ausgeweitet. Für viele Menschen ist die Europäische Union zum Leitbild einer offenen Gesellschaft, eines friedlichen Miteinanders der Völker und damit zum Hoffnungsträger für ihre politische und wirtschaftliche Zukunft geworden. Die Europäische Union muss ihrer Verantwortung gegenüber den Völkern in diesen europäischen Regionen daher gerecht werden. Die Vollmitgliedschaft in der Europäischen Union kann aber nicht in jedem Fall die einzige Antwort hierauf sein. Die Union hält eine Privilegierte Partnerschaft der Europäischen Union mit der Türkei für die richtige Lösung.

Mit freundlichen Grüßen
Ronald Pofalla, MdB
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
28.02.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Pofalla,

In Ihrer Pressemitteilung vom 27.02.2008 ("Erfolg für Schäuble") schreiben Sie unter anderem folgendes:

"Es war richtig, dass Wolfgang Schäuble die rechtsstaatlich fragwürdige Praxis Otto Schilys, die Online-Durchsuchung per Verordnung, ausgesetzt hat. Einmal mehr wird deutlich: Die CDU ist die Partei der inneren Sicherheit und des Rechtsstaates."

Tatsache ist, dass der Bundesgerichtshof am 31. Januar 2007 verdeckte Online-Durchsuchungen als rechtswidrig erklärt aufgrund fehlender Rechtsgrundlagen. Tatsache ist auch, dass das Innenministerium unter Wolfgang Schäuble diese Praxis aber erst einige Monate später, nämlich im April 2007 eingestellt hat. Das haben Recherchen der Sendung "kontraste" (Sendung vom 10.05.2007: www.rbb-online.de ergeben.

Wie erklären Sie diese Diskrepanz? Sieht so rechtsstaatliches Handeln aus?

Ich würde mich zu einer Stellungnahme zu dieser Geschichtsfälschung freuen, die Sie verbreiten.

mit freundlichen Grüßen,


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Frage zum Thema Soziales
04.03.2008
Von:

Meine Frage schließt sich an die Frage des Vorposters an.

Sehr geehrter Herr Pofalla, nachdem ich sie mehrfach in diversen Fernsehsendungen sah und sie das ALG2 in heutiger Form als mehr als ausreichend betrachten, meine Fragen.

Sind sie der Meinung, dass 24 Cent per m² Wohnfläche den tatsächlichen Kosten der Unterkunft nach dem § 22 SGB II entsprechen ?

Mit genau diesem m² Preis muss ich ein mit Nießbrauch und Dauerwohnrecht belastetes Eigenheim bewohnbar erhalten.
Der/die DauerwohnrechtsinhaberIn wird von uns sogar noch gepflegt.

Darf eine sog. ALG2-Behörde auf diese Art und Weise, das absolute Existenzminimum von, bei mir, 312 €URO auf tatsächlich verfügbare 60 €URO per Monat verkürzen ?
Sehen sie dieses BehördenVorgehen durch den §20 SGB II oder den Willen des Gesetzgebers gedeckt ?

Sehen sie Zeiten bis zu einer Verfahrenseröffnung bei Sozialgerichten (2,5 Jahre) noch als GG-konformes rechtliches Gehör an ?

War oder ist es im Sinne des Gesetzgebers, dass ältere Menschen wie ich (57) durch das sog. ALG2 und die ausführenden Behörden um Alterswohnsitz und jeglichen Cent Altersrücklagen gebracht werden ?

Nebenbei habe ich seit 2003 Rente wegen Erwerbsunfähigkeit beantragt, ab Zuständigkeit der sog. ALG2-Verwaltung fällt seit 04/2005 nunmehr jeglichen ärztliche und medizinische Versorgung flach, war dies in dieser Form vom Gesetzgeber gewollt und gedacht ?

Über eine Antwort würde ich mich freuen.
Antwort von Ronald Pofalla
2Empfehlungen
07.05.2008
Ronald Pofalla
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre E-Mail vom 4. März 2008.

Niemand behauptet, dass man von ALG-II komfortabel leben kann, das ist aber auch nicht der Sinn dieser Zuwendung. ALG-II ist - entgegen einer weit verbreiteten Annahme - kein Einkommen, ALG-II ist eine existenzsichernde Unterstützung für Menschen, die Arbeit suchen, sie muss von der Solidargemeinschaft - das heißt: von den Beschäftigten in Deutschland - erarbeitet werden. Vor diesem Hintergrund gibt es auch das von Ihnen kritisierte Anrechnungsgebot etwa bei der Bildung von Rücklagen, welches jedoch nach den Vorschriften des SGB II ganz differenziert berechnet wird. Zudem ist der Regelsatz vom Bundessozialgericht rechtlich anerkannt. Im Hinblick auf die gesundheitliche Betreuung wurde keine substantielle Veränderung bei den Transferempfängern vorgenommen. Sollten sich bis zur Verfahrenseröffnung bei Sozialgerichten tatsächlich extrem lange Wartezeiten ergeben, so handelt es sich hierbei um Einzelfälle.

Mit den zu Beginn genannten Hinweisen will ich die mitunter schwierige Lage von arbeitlosen oder arbeitsunfähigen Mitbürgern nicht beschönigen. Der pauschale Vorwurf an die Politik, sie würde die Lage dieser Menschen ignorieren oder verkennen, ist aber unredlich. Die Große Koalition tut alles, was möglich und finanzwirtschaftlich verantwortbar ist, um die Lage arbeitsloser oder arbeitsunfähiger Mitbürger erträglich zu machen. Dazu gehört auch, dass die Regelleistung des ALG-II jährlich gemäß der Verbrauchs- und damit auch der Preisentwicklung angepasst werden. Vergleichsmaßstab sind dabei die unteren Einkommensgruppen.

Ziel der Großen Koalition ist, dass möglichst viele Mitbürger, die noch von Arbeitslosigkeit betroffen sind, wieder eine Beschäftigung finden. Die Chancen dafür sind ungewöhnlich gut. Wir haben einen kräftigen und stabilen wirtschaftlichen Aufschwung. Die Unternehmen stellen in großem Umfang ein. Auch Langzeitarbeitslose haben wieder Chancen.

Mit freundlichen Grüßen
Ronald Pofalla MdB
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Frage zum Thema Arbeit
06.03.2008
Von:

sehr geehrter herr pofalla,

am 10.02.2008 hat herr johannes könen eine interessante frage zum thema arbeit/hartz 4/ rechtl. stellung/ sozialcharta usw. gestellt.
leider haben sie bisher darauf nicht geantwortet. an den antworten zu anderen fragen erkenne ich ihr bemühen bzw das ihrer mitarbeiter, bürgerfragen zeitnah zu beantworten.
fällt es ihnen schwer, die zugegebenermaßen kritischen fragen zu beantworten? oder fürchten sie interessenskonflikte innerhalb ihrer partei?
ich warte weiterhin auf ihre antwort.

mfg
kg

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