Ronald Pofalla (CDU)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Ronald Pofalla
© CDU-Bundesgeschäftsstelle/Chaperon
Jahrgang
1959
Berufliche Qualifikation
Rechtsanwalt, Diplom Sozialpädagoge
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Kleve
Landeslistenplatz
4, Nordrhein-Westfalen
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(...) Darüber hinaus müssen wir durch Steuersenkungen die Leistungsträger der Gesellschaft wieder entlasten, sobald wir bei der Sanierung der Haushalte Spielräume haben. Die Konsolidierung des Haushaltes hat für uns jedoch Priorität. Konsolidierung ist für uns kein Selbstzweck, sondern unabdingbare Voraussetzung für steuerliche Entlastungen, insbesondere für Arbeitnehmer mit geringem und mittlerem Einkommen und Familien mit Kindern. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
25.05.2008
Von:

Lieber Herr Pofalla,

mit befremden habe ich gelesen, wie sehr sie die Kandidatur von Frau Schwan für das Amt des Bundespräsidentin ablehnen. Deshalb meine Fragen an Sie:

1) Ist es in Demokratien üblich, dass mehrere Kandidaturen für ein Amt erfolgen, und sehen Sie das als sinnvoll an? Oder darf gegen amtierende Politiker nicht kandidiert werden, wenn diese beliebt sind?

2) erwarten Sie in Zukunft, dass Parteien, mit denen Sie koalieren, auch keine Spitzenkandidaten mehr für Bundestagswahlen aufstellen dürfen?

3) Finden Sie es einen guten Umgang mit dem Koalitionspartner, dass Sie, ohne Absprache mit der SPD, und zusammen mit der Oppositionspartei FDP, einseitig vorgeprescht sind, und Herrn Köhler vorgeschlagen haben? Wäre es nicht sinnvoller gewesen, mit dem Koalitionspartner zusammen nach einem gemeinsam getragenen Kandidaten zu suchen?

4) oder gilt die Aufforderung zur Disziplin, nicht mit anderen Parteien zusammenzuarbeiten, nur für die SPD und die CDU darf mit der FDP machen, was immer sie will? Oder braucht nur die SPD die Erlaubnis der CDU einen eigenen Kandidaten aufzustellen, umgekehrt aber nicht?

5) Unterstützen Sie die Wahl von Horst Köhler auch dann, wenn Sie rechnerisch auf die Stimmen der Neonazos angewiesen wären, oder lehnen Sie jegliche Zusammenarbeit ab? Oder sehen Sie die Mitwahl durch die NPD nicht als Zusammenarbeit?

6) wenn letzteres gilt: gilt das auch für die mitwahl von Frau Schwan durch die Linkspartei, oder gelten auch hier andere Regeln für CDU und SPD?

Mit freundlichen Grüßen und in gespannter Erwartung, welche demokratischen Spielregeln sie angewandt haben möchten,
Antwort von Ronald Pofalla
6Empfehlungen
28.05.2008
Ronald Pofalla
Sehr geehrte Frau ,

haben Sie vielen Dank für Ihre E-Mail vom 26. Mai 2008, in der Sie sich auf meine Äußerung zur Bundespräsidentenwahl im Zusammenhang mit der Nominierung der Kandidatin der SPD, Frau Professor Gesine Schwan, beziehen.

Über die Entscheidung des Bundespräsidenten Horst Köhler, erneut für das Amt des Bundespräsidenten zu kandidieren, habe ich mich sehr gefreut, Horst Köhler ist ein herausragender Bundespräsident, der das Ansehen Deutschlands im Ausland gemehrt hat und über die Parteigrenzen hinweg allerhöchstes Ansehen genießt. Er hat bewiesen, dass er Präsident aller Deutschen ist.

Dass nun die SPD mit der Nominierung der Professorin, Frau Gesine Schwan, eine Gegenkandidatin zum amtierenden Bundespräsidenten aufgestellt hat, halte ich mit Blick auf das Wahljahr 2009 für parteipolitisches Kalkül. Damit habe ich der SPD nicht die demokratische Möglichkeit der Nominierung einer eigenen Kandidatin abgesprochen. Es ist ihr gutes Recht eine eigene Kandidatin für dieses Amt aufzustellen.

Ich sehe lediglich, dass die traditionsreiche Sozialdemokratische Partei dabei ist, sich in die Abhängigkeit der Linkspartei zu begeben. Dabei hatte der Vorsitzende der SPD eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei im Bund definitiv ausgeschlossen. Dass dies nunmehr für die Wahl des Bundespräsidenten nicht wieder gelten soll, zeigt, dass der SPD und ihrem Vorsitzenden Beck nicht mehr geglaubt werden kann Die SPD wirbt sogar offen um die Stimmen der Linkspartei. Sie will mit den Stimmen der Linkspartei zusammen einen beliebten und hoch angesehen Bundespräsidenten aus dem Amt abwählen, obwohl sie noch bis vor wenigen Wochen keine Gelegenheit ausgelassen hat, um ihre Wertschätzung für den Bundespräsidenten auszudrücken. Ein solches Verhalten ist für die gemeinsame Arbeit in der der Großen Koalition alles andere als hilfreich.

Mit freundlichen Grüßen
Ronald Pofalla MdB
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Frage zum Thema Wirtschaft
26.05.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Pofalla,

eine Frage zu ihrem Statement zu dem Armutsbericht.

Ich bin 39-Jahre, verheiratet und habe 2 Kinder, seit 19-Jahren bin ich Kommunalbeamter im mittleren nichttechnischen Verwaltungsdienst. Meine letzte Besoldungserhöhung stammt von August 2004 in Höhe von 1% gleichzeitig wurde im selben Jahr unser Urlaubsgeld ersatzlos gestrichen, was ein Minus im Jahreseinkommen ausmachte und die nächste soll dann erst im Juli 2008 (um ein halbes Jahr nach hinten geschoben) in Höhe von 2,9% sein.
Nach allen Streichungen, Arbeitszeiterhöhungen auf 41 Std. ab 2004, Kürzungen bei Beihilfe und Weihnachtsgeld auf jetzt 45% und warten auf zustehende Beförderungen, hat meine Familie mittlerweile ein Einkommensverlust von ca. 4000,-€ zu dem vergleichbaren Einkommen, was ich zu DM-Zeiten hatte und eine Besserung ist auch in nächster Zeit nicht in Sicht! Zeitweise lag ich 50,-€ über Hatz4 Anspruch!!!!!

Frage:
Meinten Sie das jetzt wirklich ernst, was sie zu dem Armutsbericht sagten, dass der Aufschwung längst bei allen da sei und das man die letzten Lohnerhöhungen (keine Ahnung welche Sie da meinen) nicht merke wegen der ansteigenden Energiekosten?

Also ich gehe mit meiner Familie mittlerweile am Stock und habe das Gefühl, dass Die Regierung jegliche Beziehung zu der Mehrheit des Volkes gänzlich verloren hat!!!
Antwort von Ronald Pofalla
5Empfehlungen
06.06.2008
Ronald Pofalla
Sehr geehrter Herr ,

haben Sie vielen Dank für Ihre E-Mail vom 26. Mai 2008. Die Zahlen des von Ihnen angesprochenen Armuts- und Reichtumsberichts beruhen auf den Zahlen des Jahres 2005, dem Jahr des Regierungswechsels. Daher trifft der Armutsbericht eine Aussage zum Stand der Dinge nach sieben Jahren rot-grüner Regierung. Inzwischen haben wir längst eine Trendumkehr in Deutschland.

Im Vergleich zur Regierung Schröder ist die Zahl der Arbeitslosen um 2 Millionen gesunken. Hinzu kommt: Die Langzeitarbeitslosigkeit nimmt weiterhin ab, die Jugendarbeitslosigkeit geht weiter zurück, die positive Entwicklung setzt sich fort. Unter Rot-Grün hingegen ging es wirtschaftlich bergab und die Lohnerhöhungen stagnierten. Erst durch den Aufschwung war die Tarifeinigung 2008/2009 für den Öffentlichen Dienst möglich.

Es gilt daher den eingeschlagenen Kurs weiter beizubehalten. Denn Arbeit trägt im Wesentlichen zur Armutsreduzierung bei. Dabei mahnen uns die noch rund 3,2 Millionen Arbeitssuchenden, die Reformanstrengungen nicht ruhen zu lassen. Niedrige Lohnnebenkosten sind hierbei ein zentraler Schlüssel für die Schaffung weiterer Arbeitsplätze.

Die hohen Energiepreise in Deutschland sind eine Belastung für Verbraucher und Unternehmer. Angesichts der weltweit steigenden Nachfrage nach Energie und der Abhängigkeit Deutschlands vom Import knapper und teurer Energierohstoffe ist eine sichere, umweltfreundliche und wirtschaftliche Energieversorgung für uns von entscheidender Bedeutung. Eine angemessene Teilhabe an Energie darf nicht zur sozialen Frage werden. Deshalb wirkt die CDU auf einen funktionierenden Wettbewerb im Strom- und Gasmarkt hin.

Mit freundlichen Grüßen
Ronald Pofalla MdB
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
04.06.2008
Von:

Tag, Herr Pofalla,

Ludewigs Vorhaben sind eindeutig unvereinbar mit dem im Grundgesetz verankerten Gleichheitsgrundsatz. Somit sind seine Bestrebungen als verfassungsfeindlich anszusehen.

Wann und wie werden diese nun rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen, insbesondere da der Herr nicht nur RCDS-Vorsitzender, sondern auch im Vorstand der CDU ist, und somit doppelte Verantwortung trüge, für die Einhaltung der rechtsstaatlichen Prinzipien einzustehen, und nicht, sie abzuschaffen?

Da sie sich ja auch bei anderen Bedrohungen der Verfassung (etwa durch Kapitalismuskritik, wobei dieser noch nicht einmal im Grundgesetz festgeschrieben ist) sofort und lautstark als deren Hüter positionieren, hoffe ich auf baldige und deutliche Folgen für Ludewig.
  • Und deutlich wäre es, wenn die CDU zeigen würde, dass sie gerade ihrem Nachwuchs genausowenig durchgehen lässt, wie der parlamentarischen Konkurrenz.

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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
09.06.2008
Von:

Als Bürger habe ich den Eindruck, den Abgeordneten ist die Partei wichtiger als ihr Gewissen, bzw. Überzeugung oder ihr Wahlkreis.
Muss der Abgeordnete nicht seinen Wahlkreis vertreten?
Kann unter diesen Voraussetzungen eine Demokratie funktionieren?
Sollte das Wahlrecht nicht ehrlicher sein?
Warum haben wir über 600 Abgeordnete, die nur unnötig viel Geld kosten?
Antwort von Ronald Pofalla
2Empfehlungen
23.06.2008
Ronald Pofalla
Sehr geehrter Herr ,

haben Sie vielen Dank für Ihre E-Mail vom 9. Juni 2008. Ich teile Ihre Einschätzung nicht. So tragen wir viele Diskussionen innerhalb der Fraktion aus und immer wieder stimmen Abgeordnete bei Abstimmungen abweichend ab. Für mich stehen Partei und Gewissen nicht gegensätzlich zueinander. So bin ich in die CDU eingetreten, weil ich dort meine Überzeugungen wiederfinde.

Als Parlamentarier ist man Abgesandter auf Zeit, der sich bei jeder Bundestagswahl erneut dem Wählervotum stellen muss. Ich bin seit 1990 im Bundestag und vertrete den Kreis Kleve als direkt gewählter Abgeordneter seit 1994.
Nur durch den ständigen Austausch zwischen Abgeordneten und Bürger bleibt die Repräsentation der Bürger ein dynamischer Prozess. Ich stimme Ihnen zu, dass Basis der Abgeordnetenarbeit dabei die ständige Kommunikation bei der Wahl, in den Sitzungswochen und natürlich im Wahlkreis ist. Ich selber besuche die Städte und Gemeinden meines Wahlkreises regelmäßig und stehe mit den Bürgermeistern und dem Landrat sowie den Bürgerinnen und Bürgern meines Wahlkreises im ständigen Austausch.

In der Rückschau bis zum demokratischen Neubeginn nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs haben sich Politik und Parlament als stabil erwiesen.

Warum wir hier in Deutschland mehr als 600 Abgeordnete haben und was sie kosten erkläre ich Ihnen dabei gerne:

Die Bundesrepublik ist in 299 Wahlkreise aufgeteilt. Grundsätzlich wird die Hälfte der Bundestagmandate über die Landesliste vergeben, die zweite Hälfte über die Direktmandate. So wurden 598 der insgesamt 614 Abgeordnetensitze im 16. Deutschen Bundestag besetzt. Die zusätzlichen 16 Sitze beruhen auf den Überhangmandaten. Diese Überhangmandate entstehen dann, wenn beispielsweise eine Partei in einem Bundesland nach ihrem Anteil an Zweitstimmen 15 Sitze zustehen, sie aber zugleich in 17 Wahlkreisen mit ihren Kandidaten die Mehrheit der Erststimmen gewonnen hat, dann bekommt sie nicht nur 15 sondern 17 Abgeordnete. Dies führt dazu, dass in diesem Beispiel 2 Überhangmandate entstehen.

Diese Abgeordneten kosten den deutschen Bürgerinnen und Bürger nicht mehr als etwa 7 Euro pro Person. So beträgt der Jahresetat des Bundestages durchschnittlich zwischen 540 und 560 Millionen Euro. Darin sind Diäten, Kostenpauschalen, Pensionen, Reisekosten, Gehälter der Mitarbeiter, Gebäudekosten und vieles mehr enthalten. Umgerechnet auf alle Deutschen ergibt sich dann der oben genannte Betrag.

Mit freundlichen Grüßen
Ronald Pofalla MdB
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Frage zum Thema Verwaltung und Föderalismus
13.06.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Pofalla,

zunächst mal.. das Thema" IHK-Zwangsmitgliedschaft" kann man im Betreff gar nicht anklicken.
Das scheint also nicht zu Ihrem bevorzugten Themen-Kreis zu gehören.

Ich versuche es trotzdem:
Im Jahr 2006 habe ich meine 1-Mann-GmbH stillschweigend vorübergehend "eingeschläfert", weil damit kein Gewinn mehr zu erzielen war. Im Gegenteil: Es kamen 2006 und 2007 nur Verluste heraus.

Dennoch - einer macht immer noch Gewinn - nämlich die IHK, die mir ungerührt nun eine Mahnung schickt über exakt € 300,00 an Beiträgen, die ich für 2006 und 2007 nun zu zahlen hätte.

Ich selbst kann mir die Stillegung der GmbH nicht leisten, weil auch dieses zu hohe Gebühren zur Folge hätte - deshalb lasse ich sie nun auf der Erfolglosigkeits-Basis "auslaufen."

Wie lange, sehr geehrter Herr Pofalla, muß ich noch bei dem IHK-Verein bleiben, dem ich gar niemals beitreten wollte?

Hätte ich nicht noch einen anderen Berufszweig, mit dem ich mein Geld verdienen kann, so müßte ich die IHK-Beiträge als "Zusatzbelastung" beim HARTZ-IV-Geld anmelden.. Ginge das?

Ich bin sehr an einer Antwort interessiert.

Mit freundlichem Gruß
Antwort von Ronald Pofalla
1Empfehlung
27.06.2008
Ronald Pofalla
Sehr geehrter Herr ,

haben Sie vielen Dank für Ihre E-Mail vom 14. Juni 2008.

In der Koalitionsvereinbarung ist eine Aufhebung der IHK-Pflichtmitgliedschaft nicht vorgesehen. Die Gründe, die für eine Beibehaltung der IHK-Pflichtmitgliedschaft sprechen, finden Sie in meiner E-Mail an Abgeordnetenwatch vom 9. Juni 2008, auf die ich Sie gerne hinweisen möchte.

Mit freundlichen Grüßen
Ronald Pofalla MdB
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