Sehr geehrter Herr

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herzlichen Dank für Ihre Frage, die ich nachfolgend auch in 3 Abschnitten beantworten möchte.
1. Die individuelle Schülerförderung hängt meiner Meinung nach sowohl im dreigliedrigen Schulsystem, als auch in einem Einheitsschulsystem, wie es die SPD einführen will, ganz besonders vom Engagement der Lehrerinnen und Lehrer abhängt. Wir haben in der vergangenen Legislaturperiode einen Großteil der Schulen, hier vor allem der Hauptschulen, zu Ganztagsschulen (von 152 auf heute 546) umgewandelt. Für die Entlastung der dort tätigen Lehrer wurden zusätzlich Sozialpädagogen eingestellt. Die Qualitätsentwicklung von Unterricht und Schule sind das erklärte Ziel in Niedersachsen. Mit der Einführung der eigenverantwortlichen Schule hat Niedersachsen den Schulen auch neue Gestaltungsspielräume zur Verbesserung der Unterrichtsqualität eröffnet. Den Bezugsrahmen bilden:
• das Niedersächsische Schulgesetz
• der Orientierungsrahmen Schulqualität mit seinen sechs Qualitätsbereichen. Insbesondere formuliert der Qualitätsbereich 2 die Standards für "Lernen und Lehren" und der Qualitätsbereich 5 die verschiedenen Aspekte der Lehrerprofessionalität.
• die Niedersächsische Schulinspektion
• die Bildungsstandards der KMK
Weitere Informationen hierzu finden Sie auf der Seite des Niedersächsischen Kultusministerium
www.mk.niedersachsen.de , wo Sie unter dem Stichwort: Themen- Schulqualität das umfassende Konzept zur Qualitätsverbesserung an Niedersächsischen Schulen abrufen können.
Zudem haben wir fast 13.000 Lehrer neu eingestellt, davon 2.500 zusätzlich. Damit verfügt das Land Niedersachsen mit über 81.000 Lehrkräften zurzeit über die höchste Lehrerplanstellenzahl in der Geschichte des Landes. Die individuelle Förderung von Kindern braucht pädagogische Kompetenz und Ressourcen. Frei werdende Ressourcen aufgrund des Geburtenrückgangs werden wir für die deutliche Verbesserung der individuellen Förderung einsetzen. Wir werden die Förderstundenkontingente anheben. Die Klassengrößen sollen flexibler durch die Schulen festgelegt werden können. Über eine weitere Verbesserung der Unterrichtsversorgung wollen wir eine faktische Verlässlichkeit für alle Schulformen erreichen. Wir werden die Einstellungsvoraussetzungen für "Feuerwehrlehrkräfte" so modifizieren, dass sie kurzfristig und flexibel Unterrichtsausfälle verhindern können. Wir werden dem steigenden Bedarf an sonderpädagogischer Förderung und Fördermaßnahmen der Erziehungshilfen gerecht werden. Zusätzliche regionale Konzepte, Netzwerke, mobile Dienste sowie die Zentren für Beratung und Erziehung können dabei helfen. Wir erweitern den Einsatz von Sozialpädagoginnen und -pädagogen, der sich bei den Hauptschulen hervorragend bewährt hat, auf die Förderschulen und schrittweise auch an den Grundschulen.
2. Nicht erst durch die Schaffung weiterer Gesamtschulen wird den Schulen mehr Freiraum und Entscheidungsspielräume zugebilligt. Zum 1. August 2007 wurde in Niedersachsen die Eigenverantwortliche Schule eingeführt. Dadurch haben die Schulen mehr eigene Verantwortung dafür erhalten, sich selbst zu organisieren und Stärken gezielter herauszuarbeiten. Sie erhalten erheblich erweiterte Freiräume für die Organisation des Lernens und die Verbesserung der Qualität. Damit schaffen wir "aktive Schulen", wie sie in der jüngsten PISA-Studie empfohlen wurden. Leider kenne ich den von Ihnen angesprochen Artikel der FAZ nicht und kann mich daher in meinen Ausführungen auch nicht darauf beziehen.
3. Schon zum 1. Januar 2008 stiegen die Gehälter der Niedersächsischen Beamtinnen und Beamte im Schuldienst um 3 %. Hinzu kam eine Einmalzahlung von 800 Euro Ende des vergangenen Jahres.
Niedersachsen befindet sich auf einem guten Konsolidierungskurs und diese Zahlungen zeigen, dass dort, wo Gelder gekürzt wurden, sollte es neue Kapazitäten geben, auch wieder Zahlungen und Gehaltssteigerungen geben wird.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Fritz Güntzler