Dr. Anja Weisgerber (CSU)
Kandidatin Europawahl 2009
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Grunddaten
Dr. Anja Weisgerber
Jahrgang
1976
Berufliche Qualifikation
Rechtswissenschaft (Promotion)
Ausgeübte Tätigkeit
MdEP
Wohnort
-
Bundesland
Bayern
Bundeslistenplatz
3
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(...) Immer wieder heftig in der Kritik stehen allerdings die Agrarsubventionen der EU. Ich selbst kann diese Kritik nur bedingt teilen. (...)
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Frage zum Thema Wirtschaft
26.05.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Dr. Weisgerber,

EU-Subventionen stehen häufig sehr in der Kritik. Gerade in der Agrarpolitik ist dies von großem Interesse.

Welche Subventionen halten Sie für schädlich bzw. unnütz und welche halten sie für absolut notwendig??
Am besten erstellen Sie eine Top 5 Liste. Welche Einsparpotenziale (bei den schädlichen) sehen Sie dafür und wo würden Sie diese besser einsetzen ?

Vielen Dank für Ihre Antwort

Antwort von Dr. Anja Weisgerber
bisher keineEmpfehlungen
04.06.2009
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage zur Förderpolitik der Europäischen Union, auf die ich Ihnen gerne antworte.

Ich bin der Meinung, dass es durchaus zahlreiche positive Beispiele für eine erfolgreiche und sinnvolle Subventionspolitik gibt. Alleine in der letzten Förderperiode 2000-2013 sind über 60 Millionen Euro nach Unterfranken geflossen. Diese Gelder fließen zielorientiert in die verschiedensten Bereiche. Insbesondere möchte ich die Förderungen im Bereich der Bildung, Wissenschaft und Forschung hervorheben, von denen Unterfranken bereits im neuen, seit 2007 laufenden Finanzrahmen stark profitieren konnte. So hat beispielsweise die Universität Würzburg bereits Fördermittel in Höhe von 10,1 Millionen Euro erhalten. Auch Studenten und Auszubildende können von Förderprogrammen wie Erasmus und Leonardo profitieren und vor dem Eintritt ins Berufsleben Auslandserfahrung sammeln.

Ein weiterer Bereich ist das Förderprogramm "Europa für Bürgerinnen und Bürger", das die Bevölkerung zu einer aktiven europäischen Bürgerschaft motiviert, indem beispielsweise Städtepartnerschaften und Austausche gefördert werden. Auch zahlreiche unterfränkische Gemeinden profitieren von dieser Förderung und können so Brücken zu anderen europäischen Staaten schlagen.

Ebenso profitieren kleine und mittlere Betriebe von der europäischen Strukturförderung, wodurch Arbeitsplätze erhalten und geschaffen werden. Es werden aber auch Maßnahmen zur Entwicklung der Infrastruktur oder soziale Projekte, wie etwa der Berufswiedereinstieg von Frauen, gefördert.

All dies sind Beispiele für sehr gelungene Subventionen und Förderungen der Europäischen Union, die ich sehr begrüße.

Um eine tieferen Einblick in die vielfältige Förderung zu erhalten, weise ich Sie auf den Förderleitfaden 2009 hin, der auf www.foerderleitfaden.de zu finden ist.

Immer wieder heftig in der Kritik stehen allerdings die Agrarsubventionen der EU. Ich selbst kann diese Kritik nur bedingt teilen. Die CSU setzt sich für gezielte Subventionen ein, denn die Landwirtschaft hat immer noch eine große Bedeutung in Deutschland und Europa und leistet einen wichtigen Beitrag zum Erhalt unserer Kulturlandschaft sowie zu mehr Nahrungsmittelsicherheit und damit Unabhängigkeit gegenüber Drittländern. Wenn wir auch weiterhin die hohe Qualität der europäischen Nahrungsmittel sichern wollen, müssen wir die Landwirte in ihrer Arbeit unterstützen.

Ich hoffe, dass ich hiermit Ihre Fragen zur Förderpolitik ausführlich beantwortet habe und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Dr. Anja Weisgerber
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Frage zum Thema EU-Finanzpolitik / Währungsunion
29.05.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Dr. Weißgerber,

in der Vergangenheit hat die CSU sich im Europa-Parlament wiederholt für die Möglichkeit der Privatisierung der Trinkwasserversorgung eingesetzt. Werden Sie dies auch tun? Sind Sie für die Privatisierung der Trinkwasserversorgung?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Dr. Anja Weisgerber
bisher keineEmpfehlungen
05.06.2009
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage zur Privatisierung der Trinkwasserversorgung, die mich über Kandidatenwatch erreicht hat.
Nach meiner Meinung sprechen viele Gründe gegen eine Privatisierung der Trinkwassersorgung. Sie muss deshalb in kommunaler Hand bleiben, weil nur so die Sicherheit der Versorgung und die hohe Wasserqualität in Deutschland erhalten werden kann. Auch die Versuche in anderen Ländern, die Trinkwasserversorgung zu privatisieren, haben bewiesen, dass es dadurch vielfach zu Nachteilen für die Verbraucher kommt.
Darüber hinaus ist ein wichtiger Bestandteil unseres Wahlprogramms für die Europawahl die verfassungsrechtliche Selbstverwaltung der Kommunen auch gegenüber der EU zu verteidigen und die kommunale Daseinsvorsorge zu stärken. Unsere Gemeinden, Städte und Landkreise müssen eigenverantwortlich entscheiden können, wie sie ihre Aufgaben erledigen. Ihr Handlungs- und Entscheidungsspielraum darf nicht durch Vorgaben aus Europa unverhältnismäßig eingeengt werden. Gerade bei der Trinkwasserversorgung hat Bayern erreicht, dass die Kommission von einer Zwangsprivatisierung vorerst Abstand genommen hat, da man nicht jeden Bestandteil der kommunalen Selbstverwaltung den Wettbewerbsregeln des gemeinsamen Marktes unterwerfen kann.
Ich hoffe, dass ich Ihre Frage zur Privatisierung der Trinkwasserversorgung ausführlich beantwortet habe und verbleibe

mit herzlichen Grüßen

Dr. Anja Weisgerber
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