Stephan Stracke (CSU)
Kandidat Bundestagswahl 2009
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Grunddaten
Stephan Stracke
Jahrgang
1974
Berufliche Qualifikation
Jurist
Ausgeübte Tätigkeit
Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern
Wohnort
Kaufbeuren, Bayern
Wahlkreis
Ostallgäu , über Wahlkreis eingezogen
Ergebnis
51,1%
Landeslistenplatz
keinen, Bayern
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(...) Die Energieversorgung in Deutschland muss sicher, wirtschaftlich und klimafreundlich sein. Die Kernenergie ist ein vorerst unverzichtbarer Teil in einem ausgewogenen Energiemix. Dabei verstehe ich die Kernenergie als Brückentechnologie, weil heute klimafreundliche und kostengünstige Alternativen noch nicht in ausreichendem Maße verfügbar sind. (...)
Kandidaten-Check
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Stephan Stracke hat sich am Kandidaten-Check beteiligt und zu allen von 32 Thesen Position bezogen.
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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
02.08.2009
Von:

Wie stehen Sie zu einer vollständigen Besteuerung des gesamten Flugverkehrs mit Mehrwertsteuer, Mineralölsteuer und Ökosteuer?
Was ist Ihre Meinung zu einem Stopp der staatlichen Subventionen für Flugplätze?

Mit diesen Maßnahmen könnte man die Chancengleichheit der verschiedenen Verkehrsmittel herstellen und die massive Zunahme des Billigflugverkehrs einschränken. Diese Initiativen wären ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz.
Antwort von Stephan Stracke
1Empfehlung
08.08.2009
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre e-Mail und Ihre Anfragen.

Der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen, insbesondere der Klimaschutz, ist eines der Kernanliegen der CSU-Politik und hat für mich einen sehr hohen Stellenwert. Bei staatlichen Regulierungen und Vorschriften bin ich jedoch äußerst zurückhaltend. Vor allem aufgrund der derzeitigen Wirtschaftskrise halte ich nichts von einer Diskussion um Steuererhöhungen. Dies wäre Gift für die Wirtschaftsentwicklung und würde weitere Arbeitsplätze kosten. Anstelle von staatlichen Eingriffen sind meines Erachtens marktwirtschaftlich orientierte Instrumente und ein kooperativer Stil besser geeignet, einen nachhaltigen Klimaschutz zu erzielen. Denn dadurch werden Verbraucher und Unternehmen eher dazu ermutigt, Verantwortung für Umwelt und Klima zu übernehmen. Tragfähige Ansatzpunkte hierfür sehe ich zum Beispiel in der wettbewerbsneutralen Einbeziehung des Luftverkehrs in den Emissionshandel, in der Schaffung eines einheitlichen europäischen Luftraumes ("Single European Sky") zur Verbesserung der Gesamteffizienz des Flugverkehrs und unter Umständen eine emissionsbezogene Ausgestaltung der Landeentgelte. Staatliche Zuschüsse für den Ausgleich von Betriebskostendefizite bei Flugplätzen lehne ich grundsätzlich ab. Solche Zuschüsse müssten zudem bei der EU notifiziert werden.

Beste Grüße

Stephan Stracke
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Frage zum Thema Arbeit
14.08.2009
Von:

Sehr geehrter Kandidat,

Fast alle in Europa haben ihn. Warum wir nicht?
Ich meine den Mindestlohn in Deutschland.
Laut einer aktuellen Studie des DGB würde ein Mindestlohn millionen von Geringverdienern helfen und die Konjunktur ankurbeln. Fast vier Millionen ArbeitnehmerINNEN welche Vollzeit arbeiten und deren Familien würden davon profitieren. Zusätzlich etwa fünf Millionen ArbeitnehmerINNEN die geringfügig oder teilzeitbeschäftigt sind. Durch diesen Konsumschub würden bis zu 225 000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. Brauchen nur die Banken Rettungsschirme, oder brauchen nicht auch die Niedriglöhner einen Schutzschirm?
Wie ist Ihre Meinung zum Mindestlohn?
Antwort von Stephan Stracke
1Empfehlung
22.08.2009
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre e-Mail und Ihre Frage zu meiner Position zum Mindestlohn.

Jeder soll mit seinem Lohn den eigenen Lebensunterhalt bestreiten können. Hierbei sind zu aller erst die Tarifvertragsparteien gefordert. Einen flächendeckenden, branchenunabhängigen gesetzlichen Mindestlohn lehne ich ab. Er würde mehr schaden als nutzen. Denn ein solcher würde sich gerade im Bereich der geringer qualifizierten Beschäftigung - so die übereinstimmende Auffassung der meisten Ökonomen - negativ auswirken und Arbeitsplätze im erheblichen Umfang gefährden. Hinzu kommt, dass zu Lasten der Arbeitslosen der Einstieg in Beschäftigung immer schwieriger würde.

Richtig können dagegen branchenspezifische Lösungen nach dem Arbeitnehmerentsende- oder Mindestarbeitsbedingungsgesetz sein. Unerlässlich ist es meines Erachtens, die Aufstiegsmobilität der Beschäftigten gerade im Niedriglohnbereich zu erhöhen. Dazu müssen wir noch mehr für Bildung und Ausbildung tun. Auch hier sind die Tarifvertragsparteien gefordert.

Im Übrigen bitte ich noch Folgendes zu bedenken: Nur ein kleiner Teil der sog. Aufstocker - also Erwerbstätige, die ergänzende sog. Hartz IV- Leistungen erhalten - ist trotz Vollzeitbeschäftigung allein wegen geringer Stundenlöhne bedürftig. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) stellte erst unlängst fest: Nur jeder Fünfte arbeitet mehr als 35 Stunden in der Woche. Etwa 70 Prozent der alleinstehenden Aufstocker bekommen ausreichend hohe Löhne, um durch Vollzeitbeschäftigung die Bedürftigkeit verlassen zu können. Grund für die verbreitete Teilzeitarbeit sind laut IAB häufig fehlende Betreuungsmöglichkeiten für die Kinder. Die Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit (BA) hält daher zur Überwindung der Bedürftigkeit eher eine Abstimmung mit familienpolitischen Leistungen als die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns für notwendig.

Beste Grüße

Stephan Stracke
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Frage zum Thema Energieversorgung
28.08.2009
Von:
Dr.

Sehr geehrter Herr Stracke,

Sie wollen sich für den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen einsetzen und gegen staatliche Regulierungen.

Damit müssten Sie doch eigentlich gegen den weiteren Einsatz der Atomenergie sein.

Die Deponie in Asse ist entgegen aller früheren Beteurungen nicht dicht. Sanierungskonzepte gibt es nach meinem Kenntnisstand derzeit noch keine. Frühere Gutachten haben sich als falsch erwiesen. Auch Gorleben ist nach neuesten Presseberichten, Veröffentlichungen seriöser Wisschenschaftler und sogar nach Aussagen von Regierungsgutachtern früherer unionsgeführter Regierungen mit hochgradiger Wahrscheinlichkeit kein sicheres Endlager.
Warum sträubt sich die CSU dann gegen Erkundungen in Bayern. Viele Geo-Wissenschaftler gehen von möglichen Endlagerstellen in Bayern aus. Ist der CSU ein unsicheres Endlager in Gorleben lieber als ein sicheres in Bayern?

Für zivilrechtliche Ansprüche bei großen Störfällen in Atomkraftwerken kommt der Steuerzahler auf. Die Atomkraftbetreiber müssen nur kleine Risiken versichern. Dies verstößt m.E. auf das Gröbste gegen die Prinzipien der Marktwirtschaft. Warum greifen Sie ausgerechnet bei der Atomenergie ordnungspolitisch in die freien Kräfte des Marktes ein.

Was spricht aus Ihrer Sicht überhaupt für den Einsatz der Atomenergie?
Antwort von Stephan Stracke
bisher keineEmpfehlungen
17.09.2009
Sehr geehrter Herr Dr. ,

vielen Dank für Ihre e-Mail-Anfrage.

Die Energieversorgung in Deutschland muss sicher, wirtschaftlich und klimafreundlich sein. Die Kernenergie ist ein vorerst unverzichtbarer Teil in einem ausgewogenen Energiemix. Dabei verstehe ich die Kernenergie als Brückentechnologie, weil heute klimafreundliche und kostengünstige Alternativen noch nicht in ausreichendem Maße verfügbar sind. Akzeptabel ist daher eine Laufzeitverlängerung für sichere deutsche Anlagen, nicht jedoch ein Neubau von Kernkraftwerken. Der größte Teil des zusätzlich generierten Gewinns aus der Laufzeitverlängerung soll nach einer verbindlichen Vereinbarung mit den Energieversorgungsunternehmen zur Forschung in den Bereichen Energieeffizienz und erneuerbare Energien sowie zur Senkung der Strompreise genutzt werden.

Eine verantwortungsvolle Nutzung der Kernenergie beinhaltet auch die sichere Endlagerung der radioaktiven Abfälle - gleich, ob Laufzeiten für Kernkraftwerke verlängert werden oder nicht. Allerdings ist nicht verständlich, dass diejenigen, die am Atomausstieg in seiner jetzigen Form festhalten, eine Erkundung geeigneter Standorte blockieren.

Beste Grüße

Stephan Stracke
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Frage zum Thema Soziales und Familie
28.08.2009
Von:
Noa

Sehr geehrte Damen und Herren,

Wir sind eine vierköpfige Familie, verheiratet, zwei Schulpflichtige Kinder auf dem Gymnasium und in der Grundschule. Vor drei Jahren zogen wir von Berlin in den Allgäu, da ich als damaliger Alleinverdiener durch die Insolvenz meiner Firma den Arbeitsplatz verloren hätte. Hier arbeite als Facharbeiter im Werkzeugbau, meine Frau halbtags in der Arbeitsvorbereitung eines mittelständigen Unternehmens. Diese Halbtagsstelle hat sie sich im Rahmen eines 400,-€-Jobs durch ihre Leistung förmlich erkämpft. Seltsamerweise bleibt uns nun nach Abzug von Steuern genauso viel im Portmonee wie in der Zeit, als meine Frau auf Minijobbasis gearbeitet hat. Nur das ihre Arbeitszeit natürlich jetzt ausgedehnt wurde. Das heißt für uns, dass sich Leistung doch nicht lohnt, da wir weiterhin jeden Euro genau betrachten, bevor wir ihn ausgeben. Wir wollen unseren Kindern eine bestmögliche Schulausbildung zukommen lassen, ihnen Freizeitaktivitäten ermöglichen und auch uns ab und zu mal eine Freude gönnen.

Wie ändern Sie, als zukünftige Regierungspartei, die steuerlichen Gegebenheiten so, dass von unseren derzeitigen fast 47000 € Bruttoeinnahmen mehr als nur knapp 32000 € netto übrig bleiben?
Empfehlen Sie, als zukünftige Regierungspartei, uns das Modell der bürgerlichen deutschen Familie von anno damals (Mann geht arbeiten-Frau bleibt am Herd) bei dem wir natürlich unseren Konsum (zwei Autos, keinen Urlaub, etc.) noch stärker einschränken müssen?
Sollte meine Frau lieber wieder auf Minijobbasis (d.h. hier auf dem Land Putzjob, Zeitung austragen u. ä.) arbeiten gehen und so gar keine Steuern und Sozialabgaben mehr abführen, später aber als Sozialhilfeempfänger im Rentenalter die Staatskasse belasten?
Mit Spannung erwarten wir Ihre Antworten und empfehlen allen, die sich noch unschlüssig wer denn als zukünftige Regierungspartei unser Land gestaltet, es uns in dieser Form gleich zu tun.

Mit freundlichen Grüßen
und Lydia Noa
Antwort von Stephan Stracke
bisher keineEmpfehlungen
17.09.2009
Sehr geehrte Familie Noa,

vielen Dank für Ihre e-Mail.

Der von Ihnen aufgezeigte Fall beschreibt in eindrücklicher Weise, wie wichtig es ist, dass sich Arbeit in diesem Land wieder mehr lohnen muss. Deshalb halte ich es für richtig, den Eingangssteuersatz schrittweise von 14 Prozent auf 12 Prozent abzusenken und für eine Korrektur des Tarifverlaufes zu sorgen (Abflachung des sog. Mittelstandbauches, auch "Kalte Progression" genannt). Allerdings muss dies haushaltspolitisch verantwortbar sein, was meines Erachtens nicht vor 2011 möglich sein wird.

Beste Grüße

Stephan Stracke
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Frage zum Thema Arbeit
18.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Stracke,

wie sehen Sie die Entwicklung der letzten Jahre....

die Entwicklung Wachstum der Löhne/Gehälter in den letzten Jahren...

im Verhältnis

der Teuerungen der Lebensmittel und Dienstleistungen (auch Reisen) darunter auch Versicherungen + Altersvorsorgen.

Gehört hier nicht eine Änderung her? Lebensmittel sind teurer geworden Gehälter und Löhne wachsen eher spärlich!

Besten Gruss
Antwort von Stephan Stracke
bisher keineEmpfehlungen
26.09.2009
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre e-Mail-Anfrage.

Die Zeitschrift Wirtschaftswoche hat zum 60jährigen Bestehen der Bundesrepublik Deutschland eine Wohlstands-Bilanz gezogen. Beispielhaft wird darin zu Ihren Fragen Folgendes ausgeführt:

"Die Kaufkraft in Deutschland ist seit der Einführung der Sozialen Marktwirtschaft drastisch gestiegen. Musste man im Jahr 1950 für 10 Eier noch durchschnittlich 2 Stunden und 1 Minute arbeiten, reichen heute sieben Minuten aus. Noch drastischer ist es beim Bohnenkaffee. 1950 musste ein Durchschnittsverdiener 26 Stunden und 11 Minuten für ein Pfund Bohnenkaffe arbeiten. Das war gut eine halbe Woche. Heute reichen gerade einmal 20 Arbeitsminuten dafür aus."

"In den vergangenen 60 Jahren sind die Gehälter je Arbeitsstunde deutlich schneller gestiegen als die Preise. Der reale Nettoverdienst in Westdeutschland verzeichnet ein Plus von 528 Prozent. Ein westdeutscher Durchschnittsverdiener verdiente im Jahre 1950 gerade einmal 2,57 Euro die Stunde. 2007 waren es schon 13,59 Euro im Westen und 10,38 Euro pro Stunde im Osten. Ein immenser Wohlstandszugewinn."

Die komplette Wohlstandsbilanz findet sich im Internet unter www.wohlstandsbilanz-deutschland.de

Beste Grüße

Stephan Stracke
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