Sepp Daxenberger (GRÜNE)
Abgeordneter Landtag Bayern († verstorben)

Grunddaten
Sepp Daxenberger
Jahrgang
1962
Berufliche Qualifikation
Landwirt und Schmied
Ausgeübte Tätigkeit
MdL
Wohnort
Waging
Stimmkreis
Oberbayern
weitere Profile
(...) Selbstverständlich setzen wir uns mit aller Energie gegen eine Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke ein. (...)
Parlamentarische Arbeit
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Frage zum Thema Gesundheit
04.12.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Daxenberger,

im Zusammenhang mit dem vor wenigen Tagen erfolgreich durchgeführten Volksbegehren zum Nichtraucherschutz habe ich mich genauer mit dem Thema beschäftigt. Mit Entsetzen musste ich feststellen, dass unser Gesundheitsminister, Herr Dr. Söder, offen gegen einen konsequenteren Nichtraucherschutz votiert hat und sich auch heute noch offen gegen einen konsequenteren Gesundheitsschutz im Zusammenhang mit dem Nichtraucherschutz ausspricht. Dies steht für mich im klaren Widerspruch mit dem Arbeitsauftrag des Gesundheitsministers und der Verantwortung für die Gesundheit der bayrischen Bevölkerung.

Meine Frage an Sie, als Mitverantwortlicher für die Oppositionsarbeit wäre: handelt er hierbei nicht offen und zweifelsfrei gegen die Interessen seines Mandanten, der Gesundheit? Falls ja, gibt es dann nicht parlamentarische Möglichkeiten ihn seines Amtes wegen Untreue zu entheben? Für mein Verständnis kann die Verantwortung für den Schutz der Gesundheit des bayrischen Volkes nicht in Hände von Menschen gelegt werden, die offen gegen Verbesserungen im Gesundheitsschutz agieren. Sofern, wie Umfragen und das Volksbegehren aufzeigen, noch dazu die Mehrheit der bayrischen Bevölkerung den objektiv besseren Gesundheitsschutz sogar befürworten, würde der Minister für Gesundheit aus meiner Sicht faktisch seinem eigenen Anliegen, der Verbesserung des Gesundheitsschutzes, entgegentreten und direkt schaden.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir hierauf eine Antwort aus Sicht der Opposition geben könnten, insbesondere ob es den Sachverhalt einer "offensichtlichen Pflichtverletzung" im Zusammenhang mit der persönlichen Verantwortung eines Ministers für ein bestimmtes Sachgebiet gibt.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Sepp Daxenberger
3Empfehlungen
08.12.2009
Sepp Daxenberger
Sehr geehrter Herr ,

Vielen Dank für Ihre Frage. Sie haben schon Recht, wenn Sie schreiben, dass der Staatsminister für Umwelt und Gesundheit Herr Dr. Söder durch sein Abstimmungsverhalten offenlegt, wie wenig Wert er auf konsequenten Nichtraucherschutz legt. Die jetzige Regelung bietet keinen ausreichenden Schutz für Angestellte, Kinder oder Schwangere und Viele mehr und ist vielmehr eine bürokratische Ansammlung von Ausnahme- und Sonderregelungen. Deshalb habe ich persönlich ganz klar das Volksbegehren (siehe: www.nichtraucherschutz-bayern.de ) unterstützt.

Trotzdem besteht keine Möglichkeit, Herrn Dr. Söder wegen seines Abstimmungsverhaltens, bzw. wegen "Pflichtverletzung" seines Amtes zu entheben. Die Möglichkeit, einen Staatsminister zu entlassen, obliegt ganz dem Ministerpräsidenten (vgl. Art 45 BV im Zusammenhang mit Art. 64 GG). Dafür ist lediglich die Zustimmung des Landtags zusätzlich vonnöten.

Eine Anklage gegen ein Mitglied der Staatsregierung ist nur möglich, wenn dieses vorsätzlich gegen die Verfassung oder ein Gesetz verstoßen hat. (Art. 61 Abs. 2 BV) Auch dies greift in diesem Fall nicht.

Somit bleibt nur eines: Auf die nächste Wahl und den Wählerwillen hoffen...

Mit freundlichen Grüßen,

Sepp Daxenberger
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Frage zum Thema Verbraucherschutz
05.12.2009
Von:

Guten Tag Herr Daxenberger,

zuerst einmal herzlichen Dank für das aufschlussreiche Gespräch im Bayerische Landtag über den Kugelschuss beim Rind, gemäß Tierschutz-Schlacht-Verordnung, welches ohne diese Plattform kaum stattgefunden hätte.
Leider hatten wir nicht mehr die Zeit gefunden, uns auf BSE und vCJK näher einzugehen, einem Thema, wo man vorsichtig sein muss nicht auf Verschwörungstheoretiker hereinzufallen, wie Sie sich ausdrückten.

Ich stimme Ihnen darin zu, aber seit Ihrer Antwort: www.abgeordnetenwatch.de

hat sich die Weltkugel weitergedreht und aus einer Theorie ist wieder einmal längst Praxis geworden.

Das Testalter beträgt nun 48 Monate, OHNE dass es Ihnen und Ihrer Partei aufgefallen ist, oder nicht?

Was sagen Sie dazu?

www.animal-health-online.de

Haben Sie das hier:

Zitat

...herzlichen Dank für Ihre E-Mail bezüglich BSE-Test. Mir ist die Information neu, daß MdEP Dess sich für ein Testalter bei BSE von 4 Jahren eisetzt. Da wären dann nur noch Schlachtkühe betroffen, die gesammten Bullen wären draussen. Ich werde mich sobald wir möglich mit unserer Europafraktion in verbindung setzen. Ich kann mir nicht vorstellen, daß dies im Sinne des Verbraucherschutzes ist.

Zitat Ende

vergessen?

Ist es egal, wenn die "gesammten Bullen" nun längst PRAKTISCH "draußen" sind?

Hat man sich gegen Ihre Oppositionspartei praktisch verschworen?

VG

Antwort von Sepp Daxenberger
1Empfehlung
13.12.2009
Sepp Daxenberger
Sehr geehrter Herr ,

herzlichen Dank für Ihre weiter Frage zum Thema BSE und Erhöhung des Testalters. Ich habe ja im letzten Jahr bereits von Ihnen die Information bekommen, dass das Testalter für einen BSE Test von 24 auf 48 Monate angehoben wurde. Ich habe mich damals selbstverständlich informirt und auch mit unseren Vertretern im Europaparlament gesprochen. Die Grünen haben damals gegen die Anhebung des Testalters gesprochen, sahen darin aber keine dramatische Verschlechterung des Verbraucherschutzes und damit auch keine weitere Veranlassung dagegen zu protestieren. Auch die Medien haben damals die Thematik nicht aufgegriffen. Fakt ist, daß das Thema BSE inzwischen völlig aus dem öffentlichen Interesse herausgefallen ist. Ich sehe mich auch außer stande, dafür zu sorgen, daß es wieder ins öffentliche Licht rückt.

Mit freundlichen Grüßen,
Sepp Daxenberger
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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
07.01.2010
Von:

sehr geehrter herr daxenberger

ich bin vorstandsmitglied im verein vernunft statt salzachbrücke, hierzu meine frage: was ist in ihren augen das wichtigste oder wäre das sinnvollste was unser verein noch machen kann um das ganze projekt zu kippen? reicht es aus das die landwirte komplett gegen einen verkauf und die zerschneidung ihrer grundstücke sind?

gruaß
Antwort von Sepp Daxenberger
1Empfehlung
12.01.2010
Sepp Daxenberger
Sehr geehrter Herr Obermayer, lieber Stefan!

Herzlichen Dank für Deine Frage zum Thema Salzachbrücke.
Wie Du ja wahrscheinlich weißt, bin ich selbst Mitglied des Vereins und war auch bei der Gründungsversammlung des Vereins "Vernunft statt Salzachbrücke" mit dabei. Ich habe in der Vergangenheit im Kreistag immer gegen finanzielle Mittel für die derzeitige Planung einer Salzachbrücke gestimmt. Im Sommer letzten Jahres haben wir uns als Kreistagsfraktion auch mit dem Vereinsvorstand Sepp Frech getroffen und das gemeinsame Handeln abgestimmt. In der Vergangenheit habe ich immer deutlich gemacht, dass für mich die Pläne für eine Salzachbrücke an der geplanten Stelle (Gemeinde Fridolfing) auf sehr wackligen Beinen steht. Die Finanzierung dieser Brücke ist keineswegs gesichert und dazu gibt es derzeit auch noch keinen endgültigen Beschluss des Kreistags.

Ich denke, dass die bisherige Vorgehensweise des Vereins gegen die Salzachbrücke genau die Richtige ist. Einerseits die Öffentlichkeit zu suchen, die Leute über das geplante Projekt zu informieren und aufzuklären - und andererseits natürlich auch die Umweltaspekte zu verfolgen. Ich bin der Meinung, die Tatsache, dass es sich in den Bereichen der geplanten Salzachbrücke um sog. FFH-Flächen handelt, wird sehr großes Gewicht haben und es müsste schon mit sehr viel "Winkelzügen" gearbeitet werden, um eine Brücke an dieser Stelle (die ja laut Aussagen der Planungsunterlagen und des Landrats Steinmaßl lediglich regionale Bedeutung hat) durchzubringen.
Der von Dir angesprochene Widerstand der Landwirte ist natürlich auch sehr wichtig. Ich kann mir nicht vorstellen, dass für ein solches Projekt Bürgermeister oder Landrat so weit gehen würden, Flächen zu enteignen. Jedoch weiß ich aus der Vergangenheit, dass es sehr häufig gelungen ist, im Laufe der Zeit Grundbesitzer mürbe zu machen und Einen nach dem Anderen aus der Widerstandskette herauszubrechen und zum Verkauf der Flächen zu bringen. Deshalb würde ich mich darauf alleine nicht verlassen!

Sehr wichtig finde ich immer wieder, die Verhältnismäßigkeit von den Kosten zu den Nutzungsmöglichkeiten in Verbindung zu bringen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass in der jetzigen Zeit noch so hohe Millionenbeträge freigeschafft werden können, um ein solches Projekt durchzudrücken. Aber es ist natürlich wichtig, dass kontinuierlich Öffentlichkeitsarbeit betrieben wird, denn nur wenn großer öffentlicher Druck auf allen Ebenen vorhanden ist, kann das Projekt verhindert werden.

Mit herzlichen Grüßen

Sepp Daxenberger
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Frage zum Thema Gesundheit
15.01.2010
Von:

Guten Tag Herr Daxenberger,

ich bin sehr besorgt über einige Meldungen, unter anderem in der Bild Zeitung, die besagen
das Europäischer Atommüll von der italienischen und der russischen Mafia illegal entsorgt wird. In Italien gab es eine rechtskräftige Verurteilung. Atommüll wurde auf einem Wrack im Mittelmeer entsorgt. Ich mache mir große Sorgen über die Krebsmortalität in Deutschland. Sie liegt bei 38,5% der Gesamtbevölkerung. Nicht bei diesen 38,5% sind: fälle die aufgrund einer Sepsis sterben in Folge einer Krebsoperation, Organversagen, was bei meiner Freundin vorgekommen ist, Anästhesiefehler, Überdosierung von Schmerzmitteln z.B. bei Darmkrebs, Kreislaufversagen und vieles anderes mehr was offiziell als Todesursache nicht dem Krebs zuzuordnen ist, jedenfalls nicht nach Totenschein.
Ich möchte das Ganze noch einmal völlig anders aufzäumen. Viele Risiken sind gesunken:
Rauchen, Asbestsanierung, wegfall von Kohleöfen in Großstädten davon gab es bis in die 80`er so viele, das in einigen gegenden wie dem Ruhrgebiet Häuser innerhalb von ein paar Jahren schwarz wurden, aufgrund der hohen Rußbelastung. Chemiefirmen klären und Filtern heute ihre Abgase und Abwässer. Vor 20 Jahren sahen Städte wie Frankfurt, oder eben das Ruhrgebiet aus wie Bitterfeld. Im Rhein gab es KEIN biologisches Leben mehr. Millionen Haushalte wurden damals
direkt mit am Rhein entnommenem Wasser versorgt. Diese Liste lässt sich weiterführen...
Ob sie mein Anliegen, was sie mit Sicherheit Verstanden haben vielleicht zum Thema im Landtag machen könnten?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Sepp Daxenberger
2Empfehlungen
18.01.2010
Sepp Daxenberger
Sehr geehrter Herr ,

Ihre Sorgen sind durchaus ernst zu nehmen, deshalb danke ich Ihnen für Ihre Frage zu dem wichtigen Thema Atomkraft und Gefährdung der Sicherheit durch den strahlenden Atommüll.

Welch bittere Ironie ist dieser Tage den Nachrichten zu entnehmen: Während sich am Beispiel "Asse" einmal mehr zeigt, dass es bislang nicht gelungen ist die Endlagerungsproblematik für Atommüll zu lösen, lassen CDU/CSU und FDP ungeniert verlautbaren, dass sie die Atomkraftwerke gerne noch einmal 10 Jahre länger laufen lassen möchten. Es gibt derzeit kein sicheres Endlager, nur Zwischenlager! Trotzdem stimmt die Regierung dem zu, dass die Kraftwerke länger am Netz bleiben sollen und damit natürlich auch mehr Rückstände produzieren.

Verlierer ist in dem Falle nicht nur unsere Gesundheit, die akut gefährdet ist. So gibt es beispielsweise valide Studien, die zeigen, dass im Umkreis von 50 km eines Kernkraftwerks deutlich mehr Kinder an Leukämie erkranken. Verlierer sind auch die erneuerbaren Energien, deren Entwicklung durch den Erhalt der Atomkraftwerke deutlich gebremst werden. Und die größten Verlierer sind unsere Nachkommen und deren nachfolgende Generationen, die mit dem strahlenden Erbe auskommen müssen. Atommüll strahlt schätzungsweise noch 1 Mio. Jahre weiter! Dafür kann niemand ernsthaft die Verantwortung tragen und dennoch will man unter dem Deckmäntelchen des Klimaschutzes die Atomkraft als Lösung anpreisen. Doch erstens sind Atomkraftwerke alles andere als klimaneutral (man bedenke nur den aufwändigen Uranabbau, die Transporte des Rohstoffes usw.) und zweitens ist ein Vergleich zwischen Klimawandel und strahlendem Atommüll einfach nicht möglich. Das ist so als würde man Äpfel mit Birnen vergleichen. Dass beides eine große Gefahr darstellt, müssen doch auch die Herren und Damen der schwarz-gelben Regierung kapieren und eingestehen!

Sie können sich sicher sein, dass wir Grünen weiterhin auf allen Ebenen gegen die Verlängerung der Laufzeiten und für die Aufklärung und Bekämpfung von Gesundheitsrisiken einstehen. Das sind wir unseren Kindern und Kindeskindern, aber auch der Natur ganz einfach schuldig.

Mit freundlichen Grüßen,

Sepp Daxenberger
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Frage zum Thema Umwelt
26.01.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Daxenberger,
einem Arte Bericht vom Samstag ist zu entnehmen, das 90% des Europäischedn Atommülls illegal in Russland entsorgt werden! Oberirdisch, ungesichert und undeklariert! In Italien gibt es eine Verurteilung eines italienischen Mafiosi, der Atommüll aus Europa illegal auf einem Schiffswrack im Mittelmeer versenkt hat. Die Italienische Mafia ist zuständig für den Schmuggel von 100 Tonnen Heroin nach Europa und Russland im Jahr!
Würden sie sich bitte gegen Atomkraftwerksrestzlaufzeiten einsetzen?
Grüße
Antwort von Sepp Daxenberger
3Empfehlungen
27.01.2010
Sepp Daxenberger
Sehr geehrter Herr ,

Vielen Dank für Ihre erneute Anfrage. Selbstverständlich setzen wir uns mit aller Energie gegen eine Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke ein. Heute im Landtag beispielsweise haben wir Grüne dies als Thema unser Aktuellen Stunde festgesetzt.

Mit freundlichen Grüßen,

Sepp Daxenberger
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Ihre Frage an Sepp Daxenberger
Sepp Daxenberger ist verstorben.