Sepp Daxenberger (GRÜNE)
Kandidat Landtagswahl Bayern 2008
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Sepp Daxenberger
Jahrgang
1962
Berufliche Qualifikation
Landwirt und Schmied
Ausgeübte Tätigkeit
Landwirt und Landesvorsitzender von Bündnis 90 / Die Grünen in Bayern
Wohnort
-
Stimmkreis
Berchtesgadener Land
Landeslistenplatz
2, Oberbayern
(...) Ein Blick in unser Wahlprogramm reicht, um feststellen zu können, dass die Grünen sich sehr konsequent für den Ausbau des ÖPNV einsetzten. Dabei zählt die Strecke München Mühldorf Salzburg zu einer der wichtigsten Strecken. (...)
 
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Fragen an Sepp Daxenberger
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Frage zum Thema Familie und Generationen
24.09.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Daxenberger,

vielen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage bezüglich Ihrer Haltung zu der Partei DIE LINKE.

Zu den Wahlchancen von FREIEN WÄHLERN und ÖDP möchte ich jedoch anmerken, dass es zumindest bei den Bezirkstagswahlen keine 5-Prozent-Klausel gibt und diese Gruppierungen heute dort z.T. bereits vertreten sind. Meine Wahlentscheidung treffe ich nach Inhalten und Personen und nicht nach Chancen auf Einzug in ein Parlament bzw. Beteiligung an der Regierung (Meine Eltern haben 1980 auch DIE GRÜNEN gewählt ohne dass die Aussicht auf Einzug in den Bundestag bestand).

Nun meine Fragen zu Ihrem Wahlprogramm
(Seite 53: Bayern andersrum – Ein Herz für die gleiche Liebe):

Stehen auch Sie dafür, (gleichgeschlechtliche) Lebenspartnerschaften mit der Eheschließung gleichzustellen?

Sollen demnach auch gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften ein uneingeschränktes Recht auf Adoption erhalten?

Vielen Dank für Ihre Antworten

Antwort von Sepp Daxenberger
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27.09.2008
Sepp Daxenberger
Sehr geehrter Herr ,

herzlichen Dank für Ihre Anfrage bezüglich gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften. Ja, ich stehe hinter den Positionen wie Sie sie im Wahlprogramm nachlesen konnten. Dazu gehört auch das Recht auf Adoption. Natürlich wird auch hier wie bei anderen Paaren eine sehr genaue Prüfung der Situation durch die Behörden notwendig sein. Aber ich kann mir schon vorstellen, daß eine solche Prüfung durchaus positiv ausfallen könnte. Natürlich sollten Sie Ihre Wahlentscheidung besonders nach den Inhalten der Parteien und der Personen richten. Aber man kann auch die taktik beachten. Und da stimmt meine Aussage, daß eine Stimme für eine Partei, die nicht im Landtag vertreten sein wird, vor allem der CSU nutzt. Entscheiden müßen aber Sie. Ich würde mich natürlich über Ihre Stimme freuen.

Mit freundlichen Grüßen
Sepp Daxenberger
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Frage zum Thema Bürgerbeteiligung und Bürgergesellschaft
25.09.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Daxenberger,

am kommenden Wochenende wird gewählt - nicht nur in Bayern: Auch bei unseren Nachbarn in Österreich.

Dort dürfen erstmals 16- und 17-jährige an die Wahlurnen und sich somit an der Zusammensetzung des Parlamentes beteiligen. (Quelle: burgenland.orf.at )

  • Werden Sie sich dafür stark machen - in Bayern und darüber hinaus - dass auch in Deutschland die Stimmen junger, engagierter Menschen in Kommunal-, Landtags- und Bundestagswahlen Eingang finden?

Mit freundlichen Grüßen






P.S. Dass Sie als Spitzenkandidat die eine oder andere Position der Landesdelegiertenversammlung kritisieren verdient Respekt und macht Ihr politisches Engagement glaubwürdig
Antwort von Sepp Daxenberger
2Empfehlungen
27.09.2008
Sepp Daxenberger
Sehr geehrter Frau ,

herzlichen Dank für Ihre E-Mail zum Thema Wahlalter. Diese Frage ist leicht zu beantworten. Bei uns im Wahlprogramm steht eindeutig drin, daß wir für ein Wahlalter ab 16 Jahren sind. Der Landtag kann aber nur das Wahlalter bei kommunalwahlen bestimmen. Das Wahlalter bei übergeordneten Wahlen kann nur der Bundestag regeln. Auch hier stehen wir für ein Wahlalter ab 16. Wir haben hierzu auf unseren Parteitag eine intensive Debatte geführt. Dabei wurde auch das Wahlalter 14 beantragt. Eine Mehrheit war aber für Wahlalter 16.

Mit freundlichen Grüßen,

Sepp Daxenberger
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Frage zum Thema Soziales
25.09.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Daxenberger,

Weshalb sehen die Grünen immer noch die Kirche als großen Gegner? (Zumindest hat man den Eindruck (Kruzifixdebatte, Kirchensteuer)).

Ich finde auch nicht alles richtig was die Kirche treibt, jedoch wird häufig vergessen welch wichtige Stellung die Kirchen einnehmen. So sind sie zweitgrößter Arbeitgeber und diese Arbeiter werden meines Wissens noch gerecht bezahlt(!), unser Sozial- und Gesundheitswesen wäre doch ohne Caritas, kirchlichen Krankenhäuser, Kindergärten gar nicht denkbar, die ehrenamtlichen kirchlichen Helfter spenden und sammeln Millionen für Notleidende und nicht zuletzt wissen sie Herr Daxenberger, dass der örtliche Pfarrer gerade bei alten Menschen wirklich noch Seelsorger ist. Für mich sind doch die Gemeinsamkeiten die, die Grünen und die Kirche haben (Umwelt, Soziales, Arbeit, Gentechnik etc.) mehr als die Gegensätze. Warum verkraulen sie viele (mögliche CSU-)Wähler von iher Partei mit einem Gegner der kein Gegner ist?
Antwort von Sepp Daxenberger
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27.09.2008
Sepp Daxenberger
Sehr geehrter Herr ,

herzlichen Dank für Ihre Anfrage bezüglich unserer Einstellung zur Kirche. Ich gebe Ihnen recht, daß die Kirche, gerade im ländlichen Raum nach wie vor eine wichtige Rolle spielt. Und das sollte auch so bleiben. Als Bürgermeister habe ich stets ein gutes Verhältnis zur Kirche gehabt und wir haben als Gemeinde viele 100 000 Euro freiwilliger Leistungen für die Kirche erbracht. Ich habe auch schon viele 100 Mal klargestellt, daß der Beschluß der Landesversammlung ein unsinn war, der auch gar nicht gegen die Kirche oder gar gegen das Kruzifix gerichtet war, sondern bei der gesammten Debatte ging es ausschliesslich um die Frage des Kopftuches. Daß die Formulierung dann so war, daß man meinen konnte, wir wollen auch gleich noch das Kruzifix abräumen, ist mehr als ärgerlich, wurde aber von mir und den Fraktionsvorstand offiziell klargestellt, daß dem nicht so ist.

Beim Konkordat ist es etwas anderes. Hier hat Sepp Dürr auf die Frage was er davon halte, daß die Bischöfe vom Staat bezahlt werden geantwortet, darüber sollte man mal nachdenken, ob das noch zeitgemäß ist. Und da hat er recht, nachdenken sollte man immer.Das hat aber nun wirklich keine relevanz, keine bedeutung.

Aber Ihre Aussagen zu den großen sozialen Leistungen der Kirche stimmen so nicht mehr. Da kann ich Ihnen etwas anderes berichten. Kein Altenheim, kein Kindergarten, keine Behinderteneinrichtung wird vom Staat anders finanziert, ob es nun ein kirchlicher Träger betreibt, ein Verein, die Arbeiterwohlfahrt oder die Gemeinde. Diese Einrichtungen kosten den Steuerzahler immer das gleiche Geld. Ich weiß das, weil wir in Waging sowohl kirchliche als auch einen gemeindlichen Kindergarten haben. Unser Altenheim betreiben wir selber. Dort wo wir selber betreiben zahlen wir ebenso Tarif, und entscheiden wem wir einstellen. Die Kirche gilt als Tendenzbetrieb, (geschiedene und wiederverheiratete Erzieherinnen haben immer noch ein Problem).

Aber Sie haben recht, viele Einrichtungen gerade der Pfarrei klappen nur durch ehrenamtlichen Einsatz der Mitglieder. Davon profitieren viele. Bei den Grünen sind übrigens viele engagierte Menschen, die in der Kirche aktiv sind. Wir haben viele Theologen und auch Beschäftigte bei der Kirche in unseren Reihen. Darum wollen wir uns die Kirche nicht zum Gegner machen, sondern zum Partner für eine Gerechte Gesellschaft. Unsere politischen Werte wie Erhalt der Schöpfung, Solidarität, Achtung andersdenkender Menschen u.s.w. sind die gleichen, wie sie auch die Kirche hat. Ich selbst bin jedenfalls ein gläubiger Christ der auchversucht so zu leben. Ich wollte Ihnen noch kurz vor der Wahl antworten, bin aber gerne bereit zu einen persönlichen Gespräch, da wir ja nicht weit auseinander Wohnen.

Mit freundlichen Grüßen,
Sepp Daxenberger
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Frage zum Thema Gesundheit und Verbraucherschutz
26.09.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Daxenberger,

kürzlich konnte man folgendes lesen:

BSE-Test für lebende Rinder entwickelt

aus:

www.handelsblatt.com

Fast zeitgleich liest man:

Menschliche BSE-Variante fordert Todesopfer
In Spanien sind eine Mutter und ihr Sohn an einer menschlichen Variante des gefährlichen Erregers BSE gestorben, der ein Hirnleiden verursacht hatte und zum Tod führte

und dann das hier:

Testalter erhöht NEUMARKT. Die EU-Kommission greift eine Forderung von MdEP Albert Deß auf: die Erhöhung des BSE-Testalters bei Rindern.
Zitat:

Die EU-Kommission hat angekündigt, das BSE-Testalter auf 48 Monate zu erhöhen. "Diese Änderung ist zu begrüßen, denn sie entlastet die Branche von unnötiger Bürokratie und Kosten", erklärte Albert Deß, agrarpolitischer Sprecher der CSU-Europagruppe und Landesvorsitzender der CSU-AGL Arbeitsgemeinschaft Landwirtschaft

aus: www.neumarktonline.de

Frage:

Wie ist Ihre Meinung dazu?

Könnte es nicht sein, dass die jetzt noch üblichen BSE-Schnelltests ohnehin bald überflüßig werden und sich ein gänzlich neues Bild der BSE/vCJK-Lage ergeben könnte?


MfG

Antwort von Sepp Daxenberger
10Empfehlungen
27.09.2008
Sepp Daxenberger
Sehr geehrter Herr ,

herzlichen Dank für Ihre E-Mail bezüglich BSE-Test. Mir ist die Information neu, daß MdEP Dess sich für ein Testalter bei BSE von 4 Jahren eisetzt. Da wären dann nur noch Schlachtkühe betroffen, die gesammten Bullen wären draussen. Ich werde mich sobald wir möglich mit unserer Europafraktion in verbindung setzen. Ich kann mir nicht vorstellen, daß dies im Sinne des Verbraucherschutzes ist.

Mit freundlichen Grüßen,
Sepp Daxenberger
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Frage zum Thema Familie und Generationen
26.09.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Daxenberger,

heute Mittag war im Radio zu hören, dass die Grünen im Bundestag vehement gegen das sogenannte Betreuungsgeld kämpfen.

Meine Frau und ich bewirtschaften einen Bauernhof und leben auf dem Land. Wie stellen Sie sich eine Förderung der Kindererziehung auf dem Land vor, wenn nur noch in außerhäusliche Betreuung investiert wird, die es bei uns in erreichbarer Nähe aber nicht gibt? Ist bei den Grünen eine Kindererziehung auf dem Land, zu Hause in den Familien nicht mehr erwünscht?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Sepp Daxenberger
7Empfehlungen
27.09.2008
Sepp Daxenberger
Sehr geehrter Herr ,

herzlichen Dank für Ihre Anfrage bezüglich Betreuungsgeld. Ich bin natürlich nicht der Experte für Familienpolitik, besonders wenn es sich um Entscheidungen auf Bundesebene handelt. Aber in Grundzügen kann ich Ihnen dazu natürlich etwas sagen. Wir müßen unterscheiden zwischen Erziehungsgeld und Betreuungsgeld. Das Erziehungsgeld gibt es ja schon lange. Dafür haben wir auch gekämpft. Es gibt ein Landeserziehungsgeld, das so glaube ich, inzwischen vom Bundeserziehugnsgeld abgelöst wurde. Das wird 12 Monate ausbezahlt, bzw. 14 Monate, wenn der Vater mindestens 2 Monate beim Kind bleibt. Dieses Erziehungsgelt ist gut und sollte auch noch wenn möglich ausgedehnt werden. Das Betreuungsgeld, über deren Einführung derzeit im Bundestag gestritten wird, setzt erst später bei den Kindern an. Ob es kommt ist auch noch nicht sicher, die Familienministerin von der Laien ist ja auch nicht dafür. Im Gesetz steht jetzt erst mal, daß es 2013 kommen soll, die Finanzierung ist aber noch unklar.

Uns ging es dabei vor allem um die Kinder. Natürlich ist es schön, wenn Kinder in einer intakten Familie, möglichst noch mit Großeltern, aufwachsen können. Und natürlich ist es für die Familien schön, wenn es dafür auch noch Geld vom Staat gibt. Wir wissen aber aus Erfahrung, und die habe ich nach 12 Jahren als Bürgermeister, daß eben dann viele Erziehungsberechtigte die Kinder nicht in den Kindergarten schicken, weil es nur dann das Betreungsgeld gibt, wenn keine Einrichtungen wie Kindergärten in Anspruch genommen werden. Die Gefahr ist sehr groß, daß gerade die Kinder, die es sehr nötig hätten in einer Einrichtung soziales Verhalten zu lernen, diese eben nicht besuchen dürfen, weil die Mutter oder der Vater das Geld lieber nimmt. Was mit den Geld passiert, ob Alkohol davon gekauft wird, oder tatsächlich dem Kind zugute kommt weiß man natürlich nicht.

Ich finde es besser, das Geld dafür herzunehmen, um Einrichtungen für unsere Kinder zu finanzieren. Bin mir aber durchaus bewußt, daß dadurch möglicherweise auch die intakten Familien zu kurz kommen, die tatsächlich sich um Ihre Kinder kümmern. Meine 3 Kinder sind auch nur das letzte Jahr vor der Schule in den Kindergarten gegangen. Meine Frau hat jeweils ein Jahr das Landeserziehungsgeld bekommen. Den Kindern ist es gut gegangen.

Mit freundlichen Grüßen,
Sepp Daxenberger
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