Oliver Kaczmarek (SPD)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Oliver Kaczmarek
© spdfraktion.de
Geburtstag
08.08.1970
Berufliche Qualifikation
Oberregierungsrat
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Kamen
Wahlkreis
Unna I
Ergebnis
42,6%
Landeslistenplatz
48, Nordrhein-Westfalen
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(...) Dabei geht es nicht darum ein bestimmtes familiäres Rollenbild zu fördern bzw. zu unterstützen. Das Elterngeld ist eine reine Lohnersatzleistung und wie die Eltern letztendlich die 12 bzw. 14 Monate gestalten, ist ihnen vollkommen selbst überlassen. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Soziales
09.12.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Kaczmarek,

in ihrem Antwortschreiben vom 8.12. an Herrn Ruyter, in dem Sie ein bedingungsloses Grundeinkommen ablehen, führen Sie u.a. an:

Der deutsche Sozialstaat basiert auf dem Solidaritätsgrundsatz, das heißt Menschen treten für Menschen ein: Die Gesunden für die Kranken, die Jungen für die Alten (Die Habenden für die Habenichtse usw.).

Interessanterweise ist in aktuellen medialen Berichten aber haarscharf das Gegenteil einer solchen von Ihnen scheinbar wahrgenommenen Solidarität zu verzeichnen: Fast täglich heißt es dort im Moment:
die Schere zwischen Arm und Reich klafft immer weiter auseinander. "Selbst" die ARD-Nachrichten berichten ja von dieser zunehmenden Verrohung gekoppelt mit sozialer Kälte seitens der oberen "Schichten" gegenüber weniger wohlhabenden, bzw. armen "Schichten"

www.tagesschau.de

Weiter führen Sie an: (…) "daher halte ich am Ziel der Vollbeschäftigung fest. Dazu müssen wir die vorhandene Arbeit besser einbeziehen, zum Beispiel in Form eines öffentlichen Beschäftigungssektors in Verbindung mit einem gesetzlichen Mindestlohn".

Hier möchte ich gerne nachhaken:
Können Sie mir detailliert erklären, was Sie unter "in Form eines öffentlichen Beschäftigungssektors" verstehen? Werden Sie doch bitte KONKRETER.

Ausserdem würde mich interessieren, ob ihre Ansicht, dass bei einem BGE durch die Konsumsteuer als alleinige Einnahmequelle Ungerechtigkeit insofern entstünde, dass die unterschiedlichen Einkommens- und Vermögenssituationen keine Berücksichtigung fänden, eventuell auf Nicht-Auseinandersetzung mit dem Ihnen von Herrn Ruyter empfohlenen Film beruht?*

MfG – A.

*)
In diesem wird das Hardorpsche Konsumsteuermodell ausführlich erklärt, das EBEN GERADE unterschiedliche Einkommens- und Vermögenssituationen sehr wohl berücksichtigt und zwar auf geradezu prägnante und Armut-lindernde Weise!
Antwort von Oliver Kaczmarek
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14.12.2011
Oliver Kaczmarek
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Bitte entschuldigen Sie, dass ich Ihnen erst jetzt antworten kann. In meiner Antwort an Herrn Ruyter habe ich bereits erläutert, warum ich gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) bin. Die Argumente will ich an dieser Stelle nicht noch einmal ausführen.

Sie haben Recht, wenn Sie schreiben, dass unser Sozialstaat und damit auch das Solidaritätsprinzip unter großem Druck steht. Deshalb müssen wir ihn auch zu einem vorsorgenden Sozialstaat weiter entwickeln, der seine bewährten Grundlagen zeitgemäß anpasst. Ziel ist nicht die Alimentation, sondern die Teilhabe und Integration jedes einzelnen Menschen in der Gesellschaft auf der Grundlage seiner Fähigkeiten. Dabei nimmt für uns die Teilhabe an Arbeit eine zentrale Stellung ein. Im Gegensatz zu den Befürwortern des BGE möchten wir auch, dass gesellschaftlich notwendige und sinnvolle Arbeit, die vom Markt nicht erfasst wird, in sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen organisiert wird, aus denen heraus Rechtsansprüche entwickelt werden können. Hier gibt es einen nicht auflösbaren Unterschied unserer Auffassungen.

Zu Ihrer Frage zum öffentlichen Beschäftigungssektor möchte ich Sie auf einen Antrag der SPD-Bundestagsfraktion vom Juli diesen Jahres verweisen, in dem wir das Konzept für einen leistungsfähigen, öffentlich geförderten Arbeitsmarkt skizzieren.

Den Antrag der SPD-Bundestagsfraktion finden Sie unter:
dip.bundestag.de/btd/17/064/1706454.pdf

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Kaczmarek
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Frage zum Thema Soziales
19.12.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Kaczmarek,

in ihrem Antwortschreiben vom 17.12.2010 an Herrn Heimann hier auf Abgeordnetenwatch geben Sie an, dass Sie ihre augenblickliche Position zum Grundeinkommen en gros auf der Stellungsnahme der Grundwertekommission der SPD zu diesem Thema aufbaut, bzw. daraus entstanden ist. Ferner erwähnen Sie, dass "die" SPD den bisher diskutierten Modellen skeptisch gegenüber stünde.

Daher meine Fragen an Sie:

  • Warum stellen Sie es so dar, als ob die SPD als Ganzes und geschlossen gegen ein Grundeinkommen wäre, während die SPD Rhein Erft z.B. ganz klar als ausgesprochene Befürworterin eines Grundeinkommens auftritt ? *

  • Welche Gründe sehen Sie persönlich, sich demzufolge nicht mit BEIDEN handelsüblichen Argumentationsweisen ihrer eigenen Partei vertraut gemacht zu machen, sondern rein mit der Contra-Seite eines Teils ihrer Partei ?

  • War Ihnen das Grundeinkommens-Plädoyer der SPD Rhein Erft nicht zugänglich oder nicht bekannt oder lehnen Sie es möglicherweise von vorneherein ab, sich mit dieser sehr differenzierten Sichtweise zum Thema eines Teils ihrer Partei auseinanderzusetzen ??

In gespannter Erwartung ihrer Antwort - mit freundlichen Grüßen

A.

*)
Quelle zum Pro-Grundeinkommens-Plädoyer der SPD Rhein-Erft:
www.archiv-grundeinkommen.de
Antwort von Oliver Kaczmarek
4Empfehlungen
17.01.2011
Oliver Kaczmarek
Sehr geehrte Frau ,

die grundsätzliche Positionierung der SPD im Erftkreis für das Grundeinkommen ist mir schon seit einigen Jahren bekannt. Es hat nach meiner Erinnerung vor einigen Jahren schon einmal einen Antrag auf einem Landesparteitag der SPD in Nordrhein-Westfalen gegeben. Ich respektiere diese Position selbstverständlich und anerkenne sie als Diskussionsbeitrag in der innerparteilichen Debatte von einem der insgesamt 54 SPD-Unterbezirke in Nordrhein-Westfalen.

Ausschlaggebend für die Position der SPD in Gänze sind jedoch die Beschlüsse auf Parteitagen. Mir ist weder ein NRW-Landes- noch ein Bundesparteitagsbeschluss der SPD bekannt, der sich für ein bedingungsloses Grundeinkommen ausspricht. Meine Position zu der Thematik ist Ihnen bekannt und so werde ich mich auch weiterhin auf Parteitagen dafür einsetzen, dass die SPD sich gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen ausspricht.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Kaczmarek
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