Michael Siethoff (Die Tierschutzpartei)
Kandidat Europawahl 2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Michael Siethoff
Jahrgang
1970
Berufliche Qualifikation
Diplom Verwaltungswirt
Ausgeübte Tätigkeit
Sachbearbeiter SGB II (Hartz IV)
Wohnort
-
Bundesland
Nordrhein-Westfalen
Bundeslistenplatz
6
(...) Wir als Tierschutzpartei fordern die Abschaffung von Tierversuchen. Krebs, seine Heilmöglichkeiten und andere Krankheiten zu erforschen ist absolut notwendig - überhaupt keine Frage, aber eine Maus ist der falsche Körper! Im Rahmen unserer Möglichkeiten werden wir uns dafür einsetzen, dass die Novellierung der Richtlinie 86/609/EWG vom 24. November 1986 zum Schutz der für Versuche und andere wissenschaftliche Zwecke verwendeten Tiere in diesem Sinne geändert wird. (...)
 
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Frage zum Thema Bürgerrechte, Datenschutz und politische Teilhabe
19.05.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Siethoff,

ich habe drei Fragen in Zusammenhang mit Informantenschutz und Informationsfreiheit in den EU-Institutionen:

Würden Sie eine Wiederauflage der Schriftlichen Erklärung 0045/2009 (vom 21.4.2009 - PE424.079v01-00 - tinyurl.com ) im nächsten EU-Parlament unterstützen, wenn nein, warum nicht?

Wie ist Ihre Haltung zum Komissionsvorschlag zur Einschränkung der Verordnung 1049/2001 zur Informationsfreiheit (KOM/2008/0229 endg.)?

Halten Sie den Whistleblowerschutz in den EU-Institutionen für ausreichend und wenn nein, für welche Änderungen würden Sie sich einsetzen?

Mit freundlichem Gruß

Antwort von Michael Siethoff
8Empfehlungen
25.05.2009
Michael Siethoff
Sehr geehrter Herr ,
Hallo,

vielen Dank für Ihre Fragen! Whistleblowerschutz und die damit zusammenhängenden Aspekte sind sicherlich ein Thema, welches in Deutschland medial bisher kaum beachtet wurde. Völlig zu Unrecht, denn wenn man Angst haben muss die Wahrheit zu sagen und es deshalb nicht gemacht wird, ist dies eine Gefahr für uns alle. Es zeugt aber auch, dass das gesellschaftliche Klima nicht von Offenheit geprägt ist. Der Verein Whistleblower-Netzwerk e.V., in dem Sie ja auch aktiv sind, bietet meiner Meinung nach hier eine wirklich gute Plattform, diese Thematik vielen Menschen bekannt zu machen.

Um Ihre Fragen konkret zu beantworten:
  • Ja, ich würde eine Wiederauflage der Erklärung 0045/2009 im nächsten EU-Parlament unterstützen.
  • Einschränkungen der Informationsfreiheit lehne ich ab. Die EU ist bereits viel zu bürokratisch aufgebaut und für den einzelnen Bürger nicht mehr zu durchschauen. Die Wahlbeteiligung an den EU-Wahlen belegt meiner Meinung nach, dass die EU - trotz ihrer Wichtigkeit - den meisten Bürgern einfach nicht präsent ist.
  • Nein, ich halte den bisherigen Schutz für nicht ausreichend. Einsetzen würde ich mich vor Allem für mehr Öffentlichkeit dieser Thematik, um so Druck aufzubauen, entsprechende gesetzliche Regelungen zu erlassen, die Whistleblower effektiv schützen können.

Mit freundlichen Grüssen
Michael Siethoff
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Frage zum Thema Bildung, Kultur, Forschung und Technologie
20.05.2009
Von:

Sehr geehrte Herr Siethoff,

als Tierfreund bin ich empört, dass in der EU die schlimme Praxis des Schächten aus "religiösen" Zwecken zugelassen ist. Dem gequälten Tier ist es aber egal, ob er von einem Christen, Juden oder Moslem geschächtet wird, die Schmerzen, die Angst sind gleich.

Ich kann es nicht nachvollziehen, dass hier irgendwelche mittelalterliche Ritten einen höheren Stellenwert haben, als die Würde des Tieres. Es gibt unzählige wissenschaftliche Nachweise, die belegen dass Tiere beim Schächten unendlich leiden, trotzdem wird diese Praxis erlaubt.

Wie stehen sie, als eine Tierschutzpartei, zum Schächten?

Mit freundlichen Grüssen
Antwort von Michael Siethoff
16Empfehlungen
22.05.2009
Michael Siethoff
Sehr geehrter Herr ,
Hallo,

ehrlich gesagt bin ich ein wenig befremdet darüber, dass Sie gerade der Tierschutzpartei, bzw. mir als deren Vertreter, eine solche Frage stellen. Schächten bedeutet, dass dem Tier bei vollem Bewusstsein, die Kehle aufgeschnitten wird und es nach langem Todeskampf an Blutverlust stirbt. Das ist tatsächlich ein sehr grausamer Tod und unserer Meinung nach gibt es hierfür keine Rechtfertigung. Wir sprechen uns also ganz klar gegen das Schächten aus!

Religionsfreiheit ist für unsere Partei kein leeres Gerede, sondern gelebte Realität. Aber letztlich hat alles, auch z.B. Wissenschaftsfreiheit, eine Grenze, die sich an moralischen und ethischen Normen mißt. Für uns liegt diese Grenze dort, wo fühlenden Lebewesen Schaden zugefügt wird! Wir haben uns in der Vergangenheit auch immer wieder gegen das Schächten ausgesprochen, auf unserer Homepage werden Sie entsprechend fündig.

Ich finde es übrigens schön, dass Sie in Ihrer Frage geschrieben haben, dass es dem Tier egal ist, ob es durch ein muslimisches, jüdisches oder christliches Messer getötet wird. Das ist sicherlich richtig. Deshalb möchte ich an dieser Stelle auf die Tiere hinweisen, die in der Massentierhaltung trotz anderslautender Tierschutzbestimmungen, unbetäubt getötet werden. Die Tiere, die im industriellen Ablauf "das Pech" haben dem Bolzenschuss, dem Stromschlag oder was es sonst gibt, zu entgehen und bei vollem Bewusstsein ins Brühbad gelangen... und auch entsetzliche Qualen leiden, bevor sie sterben. Leid lässt sich vielleicht quantitativ messen, aber letztlich ist es immer individuell. Und das ist unser Hauptanliegen!

Mit freundlichen Grüssen
Michael Siethoff
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Frage zum Thema Umwelt
23.05.2009
Von:

Viele viele Worte! Dazu nur eine Frage: "Haben Sie denn die Erklärung Nr. 12 unterzeichnet?"
Antwort von Michael Siethoff
10Empfehlungen
27.05.2009
Michael Siethoff
Sehr geehrte Frau ,
Hallo,

ein paar mehr dieser vielen Worte hätte ich mir in Ihrer Frage jetzt schon gewünscht! ;-) Ich gehe aber fest davon aus, dass Sie mit Erklärung Nr. 12 die Erklärung der drei EU Politiker Hammerstein, Hutchinson und Parish meinen, die letztlich das Ziel hatte, ein verbindliches gesamteuropäisches Tierschutzgesetz zu schaffen. Hierfür hätten bis zum 7. Mai 2009 mindestens 50% der EU-Parlamentarier für diese Erklärung stimmen müssen. Es waren aber nur 294 der 785, so dass dieses mehr als sinnvolle und lange hinfällige Anliegen scheiterte.

Sinnvoll und lange hinfällig, wenn man weiss, das zehntausende von Hunden, Katzen und anderen Tieren europaweit in Tierheimen auf ihre Tötung warten. Wenn man weiss, dass Millionen von Tieren in der Massentierhaltung gequält werden, dass einem schlecht wird. Wenn man weiss, dass durch das REACH-Programm der EU bis zu 20 Millionen Tiere in Tierversuchen verstümmelt und letztlich getötet werden. Diese Liste könnte ich jetzt lange fortführen! Fakt ist: Die Chance ist vertan und dies gibt sicherlich auch ein Bild über die Kultur in Europa.

Nicht das ein europäische Tierschutzgesetz mit einem Handstreich zu einem positiven Mensch-Umwelt-Tierverhältnis geführt hätte. Nehmen wir doch z.B. das deutsche Tierschutzgesetz. Tiere dürften demnach ohne vernünftigen Grund nicht getötet werden. Fleischkonsum schadet dem Klima, schadet der eigenen Gesundheit, es gibt keinen Grund für das Fleischessen, ausser: "Das haben wir schon immer so gemacht!" Trotzdem dürfen die Gänsereiter in Wattenscheid-Höntrop weiterhin zu Rosenmontag ihr abartiges Schauspiel durchführen und Gänsen den Kopf abreißen, wenn sie sagen, dass die Gans danach gegessen wird. Das nur als konkretes Beispiel, aber wie widerlich geht es denn noch? Nehmen wir den Stierkampf!... Aber ich fange an mich aufzuregen.

Ein europaweit gültiges Tierschutzgesetz ist ohne Frage sinnvoll und ein Schritt in die richtige Richtung! Wir sind die Tierschutzpartei, wir hätten natürlich geschlossen für die Erklärung Nr. 12 gestimmt!

Mit freundlichen Grüssen
Michael Siethoff
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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
03.06.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Siethoff,

wie Sie sicherlich wissen, sind die Privatisierungspläne des vormaligen Bahnchefs Mehdorn zunächst gescheitert. Der neue Bahnchef Grube hat jetzt kürzlich in Interviews angedeutet, dass er diese Privatisierungspläne mitnichten fallengelassen hat. Mich würde Ihre Position zur Privatisierung der Bahn interessieren.

Eine zweite Frage habe ich noch, die allerdings nicht zum Thema Verkehr passt: In Ihrer Selbstdarstellung schreiben Sie, dass Ihnen das Thema Antifaschismus wichtig ist. Wie meinen Sie das?

Mit freundlichen Grüssen
Antwort von Michael Siethoff
5Empfehlungen
05.06.2009
Michael Siethoff
Sehr geehrte Frau ,
Hallo,

kennen Sie den: Ein Eisverkäufer verkauft sein Eis für 5 Cent die Kugel! "Du kaufst die Kugel beim Großhändler doch schon für 20 Cent. Das ist doch voll das Verlustgeschäft für dich!" "Nein nein, die Masse machts!"

Die Bahn mit all ihren bebauten und unbebauten Grundstücken, mit ihrem Schienennetz, den darauf fahrenden Zügen usw. hat einen Wert von ca 183 Mrd. Euro. Das ganze soll an der Börse für ca 13 Mrd. Euro privatisiert werden. Ist das wirtschaftlich? Hier soll nur die "schnelle Mark" gemacht werden, auf das Geld reinkommt. Was dabei dann an Vermögen verlorengeht, scheint nicht zu interessieren. Dieses "Privat vor Staat"-Denken habe ich noch nie nachvollziehen können. Eigentlich hatte ich gehofft, dass - neben all den Nachteilen der momentanen Wirtschafts- und Finanzkrise - wenigstens etwas Gutes dabei rauskommt. Nämlich das eben dieses Denken und deren Verfechter, vorneweg FDP, ENDLICH von der Bildfläche verschwinden!

Mit der Bahn in öffentlicher Hand hätte man die Möglichkeit die Worte Nachhaltigkeit und Verantwortung im Bereich Verkehr mit konkreter Bedeutung zu füllen. Der Individualverkehr unter den aktuellen technischen Bedingungen wird mittelfristig drastisch eingeschränkt werden müssen. Auch wenn die Energiepreise aktuell sinken, die fossilen Energieträger - allen voran Öl - werden in absehbarer Zeit nicht mehr im heutigen Maßstab zur Verfügung stehen. Es ist deshalb eine Frage der sozialen Verantwortung, das Grundbedürfnis Mobilität weiterhin zu gewährleisten. Ein privater Investor wird hieran mit Sicherheit kein Interesse haben. Das hat jetzt nicht mal was mit Heuschreckenkapitalismus zu tun, sondern so läuft das prinzipiell. Das eine DB unter einem Herrn Mehdorn da in eine ganz andere Richtung gegangen ist, ist sicherlich richtig. Ein Herr Grube macht mir auch nicht den Eindruck, da die richtigen Prioritäten zu setzen. Letztlich sind es - zumindest bisher - aber auch immer die Vorgaben, die aus Berlin kommen, die den Kurs bestimmen.

Um Ihre Frage konkret zu beantworten: Ich lehne die Privatisierung der Bahn ab! Da hat auch eine 1,3 Millionen teure Medienkampagne, die mit wirklich miesen Methoden gearbeitet hat, nichts geändert. Ich unterstütze hier voll die Arbeit des Bündnisses "Bahn für Alle". Im Internet unter www.DeineBahn.de zu finden.

Zu Ihrer 2. Frage: Antifaschismus fängt zunächst einmal bei mir selber an! Ein hinterfragen der eigenen Gedanken und Taten. Geht dann über die sozialen Umfelder, in denen ich mich bewege, bishin zur klassischen Antifa-Bewegung. Toleranz, Offenheit und Selbstkritik gehören für mich in eine Gesellschaft, in der ich mich wohlfühle. Dabei ist dies natürlich kein Selbstzweck, dies verlange ich auch von allen, die Teil dieser Gesellschaft sind. Damit meine ich, dass nicht nur deutsche Faschisten ...äh...A-bzulehnen sind, sondern auch türkische, isländische oder wo auch immer sie herkommen.

Ihre Frage ist jetzt sehr allgemein gehalten, jetzt möchte ich auch keine ellenlange Abhandlung verfassen. Konkret bedeutet es für mich, dass ich bei Antifa-Demos mitmache oder mich z.B. beim örtlichen Bündnis "Iserlohn sagt Nein zu Rassismus und Gewalt" einbringe.

Einen Gedanken noch: Viele Menschen wenden sich angewidert vom derzeitigen Politikbetrieb ab. Bestes Beispiel England! Aber auch hierzulande steht das Berufsbild Politiker im Ranking sehr weit unten. Aber es gibt uns, die Tierschutzpartei und somit keinerlei Ausrede mehr, nicht wählen zu gehen oder aber Rechtsextreme zu wählen! Im Interesse der Demokratie sind wir eine Alternative!

Mit freundlichen Grüssen
Michael Siethoff
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Ihre Frage an Michael Siethoff
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