Kerstin Griese (SPD)
Abgeordnete Bundestag 2005-2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich. Besuchen Sie das aktuelle Profil.

Grunddaten
Kerstin Griese
Jahrgang
1966
Berufliche Qualifikation
Historikerin
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Mettmann II
Landeslistenplatz
8, Nordrhein-Westfalen
weitere Profile
(...) Dort geht es längst um mehr als Diskriminierung: rechtsextremistische Übergriffe sind eine Gefahr für Leib uns Leben. Ich wünsche mir, dass die Zivilgesellschaft mehr Verantwortung übernimmt. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
Fragen an Kerstin Griese
Auswahl der Fragen und Antworten
Nachricht an folgende Adresse schicken, sobald eine Antwort eintrifft:


An diese Adresse den abgeordnetenwatch.de-Newsletter bestellen
Bitte loggen Sie sich hier ein.
Frage zum Thema Inneres und Justiz
27.04.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Griese,

bitte lesen Sie folgende kurze Argumente (und Texte) und beantworten Sie dann bitte meine Fragen, wie sie zu ihrem Standpunkt zu den Internetsperrlisten kommen.

"Unsere Sperrmaßnahmen tragen leider nicht dazu bei, die Produktion von Webpornografie zu vermindern", Chef der Polizeiermittlungsgruppe gegen Kinderpornografie undKindesmisshandlung in Stockholm, Björn Sellström. tinyurl.com

96 % der gesperrten Seiten werden in westlichen Ländern angeboten, in denen Kinderpornografie auch illegal ist (USA, Australien, Kanada, Deutschland und den Niederlanden). tinyurl.com

Eine einfache Mail reichte immer aus:
"Innerhalb eines Tages waren 16 [der 17] Adressen nichtmehr erreichbar" tinyurl.com

Die Listen beinhalten nun nicht mehr nur Kinderpornografieseiten, sondern auch Seiten von politischen Gruppen und sogar Zahnärztebefinden sich darauf (hier das Beispiel Australien: tinyurl.com ).

Weiterhin wird es keine Möglichkeit geben, generell gegen diese missbräuchliche Nutzung vorzugehen, da die Listen ja geheim sein sollen. Es wird also schleichend zu einer Zensierung des Internets kommen.

Die Sperrlisten können prinzipiell nicht helfen, die Kinderpornografieindustrie zu schwächen, denn eine solche Industriegibt es höchst wahrscheinlich gar nicht:

"Keiner, ich wiederhole, keiner der in den letzten anderthalb Jahren dazugekommenen Mandanten hat auch nur einen Cent für das Material bezahlt."
tinyurl.com

Kinderpornografie entsteht also zum größten Teil als Nebenprodukt von Kindesmisshandlung, nicht andersherum. Daher kann die Websperre im Kampf gegen Kindesmisshandlung gar nicht helfen.

Zusammenfassend kann man also sagen, dass die Websperrennachweislich nicht helfen und noch dazu eine undurchsichtige Filterinfrastruktur geschaffen wird, die rein technisch gesehen für eine Zensur des Internets genutzt werden kann und vermutlich bald zweckentfremdet werden wird.

mit freundlichem Gruß
R.
Antwort von Kerstin Griese
1Empfehlung
23.05.2009
Kerstin Griese
Sehr geehrter Herr ,

die SPD-Bundestagsfraktion hat durchgesetzt, dass es zum Thema "Websperren" eine öffentliche Anhörung im Bundestag geben wird. Hier werden Fachleute detailliert auch zu den von Ihnen aufgeworfenen Fragekomplexen Stellung nehmen. Diese Expertenmeinungen werden sicherlich nicht ohne Wirkung auf das weitere Verfahren im parlamentarischen Beratungsprozess bleiben.

Mit freundlichen Grüßen

Kerstin Griese
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Frauen
28.04.2009
Von:

Sehr geehrte Fr. Griese,

mit großem Interesse verfolgte ich die Antwort zum Thema Gleichstellungsgesetz. Häufig kommt bei Fragen dieser Art der Hinweis auf die 23% Lohnschere. Hierzu gibt es jedoch neueste Forschungsergebnisse :

"Zusammenfassung
… Bei diesem durchschnittlichen Stundenlohn werden nicht etwa gleiche Tätigkeiten verglichen, sondern es wird für alle Arbeitnehmereinkommen von allen Männern und Frauen in Deutschland ein fiktiver Durchschnitt berechnet und verglichen. Dabei werden Faktoren, wie unterschiedliche
Berufs- und Branchenwahl oder Erwerbsbiographien von Frauen und Männern nicht berücksichtigt.
Die Lohndifferenz ist deshalb – anders als teilweise in der Öffentlichkeit behauptet – kein Beleg für eine Diskriminierung. Sie beruht vielmehr auf vielfältigen, objektiv erklärbaren Sachverhalten, die Einfluß auf die Lohnhöhe haben. Wissenschaftliche Untersuchungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung haben inzwischen für mehr als 80% des Lohnunterschieds von Frauen und Männern (gender pay gap) solche sachlichen Gründe nachgewiesen.
Von den als durchschnittlichen Lohnunterschied festgestellten 23% bleibt lediglich ein "unerklärlicher Rest" von 2-3%-Punkten bestehen. Auch dieser kann allerdings nicht pauschal mit Diskriminierung gleichgesetzt werden sondern beziffert alleine jenen Teil, dem bisher keine wissenschaftlich nachweisbaren Ursachen zugeordnet werden können. …"

(Quelle : Ursachen für Lohnunterschiede angehen, Positionspapier des BDA zur Entgeltungleichheit (Equal Pay) von Frauen und Männern, Januar 2009, S. 2)

Susan Pinker beschreibt :
"Wenn man die Berufsorientierungspräferenzen von Frauen und Männern betrachtet, finden sich die größten Unterschiede in Ländern mit der größten Auswahl und Freiheit an Möglichkeiten bieten wie Deutschland, ..."

Warum bleiben in einem aufgeklärten Land wie dem unsrigen neueste Forschungsergebnisse unberücksichtigt und warum hält sich so beharrlich das Diskriminierungspostulat?

Freundliche Grüße,
Antwort von Kerstin Griese
4Empfehlungen
16.05.2009
Kerstin Griese
Sehr geehrter Herr ,

dass der BDA - die Lobbyorganisation der Arbeitgeber - es ablehnt, von Diskriminierung zu reden, verwundert mich nicht.

Welche "sachlichen Tatsachen" kann es denn geben, dass Frauen mit guten Grund durchschnittlich 23 Prozent schlechter bezahlt werden? Haben sie die schlechteren Schulabschlüsse als die Männer? Nein. Haben sie seltener einen Hochschulabschluss? Nein. Ganz im Gegenteil.

Gibt es einen sachlichen Grund dafür, dass die mehrheitlich von Frauen gewählten Berufe grundsätzlich schlechter bezahlt werden? Leistet eine Erzieherin oder eine Krankenschwester weniger als Männer in typischen Männerberufen?

Meines Erachtens beruht die Entgeltungleichheit mitnichten auf "sachlichen Gründen", sondern ist Folge des überkommenen Rollenverständnisses, bei dem Männer für das Geldverdienen und Frauen für die Kinder da sind.

Mit freundlichen Grüßen

Kerstin Griese
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Familie
29.04.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Griese,

aufgrund Ihrer Position als Vorsitzende des Ausschusses für Familie bin ich stark an Ihrer Meinung zum Vorschlag der Sozialverbände nach einer Kindergrundsicherung interessiert.

Wird dieser Vorschlag im Ausschuss ernst genommen und diskutiert?

Mit welchen Konzepten planen Sie, Kindern und Familien in Zukunft zu helfen?

Vielen Dank und freundliche Grüße,
Antwort von Kerstin Griese
1Empfehlung
20.05.2009
Kerstin Griese
Sehr geehrter Herr ,

selbstverständlich diskutieren die Mitglieder meines Ausschusses regelmäßig über Möglichkeiten, die Kinderarmut zu verringern. Insbesondere die SPD hat es sich zum Ziel gesetzt, die Kinderarmut zurückzudrängen.

Kinderarmut bedeutet fehlende Förderung, mangende Bildung, schädliche Mediennutzung, wenig Bewegung, schlechte Gesundheit etc. Dies ist ein bedrückende Feststellung. Der einzige nachhaltige Weg, die Kinder aus dem Teufelskreis der Armut herauszuholen, ist eine bessere frühe Förderung und die Erwerbstätigkeit der Eltern. Beides hat die SPD in den Mittelpunkt ihrer Forderungen gesetzt.
Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie hier: kerstin-griese.de

Mit freundlichen Grüßen

Kerstin Griese
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Familie
05.05.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Griese,

durch die Folgeschäden und aufgrund ihrer Behinderung können viele Contergangeschädigte nicht arbeiten gehen. Sie haben daher keine oder kaum Rentenansprüche. Die Betroffenen werden deshalb zu Bittstellern gegenüber den Sozialbehörden und dem Staat degradiert.

In diesem Zusammenhang interessiert mich, ob Sie ebenfalls für eine Erhöhung der monatlichen Conterganentschädigungsrente um 50 % eintreten, die der behindertenpolitische Sprecher der Linken und schwerbehinderte Grünenthal-Opfer fordern.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Kerstin Griese
1Empfehlung
18.05.2009
Kerstin Griese
Sehr geehrte Frau ,

die Große Koalition hatte sich schon im letzten Jahr darauf verständigt, die Contergan-Renten zu verdoppeln. Dies war ein wichtiges Signal, die Situation der etwa 2700 in Deutschland lebenden Betroffenen zu verbessern. Die Rentenverdoppelung gilt bereits seit Mitte 2008.

Am Donnerstag haben wir im Bundestag erneut das Conterganstiftungsgesetz geändert. Damit werden die Leistungen für die Betroffenen noch einmal deutlich verbessert. Näheres dazu haben ich bereits in der folgenden Frage beantwortet: www.abgeordnetenwatch.de .

Ich setzte mich dafür ein, dass Behinderte in Deutschland nicht zu Bittstellern degradiert werden dürfen. Contergan-Geschädigte dürfen gegenüber anderen Menschen, die mit einer Behinderung leben müssen, nicht benachteiligt werden.

Mit freundlichen Grüßen

Kerstin Griese
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Inneres und Justiz
06.05.2009
Von:

Warum wurde bei dem
"Gesetz zur Bekämpfung unerlaubter Telefonwerbung "
nicht auch ein
" Gesetz gegen die Internetabzocke mit Abofallen"
verabchiedet?
Tausende von Internetnutzern fallen jeden Monat darauf rein, auch viele Jugendliche. Die Abzocker kassieren Millionen mit Drohungen von "Rechts"anwälten und Inkassobüros. Ich glaube, dass dabei mehr herumkommt (Euro) als bei der Telefonwerbung.
Antwort von Kerstin Griese
1Empfehlung
12.05.2009
Kerstin Griese
Sehr geehrter Herr ,

das von Ihnen angesprochene Gesetz umfasst ausdrücklich auch die so genannten "Kostenfallen im Internet". Sowohl für die telefonisch als auch im Internet abgeschlossenen Verträge gilt jetzt ein Widerrufsrecht, dessen Frist erst beginnt, sobald der Verbraucher in Textform über sein Widerrufsrecht belehrt wurde.

Mit freundlichen Grüßen

Kerstin Griese
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Ihre Frage an Kerstin Griese
Die Fragefunktion wurde inzwischen geschlossen.