Kerstin Griese (SPD)
Abgeordnete Bundestag

Grunddaten
Jahrgang
1966
Berufliche Qualifikation
Historikerin
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Ratingen
Wahlkreis
Mettmann II
Ergebnis
35,6%
Landeslistenplatz
14, über Liste eingezogen, Nordrhein-Westfalen
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(...) Die Weltgemeinschaft hat zu spät reagiert, sie ist zu zerstritten, und ihr fehlen die Konzepte, durch Blockaden und nicht-militärische Maßnahmen die Opposition gegen Gaddafi zu unterstützen. (...)
Parlamentarische Arbeit
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
12.04.2011
Von:

In Ihrer Antwort vom 11.04.2011 bringen Sie zum Ausdruck, dass man auch Argumente für einen EU-Geheimdienst benennen könnte. Welche Argumente gibt es also, der Nichtregierungsorganisation EU das betreiben eines Geheimdienstes zu gestatten? Die geheimdienstliche Tätigkeit würde sich auch auf das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland erstrecken. Dieser Geheimdienst hätte also auch die Möglichkeit z. B. Parlamentarier und auch die deutsche Regierung auszuspähen. Haben Sie sich nicht dazu verpflichtet als Bundestagsabgeordnete den deutschen Staat und damit auch die Bundesregierung zu schützen?
Über den Geheimdienst der EU würde die Bundesregierung keine Kontrolle haben. Im Gegenteil, dieser Geheimdienst würde die Bundesregierung kontrollieren.
Antwort von Kerstin Griese
6Empfehlungen
14.04.2011
Kerstin Griese
Sehr geehrte Frau ,

die EU ist keine Nichtregierungsorganisation, sondern ein Staatenverbund, dessen Entscheidungen von den demokratisch legitimierten Institutionen der EU gefällt werden.

Hinsichtlich einer von Ihnen beschriebenen Geheimdienstorganisation, die wie ein Verfassungsschutz innerhalb unseres Landes arbeitet, kann ich Sie beruhigen. Es gibt weder solche Pläne noch hätten solche Vorhaben eine Chance der Realisierung.

Mit freundlichen Grüßen

Kerstin Griese
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
12.07.2011
Von:

Sehr geehrte Frau Griese,

ich habe gelesen, daß Sie die Rede des Papstes im Bundestag befürworten. Müßten Sie nicht als Vertreterin der Evangelischen Kirche Protest gegen diese Rede anmelden?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Kerstin Griese
4Empfehlungen
14.07.2011
Kerstin Griese
Sehr geehrte Frau ,

für mich ist es eine Frage des Respekts – auch gegenüber den vielen Bürgerinnen und Bürgern katholischen Glaubens – dem Papst bei seiner Rede im Bundestag zuzuhören. Denn Dialog und die Fähigkeit des Zuhörens sind das Mindeste, was wir im Zusammenleben brauchen – egal, ob wir Mitglied einer christlichen Kirche sind, muslimischen, jüdischen oder anderen Glaubens sind, oder gar keiner Religion angehören. Deswegen hat mich die Diskussion über einen angeblichen Boykott der Papst-Rede geärgert.

Sicherlich stimme ich vielen Positionen, die der Papst vertritt, nicht zu. Er wird aber im Bundestag formal in der Rolle eines Staatsoberhauptes sprechen. Auch in dieser Frage der Staatlichkeit gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den beiden großen Kirchen. Der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider hat das sehr deutlich gesagt: "Es irritiert mich tief, dass die römisch-katholische Kirche nicht nur eine Kirche ist, sondern auch ein Staat", sagte er in diesem Zusammenhang. In einem Interview mit der Frankfurter Rundschau erklärte Schneider: "Wir haben in der Barmer Theologischen Erklärung von 1934 bekannt, die Kirche hat keine staatliche Art. Die Kirche als staatliches Organ – das geht gegen unser Bekenntnis", betonte Präses Schneider. Jesus habe gesagt, sein Reich sei nicht von dieser Welt.

Ich gebe zu: Ich bin gespannt auf die Rede von Benedikt XVI. Ich erwarte deutliche Worte zu aktuellen Themen und insbesondere zu den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche und zur Rolle der Frauen. Ich hoffe als evangelische Christin, dass der Papst sich zu Fortschritten in der Ökumene bekennt.

Mit freundlichen Grüßen
Kerstin Griese
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
22.08.2011
Von:

Sehr geehrte Frau Griese,

laut Reuters, ist der deutsche Finanzminister Dr. Schäuble bereit nationale Rechte an die EU abzutreten, siehe de.reuters.com .
Wie ich bereits mehrfach darauf hinwies deutet vieles auf einen Staatsstreich bzw. Landesverrat hin.
Sie selbst sagen, dass die EU kein Staat ist. Ist es kein Verrat, wenn ein deutscher Minister die Absicht erklärt, nationale Rechte an eine "internationale Organisation eigener Art" abtreten zu wollen?
Sie selbst haben in Ihrer Antwort vom 10.04.2011 erklärt, dass es sich bei der EU um eine "internationale Organisation eigener Art" handele, ich bezeichne das als eine Nichtregierungsorganisation, weil es sich eben nicht um eine Regierung handelt, da kein Staat vorhanden.
Müsste hier nicht der Bundestag, also die gewählten Volksvertreter gegen diesen Minister einen Strafantrag stellen, da die Abgeordneten dem Grundgesetz verpflichtet sind, und der Minister hier die Souveränität des deutschen Parlamentes in die Hände der EU zu legen beabsichtigt?
Antwort von Kerstin Griese
5Empfehlungen
24.08.2011
Kerstin Griese
Guten Tag Frau ,

der Vorwurf des "Staatsstreiches" beziehungsweise "Landesverrats" ist absurd. Gerne beteilige ich mich auf abgeordnetenwatch.de an sachlichen Diskussionen. Wer diese Plattform hingegen für üble Nachrede missbraucht, kann keine inhaltliche Reaktion erwarten.

Mit freundlichen Grüßen

Kerstin Griese
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
24.08.2011
Von:

Sehr geehrte Frau Griese,

verwundert reibe ich mir die Augen über Ihre Antwort. So kann man sich auch um eine Antwort drücken.
Ihren Vorwurf der üblen Nachrede kann ich nicht nachvollziehen.
Ich zitiere aus dem Reuters Papier, dort heißt es: "Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble ist prinzipiell bereit, für die langfristige Stabilität der Eurozone nationale Souveränitätsrechte nach Brüssel abzugeben."
Also ist Minister Dr. Schäuble bereit deutsche Souveränität teilweise oder ganz abzugeben. Habe ich das richtig verstanden?
Im weiteren zitiert Reuters Herrn Minister Schäuble. Danach hat Dr. Schäuble folgendes gesagt, Zitat: "Wir hatten die Hoffnung - und haben sie auch heute noch -, dass der Euro schrittweise die politische Union herbeiführen wird."
Wenn Sie mir diese Fragen nicht beantworten wollen, vielleicht können Sie mir dann wenigstens die eine Frage benantworten. Sie werfen mir vor, die Plattform für üble Nachrede zu missbrauchen. Das kann ich nicht nachvollziehen. Auf welcher meiner Aussagen stützen Sie Ihren Vorwurf?
Antwort von Kerstin Griese
1Empfehlung
02.09.2011
Kerstin Griese
Guten Tag Frau ,

der Moderationskodex von abgeordnetenwatch.de untersagt ausdrücklich Beiträge mit Beleidigungen oder Beschimpfungen. Einem Regierungsmitglied das Verbrechen eines "Staatsstreiches" oder einen "Landesverrat" zu unterstellen, fällt ganz eindeutig unter diese Kategorie.

Sicherlich habe ich erhebliche Kritik an der Regierungskoalition, deren innere Zerrissenheit zu einer bedrohlichen europapolitischen Handlungsunfähigkeit führt. Aber ich bin nicht bereit, mit ihnen darüber auf einem derart unsachlichen Niveau zu diskutieren.

Mit freundlichen Grüßen

Kerstin Griese
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Frage zum Thema Familie
29.08.2011
Von:

Sehr geehrte Frau Griese,

das Elterngeld ist umstritten, die FDP und der CDU-Fraktionsvorsitzende Kauder wollen es auf den Prüfstand stellen. Wann folgt die SPD? Ist es gerechtfertigt, daß Besserverdienende aus Steuergeldern eine Art Geburtsprämie erhalten? Ausgerechnet diejenigen, die sich voll und ganz ihrem Kind widmen gehen leer aus und die SPD will ihnen noch nicht einmal das versprochene Betreuungsgeld gönnen.
Wie stehen Sie zum Elterngeld? Hält es, was es versprochen hat? Oder zeigt die Tatsache, daß es immer weniger Kinder in Deutschland gibt, das Gegenteil?


Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Kerstin Griese
4Empfehlungen
02.09.2011
Kerstin Griese
Sehr geehrte Frau ,

das Gerede in der schwarz-gelben Regierungskoalition über das Elterngeld ist eine Folge derer Konzeptlosigkeit in der Familienpolitik. Seit Ministerin Kristina Schröder (CDU) das Familienressort übernommen hat, herrscht Stillstand.

Tatsache ist, dass das Elterngeld schon jetzt ein Erfolg ist – obwohl noch ein wichtiger Baustein fehlt: der Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz im Anschluss an die Elterngeldzeit. Diesen Rechtsanspruch wird es ab August 2013 geben, und damit schaffen wir Sicherheit für junge Familien. Das hatten wir auf Druck der SPD bereits in der Großen Koalition beschlossen, und der damalige Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) hatte einen Vier-Milliarden-Fonds eingerichtet, um den Ausbau der Unter-Dreijährigen-Betreuung zu finanzieren.

Das Elterngeld ist im Kern eine Lohnersatzleistung. Es ist ganz sicher keine "Prämie" für Besserverdienende, sondern begrenzt den finanziellen Verlust auf etwa ein Drittel des vor der Geburt bezogenen Gehaltes. Damit ähnelt es dem Arbeitslosengeld I. Wer aufgrund seines Einkommens hohe Abgaben und Steuern gezahlt hat, erhält in Phasen der Nicht-Erwerbstätigkeit einen höheren Lohnersatz.

Eine ärgerliche Fehlentscheidung der aktuellen Bundesregierung ist die Tatsache, dass nicht-erwerbstätige Ehepartner/innen unabhängig vom Familieneinkommen zwar weiterhin ein 300-Euro-Sockelelterngeld erhalten, aber dieser 300-Euro-Betrag den Hartz-IV-Empfängern gestrichen wurde. Positiv hervorzuheben sind die Partnermonate, wodurch wir eine stetig steigende Zahl an Vätern am Aufwachsen ihrer Kinder beteiligen.

Der Erfolg des Elterngeldes bemisst sich nicht an der Geburtenrate, obwohl wir mit 1,39 Kindern pro Frau momentan die höchste Zahl seit 20 Jahren verzeichnen. Denn das Elterngeld ist keine Geburtsprämie. Sondern es ist Zeichen eines von der SPD in der Bundesregierung eingeleiteten Wandels in der Familienpolitik. Durch eine bessere Vereinbarung von Kind und Beruf schaffen wir Wahlfreiheit. Damit hat Rot-Grün in Westdeutschland einen kulturellen Wandel geschaffen, der unser Land nachhaltig prägt und mehr Gleichberechtigung schafft. Das Elterngeld ist ein Baustein dieses Wandels, die Einrichtung von Ganztagsbetreuung in Grundschulen und die Schaffung des Rechtsanspruches auf einen Krippenplatz ab dem ersten Geburtstag sind weitere Elemente.

Mit freundlichen Grüßen

Kerstin Griese
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