Ernst Bahr (SPD)
Kandidat Bundestagswahl 2005
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Grunddaten
Ernst Bahr
Jahrgang
1945
Berufliche Qualifikation
Diplomlehrer für Mathematik/Astronomie
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wohnort
-
Wahlkreis
Prignitz - Ostprignitz - Ruppin - Havelland I
Ergebnis
38,5%
Landeslistenplatz
11, Brandenburg
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Frage zum Thema Verteidigung
02.09.2005
Von:
-

Sehr geehrter Herr Bahr,

die rot-grüne Bundesregierung hat in den letzten Jahren die weitgehende gesellschaftliche Akzeptanz militärischer Auslandseinsätze als Mittel der Politik durchgesetzt. Die deutschen Rüstungsexporte haben unter Rot-Grün einen historischen Höchststand erreicht. Welche Position nehmen Sie zu Fragen von Rüstungsexportkontrolle/ -beschränkung ein?
Wie stehen Sie als potentieller Bundestagsabgeordneter zu einer möglichen Aufstockung des Bundeswehrkontingents in Afghanistan? Welche Position sollte Ihrer Auffassung nach die Bundesrepublik einnehmen, sollte es tatsächlich zu dem von US-Präsident Bush immer wieder entworfenen Szenario einer militärischen Intervention in den Iran kommen? Welche Haltung haben Sie persönlich zur nuklearen Teilhabe der Bundeswehr an den in der Bundesrepublik stationierten US-amerikanischen Atomwaffen?
Mit freundlichen Grüßen

-
Antwort von Ernst Bahr
bisher keineEmpfehlungen
12.09.2005
Sehr geehrter Herr ,

herzlichen Dank für Ihre Anfrage. Aus terminlichen Gründen war es mir
bisher nicht möglich, Ihre Fragen zu beantworten. Ich werde dies in
Kürze nachholen.


Sehr geehrter Herr ,

anbei möchte ich zu Ihren Fragen gern Stellung nehmen:

*1. Die deutschen Rüstungsexporte haben unter Rot-Grün einen historischen Höchststand erreicht. Welche Position nehmen Sie zu Fragen von Rüstungsexportkontrolle/ -beschränkung ein? *

Die rot-grüne Bundesregierung hat in den „Politischen Grundsätzen über den Export von Kriegswaffen und sonstigen Rüstungsgütern“ ihre Prinzipien für eine restriktive und transparente Rüstungsexportpolitik festgeschrieben. Aus unserer Sicht trägt eine restriktive Rüstungsexportpolitik wesentlich zu Krisen- und Gewaltpräventionen bei. Die Grundsätze sind in den vergangenen Jahren weiterentwickelt worden. Die Transparenz in den seit den Grundsätzen erscheinenden Rüstungsexportberichten hat sich erheblich verbessert.
Die Zunahme der Sammelausfuhrgenehmigungen beruht darauf, dass in den letzten Jahren mehrere vom Deutschen Bundestag beschlossene internationale Rüstungsprogramme anliefen und daher entsprechende Sammelausfuhrgenehmigungen ausgestellt wurden. Bei Sammelausfuhrgenehmigungen handelt es sich um solche Genehmigungen, die für Ausfuhren im Rahmen von Kooperationsprojekten mit EU- und NATO-Ländern erteilt werden, um den vereinfachten Warenaustausch zwischen den Kooperationspartnern zu ermöglichen.
Im Unterschied zu einer Reihe anderer Staaten ist die Rüstungsexportpolitik für die Bundesregierung kein Instrument ihrer Außenpolitik. Entscheidungen über Rüstungsexportvorhaben werden nach einer sorgfältigen Abwägung der jeweiligen außen-, sicherheits- und menschenrechtspolitischen Argumente getroffen. Bei unterschiedlichen Auffassungen der am Entscheidungsfindungsprozess beteiligten Ressorts entscheidet in der Regel abschließend der Bundessicherheitsrat über die Erteilung oder Versagung von Ausfuhrgenehmigungen.

*2. Wie stehen Sie als potentieller Bundestagsabgeordneter zu einer möglichen Aufstockung des Bundeswehrkontingents in Afghanistan?*

Die Bundeswehr nimmt im Rahmen des von den Vereinten Nationen beschlossenen ISAF-Mandates ihre Aufgaben in Afghanistan wahr. Ziel von ISAF ist es, den Wiederaufbauprozess in Afghanistan (Petersberger-Abkommen) militärisch abzusichern und die Zentralregierung bei der Wahrnehmung ihrer demokratisch legitimierten Verantwortung in Afghanistan zu unterstützen. Der deutsche Verantwortungsbereich erstreckt sich dabei auf die Region Kabul und die Region Kunduz. Die internationale Staatengemeinschaft hat entschieden, die militärische Absicherung des Wiederaufbauprozesses auf weitere Regionen in Afghanistan auszudehnen. Deutschland ist gefragt, vor allem in den nördlichen Provinzen größere Verantwortung zu übernehmen. Ein entsprechendes Mandat der Vereinten Nationen steht noch aus, ebenso der Beschluss der Bundesregierung. Eine Ausdehnung des deutschen Verantwortungsbereiches in dem oben beschriebenen Sinn findet meine politische Unterstützung.

*3. Welche Position sollte Ihrer Auffassung nach die Bundesrepublik einnehmen, sollte es tatsächlich zu dem von US-Präsident Bush immer wieder entworfenen Szenario einer militärischen Intervention in den Iran kommen?*

Die von der SPD geführte Bundesregierung hat wiederholt deutlich zum Ausdruck gebracht, dass sie militärische Optionen in Bezug auf die Probleme im und mit dem Iran ausschließt. Ich teile diese Position.

*4. Welche Haltung haben Sie persönlich zur nuklearen Teilhabe der Bundeswehr an den in der Bundesrepublik stationierten US-amerikanischen Atomwaffen?*

Ich begrüße die Initiative von Bundesverteidigungsminister Peter Struck, der das Thema der nuklearen Teilhabe und die Diskussion in Deutschland auf der Sitzung der Nuklearen Planungsgruppe im Juni des Jahres angesprochen hat.
Die USA haben nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der Auflösung des Warschauer Pakts bereits 95 Prozent ihrer substrategischen Nuklearwaffen in Europa abgebaut. Trotzdem muss aus unserer Sicht die nukleare Abrüstung fortgesetzt werden, so wie es die Bundesregierung auch auf der Nichtverbreitungsvertrag (NVV)-Überprüfungskonferenz im Mai dieses Jahres in New York gefordert hat. Unser erklärtes Ziel bleibt die weitere Reduzierung dieser Waffen bis hin zur vollständigen Abschaffung! Die SPD-Bundestagsfraktion hat im April 2005 im Vorfeld der NVV-Überprüfungskonferenz gemeinsam mit dem Koalitionspartner einen Antrag im Bundestag verabschiedet (Bundestags-Drucksache 15/5254), in dem die Einhaltung der russisch-amerikanischen „Presidential Nuclear Initiative“ aus dem Jahr 1991/92 gefordert wird, die die transparente Reduzierung und Demontierung aller taktischen Kernwaffen in Europa vorsieht.

Ich hoffe damit Ihre Fragen beantwortet zu haben,

Mit freundlichem Gruß
Ihr Ernst Bahr
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Frage zum Thema Bürgerrechte
09.09.2005
Von:

Sehr geehrter Herr Bahr,

wussten Sie eigentlich, dass Ihre Wahlkampfseite ernst-bahr.de nicht barrierefrei, also nur schwer zugänglich für z.B. Sehbehinderte ist?

Und dies obwohl Sie selbst im Bundestag saßen, als die gesetzlichen Regelungen zur Barrierefreiheit auf den Weg gebracht wurden.

Ist dies ein Versehen (Ich erinnere mich, dass zur Bürgermeisterwahl in Neuruppin die örtlichen Grünen aus dem gleichen Grund eine barrierefreie Version ihrer Wahlseite ins Netz gestellt hatten um so für Barrierefreiheit zu werben)?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Ernst Bahr
bisher keineEmpfehlungen
12.09.2005
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihren Hinweis. Da ich darüber nachdenke, meine Web-Seite nach der Bundestagswahl eventuell neu zu gestalten, werde ich selbstverständlich auch gern prüfen, inwiefern diese auch für Sehbehinderte besser zugänglich gemacht werden kann.

Herzlichen Gruss
Ihr Ernst Bahr
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