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Sehr geehrter Herr Dr. Schäuble,
mit bestürzen habe ich damals die Bluttat von Erfurt und jetzt auch von Winnenden wahr genommen. Nicht zuletzt dadurch, daß ich selbst aktiver Sportschütze bin.
Auch finde ich es richtig, daß die Politik reagiert, je schneller, desto besser. Aber die politischen Entscheidungen sollten mit Bedacht erfolgen. Die Verschärfungen des Waffenrechts nach der Bluttat von Erfurt haben mich nicht berührt, da ich bei der Aufbewahrung von Waffen & Munition den gesetzlichen Vorgaben folgte und sogar eine Stufe höher ging als gefordert. Aus meinen ganz persönliche Interesse heraus um niemanden zu Schaden bzw. damit es Unbefugte schwerer haben.
Ich finde es aber traurig, daß nach solchen Taten, immer einseitig Gesetze verabschiedet werden, und Bürger wie ich darunter "leiden" müssen wofür andere Verantwortlich sind oder waren.
Ich finde bevor man die Freiheit der Bürger beschneidet, um mehr Sicherheit zu erlangen, müßte man in der Erziehung was verändern. Ob im Elternaus oder der Schule. Meines Erachtens sollte wieder gelehrt werden das Leben zu achten, den einzelnen zu respektieren und zu tollerrieren.
Können Sie mir bitte erklären, warum in Deutschland, einem Land mit den schärfsten Waffenrecht überhaupt, solche Taten geschehen können, wo in anderen Länden mit liberaleren Waffenrecht so etwas nicht geschieht?
Ich bin der Auffassung, daß es nicht am Waffenrecht sondern am Menschen liegt, daß solche Taten geschehen. Wir müssen am Menschen arbeiten und nicht am Waffenrecht.
Freiheit ist für mich ein zu kostbares Gut um es leichtfertig der vermeintlichen Sicherheit zu opfern. Ich spreche zwar jetzt für mich aber, für mich war es damals ein Beweis des Vertrauens und Beweis der Freiheit in diesem Land, aber mittlerweile komme ich mir wie ein Beschuldigter vor obwohl ich nichts verbrochen habe, bloß weil ich berechtigt bin Waffen, die für mich außerdem Sportgeräte sind, besitze.
Hochachtungsvoll
