Dr. Wolfgang Schäuble (CDU)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Dr. Wolfgang Schäuble
Jahrgang
1942
Berufliche Qualifikation
Rechtsanwalt
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages, Bundesminister des Innern
Wahlkreis
Offenburg
Landeslistenplatz
1, Baden-Württemberg
weitere Profile
(...) Ich habe die Initiative zur Aufnahme irakischer Flüchtlinge in der Europäischen Union ergriffen, weil ich der Überzeugung bin, dass ein Akt humanitärer Solidarität der EU angesichts der besorgniserregenden Lage im Irak geboten ist.
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
03.07.2009
Bundestagswahlrecht
nicht beteiligt
02.07.2009
AWACS-Einsatz in Afghanistan
JA
18.06.2009
Internetsperren
nicht beteiligt
18.06.2009
Patientenverfügung (Stünker-Antrag)
NEIN
29.05.2009
Schuldenbremse
JA
28.05.2009
Abgabe von künstlichem Heroin an Schwerstabhängige
nicht beteiligt
Fragen an Dr. Wolfgang Schäuble
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Frage zum Thema Integration
06.02.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Schäuble,

ich bin ein deutscher Muslim und kann ohne Hemmungen und Sensibilität aber auch ohne Nationalismus oder Extremismus sagen, dass ich stolz ein Bürger dieses Landes bin und vor allem Stolz auf unserer demokratischen Strukturen.
Dennoch muss ich feststellen, dass seit Jahren nicht nur, aber vor allem in Deutschland eine systematische Medien-Vorurteilung gegenüber Muslime stattfindet, ein Generalverdacht schwebt über die muslimischen Köpfe und verhindert, nein! sogar paralysiert jeglicher Art von Aufklärung oder Teilnahme am politischen und gesellschaftlichen Leben in Deutschland.

Der Islam ist quasi ein Dauer Medien-Gast für alle polemisch orientierten Themen, es wird ständig unbewusst oder gezielt mit rückständigen Tradition und extremistischen Bewegungen vermischt, es werden gezielt inkompetente "Muslime" als Ansprechpartner genommen um quasi alles was schlecht ist, mit dem Islam in Verbindung zu bringen.
Die Tatsache dass auch die Muslime genau an den gleichen Gott glauben wie die Christen und Juden, wird völlig außer Acht gelassen damit keine Gemeinsamkeiten entdeckt werden können die ein "Friedliches Miteinander" fördern können, dabei sollte eigentlich Gott der Hauptdarsteller sein und nicht der Weg dort hin.

Was ich damit sagen will ist, dass ich mich als deutsch-Muslim ständig diskriminiert und verdächtigt fühle, deswegen Meine Frage an Sie Herr Dr. Schäuble:

Glauben Sie, dass die (Ca. 4 Mil.) Deutsch-Muslime am politischen Leben in Deutschland nicht teilnehmen wollen oder momentan nicht teilnehmen können?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Wolfgang Schäuble
6Empfehlungen
02.03.2009
Dr. Wolfgang Schäuble
Sehr geehrter Herr ,

leider muss ich Ihnen zustimmen, dass aktuelle Berichterstattungen zum Islam die negativen Aspekte häufig überproportional fokussieren. Es hilft in der Tat nicht weiter, wenn allzu oft der spektakulären, trennenden Nachricht der Vorzug eingeräumt wird vor der Vermittlung eines breiten, differenzierten Blicks, der auch den gelebten Alltag einbezieht.

Aufgrund der Freiheit der Meinungsäußerung und der Presse hängt die Art und Weise der Medienberichterstattung natürlich von den Medienschaffenden selbst ab. Was der Staat jedoch tun kann, ist die Selbstreflexion der Medien zu fördern und für eine verantwortungsvolle, vorurteilsfreie und differenzierte Berichterstattung zu werben. Aus diesem Grund setzt sich eine Arbeitsgruppe innerhalb der Deutschen Islam Konferenz intensiv mit dem Medienbild des Islam in Deutschland auseinander.

Die Arbeit der Arbeitsgruppe wie auch die gesamte Islamkonferenz dürften bereits dazu geführt haben, dass das Thema Islam in den Medien ausführlicher behandelt wird und auch dazu beigetragen haben, ein differenzierteres Bild des Islam und der Muslime in den deutschen Medien zu zeichnen. Initiativen wie das "Forum am Freitag" des Zweiten Deutschen Fernsehens oder das "Islamische Wort" des Südwestrundfunks sind wichtige Schritte auf dem Weg zu einer - auch medialen - Normalität des Islam in Deutschland. Denn die objektive und verhältnismäßige Sicht auf unsere muslimischen Mitbürger gehört zu einer aufgeklärten und konstruktiven Diskussionskultur über unsere gemeinsame Zukunft.

Zum Abschluss möchte ich Sie noch auf den Internetauftritt der Deutschen Islam Konferenz unter www.deutsche-islam-konferenz.de aufmerksam machen. Denn auch hier wurde gerade die Frage des Islam in den Medien als Schwerpunktthema im Januar beleuchtet.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Wolfgang Schäuble
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
06.02.2009
Von:

Sehr geehrte Damen und Herren.

Beim recherchieren in Büchern, Internetberichten und diversen weiteren öffentlich zugänglichen Quellen (wie Gesetzestexten u.ä.), sowie im Austausch mit Bekannten, Verwandten und Freunden, bin ich in letzter Zeit immer wieder auf Themen gestoßen, welche mein persönliches Rechtsempfinden sehr beunruhigen und mich stark zum Nachdenken anregen!

Aus diesem Grund schreibe ich Ihnen jetzt (gleichzeitig auch vielen weiteren pol. Kollegen von Ihnen), in der Hoffnung, dass Sie mir bei folgendem Punkt weiter helfen können?

Ich habe einmal gelernt, dass unser "Grundgesetz für die BRD", das höchste deutsche Gesetz ist und sich dieses nur dem Völkerrecht unterordnet (GG Art. 25). Doch folgende Tatsache irritiert mich ein wenig.

Auf welcher völkerrechtlich-verbindlichen Grundlage basiert unser Grundgesetz da eigentlich genau und WO (in welchen Bundesländern, Landesteilen) findet es seine Gültigkeit, WENN seit dem "2+4 Vertrag" vom 12.09.1990, der Artikel 23 (Gültigkeitsbereich) in der jetzigen, aktuellen Fassung geändert wurde und dieser sich nun auf die "Europäische Union" bezieht, welche aber noch GAR NICHT völkerrechtlich legitimiert und verfasst wurde (durch fehlende Verfassung etc.)?

Und wenn nun KEIN völkerrechtsverbindlicher Gültigkeitssbereich nachgewiesen werden kann, dadurch jegliche Legimitation fehlt, welchen Wert und Nutzen hat dann noch das "Grundgesetz für die BRD" für UNS, die steuerzahlenden Bürger und Wähler???

Insbesondere die Artikel (aus dem GG):

  • 1, 2, 3, 4, 5, ... ff (Grundrechte)
  • 25 (Völkerrecht vor Bundesrecht)
  • 54, 56, 58 (Bundespräsident, Amtseid, Gegenzeichnung)
  • 70, 71, ... ff (Gesetzgebung)
  • 83, 84, ... ff (Ausführung Gesetze)
  • 116 ...(Begriff "Deutscher") usw. ???


In der Hoffnung auf klärende, exakte Antworten von Ihnen und ihren Kollegen, verbleibe ich erwartungsvoll und

mit freundlichem Gruß

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Frage zum Thema Gesundheit
09.02.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Schäuble,

ich habe Ihre bisherigen Äußerungen hier zum Thema "Todesfälle durch Rauchen" gelesen. Da ich mir nicht sicher bin, ob ich Ihre Haltung diesbezüglich richtig verstanden habe, möchte ich Sie fragen, ob sich Ihre Haltung folgendermaßen zusammengefasst darstellen lässt.

Sind sie der Auffassung, dass das Problem der "Todesfälle durch Rauchen" ausschließlich in den Eigenverantwortungsbereich der Raucher fällt, weshalb Sie (und die Bundesregierung) keinen Handlungsbedarf für eine Bekämpfung dieses Problems sehen?

Ich bitte Sie um Bestätigung oder Korrektur (möglichst nur ein oder zwei Sätze) dieser Zusammenfassung.
Antwort von Dr. Wolfgang Schäuble
2Empfehlungen
16.02.2009
Dr. Wolfgang Schäuble
Sehr geehrte Frau ,

nein, ich habe hier deutlich gemacht, dass der Staat durchaus zum Schutz von Nichtrauchern vor Passivrauchen an verschiedener Stelle tätig werden muss und auch jüngst verstärkt tätig wurde. Allerdings kann sich jeder Einzelne insoweit vor Tabakkonsum schützen, indem er selbst nicht raucht. In der Beantwortung der Fragen, auf die Sie Bezug nehmen, ging es mir lediglich darum aufzuzeigen, dass es Gefahren gibt, vor denen sich Menschen eigenverantwortlich selbst schützen können - wie eben das aktive Rauchen - und vor anderen - wie den internationalen Terrorismus - vor denen der Staat schützen muss.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Wolfgang Schäuble
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Frage zum Thema Sicherheit
10.02.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Innenminister Dr. Schäuble,

wir von der Politik-AG der Realschule Korntal-Münchingen haben uns in der AG mit dem Thema "Deutschland im Fadenkreuz der Terrorristen" beschäftigt.

Bei uns ist die Frage aufgetaucht, ob Deutschland gegen einen Terroranschlag gerüstet bzw. gesichert ist?

Wir freuen uns über eine ehrliche Einschätzung der Lage.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Wolfgang Schäuble
3Empfehlungen
16.02.2009
Dr. Wolfgang Schäuble
Sehr geehrter Herr ,

die deutschen Sicherheitsbehörden sind gut aufgestellt, um terroristische Anschläge bereits im Planungsstadium zu unterbinden. Aktuell können Sie den Strafprozess gegen die sogenannte "Sauerland-Gruppe" in den Medien verfolgen: Den Festnahmen gingen umfangreiche Ermittlungen der Sicherheitsbehörden voraus, mit denen schwere Anschläge verhindert wurden.

In den Bemühungen, auch zukünftig terroristische Anschläge zu vereiteln, dürfen wir nicht nachlassen. Denn Terroristen versuchen, sich dem Ermittlungsdruck anzupassen und ihrerseits ihre Fähigkeiten zu verbessern.Denken Sie nur an die Möglichkeiten moderner Informationstechnologie, die natürlich von Terroristen sehr professionell genutzt werden.

Mit Gefahrenabwehr und Strafverfolgung ist es jedoch nicht getan.Terrorismusprävention beinhaltet darüber hinaus, schon die Ursachen von militanter Radikalisierung zu ergründen und zu bekämpfen. Auch dies nehme ich besonders ernst.

Umfangreiche Informationen zu all diesen Themen finden Sie auf der Internetseite meines Ministeriums unter www.bmi.bund.de .

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Schäuble
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Frage zum Thema Kinder und Jugend
11.02.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Schäuble,

wie stehen Sie zum Rauchen im Auto, wenn (Klein-)Kinder mitfahren? Sollten die Kleinen hier nicht etwas besser geschützt werden?

Vielen Dank,.


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