Dr. Gregor Gysi (DIE LINKE)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Dr. Gregor Gysi
Jahrgang
1948
Berufliche Qualifikation
Rinderzüchter, Diplom-Jurist
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages, selbst. Rechtsanwalt und Publizist in Berlin
Wahlkreis
Berlin-Treptow-Köpenick
Landeslistenplatz
1, Berlin
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Zunächst begrüße ich, dass der Nichtraucherschutz immer mehr Raum greift in unserer Gesellschaft. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Finanzen
06.02.2007
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Gysi,
Sie sind als Bundestagsabgeordneter zwar nicht unmittelbar dafür zuständig, aber ich hätte gern Ihre Meinung zu der Ihnen möglicherweise auch bekannten, wie ich finde skandalösen Praxis der Evangelischen Kirche in Berlin erfahren, Nichtmitglieder, die wegen lange zurückliegenden Kirchenaustritts diesen nicht mehr mit einer Bescheinigung, wohl aber langjähriger Praxis von Finanzbehörden anderer Bundesländer belegen können, nach Zuzug nach Berlin, sozusagen im Wege der Zwangsmitgliedschaft zur Kirchensteuer heranzuziehen. Darüber hinaus halte ich es für sehr bedenklich, daß die Meldebehörden in Berlin Betroffene bei der Anmeldung in Berlin nicht auf diese Praxis der Evangelischen Kirche hinweisen und damit - abgesehen von der Weitergabe der Daten an kirchliche Stellen - dazu beitragen, den neu Zugezogenen einen finanziellen Schaden zu verursachen, der bei unmittelbar nach Zuzug deklaratorisch wiederholtem Kirchenaustritt in Berlin unterblieben wäre. Auch hierzu hätte ich gern Ihre Meinung erfahren.
Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Gregor Gysi
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16.02.2007
Dr. Gregor Gysi
Sehr geehrter Herr ,

Ihre Nachricht vom 6. Februar hat mich erreicht. Die Meldebehörden in Berlin verhalten sich korrekt. Sie sind diesbezüglich zur Auskunft verpflichtet. Die Praxis der Evangelischen Kirche müssen Sie selbst einschätzen. Es ist aber generell so, dass man den Austritt aus einer Kirche, einem Verein oder einer Partei nachweisen können muss. Allerdings hat nur die Kirche die Möglichkeit direkt zu vollstrecken, deshalb lassen es die anderen sein. Selbstverständlich könnte man dies gesetzlich streichen, nur muss man beachten, dass im Bereich der Betreuung die Kirchen auch Aufgaben übernehmen, die ansonsten der Staat zu finanzieren hätte. Die Diskussionen bei uns sind deshalb nicht endgültig abgeschlossen.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Gysi
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
12.02.2007
Von:

sehr geehrter herr gysi,

welches argument ist für die sie ausschlaggebend, dass man ihrer partei bei der nächsten wahl die stimmen geben könnte.

aber nur ehrliche und nachvollziehbare antworten.

vielen dank im voraus.
mfg
Antwort von Dr. Gregor Gysi
3Empfehlungen
19.02.2007
Dr. Gregor Gysi
Sehr geehrte Frau Rdomiselsky,

Ihre Frage vom 12. 2. versuche ich wie folgt zu beantworten: Die anderen Parteien im Deutschen Bundestag vertreten einen stärkeren oder etwas schwächeren neoliberalen Kurs, wir sind strikt dagegen. Der neoliberale Kurs bedeutet, dass man versucht, über den Abbau von Rechten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die Privatisierung der öffentlichen Daseinsvorsorge, den Sozialabbau und ein weltweites militärisches Eingreifen die Probleme zu lösen. Wir haben in den vier Punkten gänzlich andere Auffassungen und unterbreiten auch alternative Vorschläge für Friedenspolitik, zur gerechten Besteuerung und zu mehr sozialer Gerechtigkeit in der Gesellschaft. Ein Abbau der Rechte von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ist für uns ohnehin der falsche Weg.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Gysi
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Frage zum Thema Arbeit
14.02.2007
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Gysi,

ich komme zwar nicht aus ihrem Wahlkreis, wollte ihnen aber auf diese Weise meinen Respekt zollen, nachdem ich Sie gestern bei "Maischberger" gesehen habe. Es ist erschreckend wie gefühllos der Umgang eines Teils unserer "Wirtschaftseliten" über die Not anderer Menschen denken und sprechen. Vielen Menschen ist anscheinend nicht bewusst, dass es wie blanker Hohn klingt wenn man einer Frau in den End 50ern sagt, wenn das Gehalt so wenig ist uns sie ausgebeutet wird, soll sie doch kündigen und sich was neues suchen. Für diese Chance fehlt uns gänzlich die Infrastruktur. Warum ist es nicht möglich wie z.B. in Dänemark den Menschen auch bei Arbeitslosigkeit eine Perspektive zu geben. Alleine die existenzielle Angstfreiheit würde schon viel an der Stimmung im Land verändern.

Mit freundlichen Grüssen

Antwort von Dr. Gregor Gysi
3Empfehlungen
19.02.2007
Dr. Gregor Gysi
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Nachricht vom 14. Februar. Hinsichtlich der Perspektivlosigkeit von Menschen haben Sie völlig Recht. Wir werden deshalb noch energischer um Veränderungen kämpfen.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Gysi
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
16.02.2007
Von:

Hallo Gregor,als Genosse wirst Du mir die sehr persöhnliche Anrede nicht übelnehmen. Ich las in der Ausgabe des ND vom 10.2.2007. in einem Artikel von Blessing und Werner das Du Dich zu Keynes bekennst und den Kapitalismus sozusagen nur humanisieren willst.Wie verträgt sich das mit dem Begriff des Sozialismus? Angesichts der uns bevorstehenden Naturkatastrophe kann es doch nicht nur um die Frage der Verteilung der vorhandenen Ressorcen gehen,es muß doch grundsätzlich auch einmal festgestellt werden daß auf unsere Gesellschaft in Zukunft ganz andere Fragen zukommen,die sicher nicht nur mit der Verteilung von Konsumgütern zu haben.Ich will nun nicht soweit gehen und eine moralische Frage aufwerfen,aber eine ethische Frage drängt sich doch nun förmlich auf : Das Leben besteht nicht nur aus Produzieren und Konsumieren,Menschsein ist mehr als das auf was uns die Heuchler der regierenden Kriegsparteien weismachen wollen.Unsere Partei sollte auch in diese Richtung denken und sich nicht nur auf die sicherlich berechtigte Frage der menschenwürdigen Produktion und der gerechteren Verteilung von Konsumgütern beschränken.Diese Diskussion habe ich zumindest hier im Ortsverband einmal angeregt,eine Anfrage an Dein Bundestagsbüro hinsichtlich dessen war doch etwas unbefriedigend. Mit linksherzlichen Grüßen Kalus
Antwort von Dr. Gregor Gysi
3Empfehlungen
19.02.2007
Dr. Gregor Gysi
Lieber ,

vielen Dank für Deine Nachricht vom 16. Februar. Vielleicht wäre es besser, wenn Du statt eines Artikels gegen mich die Rede von mir läsest. Als Anlage bekommt Du sie vollständig.

Mit freundlichen Grüßen
Gregor Gysi
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
19.02.2007
Von:

Sehr geehrter Herr Gysi,

wie stehen Sie und Ihre Partei zur Legalisierung bzw. entkriminalisierung von Marihuana?

Danke für Ihre Antwort

MfG
R.
Antwort von Dr. Gregor Gysi
14Empfehlungen
06.03.2007
Dr. Gregor Gysi
Sehr geehrter Herr ,

ich bin für die Legalisierung von Haschisch, nicht aber von Marihuana. Haschisch macht nicht abhängig, ist so schädlich wie Alkohol, also brauchen wir diesbezgüglich kein Verbot. Marihuana macht abhängig, ich will keine abhängigen Leute. Außerdem führt Marihuana zu Krebs.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Gysi
Ergänzung vom 07.03.2007
Sehr geehrter Herr ,

pardon, es gab eine Namensverwechselung. Der synonyme Begriff für Haschisch ist Marihuana.

Ergo gelten meine Argumente für die Aufhebung des Verbots von Haschisch selbstredend auch für Marihuana. Meine restliche Argumentation bezieht sich nicht auf Marihuana, sondern auf schwere, abhängig machende Drogen.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Gysi
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Ihre Frage an Dr. Gregor Gysi
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