Dr. Gregor Gysi (DIE LINKE)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Dr. Gregor Gysi
Jahrgang
1948
Berufliche Qualifikation
Rinderzüchter, Diplom-Jurist
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages, selbst. Rechtsanwalt und Publizist in Berlin
Wahlkreis
Berlin-Treptow-Köpenick
Landeslistenplatz
1, Berlin
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(...) Jede Fraktion darf mit einer anderen zusammen arbeiten, auch in der Regierung. Das Ergebnis ist, dass wir nur drei kleinere Oppositionsfraktionen haben, aber unsere bemüht sich kräftig. Die Wählerinnen und Wähler entscheiden ja das nächste Mal, wem sie eher vertrauen und wem sie wenig oder gar nicht vertrauen. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
08.12.2006
Von:

Sehr geehrter Herr Gysi,

ist es richtig, dass Sie im Oktober 2006 zwei Abgeordnete Ihrer Fraktion sich "vorgeknöpft" und ihnen eine "fraktionsinterne Standpauke" gehalten haben, weil sie eine Petition gegen den Austausch von Felicia Langer gegen Henryk M.Broder bei einer Veranstaltung des Else-Lasker-Schüler-Forums in Zürich unterzeichnet hatten, wie es Herr Broder u.a. auf seiner Homepage veröffentlicht hat? Wenn ja: Halten Sie dieses Vorgehen auf "Zuruf" von einem Publizisten, der Ihnen persönlich verbunden sein mag, ansonsten bekannt ist für seine wüsten verbalen Entgleisungen (u.a.nennt er Israel-Kritiker pauschal "Antisemiten" und PDS-Mitglieder "Knalltüten" und "Wichtigtuer") unter Nutzung Ihres Status als Fraktionsvorsitzender für den Ausdruck demokratischer Gepflogenheiten, die ich der Linkspartei/PDS bisher vorwiegend unterstellt habe? Glauben Sie, dass Ihre - wie auch immer geartete - persönliche Beziehung zu Herrn Broder, der bekanntlich keine Gelegenheit auslässt, gegen "die Linke" zu polemisieren und seine öffentliche Prahlerei mit der Einflussnahme über Sie Ihrer Partei/Frakton schadet?

Mit freundlichen Grüßen

B.D.
Antwort von Dr. Gregor Gysi
3Empfehlungen
13.12.2006
Dr. Gregor Gysi
Sehr geehrter Herr ,

Ihre Nachricht hat mich erreicht. Ich habe mir überhaupt noch nie jemanden vorgeknöpft und halte auch keine fraktionsinternen Standpauken. Wer mich kennt, der weiß, dass dies nicht mein Stil ist. Allerdings war und bleibe ich dafür, dass sowohl Frau Langer lernen muss, eine Diskussion mit Herrn Broder auszuhalten als auch Herr Broder lernen muss, eine Diskussion mit Frau Langer auszuhalten.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Gysi
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Frage zum Thema Antidiskriminierungsgesetz
08.12.2006
Von:

Ich kann leider nichts ablehnungswürdiges an diesem Gesetz finden, und ich halte Sie für einen Politiker, der sich nicht an "oppositionelle Ablehnungspflichten" gebunden fühlt.
Daher kann ich Ihre Entscheidung diesbezüglich nicht nachvollziehen, dass Sie kein Diskriminierungsbefürworter sind setze ich natürlich voraus.

Mit der Bitte um Erläuterung und freundlichen Grüßen

Antwort von Dr. Gregor Gysi
4Empfehlungen
12.12.2006
Dr. Gregor Gysi
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Nachricht vom 8. Dezember. Das Antidiskriminierungsgesetz ist in keiner Hinsicht ausreichend. Diskriminierungen werden damit nicht vermieden werden. Dies war der Grund für meine ablehnende Abstimmung.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Gysi
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
13.12.2006
Von:

Halten Sie es für realistisch, dass jemand gleichzeitig Politiker und Weltverbesserer ist ??? Dass man sich als Politiker an Mehrheiten halten muss, ist wohl jedem klar.

Vielen Dank im Voraus für Ihre Mühe und Ihre hoffentlich ehrliche Antwort.
Antwort von Dr. Gregor Gysi
3Empfehlungen
14.12.2006
Dr. Gregor Gysi
Sehr geehrter Herr ,

selbstverständlich kann man Politiker und "Weltverbesserer" sein. Aber natürlich gibt es dabei Probleme und Schwierigkeiten. Beidem muss man sich stellen.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Gysi
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Frage zum Thema Internationales
14.12.2006
Von:

Hallo Herr Gysi,
die jüngsten Äußerungen des israelischen Präsidenten Olmert stimmen mich nachdenklich. Könnte es sein, daß Israel gegen den Atomwaffensperrvertrag verstoßen hat und eine Mitschuld daran trägt, wenn der nahe Osten "explodiert"? Was wäre, wenn z.B. Iran tatsächlich nach Atomwaffen strebt? Wie steht die Linke zur Nahostfrage?
Antwort von Dr. Gregor Gysi
9Empfehlungen
14.12.2006
Dr. Gregor Gysi
Sehr geehrter Herr ,

ein Verstoß Israels gegen den Atomwaffensperrvertrag liegt nicht vor, weil Israel diesen Vertrag nie unterzeichnet und ratifiziert hat. Iran dagegen hat den Vertrag unterzeichnet und ratifiziert. Aus dem Atomwaffensperrvertrag ergibt sich allerdings, dass sämtliche Atommächte ihre Atomwaffen schrittweise abbauen sollen, was sie bisher nicht getan haben. Deshalb nun auch das Streben anderer Länder in den Besitz von Atomwaffen zu kommen.

Die Linke hat ein gutes Konzept für die Nahostfrage entwickelt. Gleichberechtigung ist ebenso wichtig wie die Erkenntnis, dass frühere Verbrechen keine neuen Verbrechen rechtfertigen. Israel muss das Existenzrecht eines lebensfähigen palästinensischen Staates ebenso akzeptieren, wie alle arabischen Staaten das Existenzrecht Israels in gesicherten völkerrechtlichen Grenzen akzeptieren müssen.Wir haben auch eine internationale ständige Nahostkonferenz vorgeschlagen, die in Berlin tagen könnte und tagen sollte.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Gysi
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Frage zum Thema Bildung und Forschung
19.12.2006
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Gysi,

angesichts des Wandels der Berufswelt in der Informationsgesellschaft wird es meiner Einschätzung nach zum einen tendenziell weniger Arbeitsplätze geben und zum anderen überwiegend solche Arbeitsplätze, die eine hohe Qualifikation, Medienkompetenz und die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen erfordern.

Welche Antwort haben Sie persönlich zu der Frage, was mit weniger begabten Menschen in der Zukunft geschehen soll. Oft wird von besserer Bildung gesprochen (auch von der Linksfraktion im Deutschen Bundestag), doch gibt es nicht auch eine hohe Zahl von Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen (z. B unterdurchschnittlicher Intelligenzquotient….) nicht in der Lage sind, sich die notwendigen Kenntnisse anzueignen um in der Zukunft am Arbeitsmarkt bestehen zu können? Wird diese Problematik verschwiegen?

Mit freundlichen Grüßen,
C.
Antwort von Dr. Gregor Gysi
3Empfehlungen
21.12.2006
Dr. Gregor Gysi
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Nachricht vom 19. Dezember. Zunächst ginge es in einer Gesellschaft darum, die für Jede und Jeden höchstmögliche Bildung zu erreichen. Dann gibt es genügend Hoch- und Höchstqualifizierte. Natürlich gebe es auch Menschen, die nur eine geringere Qualifikation erreichten. Der Umfang wäre aber wesentlich kleiner als heute und auf dieser Basis ließe sich auch für sie ausreichend Beschäftigung finden. Darüber hinaus müsste es eine Arbeitszeitverkürzung geben, um Arbeit gerechter zu verteilen. Gäbe es einen entsprechend starken politischen Willen, ließen sich die Probleme wohl auch lösen.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Gysi
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Ihre Frage an Dr. Gregor Gysi
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