Dr. Gregor Gysi (DIE LINKE)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich. Besuchen Sie das aktuelle Profil.

Grunddaten
Dr. Gregor Gysi
Jahrgang
1948
Berufliche Qualifikation
Rinderzüchter, Diplom-Jurist
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages, selbst. Rechtsanwalt und Publizist in Berlin
Wahlkreis
Berlin-Treptow-Köpenick
Landeslistenplatz
1, Berlin
weitere Profile
(...) Auf jeden Fall haben Sie dahingehend Recht, dass die neoliberale Politik und die neoliberale Entwicklung den sozialen Ausgleich abbaut. Der Sozialstaatskompromiss wird immer stärker in Frage gestellt. Es ist kein Zufall, dass die Vermögenssteuer in Deutschland nicht mehr erhoben wird. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
Fragen an Dr. Gregor Gysi
Auswahl der Fragen und Antworten
Nachricht an folgende Adresse schicken, sobald eine Antwort eintrifft:


An diese Adresse den abgeordnetenwatch.de-Newsletter bestellen
Bitte loggen Sie sich hier ein.
Frage zum Thema Finanzen
26.07.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Gysi,

hier im Forum kommt immer häufiger die Frustration der Bürger über die ungerechten Abgabenbedingungen (besonders durch die SV-Beiträge) zum Ausdruck - und auch immer häufiger kommt die Aufforderung (an die Linke), auch juristische Wege der Politikgestaltung einzuschlagen.

Auf meine Frage vom 19.07.08 schrieben Sie:
"Auch ich bin der Meinung, dass die Frage der Verfassungsmäßigkeit (Anm.: des Sozialversicherungssystems) zu prüfen wäre. Ich hoffe, dass eine Betroffene bzw. ein Betroffener den Weg bis zum Bundesverfassungsgericht geht. Unsere Bundestagsfraktion darf diesbezüglich leider nicht klagen."

Einem anderen Fragesteller mit ähnlicher Fragerichtung schrieben Sie, es müssten primär politische Lösungen gefunden werden.

Ich frage mich, ob man nicht beide Wege - politisch und juristisch - beschreiten muss, wenn man es ernst meint mit dem Thema Soziale Gerechtigkeit.

Es ist klar, dass die Bundestagsfraktion der Linken nicht klagen kann - sie zahlt ja keine SV-Beiträge und wird dadurch nicht in ihren Grundrechten verletzt.

Aber es wird ja vielleicht den einen oder anderen Mitarbeiter der Linken geben, der SV-Beiträge nach heutigem Unrechtsmuster bezahlt - und damit klageberechtigt ist, um seine Grundrechte vor dem Bundesverfassungsgericht zu verteidigen.
Und einen klageberechtigten Mitarbeiter könnte die Fraktion ja vielleicht unterstützen, auf dem verfassungsjuristischen Terrain.

Mit den besten solidarischen Grüßen


UWP
Antwort von Dr. Gregor Gysi
24Empfehlungen
30.07.2008
Dr. Gregor Gysi
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre weitere Nachricht vom 27. Juli.
Die Unterstützung eines Mitarbeiters bei einem Klageverfahren durch die Fraktion wäre eine unzulässige Verwendung von Steuermitteln. Privat können die Abgeordneten ihn selbstverständlich unterstützen. So viel ich weiß, gibt es aber schon Bürgerinnen und Bürger, die den Weg beschritten haben. Entscheidend ist und bleibt aber, dass die politischen Kräfteverhältnisse sich so verändern, dass eine Änderung auch ohne das Bundesverfassungsgericht herbeigeführt werden kann. Falls eine solche Klage keinen Erfolg hat, bleibt ja die politische Notwendigkeit bestehen.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Gysi
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
26.07.2008
Von:
-

Sehr geehrter Herr Gysi,

auf Grund Ihrer Anfrage über Straf- und Ermittlungsverfahren aufgrund der Mitgliedschaft in oder der Unterstützung einer terroristischen oder kriminellen Vereinigung soll bzw. wurde im Bundestag ... (geredet/gequatscht) oder kommen auch handfeste Fakten auf den Tisch und sind diese vollständig ???

Ich und bestimmt auch andere Bürger interessieren sich ebenfalls über das Thema und die Antworten. Kann man diese dann bekommen ? Und wo ?

Entschuldigen Sie wenn ich diese Frage an Sie stelle. Es hätte auch jeder andere sein können. Oder gibt es eine zuständige Stelle hierfür ?

Vielen herzlichen Dank schon vorab für Ihre Antwort und Ihre Mühe
Antwort von Dr. Gregor Gysi
14Empfehlungen
30.07.2008
Dr. Gregor Gysi
Sehr geehrter Herr -,

Ihre Nachricht vom 27. Juli hat mich erreicht.
Ich habe unsere innenpolitische Sprecherin, die Bundestagsabgeordnete Ulla Jelpke, gebeten, Ihnen Ihre Frage genauer zu beantworten.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Gysi
Ergänzung vom 30.07.2008
Sehr geehrter Herr -,

Sie haben sich bei meinem Kollegen Gysi nach der Antwort auf die Kleine Anfrage zur Zahl der Straf- und Ermittlungsverfahren nach § 129 StGB f. erkundigt.

Eine vorläufige Fassung dieser Antwort können Sie auf meiner homepage unter der Adresse www.ulla-jelpke.de abrufen.

Kleiner Tipp: bei Kleinen Anfragen steht immer die oder der Abgeordnete an erster Stelle, der die Federführung innehat, also im wesentlichen inhaltlich verantwortlich ist. Diese oder Dieser
Handelt es sich um eine Kleine Anfrage, die unter meiner Federführung entstanden ist, können Sie die Antwort in der Regel sofort nach Erhalt auf meiner homepage finden. Auch in der vorläufigen Fassung, die uns zum Teil Wochen vor der endgültigen Druckfassung erreicht. Denn wie Sie schon ganz richtig schreiben - die Bürgerinnen und Bürger interessieren sich ja dafür.
Über eine Kleine Anfrage, um auch auf diese Frage einzugehen, wird allerdings im Bundestag nicht debattiert. Únd ob sie wirklich alle der Bundesregierung zu einer Thematik bekannten Fakten wiedergibt und diese umfassend wie möglich beleuchtet - darüber kann man geteilter Meinung sein. Ich erlebe jedenfalls regelmäßig, dass die Bundesregierung ausweichend antwortet, Angaben aus Geheimschutzgründen verweigert oder behauptet, die Beschaffung von Informationen (bei den Ländern) sei zu aufwändig und in der Frist (zwei Wochen) nicht zu machen. Da helfen dann nur Nachfragen.

Ich hoffe, ich habe nun wiederum alle Ihre Fragen ausreichend beantwortet und verbleibe,

mit freundlichen Grüßen,

Ulla Jelpke
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Soziales
27.07.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Dr.Gysi,

Obwohl ich weit weg von Ihrem Wahlkreis lebe, möchte ich Sie ansprechen mit einer Bitte.

SIe haben vor der Not durch die hohen Energiepreise gewarnt., das ist auch nötig. Ich habe hier am Ort mit Armut beruflich zu tun, und ich weiss nicht, was im Winter werden soll. DIe Menschen können das nicht mehr zahlen, von Renten, die kaum steigen, oder EInkommen, die nicht zum Leben reichen.
Ganz wichtig wäre es aber, in diesem Zusammenhang eines klar zu stellen. : Das Wongeld steigt zwar offiziell ab Januar 2009, aber die Anpassung erfolgt schrittweise mit dem Ablauf bestehdender Bescheide. Das heisst, die weitaus meisten armen Bürger bekommen erst für die Hezperiode 2009/ 2010 mehr Wohngeld. Es ist einfach unglaublich, wie vor allem die Politiker der Union ständig drauf hinweisen, ab Janaur bekomme jeder 60 % mehr Wohngeld. Schön wäre es. VIelleicht wäre es ja angesichts der aktuellen Situation möglich, das neue Wohngeldgesetz noch zu ändern. Aber ich habe die Befüchtung, dass die Tatsache der schrittweisen Anpassung gar nicht bekannt ist bei unseren Politikern. Mir wurde diese Auskunft gegeben von Mtrarbeitern der Wohngeldstelle. WIr sollen ausdrücklich nicht für Janaur neue Anträge stellen aus diesem Grund.
Falls die Auskunft doch falsch ist, wäre ich hoch erfreut, kann es mir aber nicht vorstellen. Für diesen Fall wäre ich froh um kurze Korrektur anhand des Gesetzestextes. . Ich bitte Sie, weiter für arme Bürger einzutreten,und bedanke mich für Ihr Engagement.

Antwort von Dr. Gregor Gysi
20Empfehlungen
31.07.2008
Dr. Gregor Gysi
Sehr geehrte Frau Söckle,

Ihre Nachricht vom 28.Juli hat mich erreicht.
Ich habe unseren Bundestagsabgeordneten Klaus Ernst gebeten, Ihre Frage zu klären und Ihnen zu antworten. Für den Fall, dass die Antwort so negativ ist, wie Sie es befürchten, werden wir als erstes eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung richten, um dann weitere Aktivitäten einzuleiten.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Gysi
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Internationales
27.07.2008
Von:
Udo

Hallo Herr Gysi!

1.
Sind Sie auch der Meinung, daß wir eine Revolution in D. brauchen, die mehr soziale Gerechtigkeit schafft? Die R. hat in den Köpfen vieler Menschen bereits angefangen........
2.
Warum will Ihre Partei den Ausstieg aus der Kernenergie? Wäre es nicht besser, weiterhin auf einen Energiemix zu setzen, um dann in (ferner) Zukunft von der Atomkraft wegzukommen?
Wir machen uns sonst abhängig von anderen Ländern (mit AKWs)
3.
Würden Sie einen (Präventiv-)Krieg gegen den Iran tolerieren?
4.
Würden Sie politisch sich weg von den USA und hin zu Rußland orientieren?(bei einer Regierungsbeteiligung)

Kurz gesagt: Mit Ihnen würde ich gerne mal ein Bierchen trinken, um über alles zu diskutieren!

Udo , Familienvater in Elternzeit
Antwort von Dr. Gregor Gysi
32Empfehlungen
31.07.2008
Dr. Gregor Gysi
Sehr geehrter Herr ,

zu 1.
ich glaube, dass es die Möglichkeit in Deutschland gibt, auf demokratischem Weg Mehrheiten zu erringen. Sollte Die Linke das nicht schaffen, hat sie eben versagt. Niemals sollte von einer Minderheit versucht werden, eine Mehrheit zum "Glück´" zu zwingen. Eine Revolution ist dort angebracht, wo es keine demokratischen Gestaltungsmöglichkeiten gibt. Gegen Unterdrückung kann man sich nur mit entsprechenden Mitteln wehren.

zu 2.
Das Problem bei der Kernenergie besteht unter anderem darin, dass die Brennstäbe nicht sicher gelagert werden können, deshalb werden sie exportiert. Vor allem aber geht es um die Frage eines möglichen Unfalls. Auch ein Unfall muss überschaubar bleiben. Unfälle mit Flugzeugen, Schiffen, Eisenbahnen sind noch überschaubar. Ein AKW-Unfall ist nicht überschaubar.Niemand kann einschätzen, wie viel zehntausende oder hunderttausende Menschen dauerhaft betroffen wären. Allerdings stimme ich Ihnen dahingehend zu, dass wir in der Energieversorgung nicht ausschließlich abhängig von anderen Ländern werden dürfen.

zu 3.
Präventivkriege lehne ich generell ab. Sie sind auch völkerrechtswidrig.

zu 4.
Deutschland braucht gute Beziehungen zu den USA, zu Russland und zu vielen anderen Ländern. Ich denke nicht in der Richtung, dass die Beziehungen zu einem Land verschlechtert und zu einem anderen verbessert werden sollen. Auf jeden Fall bin ich für gute Beziehungen zu den USA und zu Russland und strikt gegen unterwürfige Beziehungen. Letztere sind auch nicht gut. Sie bringen nur eine Abhängigkeit zum Ausdruck.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Gysi
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Soziales
28.07.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Gysi,

Was haltet Sie als Rechtsanwalt und Politiker von diesem Vorschlag:

die Gemeinden als Träger von HartzIV verbünden sich mit den ALG II EmpfängerInnen, diese treten die EON Hanse(Gaslieferant X)- Forderung ab an die Gemeinde und die widerspricht nach §315 BGB.
(nach dem von Verbraucherzentralen und Bund der Energieverbraucher empfohlenen Argumentation).

Begründung: es ist nicht einzusehen, daß aus unseren Steuermitteln die exorbitanten, undurchsichtigen Gaspreise und deren häufige Erhöhungen subventioniert werden.

Beste Grüße,
Antwort von Dr. Gregor Gysi
28Empfehlungen
31.07.2008
Dr. Gregor Gysi
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Nachricht vom 29. Juli.
Solche und ähnliche Ideen brauchen wir noch viel mehr, um die Abzocke irgendwann zu beenden.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Gysi
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Ihre Frage an Dr. Gregor Gysi
Die Fragefunktion wurde inzwischen geschlossen.