Dr. Gregor Gysi (DIE LINKE)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Dr. Gregor Gysi
© Die LINKE
Geburtstag
16.01.1948
Berufliche Qualifikation
Rinderzüchter, Diplom Jurist
Ausgeübte Tätigkeit
MdB, Fraktionsvorsitzender, Rechtsanwalt
Wohnort
Berlin
Wahlkreis
Berlin-Treptow - Köpenick
Ergebnis
44,7%
Landeslistenplatz
1, Berlin
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(...) Ihre Nachricht vom 25. Juli hat mich erreicht.
Die Träger der Bildungseinrichtungen tragen auch die Verantwortung für den Inhalt der angebotenen Bildung. Selbstverständlich hat das Jobcenter und damit die Bundesagentur für Arbeit diesbezüglich eine Kontrollfunktion. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Wirtschaft
06.04.2010
Von:
-

Sehr geehrter Herr Gysi,
habe mich bisher nicht zur Wahl Ihrer Partei durchringen können, weil ich die Grünen z.B. in Sachen Ökosteuern oder Green New Deal für fortschrittlicher halte - in dem durchaus sozialistischen Sinne, dass dies wenigstens in Richtung einer ökologisch reflektierten sozialen Steuerung der Produktion geht. Nun las ich in einer Publikation des WEED den Vorschlag, die Mehrwertsteuer für Fleisch und Fleischprodukte von 7 auf 19 % anzuheben.

Weil das von Rindern ausgestoßene Methan zwar 25 mal Klima wirksamer ist als CO2 aber sehr viel schneller auch wieder verschwindet (Halbwertszeit ca. 8 Jahre) könnte mit so einer Steuer Zeit auch für andere Maßnahmen zur Ökologisierung der Produktion (und Aneignung) gewonnen. Wäre das nicht auch die Chance für Ihre Linke, hier mal avantgardistisch voran zu preschen?

Global wäre das zu begleiten mit einer Ökologisierung der WTO Regeln, einem dem Sicherheitsrat analogen Rat für nachhaltige Entwicklung (dessen Umbauprogramme aus Ökosteuern und -zöllen finnanziert werden). Wie denken Sie und Ihre Fraktion über so eine Perspektive. Wäre das nicht eine vernünftige Ergänzung für Finanztransaktionssteuern, einer verbesserten Progression der Einkommenssteuer usw?

Freundliche Grüße von Hirschel
Antwort von Dr. Gregor Gysi
1Empfehlung
06.04.2010
Dr. Gregor Gysi
Sehr geehrter Herr ,

Ihre Nachricht vom 6.4. hat mich erreicht.
Über diese Frage ist in meiner Fraktion noch nicht beraten und entschieden worden. Ich habe allerdings Sorge, einzelne Lebensmittel mit höheren Mehrwertsteuern zu belasten. Insbesondere für ärmere Teile der Bevölkerung entstehen daraus beachtliche Nachteile. Andererseits gibt es aber zahlreiche ökologische Vorschläge, die wir aktiv unterstützen.
Dabei geht es um weltweite Forderungen genauso wie um Forderungen für die Europäische Union und Deutschland. Mit einzelnen Fragen können Sie sich diesbezüglich an unsere Abgeordnete Eva Bulling-Schröter wenden.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Gysi
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
08.04.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Gysi,

vor der letzten Bundestagswahl wurde mir von einem Vertreter der Linken zugesichert, Die Linke wird sich für die Legalisierung von Drogen, insbesondere von Cannabis einsetzen. Bis jetzt ist davon leider nichts zu spüren. Was genau will Die Linke tun, um das Thema voran zu treiben?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Gregor Gysi
5Empfehlungen
19.04.2010
Dr. Gregor Gysi
Sehr geehrter Herr ,

tatsächlich sind wir dafür, den Profit beim Verkauf von Cannabisprodukten einzuschränken, sie zu legalisieren und den Kinder- und Jugendschutz so zu organisieren, wie er auch beim Alkohol versucht wird. Zur konkreten Beantwortung Ihrer Frage habe ich Ihr Schreiben an den Bundestagsabgeordneten Jan Kort weitergeleitet.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Gysi
Ergänzung vom 13.06.2010
Sehr geehrter Herr ,

mit etwas Verzögerung möchte ich Ihnen im Auftrag von Gregor Gysi zu Ihrer Anfrage ausführlicher antworten. Seit kurzem bin ich drogenpolitischer Sprecher der Linksfraktion im Bundestag. Zum Thema Cannabis ist unsere Position klar:

Die Fraktion DIE LINKE tritt ein für eine staatliche Regulierung des Cannabismarktes nach dem Vorbild der Niederlande und unter Gewährleistung des Jugendschutzes. Die Fraktion DIE LINKE kämpft außerdem dafür, dass Cannabis bei bestimmten Krankheiten, bei denen es keine therapeutische Alternative gibt, als Arzneimittel zugelassen wird. Zum Thema Drogen können Sie gerne unter linksfraktion.de genaueres nachlesen.

Sie sagen, von unserer drogenpolitischen Position ist "wenig zu spüren". Damit sprechen sie ein Problem an, dass die Drogenpolitik leider allgemein betrifft. Nach einer starken außerparlamentarischen Bewegung Ende der Neunziger, die sich die Entkriminalisierung von Cannabis zu Ziel gesetzt hatte, ist das Thema heute leider nicht mehr sehr populär. Die Enttäuschung, dass Rot-Grün in diesem Bereich keinerlei grundsätzliche Reformen eingeleitet hat, ist dafür sicherlich ein wichtiger Grund. Es ist heute sehr schwierig geworden, mit der Forderung nach einer Liberalisierung den nötigen Druck zu entwickeln. In den Medien kommt das Thema deshalb kaum vor. Von unseren politischen Forderungen in diesem Bereich wird deshalb auch kaum berichtet.

Eine unserer zentralen Forderungen ist die Einrichtung einer Enquetekommission des Deutschen Bundestages zum Thema nationale und internationale Drogenpolitik. Das Problem betrifft nämlich nicht nur Cannabis sondern der "Krieg gegen Drogen" behindert immer noch die Entwicklung ganzer Staaten und hat in den letzten 30 Jahren keinerlei Erfolge gebracht.

Mit besten Grüßen

Niema Movassat MdB
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
08.04.2010
Von:

Sehr geehrter Dr. Gysi,

Ich habe in den Medien die Nachricht entnommen, dass die Linkspartei ein neues Grundsatzprogramm mit dem Ziel eines demokratischen Sozialimus in Deutschland deklariert.Dadurch wird meiner Meinung nach neben den politischen Bereichen und Problemen, die sie mit ihrer Partei versuchen zulösen auch der Versuch gestartet werden soll ihre Partei flächendeckend in Deutschland zu formieren und integrieren. Ich habe Sorge um die Demokratieüberzeugung in ihrer Partei, wenn überzeugte Kommunisten wie Frau Wagenknecht mit ihren demokratiefeindlichen Ideologien in der Linkspartei Einfluß nehmen können und jedes Jahr hohe Parteivertreter u.a. Sie dem Todestag bedeutender Kommunisten wie DDR-politier Walter Ulbricht, der durch den Mauerbau das deutsche Volk und die deutsche Einheit getrennt hat, gedenken.
Wie können Sie und ihre Partei das Volk mit ihren Ideen einer demokratischen Linkspartei überzeugen und gleichzeitig den "Beigeschmack" einer modernen SED-Nachfolgepartei haben ?
Obwohl Sie sicherlich ein sehr beschäftigter Mann sind würde ich über eine Antwort ihrerseits sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Gregor Gysi
2Empfehlungen
19.04.2010
Dr. Gregor Gysi
Sehr geehrter Herr ,

Ihre Nachricht vom 8. April hat mich erreicht.
Die Erneuerung meiner Partei bestand schon seit Dezember 1989 darin, dass wir noch einen demokratischen Sozialismus anstreben. Ein diktatorischer Sozialismus kommt für uns nicht mehr in Frage. Dazu bekennt sich auch Sahra Wagenknecht.

In einem Punkt irren Sie allerdings. Es gibt keine Demonstration zu Ehren von Walter Ulbricht u.a.
Deshalb kann ich an einer solchen auch nicht teilnehmen, was ich ohnehin nicht täte. Es handelt sich um eine Demonstration zu Ehren von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, die wegen ihrer Überzeugungen ermordet wurden. Daran nehme ich regelmäßig und auch gerne teil.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Gysi
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
10.04.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Gysi,

Danke für Ihre Worte vom 9.3.2010 auf meine Frage. Erneut haben wir aber feststellen müssen dass Sie bei den Betroffenen des Großfughafens BBI mogeln und Ihre Antwort Unverständnis erzeugt. Ich möchte Sie daran erinnern, dass Sie auch " Beteiligungen" in vorgehenden Antworten zugesagt haben.

Deshalb frage ich Sie erneut - jetzt noch deutlicher : Wann spenden Sie persönlich für eine private Messstation ( ca. 500 € ) , wie es andere MdB tun werden ? Übernehmen Sie die Patenschaft für das Lärmnetz des DFLD im Bereich Berlin ?

Die von Ihnen angemerkten Gespräche, u.a. mit Frau Tack, haben ergeben, dass alles gesetzlich zugeht und der Flughafen in der Pflicht ist. Auf der anderen Seite können die Gutachter für die Schallschutzmaßnahmen nicht einmal die Schutzziele benennen.

Herr Gysi, was haben Sie persönlich im Jahre 2010 getan, damit das Schutzgut Mensch – lebenswürdig im Bereich BBI leben kann ? Welche politischen Initiativen haben Sie unternommen, damit " Mensch" in Würde und ohne gesundheitliche Schäden am Flughafen überleben kann ?

Seit Januar 2010 werden im Bereich SXF keine Fluglärmbeschwerden mehr beantwortet. Schreiben an die Landesregierung Brandenburg zu Fragen Schallschutz ebenso nicht. Was können Sie als unserer Dienstleister für uns tun, damit auch der Ministerpräsident eine Antwort zu lebenswichtigen Fragen geben kann und die Beschwerden zu lauten Falschfliegern eine angemessene Würdigung erfährt ?
Was passiert mit den Sanktionensgeldern von den Falschfliegern ?.

Noch gesunde Grüsse

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Frage zum Thema Gesundheit
11.04.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Gysi,

es gibt Hinweise, dass auch die jetzige Bundesregierung an der Einführung der "elektronischen Gesundheitskarte" festhalten wird und die Anwendungen wie "elektronisches Rezept" sowie die "elektronische Patientenakte" später doch kommen werden.
Alle "Vorteile" zur Einführung der neuen Chipkarte einschl. das zur Verhinderung von Missbrauch Aufbringen eines (ungeprüften) Fotos haben sich im Laufe der Zeit als nicht haltbar herausgestellt.
Die neue Karte birgt - besonders auch für Patienten mit schwer zu diagnostizierenden Erkrankungen - erhebliche Gefahren und könnte vermehrt zu Falschdiagnosen und Falschbehandlungen führen. Die Speicherung von sensiblen Krankheits- und Sozialdaten von 80 Millionen Bundesbürgern in Rechenzentren ist eine große Gefahr und verstößt gegen EU-Recht, dass Ärzten das Einspeisen von Patientendaten in einen Pool ausdrücklich verbietet.

Wird sich "DIE LINKE" verstärkt diesem Thema zum Schutz aller Bürger verstärkt einsetzen können?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Gregor Gysi
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19.04.2010
Dr. Gregor Gysi
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Nachricht vom 11. 4., die ich an die Abgeordnete Dr. Martina Bunge mit der Bitte um Beantwortung weitergeleitet habe.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Gysi
Ergänzung vom 23.04.2010
Sehr geehrte Frau Thies,

vielen Dank für Ihre Frage, die mir von Herrn Dr. Gysi weitergeleitet wurde.

Meine Fraktion DIE LINKE spricht sich gegen die elektronische Gesundheitskarte, vor allem mit der zentralen Speicherung der Daten aus. DIE LINKE ist der Ansicht, dass der Datenschutz unbedingt Vorrang hat, auch Vorrang vor einer Einführung der Gesundheitskarte und besonders Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen.

Selbstverständlich steht DIE LINKE einer sicheren und unbürokratischen Anwendung von Kommunikationstechnologien im Gesundheitswesen offen gegenüber. Aber ein Projekt, das kaum gegen Missbrauch zu sichern ist, unausgereifte Bedienkonzepte enthält und Privaten großen Einfluss auf die Erhebung, Nutzung und Speicherung erlaubt, lehnen wir ab.

In ihrer Antwort auf die Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE beziffert die Bundesregierung die Kosten aus dem Gesundheitsfonds für die Gesundheitskarte auf 655 Millionen Euro im Jahr 2009. Gutachten für die Betreibergesellschaft gematik zeigen, dass das Projekt die Versicherten im schlimmsten Fall bis zu 14,1 Milliarden Euro in den ersten acht bis neun Jahren kosten könnte.

Jetzt steht fest, dass es ganz allein die Versicherten sind, die über ihre Krankenkassenbeiträge den Löwenanteil der Kosten dieses technologischen Projekts zu zahlen hätten. Die Versicherten würden so also eine Infrastruktur finanzieren, die für sie selbst bis auf weiteres kaum Nutzen bereit hält, aber vor allem durch private Gesundheits- und Medizintechnikunternehmen über kostenpflichtige Mehrwertdienste kommerziell genutzt werden soll. Alle Berechnungen sagen im Grunde aus, dass sich die elektronische Gesundheitskarte erst durch die kommerziellen Mehrwertdienste rechnet. Genau diese lehnt DIE LINKE aber entschieden ab. Wenn aber ohne die kommerziellen Mehrwertdienste die Gesundheitskarte mehr Kosten als Nutzen mit sich bringt und zudem noch Datenschutzrechtlich höchst bedenklich ist, darf sie nicht eingeführt werden.

Die FDP hat in der letzten Legislaturperiode einen Antrag eingebracht, in dem sie für ein Moratorium bei der Einführung der Karte plädiert hat, um auch dezentrale und andere Lösungen zu prüfen. Ich gebe Ihrer Befürchtung recht, dass die FDP jetzt in Regierungsverantwortung offensichtlich von einem Gegner zu einem Befürworter der elektronischen Gesundheitskarte zu werden scheint. DIE LINKE steht weiter zu Ihrem Wort und wird sich gegen die Einführung dieser elektronischen Gesundheitskarte zur Wehr setzen.

Mit freundlichen Grüßen

Martina Bunge
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