Dr. Gregor Gysi (DIE LINKE)
Kandidat Bundestagswahl 2009
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Grunddaten
Dr. Gregor Gysi
Jahrgang
1948
Berufliche Qualifikation
Rinderzüchter, Diplom Jurist
Ausgeübte Tätigkeit
MdB, selbstständiger Rechtsanwalt und Publizist in Berlin
Wohnort
-
Wahlkreis
Berlin-Treptow - Köpenick , über Wahlkreis eingezogen
Ergebnis
44,7%
Landeslistenplatz
1, Berlin
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(...) Eine Definition für Reichtum kann ich Ihnen nicht liefern, weil die Bedingungen in Bangladesch und in Deutschland höchst unterschiedlich sind. (...)
Kandidaten-Check
Beim Kandidaten-Check können Sie Ihre eigenen politischen
Überzeugungen mit denen Ihrer Kandidaten vergleichen.
Dr. Gregor Gysi hat sich am Kandidaten-Check beteiligt und zu allen von 32 Thesen Position bezogen.
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Frage zum Thema Energieversorgung
20.07.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Gysi,

warum ist der Gaspreis immer noch an den Ölpreis gekoppelt? Als diese Regelung eingeführt wurde, herrschten ganz andere Bedingungen am Markt. Die Energieversorger nutzen dieses Gesetz skrupellos aus, um ihre Gewinne zu mehren. Ist diese Regelung eigentlich EU - weit eingeführt?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Dr. Gregor Gysi
4Empfehlungen
24.07.2009
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage vom 20. Juli, die ich zuständigkeitshalber an den Abgeordneten Herrn Hill weitergeleitet habe.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Gysi
Ergänzung vom 04.08.2009
Sehr geehrter Herr ,

Gregor Gysi bat mich, Ihre Frage bezüglich der Gaspreise zu beantworten. Mit der Ölpreisbindung sprechen Sie in der Tat einen Kernpunkt des Themas an.

Die Bindung des Gaspreises an den des Öls basiert auf Verträgen, die zwischen Liefer- und Verbraucherstaaten von Energiekonzernen gemacht werden. Obwohl die Vereinbarungen privatwirtschaftlichen Charakter haben, liegt ihnen immer ein politischer Preis zugrunde. Der Festlegung von Gasliefermengen zwischen Gaszprom und EON Ruhrgas oder BASF Wingas gehen immer politische Verhandlungen voraus, wie der Bau der Ostsee-Pipeline zeigt. Da die Verträge in der Regel deutlich länger als zehn Jahre laufen, sowohl Mindestliefer- als auch Mindestabnahmemengen beinhalten und oft mit hohen Investitionen in die Infrastruktur (Pipelinebau, Gasfelderschließung) verbunden sind, wollen die Vertragspartner auch eine langfristigge Sicherheit. Ein zu starker Preisunterschied zu Öl oder Kohle könnte Gas uninteressant machen, da Verbraucher dann zu anderen Energieträgern wechseln. Deswegen ist Erdgas an den Preis von Mineralöl oder Steinkohle (Kraftwerksgas) gebunden. Davon auf absehbare Zeit wegzukommen, ist aber eher unrealistisch. Es handelt sich dabei also nicht um ein Gesetz, sondern um internationale Marktspielregeln. Die EU sollte allerdings gegenüber den Lieferländern auf stabilere Preismechanismen setzen, beispielsweise indem ein Preiskorridor festgelegt wird, um die Verbrauchherinnen und Verbraucher vor zu starken Schwankungen zu schützen.

Für Deutschland ist es deshalb wichtig, die Verhandlungsposition gegenüber den Lieferländern zu verbessern und die Abhängigkeit von Erdgasimporten zu mindern. Das gelingt uns nur, indem wir Erdgas klüger nutzen, den Verbrauch mindern und die heimischen erneuerbaren Energien massiv ausbauen. Statt Erdgas in Einzelheizungen schlicht zu verfeuern, sollte gleichzeitig Strom und Wärme erzeugt werden. Das gelingt mit dezentralen Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK) oder mit sogenannten Micro-KWK, mit denen jeder Hausbesitzer heizen und den Strom in Netz verkaufen kann. Nach unseren Untersuchungen können wir durch effitiente Heiztechnik, Gebäudedämmung und den Einsatz erneuerbarer Energien den Erdgasbedarf im Wärmebereich bis 2030 mehr als halbieren. Dieses "herausgelöste" Gas kann in KWK-Anlagen genutzt werden. Damit verdoppelt sich die erdgasbefeuerte Stromerzeugung bei gleichzeitiger Wärmelieferung. Durch den damit verbundenen Zubau von Fernwärme und die Beimischung von Biogas kann der Erdgasverbrauch insgesamt um ein Viertel gesenkt werden.

Eine klügere Nutzung des Erdgases senkt dann auch die Energiepreise. Voraussetzung ist allerdings - und da haben sie Recht - eine wirksame Kontrolle der Energiekonzerne. Der Gasmonopolist EON Ruhrgas, der die Hälfte des Marktes in Deutschland kontrolliert, wurde erst durch die rotgrüne Schröder-Regierung geschaffen. Neue Anbieter haben kaum eine Chance, an die Haushalte heranzukommen. DIE LINKE will deshalb zum einen die großen Erdgasnetze in die öffentliche Hand überführen, um faire Bedingungen um den Zugang zu Kundinnen und Kunden zu schaffen. Zum anderen soll eine wirksame Gaspreisaufsicht geschaffen werden, indem unter Mitwirkung klagebefugter Verbraucherschutzverbände die Tarifgestaltung überprüft wird und die gesamte Preisgestaltung offengelegt wird.

Weitere Informationen finden Sie auch in unserem Wahlprogramm unter www.die-linke.de und unter www.linksfraktion.de

Herzliche Grüße

Hans-Kurt Hill, MdB
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Frage zum Thema Soziales und Familie
29.07.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Gysi,

ich habe eine (zugegeben verspätete) Nachfrage dazu, wie Sie eine Sicherung und Erhöhung der Renten finanzieren möchten. Ich beziehe mich auf Ihre Antwort der Anfrage von Herrn Moser vom 14.4.08 hier bei abgeordnetenwatch.de.

Demnach wollen Sie eine Erhöhung finanzieren, indem Sie zum einen alle Berufsgruppen in die Versicherung einzahlen lassen und zum anderen die Beitragsbemessungsgrenze aufheben.
Wenn alle Berufsgruppen einzahlen, haben aber doch auch alle diese Gruppen Anspruch auf Rente. Damit erhöhen sich also die Ausgaben für die Rentenversicherung proportional zur Erhöhung der Beitragszahler?
Ebenso erhöhen sich die Ausgaben, wenn die Beitragsbemessungsgrenze aufgehoben wird, da dann entsprechend auch höhere Renten ausbezahlt werden müssen. Oder wieviel Rente soll ein "Herr Ackermann" bekommen, d. h. in welchem Verhältnis soll seine Rente zu seinen eingezahlten Beiträgen stehen?

Vielen Dank für Ihre Antwort!

Mit freundlichen Grüßen
S.
Antwort von Dr. Gregor Gysi
1Empfehlung
18.08.2009
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Nachricht.
Die Einnahmen würden deshalb zunehmen, weil es sich um eine solidarische Bürgerinnen- und Bürgerversicherung handelte. Mit der Aufhebung der Beitragsbemessungsgrenze müsste gleichzeitig die Steigerung der Rente abgeflacht werden. Dies ist auch vom Bundesverfassungsgericht zugelassen worden. Durch die Abflachung ergeben sich höhere Einnahmen als Ausgaben. Das gilt auch für die Einbeziehung weiterer Versicherungspflichtiger.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Gysi
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Frage zum Thema Bürgerrechte, Daten und Verbraucherschutz
29.07.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Gysi,

wie ich nun auf einer rechtsstaatlichen Internetseite erfahren konnte, wurde das Bundesjustizministerium (BMJ) aktuell vor dem Verwaltungsgericht Berlin wegen mutmaßlicher Informationsunterdrückung (gem. IFG) verklagt; - s. Links:

www.are-org.de
www.are-org.de

Streitgegenstand sind (u.a.) Stellungnahmen des BMJ, die an den Pet.-Ausschuss des 16. Deutschen Bundestages zu meiner öffentlichen Petition (öP) für die pol. verfolgten SBZ-Opfer/1945-49 abgegeben wurden.

Den Text dieser BMJ-Beschlussempfehlung (an den Pet.-Ausschuss / BT) finden Sie unter dem folgenden Link:

www.bundestag.de

Das BMJ schrieb demnach offenbar tatsächlich, Zitat:

  • "Soweit es die ehemalige DDR betrifft, dürfte im Scheitern des dortigen wirtschaftlichen und politischen Systems auch eine entsprechende Genugtuung für die zu Unrecht diffamierten Opfer der Bodenreform liegen.”

Meine Fragen:

1. Ersetzt der Untergang der NS- und SED-Diktatur demnach tatsächlich eine rechtsstaatliche Rehabilitierung aller zu Unrecht pol. verfolgten Opfer beider Diktaturen?

2. Warum hat das BMJ die Stellungnahmen zu meiner öP (m. E. völlig sachfremd !) auf "Enteignungs- / Eigentumsfragen” abgestellt? - Meine öP sprach mit keiner einzigen Silbe vermögensrechtliche Fragen an - sondern stellte einzig und alleine auf die moralische Reha (d. h. konkret: Wiederherstellung von EHRE und REPUTATION) der (durch das BMJ anerkannter Maßen) zu Unrecht diffamierten pol. Verfolgungs-Opfer ab (Art. 1 GG / Menschenwürde) - s. Link :

epetitionen.bundestag.de

3. Wie kann ich gegen diese m. E. UNSACHLICHEN, unrechtsstaatlichen und geschichtsklitternden BMJ-Stellungnahmen als Petent (gem. Art. 17 GG) vorgehen?

4. Steht Ihre Partei für eine überfällige moral. Reha dieser kommunistischen politischen Verfolgungs-Opfer/1945-49?

MfG
M.
Antwort von Dr. Gregor Gysi
2Empfehlungen
18.08.2009
Sehr geehrter Herr ,

Ihre Nachricht hat mich erreicht. Auf jeden Fall würde ich Ihnen empfehlen, zur Stellungnahme des Bundesjustizministeriums selbst gegenüber dem Petitionsausschuss Stellung zu nehmen. Seit Jahren setzen wir uns dafür ein, dass auch die Opfer aus der DDR gerecht behandelt werden, höhere Entschädigungen erhalten. Dabei wird es auch bleiben.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Gysi
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Frage zum Thema Soziales und Familie
07.08.2009
Von:

Wird das sogenannte Schulstarterpaket auch an Schüler der 11. bis 13. Klasse gezahlt?
Vielen Dank.
Antwort von Dr. Gregor Gysi
1Empfehlung
19.08.2009
Sehr geehrte Frau ,

leider wird das so genannte Schulstarterpaket nicht an die Schülerinnen und Schüler der 11. bis 13. Klassen gezahlt. Es ist offenkundig so, dass den sozial Schwachen keine zusätzlichen Mittel zur Verfügung gestellt werden sollen, damit auch ihre Kinder das Abitur erwerben können. Wir haben dagegen deutlich und scharf protestiert, aber die Mehrheit von Union und SPD hat es leider anders entschieden.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Gysi
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Frage zum Thema Arbeit
08.08.2009
Von:

Frage könnte auch unter Gesundheit - soziale Gerechtigkeit -Aussenpolitik- Bürgerrechte laufen.

Hallo Dr. Gysi,
in anderen EU Ländern kann man nach ca.40 Arbeitsjahren in den Ruhestand gehen. Ist es nicht möglich übers Eu-recht wenigstens nach 45 gearbeiteten Jahren bei vollen bezügen den Ruhestand zu erlangen oder einzuklagen ?
Antwort von Dr. Gregor Gysi
2Empfehlungen
19.08.2009
Sehr geehrter Herr ,

über EU-Recht lässt sich leider die von Ihnen gestellte Frage nicht zugunsten der Betroffenen beantworten. Wir müssen in Deutschland dafür kämpfen, dass politische Mehrheiten entstehen, die genau solche Beschlüsse fassen.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Gysi
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Ihre Frage an Dr. Gregor Gysi
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