Dr. Claudius Moseler (ÖDP)
Kandidat Landtagswahl Rheinland-Pfalz 2006
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Dr. Claudius Moseler
Jahrgang
1966
Berufliche Qualifikation
Dipl.-Geograph
Ausgeübte Tätigkeit
hauptamtlicher ödp-Generalsekretär
Wohnort
-
Wahlkreis
Mainz II
Ergebnis
1,8%
Landeslistenplatz
1
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www.claudius-moseler.de
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Frage zum Thema Gesundheit
18.03.2006
Von:

Leider kann ich in Ihrem Wahlprogramm keine Informationen zum Thema Gesundheit finden. Nach meiner Auffassung eines der zentralen Themen für die nächste Zukunft.
Halten Sie unser derzeitiges System für zukunftsfähig?
Können Sie sich vorstellen, dass alternative Medizin künftig ein wichtiger Bestandteil werden könnte?
Antwort von Dr. Claudius Moseler
1Empfehlung
19.03.2006
Dr. Claudius Moseler
Sehr geehrter Herr ,
 
vielen Dank für Ihre Anfrage. Es ist richtig, dass es im landespolitischen Programm keine Aussagen zur Gesundheitspolitik zu finden sind. Da es sich weitgehend um bundespolitische Fragestellungen handelt, finden Sie Aussagen dazu im Bundespolitischen Programm der ödp: www.oedp.de
Darin heißt es u.a.:

V 10 Gesundheitspolitik zwischen Eigenverantwortung und Solidarität

Große Fortschritte in der medizinischen, medizin-technischen und pharmazeutischen Forschung helfen, Leben zu retten und die allgemeine Lebenserwartung zu verlängern. Zugleich sind dadurch aber die Kosten im Gesundheitswesen erheblich angestiegen. Alle Beteiligten, nämlich Patienten, Ärzte, Krankenkassen und Krankenhäuser müssen ihren Beitrag dazu leisten, das Gesundheitssystem zu entlasten und so funktionsfähig zu erhalten. Auch im Hinblick auf die zu senkenden Lohnnebenkosten können die gesetzlichen Krankenkassen nicht unbegrenzt in Anspruch genommen werden. Es wird in Zukunft unumgänglich sein, einen Modus zu finden, der mehr Eigenverantwortung und mehr wirtschaftliche Effizienz mit einer im wirklichen Notfall verlässlichen Solidarität verbindet. Bei der Entwicklung der Krankheitskosten wird bisher zu wenig beachtet, dass sie zu ca. 50% erst im Rentenalter anfallen. Die Krankenkassen sind damit zumindest zur Hälfte ein Altersversorgungssystem. Damit ergeben sich auch für sie aus dem Geburtenrückgang ganz ähnliche Probleme wie für die gesetzliche Rentenversicherung (vgl. Kapitel II.1). Das bedeutet, dass künftig von einer kleiner werdenden Nachwuchsgeneration nicht mehr die Übernahme der gesamten Krankheitskosten für die alte Generation erwartet werden kann. Wie bei der gesetzlichen Rentenversicherung ist es somit auch in der Krankenversicherung notwendig, dass Versicherte ohne Kinder den höheren Kostenbedarf im Alter während ihres Erwerbslebens ansparen, um zu verhindern, dass er der Kindergeneration zusätzlich aufgebürdet wird. Ohne eine solche Lösung wird die Kostenexplosion nicht in den Griff zu bekommen sein, wenn das System der solidarischen Krankenversicherung grundsätzlich erhalten werden soll. Die heutigen niedrigen KV-Beiträge der Rentner/innen sind kein echter Beitrag, da auch sie – wie die Renten selbst – von der Kindergeneration aufgebracht werden müssen. Die kostenlose Mitversicherung der Kinder in der Krankenkasse ist kein Ausgleich für die quasi kostenlose Mitversicherung der Rentner und Rentnerinnen, da die durchschnittlichen Krankheitskosten eines Kindes nur etwa ein Siebtel der durchschnittlichen Krankheitskosten eines Rentners/einer Rentnerin betragen. Für eine hohe Qualität des Gesundheitswesens sind vernünftige Arbeitsbedingungen, und leistungsfähige Organisationsstrukturen nötig. Die Arbeitsbedingungen z.B. der Bediensteten in den Krankenhäusern aber verschlechtern sich immer weiter. Die Missachtung der Arbeitszeitgesetze ist zur Normalität geworden, Tausende von Ärzten fehlen, um die Dienstlänge auf ein zulässiges Niveau zu bringen. Die persönliche Betreuung der Patienten wird immer geringer. Dazu kommt, dass Patienten in der Regel nicht in der Lage sind, z.B. die ärztlichen Tätigkeiten fachkundig zu beurteilen oder zu kontrollieren oder gesundheitliche Risiken richtig zu kalkulieren. Die Kostenanalysen bei den neu einzuführenden fallbezogenen Pauschalen im Krankenhausbereich sind grundsätzlich zu begrüßen. Jedoch können enorme Kosten (in den USA schon 20% der Gesamtkosten) für die Dokumentation und Evaluation entstehen. Insgesamt ist die zunehmende Privatisierung von Kliniken nicht unproblematisch. Wenn die Klinikbetreiber zu Aktiengesellschaften werden, sind zusätzlich zu den Betriebskosten Renditen für die Aktionäre zu erwirtschaften. Gehen die Renditen zurück, zieht sich das Kapital zurück mit entsprechenden Auswirkungen auf die Versorgungsqualität. Von einer Qualitätskontrolle und der Unterstützung der Patienten bei ihrer Entscheidungsfindung durch Tests, Preisvergleichslisten und Veröffentlichung von Kontrollergebnissen durch die Krankenkassen ist bisher nichts erkennbar. Wettbewerb unter den medizinischen Leistungsanbietern ohne qualitative Vergleichsmöglichkeit ist jedoch sinnlos. Obwohl es eine Vielzahl von gesetzlichen Krankenkassen gibt, ist deren Wettbewerb untereinander eher scheinbar. Durch den Risikostrukturausgleich wacht der Gesetzgeber darüber, dass stärker in Anspruch genommene Kassen intern entlastet werden. Die Ausgaben für Werbung sowie der große Verwaltungsaufwand, der betrieben wird, um die Fiktion eines freien Marktes aufrecht zu erhalten, sind also nicht gerechtfertigt.
Das ödp -
Konzept:
·        
Als Konsequenz aus der Geburtenentwicklung ist eine stärkere Kostenbeteiligung Kinderloser an ihren hohen Krankheitskosten im Rentenalter durch die Bildung eines Kapitalstocks zu fordern, da diese Kosten ein Mehrfaches der Mitfinanzierung für Kinder durch die kinderlosen Versicherten betragen.·

Alle gesetzlichen Krankenversicherungen sind zu einer Kasse zusammenzuschließen. Das durch die Kassenfusion frei gestellte Personal ist teilweise für die stärkere Qualitätskontrolle im gesamten Gesundheitswesen einzusetzen. ·

Überwachung von Qualität, Wirtschaftlichkeit und Transparenz der medizinischen Leistungen durch geeignetes fachkundiges Personal der Krankenkassen.·        

Mehr Einfluss der Krankenkassen auf die Investitionsplanungen der Krankenhäuser.· Einführung eines Patientenbuchs, in dem außer den persönlichen Daten (Blutgruppe, Impfungen, Allergien, Anamnese etc.), von den behandelnden Ärzten die von ihnen vorgenommenen diagnostischen Maßnahmen (technische und Laboruntersuchungen), die Diagnosen und verordneten Therapieschritte verzeichnet werden. Das Patientenbuch bleibt in der Hand des Patienten und wird bei jedem Arztbesuch/Krankenhausaufenthalt vorgelegt und vom Patienten /von der Patientin gegengezeichnet. Dadurch werden Doppeluntersuchungen vermieden und ein Kontrollmechanismus über tatsächlich erfolgte Maßnahmen installiert.·    
    
Alle Rechnungen sind mit Angaben zur Diagnose nachrichtlich auch dem Patienten/ der Patientin zu übersenden.·      
  
Einführung einer privaten Unfall-Pflichtversicherung für motorisierte Verkehrsteilnehmer. Genau so wie bei der Anmeldung eines Fahrzeugs eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden muss, um etwa entstehende Schäden am Fahrzeug eines Kontrahenten abzudecken, so muss in Zukunft eine weitere Pflichtversicherung gefordert werden, die eigene, durch einen Verkehrsunfall verursachte Krankenkosten auffängt.·    
    
Bei den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung ist mehr als heute darauf zu achten, dass der wirtschaftliche Einsatz in angemessenem Verhältnis zu dem medizinisch zu erwartenden Nutzen steht. Die entsprechenden Kriterien können nur von geeigneten Fachgremien erarbeitet werden.·  
      
Die Steuern auf Tabakwaren sind drastisch und ohne sanfte Übergangsregelungen anzuheben, da so ein Anreiz zum Aufhören besteht und zugleich der Zugriff für Kinder und Jugendliche erschwert wird. Zugleich sind verstärkt Mittel für die Suchtprävention und für Entzugshilfen bereit zu stellen. Auch die Alkoholsteuer darf ausschließlich unter gesundheitspolitischen Gesichtspunkten erhoben werden.·        

Zuzahlung der Patienten/Patientinnen für Medikamente von 10% des Preises bis zu einer Höchstgrenze von 4 Euro/Packung.·  
      
Verpflichtung für Ärzte und Apotheker, die preiswertesten Medikamente unter Beachtung gleicher medizinischer Wirksamkeit zu verordnen bzw. auszugeben. Reimporte zur Kosteneinsparung sind abzulehnen (hohes Verkehrs- und Transportaufkommen durch den Reimport der Arzneimittel aus dem Ausland!) Stattdessen sind die Arzneimittelhersteller durch die Einführung von Festpreisen auf europäischem Niveau zur Preissenkung der Originalpräparate in Deutschland zu zwingen.·        
Nichtzulassung von so genannten "Pseudoinnovationen".

Wenn Arzneimittelpatente auslaufen, werden diese Arzneimittel von Billigherstellern preiswert angeboten. Um dem Preisverfall zu begegnen, versuchen viele Hersteller durch Neuzulassungen ähnlicher Wirkstoffe neue Patente zu erhalten. In den meisten Fällen bringen diese so genannten "Pseudoinnovationen" keine wirklichen medizinischen Vorteile für die Patienten. Deshalb muss hier stärker kontrolliert werden.·      
  
Einführung der Steuerreform für Arbeit und Umwelt. Die dadurch zu erzielende Senkung der Lohnnebenkosten führt zu einer Kostenreduzierung im Gesundheitswesen (ohne Personalabbau!) Durch die Verringerung der Arbeitslosigkeit erhöhen sich außerdem die Beitragseinnahmen.·        


Ausbau geregelter Fortbildungen und Qualitätskontrollen im Gesundheitswesen entsprechend den positiven Ansätzen in einigen Fachgebieten und Regelungen in anderen Ländern.·        
Förderung der

Forschung und Lehre auf dem Gebiet alternativer Heilmethoden. · Kostenübernahme naturheilkundlicher Behandlungsweisen und Heilmittel durch die gesetzlichen Krankenkassen. Dadurch lassen sich oft Kosten sparen.· Verbesserung und einheitliche gesetzliche Regelung der Heilpraktikerausbildung.·     
   
Die dezentrale, wohnortnahe Krankenhausversorgung der Menschen ist sicherzustellen. Durch Kooperation und Koordination von Einrichtungen untereinander und mit niedergelassenen Ärzten sind qualitative Verbesserungen und wirtschaftliche Effizienz gleichermaßen zu erzielen. Die Schließung zahlreicher patientennaher Krankenhäuser zugunsten der Großkliniken im Rahmen der laufenden Zentralisierung muss verhindert werden. Stattdessen ist die weitere Qualitätsverbesserung durch Zusammenarbeit und den Einsatz von Telekommunikation zu erreichen.· Bereitstellung und finanziell ausreichende Förderung von Hospizstationen und ambulanten Hospizdiensten zur menschenwürdigen Betreuung Todkranker.·      

  
Verstärkte Erforschung der toxischen Gesamtsituation des Menschen und der Beseitigung schädlicher Umwelteinflüsse. Verlässliche Kontrolle der Einhaltung von MAK-Werten (Maximale Arbeitsplatz-Konzentration) bei Giftstoffen.·     

   
Reduzierung von Rückständen in Lebensmitteln und Trinkwasser durch Umstellung der Landwirtschaft auf ökologischen Landbau.
·        
Aufklärung aller Bevölkerungskreise über aktive Gesunderhaltung durch sinnvolle Ernährung und Lebensführung, beginnend in Kindergärten und Schulen.·   

     
Sicherstellung einer ausgewogenen Ernährung (u.a. Vollwerternährung) in allen öffentlichen Einrichtungen mit Küchen, Kantinen oder Mensen, insbesondere in Krankenhäusern.

Daraus folgt, dass das bestehende System reformiert werden muss und das der Einsatz alternativer Heilmethoden ein wichtiger Bestandteil des Gesundheitssystems werden sollte. Dort finden Sie auch weitere Aussagen zu angrenzenden Themenbereichen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Claudius Moseler
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Frage zum Thema Familie
18.03.2006
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Moseler,

Kostenreduzierung und gleichzeitig ein attraktives Konzept an Familienplanung. Gilt dieser Konzept auch für einkommensschwache Familien -Haushalte.

Welche Möglichkeiten sehen Sie realistisch, motivierte Kinder und Jungendliche mit sozial schwachem Hintergrund in Studium und ansruchsvolle Berufe zu integrieren

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Claudius Moseler
1Empfehlung
19.03.2006
Dr. Claudius Moseler
Sehr geehrter Herr ,
 

die ödp fordert dringend die Einführung eines Erziehungsgehaltes. Die Erziehung von Kindern soll als steuer- und sozialversicherungspflichtige Tätigkeit gesellschaftlich anerkannt und bezahlt werden. Diese Forderung ergibt sich daraus, dass Kindererziehung heute – wirtschaftlich gesehen – nicht mehr vorwiegend den Eltern zugute kommt, wie das ursprünglich der Fall war, sondern der Gesamtgesellschaft. Das ist vor allem eine Folge unseres Rentenrechts, in dem die Kinder die einzige Grundlage für künftige Renten bilden (Umlageverfahren). Das Erziehungsgehalt finanziert sich weitgehend selbst durch Einsparungen bei Arbeitslosengeld und Arbeitslosenhilfe, Sozialhilfe, Wohngeld, aber auch beim Verwaltungsaufwand für diese Leistungen, beim Ehegattensplitting und bei der Finanzierung von Kinderbetreuungseinrichtungen. Für uns als ödp steht die Wahlfreiheit für Väter und Mütter im Vordergrund, die durch das Erziehungsgehalt geschaffen werden kann: Entweder hat man die Möglichkeit, mehr Zeit in die Erziehung der eigenen Kinder zu investieren, oder man kann die Kinder in Betreuungseinrichtungen geben. Das Konzept für das Erziehungsgehalt gilt für alle Familien gleichermaßen. Allerdings eröffnet es gerade auch einkommensschwachen Haushalten, sich für Kinder zu entscheiden.
 
Unser bildungspolitisches Programm will die Chancenungleichheit bekämpfen, die die Pisa-Studie festgestellt hat. Jeder muss nach seinen Begabungen gefördert werden. So muss z.B. die Hauptschule zu einer praxisorientierten Schule ausgebaut werden, die den Jugendlichen eine Perspektive auf dem Arbeitsmarkt eröffnet. Wir sind für die Wahlfreiheit der Schule und befürworten das dreigliedrige Schulsystem ergänzt durch die Gesamtschule. Die Durchlässigkeit der Schultypen muss erleichtert werden, damit Kinder, die gute Leistungen zeigen, schneller die Schule wechseln können. Die Entscheidung für die weiterführende Schule soll erst nach der 6. Klasse erfolgen. Kinder mit sozial schwachem Hintergrund müssen die gleichen Bildungschancen haben wie andere Kinder auch. Dann stehen den Jugendlichen auch viele Möglichkeiten offen, zu studieren und einen guten Beruf zu bekommen.
 
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Claudius Moseler
 
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Frage zum Thema Soziales
21.03.2006
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Moseler,

wieso soll man Sie und die ödp wählen, da ja auch die PDS und die Grünen die sozialen Probleme im Land ansprechen, globalisierungskritisch sind und ökologische Politik vertreten.
Wieso gibt es keine gemeinsame ödp/FWG-Liste wie bei der Kommunalwahl in Mainz?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Dr. Claudius Moseler
1Empfehlung
23.03.2006
Dr. Claudius Moseler
Sehr geehrte Frau ,

gerne beantworte ich Ihnen diese grundsätzlichen Fragen.
Zum Thema PDS:
In Rheinland-Pfalz kandidiert die WASG. Leider hat sich die WASG bei der Bundestagswahl mit Post-Kommunisten von der PDS eingelassen. Konsequenterweise rebellieren jetzt etliche Landesverbände der WASG dagegen und kandidieren selbst zur Landtagswahl in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern, wo ja die PDS/Linke an der Regierung ist. In Rheinland-Pfalz wurden über 30 Kandidaten von der Landesliste der WASG gestrichen, weil die Partei nicht in der Lage war, eine Kandidatenaufstellung nach demokratischen Grundsätzen durchzuführen. Über die "Bordellaffäre" Winkelmeier im Raum Neuwied brauche ich wohl nichts weiter zu sagen.
Umwelt- und Sozialpolitik sind die Seite der selben Medaille, daher werden in der ödp im Gegensatz zu den "Linken" beide Themen gleichwertig behandelt. Darüber hinaus schaffte Oskar Lafontaine m.E. mit seinen ausländerfeindlichen Äußerungen zu den Gastarbeitern und ausländischen Mitbürgern leider den "Ringschluss" zu Rechtsaußen.

Zum Thema Grüne:
Leider haben die Grünen in der Bundesregierung mit der SPD die Gentechnik nicht konsequent verhindert. Daher ist auch der Wahlkampf der rheinland-pfälzischen Grünen in Sachen Gentechnik unglaubwürdig. Weiteres Beispiel: der Rücktritt von Reinhard Loske von seinem Amt als stellvertretender Vorsitzender der Grünen Bundestagsfaktion ist für mich die Fortsetzung der "ökologischen Krise" bei den Grünen. Loske kommentierte seinen Rücktritt abschließend mit den Worten: "Als Ökologe fühlt man sich bei den Grünen mittlerweile ziemlich einsam."
Hintergrund des Rücktritts war, dass sich der ehemalige Umweltminister Jürgen Trittin in einem Antrag zur Atommüll-Endlagersuche gegen den Arbeitskreis Umwelt der Fraktion Bündnis90/Die Grünen durchgesetzt hat. Dabei ging es um die Suche nach einem Endlager für atomare Abfälle, die nunmehr von der Atomindustrie vorgenommen werden soll und nicht durch den Staat. Damit wird doch der Bock zum Gärtner gemacht. Somit zementieren die Grünen Gorleben und Schacht Konrad als künftiges Endlager, denn die AKW-Betreiber haben sich bereits auf diesen Standort festgelegt. Eine ergebnisoffene Suche ist damit nicht mehr möglich. Das Argument der Grünen, man dürfe sich nicht von Entscheidungen aus der Zeit der Regierungsbeteiligung distanzieren, zeige dass die Grünen immer noch nicht zu einer konsequenten Umweltpolitik zurückgekehrt sind. Die Anti-Atom-Bewegung hat m.E. einen ehemals wichtigen Verbündeten endgültig verloren.

Zum Thema FWG:
Bei der Zusammenarbeit mit der FWG Mainz handelt es sich um ein lokales Bündnis, welches im Mainzer Rathaus als Stadtratsfraktion ödp/Freie Wähler arbeitet. Leider hat der FWG-Landesverband schon während der Kommunalwahl unsere Mainzer Zusammenarbeit heftig kritisiert. Der FWG-Landesverband lehnt es leider ab, mit politischen Parteien enger zusammenzuarbeiten, obwohl viele politische Inhalte auch von der ödp vertreten werden, wie z.B. der Erhalt der Verbandsgemeinden oder die Bekämpfung der Korruption in der Politik. Allerdings ist die ödp im Demokratie-Bereich konsequenter: Wir steht für das Verbot von Firmenspenden an Parteien, damit diese unabhängig von der Wirtschaft Entscheidungen für die Bürgerinnen und Bürger treffen. Volksbegehren und Volksentscheide sind zu erleichtern.

Bei der Landtagswahl wird die ödp von der Familien-Partei unterstützt, deren Mitglieder auf der ödp-Liste kandidieren. Die Förderung von Familien ist uns ein wichtiges Anliegen, da beide Parteien die Einführung des Erziehungsgehaltes fordern. Wir wollen uns nicht gegenseitig die Stimmen abnehmen und daher werden wir im Wahlkampf von der rheinland-pfälzsichen Familien-Partei unterstützt. Weitere Infos dazu auf www.oedp-rlp.de

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Claudius Moseler
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Frage zum Thema Verkehr
23.03.2006
Von:

Sehr geehrter Herr Mosele,
wie stehen Sie zum Ausbau des Frankfurter Flughafens?
Mit freundlichen Grüßen,
Antwort von Dr. Claudius Moseler
1Empfehlung
23.03.2006
Dr. Claudius Moseler
Hallo Frau ,
ich lehne den Ausbau des Frankfurter Flughafens ab. Auch die Fluglärmbelastungen in der Region müssen reduziert werden. Geeignete Instrumente könnten u.a. die Besteuerung des Flugbenzins, ein Nachtflugverbot (22-6 Uhr), die Änderung der Anflugverfahren sowie die Verlagerung innerdeutscher Flüge auf die Bahn sein.
Aus ökologischer Sicht ist es sehr bedenklich, dass das Wachstum des Luftverkehrs nahezu ungebremst stattfinden kann. Neue Arbeitsplätze müssen in anderen Bereichen gefördert und angeboten werden.
Mit freundlichen Grüßen
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Frage zum Thema Umwelt
24.03.2006
Von:

Guten Tag, Dr. Claudius Moseler (ödp),

Weil ich nicht weiß, für was Sie stehen, frage ich Sie als Verbraucherin und Wählerin:

1. Ist Rezzo Schlauch auf dem falschen Dampfer?
www.saar-echo.de

2. Fördern Sie die Atomwirtschaft per Atomstromkauf oder kaufen Sie Ökostrom ?

Mit freundlichen Grüßen

G.
Antwort von Dr. Claudius Moseler
1Empfehlung
25.03.2006
Dr. Claudius Moseler
Sehr geehrte Frau , gerne beantworte ich Ihnen Ihre Fragen wie folgt: 1. Rezzo Schlauch ist auf dem falschen Dampfer: In dem Beitrag des Saar-Echos heißt es dazu: "Stuttgart. Der frühere Staatssekretär Rezzo Schlauch (Grüne) hat bereits als Regierungsmitglied im Dienst des Kernkraftbetreibers EnBW gestanden. Das meldet der Focus in seiner neuesten Ausgabe. Wie aus dem aktuellen EnBW-Geschäftsbericht für 2005 (Stand 10. Februar) hervorgeht, trat der Grünen-Politiker am 1. Oktober vergangenen Jahres dem Beirat bei. Als Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium gehörte er zu diesem Zeitpunkt noch der Regierung an. Bisher hatte Schlauch laut Focus behauptet, er sei erst nach seiner Entlassung in den Beirat berufen worden. Darin sind bereits ehemalige Bundesminister wie Klaus Kinkel (FDP) und Theo Waigel (CSU) oder Manager wie Hartmut Mehdorn (Deutsche Bahn) und Klaus Mangold (Daimler Chrysler) vertreten." Dieser Grünen-Politiker, der damit zum Atomkonzern EnBW wechselt, hat damit die Anti-Atom-Bewegung verlassen. Schlimm ist es, dass er dieses Amt bereits in seiner Regierungszeit ausgeübt hat. Die ödp fordert grundsätzlich die Trennung von Politik und Wirtschaft. Bundes- und Landtagsabgeordnete sowie Minister dürfen nicht mehr in Aufsichtsräten in auf Gewinn ausgerichteten Unternehmen sitzen. Sie müssen Bürger- und nicht Konzerninteressen in den politischen Gremien vertreten. 2. Wir fördern die Atom-, Kohle- und Öllobby nicht mehr. Unsere ödp-Geschäftsstelle in Mainz bezieht Öko-Strom der EWS Elektrizitätswerke Schönau, der nicht nur atomstromfrei, sondern keinen Kohle- oder Ölanteil enthält. Der örtliche Energieversorger entega hat einen durchschnittlichen Atomstromanteil von 20%. Zudem planen die Kraftwerke Mainz-Wiesebaden (KMW) ein neues Kohlekraftwerk in Mainz, welches wir aus ökologischen Gründen ablehnen. Mit freundlichen Grüßen Dr. Claudius Moseler
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