Sehr geehrter Herr

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vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworten möchte. Ich fordere in meinem Wahlprogramm zur OB-Wahl u.a.:
Die Bezahlung von hauptamtlichen Kommunalpolitikern (Dezernenten) und die Aufwandsentschädigungen der Ehrenamtlichen (Ortsvorsteher, Stadträte) müssen auf den Prüfstand. Mittelfristig muss ein Dezernat eingespart werden (ein neues hatten die Ampelfraktionen nach der letzten Kommunalwahl wieder eingeführt).
Staatliche Fraktionszuschüsse erhalten die Fraktionen nicht, sondern nur Fraktionszuschüsse aus dem städtischen Haushalt. Diese wurden in den letzten Jahren bereits auf Anregung des Landesrechnungshofes gesenkt. Die meisten Fraktionen finanzieren daraus die hauptamtlichen Geschäftsführer und weitere Mitarbeiter in den Fraktionsgeschäftsstellen, die in der 200 000 Einwohner Stadt Mainz die ehrenamtlichen Stadträte bei ihrer kommunalpolitischen Arbeit unterstützen, um die Verwaltung entsprechend demokratisch zu kontrollieren. Natürlich müsste auch hier gespart werden, wenn sich die Situation der Stadt Mainz nicht weiter verbessert.
Darüber hinaus fordere ich z.B. zur Verbesserung des städtischen Haushalts:
* Von anderen Städten lernen: Im Vergleich zu anderen Kommunen Einsparpotentiale erkennen. Welche positiven Beispiele können wir für Mainz umsetzen? Diese Frage müssen wir uns für die gesamte Verwaltung und allen stadtnahen Gesellschaften stellen.
* Mehr Anstrengungen bei der Einsparung von Energie in städtischen Gebäuden und im Gebäudemanagement.
* Die Einführung einer elektronischen Einkaufsplattform, um die Kosten bei der Beschaffung von Sachgütern für die Verwaltung weiter zu reduzieren.
* Die Straffung der Unternehmensstrukturen bei den stadtnahen Gesellschaften durch Fusion von Gesellschaften mit ähnlichen Aufgabenbereichen und durch die gesellschaftsübergreifende Bündelung von Aufgaben und Beschaffung.
* Die strikte Einhaltung des Konnexitätsprinzips - Bund und Land sollen einen finanziellen Ausgleich für die Aufgaben bereitstellen, die an Mainz übertragen werden.
Andere Prioritäten würde ich z.B. für den Erhalt der Wissenschaftlichen Stadtbibliothek setzen. Die geplante Streichung von 20 der rund 30 Stellen im Rahmen des "Kommunalen Entschuldungsfonds" ist für diese wissenschaftliche Einrichtung nicht tragbar und unverantwortlich. Die Zukunft dieser Einrichtung ist derzeit aus meiner Sicht gefährdet. Dies ist für den Wissenschaftsstandort Mainz ein Unding.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Claudius Moseler