Christian Hirte (CDU)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Christian Hirte
Jahrgang
1976
Berufliche Qualifikation
Rechtsanwalt
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Bundestages
Wahlkreis
Eisenach - Wartburgkreis - Unstrut-Hainich-Kreis II
Landeslistenplatz
6, Thüringen
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(...) Im Gegenteil ist davon auszugehen, dass sich Moskau - nachdem es zur Kenntnis genommen hat, dass es mit fortgesetzter Fundamentalopposition nichts erreicht - nach einer gewissen Zeit sogar kooperativer zeigt. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
16.05.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Hirte,

bezüglich des geplanten "Gesetz(es) zur Bekämpfung der Kinderpornographie in Kommunikationsnetzen" habe ich ein paar Fragen an Sie:

Wie beurteilen Sie die Verhältnismäßigkeit der geplanten Zensurmaßnahmen in Bezug zum Grundgesetz Artikel 5 (eine Zensur findet nicht statt) - den Absatz 2 kenne ich?
Insbesondere

  • wenn man bedenkt, daß die Sperrliste vom BKA gepflegt werden soll, dessen Mitarbeiter schon mal als agent provocateur agieren und vor Gericht lügen (Quelle: annalist.noblogs.org )
  • wenn die Sperrliste keinerlei öffentlichen Kontrolle zugänglich ist
  • mit dem Wissen, daß etwa die "Operation Himmel" mit ca. 12.000 des Konsums von Kinderpornographie Verdächtigten ein grandioser Fehlschlag war
  • mit dem Wissen, daß es deutlich effizientere Wege mit deutlich weniger "Kollateralschäden" gibt - nachgewiesenermaßen funktioniert das Abschalten einschlägiger Seiten recht gut (Quelle: www.carechild.de )
  • und am Wichtigsten: mit dem Wissen darum, daß dieses Gesetz den Aufbau einer flächendeckenden Internetzensur ermöglichen soll, und es natürlich kein technisches Problem mehr darstellen wird, die Sperrlisten um beliebige weitere Einträge zu erweitern, etwa auf Wunsch der Musikindustrie (Stichwort Raubkopien), der staatlichen Lotterien (die sich durch Internet-Lotto gefährdet sehen) usw. usf.?

Also zusammengefaßt: Wie stehen Sie zu diesem Gesetzentwurf? Wie werden Sie abstimmen?

mit freundlichen Grüßen,

PS: Dieselben Fragen gingenn ebenso an Ihre Jenaer Kollegen Blumentritt, Ramelow und Barth
Antwort von Christian Hirte
2Empfehlungen
09.06.2009
Christian Hirte
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihr Schreiben vom 16. Mai 2009. Offenbar wollten Sie Ihre Anfrage auf die Jenaer Abgeordneten beschränken.
Ich bin leider nicht für Ihren Wahlkreis zuständig. Falls Sie dennoch eine Antwort möchten, kontaktieren Sie mich bitte nochmals.

Viele Grüße

Christian Hirte MdB
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Frage zum Thema Arbeit
25.05.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Hirte,

ich habe derzeit folgendes Problem:
Von September letzten Jahres bis Anfang Januar diesen Jahres absolvierte ich ein Praktikum bei einem Leipziger Unternehmen. Das Praktikum war ein Pflichtpraktikum und Bestandtteil meines Studiums. Bis heute wurde mir noch kein Praktikumszeugnis ausgestellt. Dieses brauche ich aber um mich im kommenden Wintersemester zur Abschlussprüfung meines Studienganges anmelden zu können. Kann ich das Praktikumszeugnis nicht nachweisen, habe ich keinen Anspruch an der Abschlussprüfung teilzunehmen. Ich habe mich im April bei meiner damaligen Praktikumsstelle gemeldet um nach meinem Zeugnis zu fragen, jedoch ohne Antwort.
Meine Frage lautet nun:
1.) Habe ich einen rechtlichen Anspruch auf ein (einfaches oder qualifiziertes) Praktikumszeugnis?
2.) Wenn ja, innerhalb welcher Zeit muss mir dies vom Arbeitgeber ausgestellt werden und welcher Gesetzestext begründet dies?
3.) Wann ist mein Anspruch auf mein Praktikumszeugins verwirkt?

Betreffend der letzten Frage muss ich sagen, dass in meinem Praktikumsvertrag nur steht, dass die üblich Ausschlussklauseln gelten. Diese kenne ich allerdings nicht.

Sie würden mir mit der Beantwortung meiner Fragen sehr weiterhelfen. Ich bedanke mich im Voraus und verbleibe,

mit freundlichen Grüßen,
Antwort von Christian Hirte
3Empfehlungen
28.05.2009
Christian Hirte
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Das Forum abgeordnetenwatch eröffnet die Möglichkeit, Fragen mit politischem Hintergrund an Abgeordnete zu stellen.

Bei den von Ihnen aufgeworfenen Fragen handelt es sich jedoch um eine konkrete Rechtsberatung. Vielleicht hilft Ihnen ja das Portal praktikumszeugnis.de weiter. Ich bin sicher, dass Sie dort Antworten finden. Sie können sich aber auch gern an mein Büro wenden.

Ich bitte um Verständnis, dass ich Ihre Fragen im Forum abgeordnetenwatch nicht beantworten kann.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Hirte MdB
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Frage zum Thema Internationales
03.07.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Hirte

vielen Dank für Ihre Antwort. Offen gestanden, war ich etwas schockiert über Kalte-Krieg-Rhetorik, in der diese verfaßt war. Sind Sie immer noch der Meinung, daß wir in diesen Zeiten leben, wo es um Konfrontation ging und die Logik lautete, alles, was gut für die Sowjetunion (Rußland) ist, ist schlecht für den Westen bzw. umgekehrt. Ist es nicht vielmehr so, daß Rußland sehr wohl zur konstruktiven, strategischen Zusammenarbeit bereit ist und das in der Vergangenheit auch so gezeigt hat? Geht es nicht einfach darum, daß Rußland das offenkundige Vorrücken der NATO auf seine Grenzen beunruhigt?

"Von teilweise brachialer Kremlrhetorik sowie demonstrativen Säbelrasselns des Militärs, die Entschlossenheit und Kompromisslosigkeit glaubwürdig machen will, sollte man sich nicht beeindrucken lassen. Die Politik Rußlands kalkuliert genau das eigene Risiko und nutzt dabei alle Konzessionen, die der Westen machen zu müssen glaubt. Die Erfahrung zeigt, dass Moskau seine Position immer so weit ausreizt, bis es auf definitiven Widerstand stößt; dann entwickelt es regelmäßig die Fähigkeit zu flexiblen Anpassungen oder sogar Kursänderungen (so in der Kubakrise und Tschetschenien). "

Sind Sie sich dessen bewußt, daß Ihre Antwort genau die Politik der Stärke beinhaltet, die Sie an der russischen Politik kritisieren? Ich möchte an Sie die Frage richten, ob Sie das heutige Rußland als politischen Nachfolger der Sowjetunion sehen oder nicht, so wie ich, der Meinung sind, daß die Zeiten des Ost-West-Konfliktes vorbei ist.

In diesem Zusammenhang möchte ich eine Frage wiederholen, auf Sie nicht eingegangen sind, nämlich die Errichtung von NATO-Stützpunkten an den Grenzen Rußlands auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetrepubliken sowie die geplante Errichtung des sogenannten "Raketenabwehrschildes". Würde Sie diese nicht ebenfalls als wenig geeignet betrachten, das Mißtrauen Rußland hinsichtlich einer versuchten strategischen Einkreisung zur zerstreuen?

MfG
Antwort von Christian Hirte
3Empfehlungen
29.07.2009
Christian Hirte
Sehr geehrter Herr ,

es tut mir leid, wenn Sie den Eindruck gewinnen, ich würde eine harte Haltung gegenüber Russland befürworten oder in den Kategorien des "Kalten Krieges" denken. Dem ist nicht so - im Gegenteil. Auch ich bin der Meinung, dass konstruktiver Dialog das bessere Mittel der Diplomatie ist.

Doch ist es meiner Ansicht nach töricht zu glauben, dass sich -nach dem Zusammenbruch des ehemaligen Ostblocks- die Politik zwischen den einstigen Supermächten grundlegend geändert hätte und jetzt traute Zweisamkeit herrscht. Der Aufstieg Chinas zur globalen Macht hat das Interesse sowohl Russlands auch als der vereinigten Staaten auf den asiatischen Kontinent gelenkt. Und sowohl Russland als auch die USA wollen in Asien mitreden. Sie dürfen nicht vergessen, dass sich Russland als Global Player versteht und seinen Einfluss weltweit geltend machen will. Obwohl es sich Russland -angesichts gravierender innenpolitischer und auch finanzieller Probleme- eigentlich gar nicht leisten könnte, hat es in den letzten Jahren aufgerüstet und seine strategischen Raketentruppen erheblich modernisiert. Darüber hinaus ist man gegen die separatistischen Bewegungen sowohl in Tschetschenien aber auch in Dagestan und Inguschetien massiv vorgegangen, damit nicht der Eindruck entsteht, Russland würde sich an seinen Grenzen faktisch nach und nach auflösen.

Ich bin sehr überrascht, dass Sie mir einerseits vorwerfen, die Welt nach Einflusssphären aufzuteilen zugleich aber vehement darauf pochen, dass die russische Einflusssphäre sowohl in Osteuropa als auch in den ehemaligen Sowjetrepubliken erhalten bleibt. Sie sprechen damit souveränen Staaten das Recht ab, selbst zu entscheiden, was für ihre Zukunft das Beste ist.

Um zu verdeutlichen, was ich mit brachialer Kremlrhetorik sagen wollte, habe ich einige Zitate für Sie aufgeführt:

Die NATO wird von russischen Offiziellen und in der Presse überwiegend negativ dargestellt. Sie sei, so heißt es, ein "Werkzeug der USA" und "Kind", "Relikt" oder "Rudiment" des Kalten Krieges sowie ein "Instrument des Krieges". Der seinerzeitige Generalstabschef Viktor Samsonow nannte das Bündnis das "verrufenste, nuklear angefüllte Residuum der alten konfrontativen Epoche, das die für eine Militärorganisation typische Gewaltpsychologie besitzt." (Zitiert nach Osteuropa 2/1998, A 78).
Die Militärzeitung "Roter Stern" schrieb, das die NATO "die Arbeitsmethoden mafiöser Strukturen" kopiere. Ihre Ausdehnung sei "skandalös" und mit "Moral, Sittlichkeit oder einem solchen Begriff wie Vertrauen" unvereinbar. (Krasnaja zvezda 25.4.1997, S.3.) Überhaupt sei die "klassische bürgerliche Heuchelei" den "westlichen Gesellschaften als normale Verhaltensweise in Fleisch und Blut übergegangen"(Krasnaja zvezda 18.12.1997, S.3).
Die Osterweiterung gilt auch in offiziellen Dokumenten als "Bedrohung der nationalen Sicherheit Rußlands". Dahinter stünden u.a. ein neuer deutscher "Drang nach Osten" und die "Interessen westlicher Rüstungskonzerne". Die NATO bzw. der Westen wollen die "momentane Schwäche" Rußlands "ausnutzen", Rußland von sich "abhängig machen" und "zum Rohstofflieferanten degradieren" Der Westen habe "Rußland im Kalten Krieg besiegt, jetzt will er den Sieg perfekt machen" (So der ehemalige sowjetische Generalstabschef General Wladimir Lobow; zitiert nach Wostok 4/1997, S.12f).

Jetzt urteilen Sie mal selbst. Falls Sie noch weitergehende Fragen haben, würde ich sie bitten, direkt Kontakt mit meinem Büro aufzunehmen.

Viele Grüße
Christian Hirte MdB
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Frage zum Thema Integration
23.07.2009
Von:
Uwe

Hallo -
Bin Querschnittsgelähmt - schwerbeschädigtenausweis 100 % ag -
Warum darf ich mit meinem Quad , nur weil es eine Traktor - Zulassung hat , nicht auf befestigten Waldwegen fahren?
Ein Quad mit PKW- Zulassung darf es ! Quad ist gleich Quad !
Behördenwillkür? Oder wie soll ich ohne Technische Hilfsmittel Pilze suchen?
mfg.
Uwe
Antwort von Christian Hirte
1Empfehlung
29.07.2009
Christian Hirte
Sehr geehrter Herr ,

Ihre Frage ist zu speziell, um sie pauschal beantworten zu können.

Ich vermute, dass ein Zulassungsproblem hinsichtlich bauartbedingter Spezifikationen oder der Leistung Ihres Quads besteht. Ich schlage daher vor, Sie wenden sich wegen einer Zulassung bzw. Umschreibung an Ihre Straßenverkehrszulassungsbehörde oder an eine der technischen Überwachungsorganisationen (TÜV, DEKRA). Dort wird man Ihnen sicher kompetent weiterhelfen können.

Sollten Sie damit nicht weiterkommen, wenden Sie sich gerne an mein Büro, um einen Besprechungstermin zu vereinbaren.

Viele Grüße
Christian Hirte MdB
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Frage zum Thema Verwaltung und Föderalismus
09.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Hirte,

Wie stehen sie zu freier Software im Allgemeinen und zu deren Einsatz in der Verwaltung im Speziellen?

mit freundlichen Grüßen

Antwort von Christian Hirte
1Empfehlung
21.09.2009
Christian Hirte
Sehr gehrter Herr ,

herzlichen Dank für Ihre interessante Mail, die ich als Obmann im Unterausschuss "Neue Medien" nur zu gerne beantworte.

Bei Aus- und Weiterbildung sowie in Wissenschaft und Wirtschaft nehmen neue Formen der Wissensbeschaffung, Wissensvermittlung und Wissensbereitstellung auch im Internet eine immer wichtigere Rolle ein. Dazu gehören insbesondere Wikis. Im Bereich des Bundesministeriums für Bildung und Forschung wurde beispielsweise das Projekt "Fainlab" gefördert, das Lernmittel in der Berufsausbildung der Bauwirtschaft durch multimediale Lernmodule ergänzt. Neue Formen wissenschaftliches Arbeitens durch Wissensmanagement werden mit dem Programm "IKT 2020" im Rahmen der Hightech-Strategie gefördert. Mit der Initiative "WissensMedia - Wissensmanagement in mittelständischen Unternehmen und öffentlicher Verwaltung" sensibilisiert das Bundesministerium für Wirtschaft für neue Technologien zur wirkungsvollen Nutzung von Wissen.

CDU und CSU sind sich einig, dass Open Source sachgerechte Lösungen für Bildung und Forschung bereitstellen kann und vielfach interessante alternative Lösungen zu anderen Geschäftsmodellen bietet. Generell sind wir der Auffassung, dass diese Seiten und Projekte staatsfern bleiben sollten, da sie sich so am besten entwickeln können. Die mit staatlicher Förderung zwangsläufig verbundenen Vorgaben sind nur schwer mit der Dynamik von Open-Source-Projekten in Einklang zu bringen. Wir unterstützen hingegen eine indirekte Förderung durch die stärkere Nutzung freier und offener Software durch Behörden. Open-Source-Software bietet aus wirtschafts- und sicherheitspolitischer Sicht Vorteile für den Staat. Auch unterstützen wir - wo möglich - die Bereitstellung von staatlichen Informationen zur Nutzung durch Projekte wie Wikipedia und OpenStreetMap. Vorbild kann die Bereitstellung von 100.000 Fotos aus dem Bundesarchiv für Wikipedia sein.

Viele Grüße

Christian Hirte MdB
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