Bettina Berens (Einzelbewerber)
Kandidatin Landtagswahl NRW 2010
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Grunddaten
Bettina Berens
Geburtstag
13.06.1963
Berufliche Qualifikation
Kauffrau
Ausgeübte Tätigkeit
Selbstständig
Wohnort
Erkrath
Wahlkreis
Mettmann II
Landeslistenplatz
-
(...) Wir sollten jetzt handeln. Die Menschen in den neuen Bundesländern kennen das Prinzip der Selbstversorgung und gegenseitigen Hilfe noch, wir sollten mit den Menschen zusammenarbeiten. Selbstversorgung setzt gegenseitige Hilfe voraus. (...)
Kandidaten-Check
Beim Kandidaten-Check können Sie Ihre eigenen politischen
Überzeugungen mit denen Ihrer Kandidaten vergleichen.
Bettina Berens hat sich am Kandidaten-Check beteiligt und zu allen von 31 Thesen Position bezogen.
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Frage zum Thema Kinder und Jugend
05.04.2010
Von:

Sehr geehrte Frau Berens ,

Für meine Frage benötigen wir einen kurzen Abriss:

Die pädagogischen Möglichkeiten der Erzieher/ Innen in diesem Land und auch in Deutschland gesamt sind ausgeschöpft, sie streikten sogar letztes Jahr und forderten einen angemessenen Personalschlüssel in den Gruppen, welcher auch bei Urlauben und in Krankheitsfällen gesichert ist. Die Realität ist ja meistens die, ich spreche da aus eigener Berufserfahrung, dass eine Erzieherin mit 25 Kindern in der Gruppe so gut wie alleine ist. Bei einigen Trägern wird eine Zweitkraft von 9-12 Uhr gestellt. Nun kann sich bitte jeder selbst vorstellen, welche entspannte und empathische Pädagogik in dieser Lage noch möglich sein KANN . Und das bei Kindern zwischen 3 und 6 Jahren.
Mich interessiert nun:
Wie bewerten Sie den florierenden Ausbau der Kindertagesstätten in Bezug auf die Aufnahme von Kindern zwischen 4 Monaten und 3 Jahren in den Tagesstättenbetrieb, welches durchaus Betreuungszeiten von bis zu 10 Stunden am Tag bedeutet?

Vielen Dank im Voraus,
C.
Antwort von Bettina Berens
2Empfehlungen
07.04.2010
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Frage. Ich habe bis vor 4 Jahren nicht gedacht, dass das Kibiz-Gesetz auch für mich noch Relvanz haben würde. Durch meine jetzt 3jährige Tochter habe ich mich damit auseinandersetzen müssen.

Grundsätzlich ging ich davon aus, dass die Betreuung der Kinder für den Staat die Bedeutung haben könnte, dass die Frauen flexibel genug werden würden, um dem Arbeitsmarkt wieder zur Verfügung zu stehen. Also sollten die Zeiten dementsprechend sein. Weit gefehlt. Von flexibel keine Spur. 3 Varianten und die auch nicht in jeder Kita. Mehr ging nicht. Und dann auch noch zu vorgeschriebenen Zeiten, ab dann, wenn der Kindergarten öffnet und schließt, nicht in dem Zeitrahmen, der den Eltern vorgegeben ist.

Was sollte die ganze Aktion dann werden?

Angeblich, um sicherzusein, wieviel Personal zur Verfügung gestellt werden sollte. Klar, jetzt weiß man, wieviel Personal man in Jahr X braucht, wieviel in Jahr Y weiß man schon nicht mehr. Der Personalschlüssel an sich ist schon eine Wissenschaft.

Die privat organisierten Kitas bieten einen weitgehend flexiblen Zeitrahmen an. Dort muss man höhere Gebühren in Kauf nehmen. Jetzt stellt sich die Frage: Verdienen die privaten Kitas zuviel Geld oder ist die Politik nicht bereit, den Kindern das zu geben, was möglich ist?

Auch die Tatsache, dass die falsche Straßenseite entscheidet, ob man überhaupt Gebühren zahlen muss, ist falsch.

Desweiteren kann ich aus meiner Sicht nur behaupten, dass es nicht zu leisten ist, wenn 15 Kinder im Alter von 4 Monaten bis zu 3 Jahren von 2,5 meist Frauen betreut werden. Dort muss man Abstriche in Kauf nehmen. Das Miteinander von unter Dreijährigen ist noch nicht so ausgeprägt, dass man von Mithilfe sprechen kann. Wenn man eine gemischte Gruppe bis 6 Jahren führt, mag das wieder gegeben sein.

Auch ist es nicht gewährleistet, dass das Kind über die gesamte Zeit eine Betreuungsperson hat. Das geht schon arbeitszeitmäßig nicht, wenn das Kind 45 h in der Kita betreut werden soll. Also wird am Kind gespart.

Die Nachfrage nach Betreuungsplätzen ist da. Ob es für alle Beteiligten besser wäre, wenn die Kinder bis 3 Jahre von den Eltern betreut werden, stellt sich daher nicht. Wenn die Nachfrage politisch gewollt ist, steht der Staat in der Verantwortung, dieser Nachfrage das bestmöglichste Angebot zu machen. Und das sehe ich zum derzeitigen Stand nicht.

Ich erwarte von der Politik, dass sie auch in Punkto Kinderbetreuung eine Menge nachholen sollte. Und das wird auch Geld kosten, das angeblich nicht da ist. Man sollte sich auch hier bewusst machen, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, wird es teurer.

Ich stelle mir ein flexibles Angebot vor, dass es den Eltern ermöglicht, das Kind weitgehend freibestimmt in den Kindergarten zu geben. Ich erwarte Öffnungszeiten, die sich der veränderten Berufswelt anpassen. Ich erwarte, dass die Mitarbeiter bestmöglichst ausgebildet sind. Ich will einen Ausbildungsberuf, der den Namen auch verdient. Dazu gehört ein logopädischer, motorischer und psychologischer Ansatz, der auch Handlungskompetenz bringt. Ich will eine vernünftige Ernährung, d.h. es gehört eine Hauswirtschaftskraft in jeden Kindergarten, wie sollen die Kinder denn kochen lernen, wenn sie sehen, das jemand das Essen bringt, wie es zubereitet wird, sehen sie nicht. Ich erwarte eine Anbindung an die Grundschulen und die ortsansässigen Vereine. Und eine angemessene Entlohnung der Mitarbeiter. So gut, dass sich auch Männer für diesen Beruf interessieren. So blöd wie das jetzt auch klingt.

Ich erwarte weiterhin, dass der Kindergarten immer auch den Menschen offensteht, die mithelfen können und wollen. Da ist ein weiterer Ansatz zu sehen, denn viele Kinder haben keine Probleme, die haben die Eltern und denen sollte man Hilfe zur Selbsthilfe bieten.

Auch über die Infrastruktur muss neu nachgedacht werden. Die Unterstützung von freien Trägern sollte neu überdacht werden.

Ich wünsche uns, dass es nicht mehr zu lange dauert, bis wenigstens die Mindestanforderungen, die die Politik vorgibt, auch erfüllt sind. Von Qualität kann ich bei diesen Mindestanforderungen allerdings nicht sprechen, da fehlt noch einiges.

Meine besten Wünsche an Sie
Ihre Bettina Berens
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
14.04.2010
Von:

Sehr geehrte Frau Berens,

da Sie sich ja als parteilose Direktkandidatin zur Wahl stellen, würde ich gern von Ihnen erfahren, wie Sie zum Thema Volksentscheide stehen und die teilweise Politikverdrossenheit in NRW?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Bettina Berens
2Empfehlungen
15.04.2010
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage, die für mich die Aussage enthält, dass Sie grundsätzlich daran interessiert sind, mehr Einfluss bei politischen Entscheidungen zu haben.

Da ich die Chance ergriffen habe, die übrigens alle lt. Wahlgesetz ergreifen können, als Direktkandidatin bei der Landtagswahl anzutreten, impliziert das meinen Wunsch, mehr Einfluss nehmen zu können.

Aus der Tatsache heraus, dass das dritte Reich möglich geworden war, hat man damals gemeint, man könne alle Macht dem Volk nicht mehr uneingeschränkt riskieren. Daraufhin hat man viele Hürden eingebaut, um sicherzustellen, dass das nicht wieder passiert.

Eine Hürde ist z.B., dass auf Bundesebene ein Volksentscheid nicht möglich ist: "Auf gesamtstaatlicher Ebene besteht in Deutschland für die Bürger keine Möglichkeit Vorlagen jeglicher Art unmittelbar in den Bundestag einzubringen. aus de.wikipedia.org
D.h., wenn wir mit der Regierung nicht einverstanden sind, kann sich die Regierung selbst auflösen, wir als Volk können das formaljuristisch nicht, das ginge dann nur per Putsch.
Auf Länderebene hat sich in den letzten Jahren viel getan. Einzig NRW sperrt sich mit Händen und Füßen.
Ich werde mein Mögliches tun, diesen Zustand dem Bürger nahezubringen und damit offen dafür zu machen, ihren Abgeordneten gehörig Feuer unterm Hintern zu machen. Stimme abgeben und dann läuft die Chose, war gestern. Es regt sich im gesammten Bundesgebiet Widerstand. In den neuen Bundesländern ist es z.B. fast nicht mehr möglich, Bürgermeister zu werden, wenn man einer Partei angehört.
In Bremen formiert sich z.Zt. eine neue Bewegung, (Planspiele für neue Protestpartei www.weser-kurier.de ), die Bürgerinitiativen bündelt und als geballte Kraft sich dem etablierten Parteisystem entgegenstemmen wird. 2011 wird dort gewählt, ich drücke alle Daumen.

In Bayern wurden die Hürden, die eine Initiative nehmen muss, auf ein erträgliches Maß gesenkt. Und viele Bürgerbegehren hatte den Erfolg, dass die Politik dem Willen des Bürgers gefolgt ist. Alle Möglichkeiten erklärt: mehr-demokratie.ev www.mehr-demokratie.de

Ein aktuelles Beispiel für NRW gibt es: das Theater in Köln. (Schauspiel Köln wird saniert www.rp-online.de ).

Es wird Zeit, dass der Bürger das Grundgesetz wieder in die Hand nimmt und politisch aktiv wird. Das Gerede von Politikverdrossenheit und "die da oben" hat dazu geführt, dass wir willenlos dahintreiben.
Es geht, wir können gemeinsam etwas ändern.
Mir macht die Landtagswahl trotz aller Erkenntnisse, dass viele Leute den Mut verloren haben, die Zukunft selbst zu bestimmen, sehr viel Spaß. Und das hoffe ich, auf die Menschen, die mir begegnen, übertragen zu können.

In dem Sinne, mischen Sie sich ein!
Ihre Bettina Berens
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