Winfried Kretschmann (GRÜNE)
Kandidat Landtagswahl Baden-Württemberg 2011
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Winfried Kretschmann
Zur Person Winfried Kretschmann
Aufgewachsen bin ich in einem liberalen, katholischen Elternhaus, in dem frei gedacht und gestritten und zugleich der ganze Reichtum des Kirchenjahres gelebt wurde. Vom Dorf auf der Schwäbischen Alb ging es dann auf´s Gymnasium in Oberschwaben.

Zum Studium noch weiter hinab ins Unterland. Es folgte die 68er Sozialisation in linksradikalen K-Gruppen an der Uni Hohenheim. Nach diesem fundamentalen politischen Irrtum habe ich dann erst mal SchülerInnen jenseits aller Ideologien über die fundamentalen chemischen und biologischen Zusammenhänge der Welt unterrichtet. Doch das Politische ließ mich nicht los.

Ich habe die GRÜNEN in Baden-Württemberg mitbegründet und bin 1980 mit fünf anderen in den ersten Landtag eines Flächenstaates eingezogen. 1986 holte mich Joschka Fischer ins erste grüne Umweltministerium nach Hessen. Nach dem Bruch der Koalition kehrte ich zurück in den baden-württembergischen Landtag. Dass Remstalrebell Helmut Palmer in meinem Wahlkreis kandidiert, kostet mich 1992 das Mandat. Nach vier Jahren fast politikfreien Lehrerdaseins, sitze ich ab 1996 als umweltpolitischer Sprecher und Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt und Verkehr wieder im Landtag. Im Jahr 2000 geht Fritz Kuhn nach 12 Jahren Fraktionsvorsitz nach Berlin. Dieter Salomon wird sein Nachfolger und 2002 Oberbürgermeister von Freiburg. Seitdem bin ich der Fraktionsvorsitzende der baden-württembergischen Grünen. Damit ist auch die Zeit der Querköpfigkeit vorbei. Jetzt muss ich integrieren und zusammenführen. Und natürlich wird erwartet, dass ich zu jedem Thema sofort was Kluges sagen kann, das jedem wohl und niemandem weh tut. Darauf lasse ich mich nicht ein. Auch Politiker können nicht alles wissen und schon gar nicht sofort. Und wer nie aneckt, hat keine Haltung.

Im Juni 2010 wählte mich meine Partei zum zweiten Mal zu ihrem Spitzenkandidaten für die Landtagswahl. Seit über 30 Jahren wirken Abgeordnete der Grünen im Landtag von Baden- Württemberg. Von Beginn an hatten wir den Anspruch, nicht nur die Regierung kritisch zu überprüfen, sondern – auch aus der Opposition heraus – unser Land mitzugestalten. Mit uns fanden die ökologischen Belange mehr Beachtung und ist unsere Gesellschaft ein Stückchen liberaler geworden.

Wichtig für mich und mein politisches Leben ist dabei die Unterstützung durch meine Ehefrau Gerlinde und meinen Kinder Irene, Johannes und Albrecht.
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Winfried Kretschmann hat sich am Kandidaten-Check beteiligt und zu allen von 26 Thesen Position bezogen.
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Frage zum Thema Bildung und Forschung
25.03.2011
Von:

Sehr geehrter Landtagskandidat,

wie sie vielleicht wissen, betreibt die traditionell-katholische Priesterbruderschaft St. Pius X. in Baden-Württemberg zwei Schulen, meine Fragen an Sie sind

1. Wie sehen Sie es dass die Priesterbruderschaft St. Pius X. private Schulen betreibt?
2. Sollen die Schulen aus Ihrer Sicht geschlossen werden oder sollen die Schulen bleiben?
3. Würden Sie sich für eine finanzielle Förderungen der o.g. Schulen einsetzen?

Viele Grüße aus Böblingen


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Frage zum Thema Arbeit und Wirtschaft
25.03.2011
Von:

Unsere Wirtschaft und Arbeitsplätze in BW sind Energie-abhängig. Ein Teil dieser Energie wird von AKWs geliefert. Unter dem Eindruck der Katastrophe in Japan ihat die Anti-AKW Einstellungung nun hoch virulent. Bei der aktuellen Forderung alle AKW sofort abzuschalten vermisse ich allerdings logisches Denken. Falls wir alle 17 AKW in Deutschland abschalten sind wir immer noch von ca 140 Reaktoren in Europa umgeben, auf deren Sicherheitssysteme wir dann keinerlei Einfluss haben, aber wir werden durchaus in die Lage kommen von diesen Strom beziehen zu müssen. Also Abschalten in Deutschland kann uns nicht vor den Folgen eines Atom-Unfalls in Europa bewahren und unsere Nachbarn werden jedenfalls keinesfalls auf AKWS verzichten, solange keine effizientere, sicherere und vor allem grundlastfähige Energieprdoduktion zur Verfügung steht. Windkaft und Solarenergie sind keine brauchbare Alternative um Atomkraft zu ersetzen. Die einzige unerschöpfliche und sichere Energiequelle ist die Erdwärme. Rückschläge, die es bisher gegeben hat sind kein Grund diese Technologie nicht weiter zu entwicklen, sondern eher ein Grund mehr Forschung auf diesem Gebiet zu investieren. In Deutschland gibt es durchaus Gebiete, die für Geothermie geeignet wären. Mit wundert nur, dass bei den Grünen Geothermie eigentlich kein Thema ist. Was meinen sie dazu?

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Frage zum Thema Umwelt und Landwirtschaft
25.03.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Kretschmann,

zunächst vielen Dank für Ihre Antwort auf meine Frage zum Atomkonsens und den aktuellen Forderungen. Für mich als Wähler zählen nicht nur Forderungen und Versprechen, sondern auch deren Umsetzbarkeit. Bitte erlauben Sie mir deshalb eine Nachfrage. Sie führen Eigentumsrechte der Kraftwerksbetreiber als Grund an, dass die Grünen 2000 keinem Sofortausstieg realisieren konnten. Hat sich an dieser Rechtslage Ihrer Meinung nach etwas geändert oder warum behaupten Sie selbstbewusst, "das Atomzeitalter in Deutschland in der kommenden Legislaturperiode des Bundestags endgültig beenden" zu können?
Das Eigentumsrecht ist in Artikel 14 GG geregelt, also durchaus keine Randnotiz unseres Rechtssystems. Wie also wollen Sie Ihre Forderungen diesmal umsetzen? Wird es wieder einen "Konsens" geben, also einen Deal mit den AKW-Betreibern? Die einzige Alternative dazu ist Enteignung, allerdings wären hier (im unwahrscheinlichen Erfolgsfall) immens hohe Entschädigungen fällig, die letztendlich der Steuerzahler zu tragen hätte.

Mit skeptischen Grüßen,


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