Sehr geehrte Herr

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zu Ihren Fragen nehme ich gerne Stellung:
1. Wir verlangen einen sofortigen Bau- und Vergabestoppe bis zum Ende des Stresstests. Nur so ist gewährleistet, dass keine unumkehrbaren Fakten geschaffen werden, die mit dem Ergebnis des Stresstests nicht vereinbar sind. Diese Forderung wird jedoch von den Projektbefürwortern abgelehnt.
2. Wir können das leider nicht sicherstellen. Um genau dies aber zu verhindern, verlangen wir, dass der Stresstest von der Aufgabenstellung, über die Vorbereitung und Durchführung, bis hin zur Sicherstellung der Ergebnisse von einer Lenkungsgruppe, bestehend aus Experten der Projektträger und der Projektgegner, begleitet wird. Bislang jedoch wird auch dieses Ansinnen von der Bahn abgelehnt.
3. Sollten wir an der neuen Regierung beteiligt sein, wird der Stresstest zu dem Zeitpunkt der Vereidigung der Landesregierung schon weit fortgeschritten sein - wir reden von Mitte bis Ende Mai. Es wird uns dann nicht mehr möglich sein, wirksam Einfluss auf die Durchführung zu nehmen. Jedoch werden wir die Ergebnisse und die Bedingungen der Durchführung um so genauer unter die Lupe nehmen.
4. Sollten wir es schaffen, CDU und FDP auf die Oppositionsbank zu schicken, könnten wir mit der SPD einen Volksentscheid zu Stuttgart 21 einleiten. Die SPD ist zwar für Stuttgart 21, verschließt sich aber einem Volksentscheid nicht. Genau genommen wäre eine grün-rote Mehrheit die beste Möglichkeit, noch entsprechend Einfluss auf das Projekt zu nehmen.
Mit freundlichen Grüßen
Winfried Kretschmann