Winfried Kretschmann (GRÜNE)
Abgeordneter Baden-Württemberg 2006-2011
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Grunddaten
Winfried Kretschmann
Geburtstag
17.05.1948
Berufliche Qualifikation
Studium der Naturwissenschaften
Ausgeübte Tätigkeit
MdL, Fraktionsvorsitzender
Wohnort
-
Wahlkreis
Nürtingen
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(...) Die Bundesvorsitzende der Linke Gesine Lötzsch schrieb Anfang Januar in einem Aufsatz: "Die Wege zum Kommunismus können wir nur finden, wenn wir uns auf den Weg machen und sie ausprobieren, ob in der Opposition oder in der Regierung." Diese Haltung wird unterstützt vom baden-württembergischen Landesvorsitzenden Bernd Riexinger. Mit einer Partei, die sich auf den Weg zum Kommunismus machen will, werden wir nicht koalieren.
In ihrem Landtagswahlprogramm fordert Die Linke Investitionen für die Sozial- und Wirtschaftspolitik in Baden-Württemberg in Höhe von insgesamt 10 Milliarden Euro. (...)
Parlamentarische Arbeit
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Frage zum Thema Umwelt
23.05.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Kretschmann,

die Landtagswahl 2011 wirft bereits ihre Schatten voraus. Sie wurden von Ihrer Partei als Spizenkandidat nominiert.

Können Sie aus der heutigen Sicht und in Anbetracht des jüngsten Vorstoßes von Herrn Mappus zur Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken ausschließen, dass Ihre Partei nach der Landtagswahl eine Koalition mit der CDU eingehen wird? Wie wichtig ist Ihnen persönlich die Abwägung zwischen dem Grünen-Kernthema Atomausstieg und einer erstmaligen Regierungsbeteiligung, auch mit der CDU?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Winfried Kretschmann
4Empfehlungen
09.06.2010
Winfried Kretschmann
Sehr geehrter Herr ,

seien Sie gewiss, dass wir keine Koalition eingehen, die gegen den vereinbarten Konsens zum Ausstieg aus der Atomenergie verstößt und für Laufzeitverlängerungen von Atomkraftwerken eintritt. Das gilt für meine Partei auf Bundes- und Landesebene und dafür stehe ich als Person.

Mit freundlichen Grüßen

Winfried Kretschmann
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Frage zum Thema Gesundheit
29.06.2010
Von:

Sehr geeherter Herr Kretschmann,

ich interessiere mich für die Kopfpauschale und für den Personenkreis, der von ihrer Zahlung betroffen ist.
Gehören zu den Zahlern auch Freischaffende, Selbständige, Staatsangestellte und Pensionäre sowie Privatversicherte?
Vielen Dank für eine rasche Antwort.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Winfried Kretschmann
2Empfehlungen
06.07.2010
Winfried Kretschmann
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Die Kopfpauschale wie sie die FDP ursprünglich geplant hat, sollte das System der gesetzlichen Krankenversicherung reformieren, d.h. Privatversicherte und Pensionäre würden weiterhin nicht einbezogen werden. Im Moment sieht es so aus, als ob sich die FDP mit ihren Plänen in der Regierungskoalition nicht durchsetzen kann. Wir Grünen lehnen die Kopfpauschale ab. Sie ist mit ihrer Einheitsprämie sozial unausgewogen. Sie ist darüber hinaus nur eine Basisversicherung, ein weitergehender Versicherungsschutz müsste wiederum privat finanziert werden, d.h. viele Menschen könnten sich diese Extraversicherungen nicht leisten. Wir Grünen wollen die Bürgerversicherung, d.h. eine Versicherung für alle, die Abschaffung der Privatversicherung und damit das Ende der Zwei-Klassen-Medizin. Dabei sollen Versicherte abhängig von ihrer sozialen Leistungsfähigkeit unterschiedlich hohe Beiträge entrichten. Wir wollen dazu alle Einkommensarten berücksichtigen. d.h. nicht nur das Erwerbseinkommen, sondern z.B. auch Einkommen aus Miete oder Kapital. Die Bürgerversicherung ist für uns die richtige Antwort, um eine sozial gerechte Finanzierung des Gesundheitswesens zu garantieren.

Mit freundlichen Grüßen,

Winfried Kretschmann
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Frage zum Thema Soziales
06.07.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Kretschmann,

wie ist Ihre persönliche Meinung zum bedingungslosen Grundeinkommen und wie schätzen Sie die Stimmung an der Basis in ihrer Partei dazu ein?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Winfried Kretschmann
1Empfehlung
16.07.2010
Winfried Kretschmann
Sehr geehrter Herr ,

die Grünen haben kontrovers über die Frage des bedingungslosen Grundeinkommens diskutiert. Während eine Gruppe tatsächlich ein bedingungsloses Grundeinkommen fordert, spricht sich ein anderer Teil für eine bedarfsabhängige Grundsicherung aus.- (Beschluss der 22. Landesdelegiertenkonferenz von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Baden-Württemberg Heilbronn, 12.-14.10.2007)- Das sind zwei sehr unterschiedliche Modelle, die jedoch von dem Ziel geleitet sind, allen Menschen unserer Gesellschaft eine würdige Existenz zu ermöglichen. Persönlich habe ich Sympathien für das Modell des bedingungslosen Grundeinkommens, bin aber der Meinung, dass es eine Gesellschaft mit hochintegrierten Bürgen und z.B. Bildung für alle voraussetzt, um funktionsfähig zu sein und das gewünschte Potenzial zu entfalten. Aber weil wir dafür einen gesellschaftlichen Zusammenhalt neuer Qualität brauchen, bin ich in der momentanen Situation kein Befürworter des bedingungslosen Grundeinkommens. Also eher Zukunftsmusik.

Mit freundlichen Grüßen

Winfried Kretschmann
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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
11.07.2010
Von:
Uwe

Hallo Herr Kretschmann,

es wurde gemeldet, dass Herr Drexler die Kosten eines Ausstiegs aus dem
Verkehrsknotenprojekt Stuttgart21 (ohne die Neubaustrecke Wendlingen-Ulm)
mit 1,4 Milliarden Euro beziffert.
Quelle: www.tagesschau.de (Demonstration in Stuttgart)

Gleichzeitig wird die Forderung der Bürger zu einem Projekt-Stop immer drängender. Siehe gestrige Demonstration in Stuttgart mit ca.15.000 Teilnehmern. (Die TAZ berichtet von 20.000 Teilnehmern, Veranstalterangabe.)

1. Frage: läßt sich genaueres über diese 1,4 Milliarden erfahren?
  • Welche Aufträge mit welchen Konsequenzen wurden vergeben?
  • Wurden Aufträge unnötig früh vergeben, ohne ausreichende techn. Vorklärung?
  • Wurden Tunnelbohrarbeiten vergeben?
  • Wurden bei der Ausschreibung der Tunnelbohrarbeiten die geologischen Karten angefügt?
  • Wenn Angebote für 1/3 der 4,088Mrd vorliegen, läßt sich dann das Gesamtvolumen neu schätzen?
quelle: www.das-neue-herz-europas.de
quelle: www.kopfbahnhof-21.de

2. Frage: Moratorium
Kann im Landtag der Antrag auf einen Baustopp oder ein Auftragsvergabestop eingebracht werden. Grund: es wird befürchtet, dass bei einem technisch undurchführbaren und das Netz des ÖPNV massiv verschlechternden Projekt weiterhin Aufträge vergeben werden, deren Stornierung den Steuerzahlerer Unsummen kosten und den Druck verstärken, dieses Projekt gegen jede Vernunft doch noch umzusetzen.

3. Frage: welche Initiativen führen die Grünen im Landtag derzeit hierzu durch?

mfG
Uwe
Antwort von Winfried Kretschmann
3Empfehlungen
30.08.2010
Winfried Kretschmann
Sehr geehrter Herr ,

die von Herrn genannten Kosten eines Ausstiegs aus dem Projekt Stuttgart 21 in Höhe von 1,4 Milliarden Euro sind um mindestens einen Betrag von 750 Millionen Euro zu hoch gegriffen. Diesen Betrag müsste die Bahn nämlich bei einem Ausstieg an die Stadt Stuttgart zurück überweisen - erhielte dafür aber im Gegenzug wieder den Gegenwert in Form der Grundstücke zurück, die sie im Jahr 2001 an die Stadt verkauft hat. Planungskosten sollen angeblich in einer Höhe von 430 Millionen Euro angefallen sein und müssten abgeschrieben werden. Bereits vergebene Bauaufträge – offenbar über einen Umfang von 240 Millionen Euro – müssten gekündigt werden. Üblicherweise sind dabei ca. 10 Prozent der Auftragssumme an den Vertragspartner zu entrichten. Der Bahnexperte rechnet mit realen Ausstiegskosten von max. 400 - 500 Millionen Euro. Zugegeben viel Geld – trotzdem ist es besser, jetzt auszusteigen, als diesem Geld noch sehr viel mehr hinterher zu werfen. Ihre Fragen über den Stand und Umfang der Auftragsvergabe müssen Sie an die Bahn richten - diese Informationen liegen uns nicht vor.

Ein Moratorium wurde von uns in der Plenarsitzung des Landtags von Baden-Württemberg gefordert. Sie können die nicht zielführende Diskussion gerne im Plenarprotokoll 14/99 der Sitzung des Landtags von Baden-Württemberg am 29.07.2010 nachlesen. ( www.landtag-bw.de )

Wir haben im Landtag von Baden-Württemberg über viele Jahre hinweg bereits viele parlamentarische Initiativen ergriffen, Anfragen und Anträge gestellt etc. Angesichts der Mehrheitsverhältnisse aber ohne großen Erfolg. Daher bemühen wir uns derzeit, weitere Fakten über die Bahnprojekte zusammenzutragen und an die Öffentlichkeit zu bringen. Sie werden bald davon hören.

Mit freundlichen Grüßen

Winfried Kretschmann
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
13.09.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Kretschmann,

Sie haben am 25. November 2009 dem Gesetz zur Errichtung und zum Betrieb einer Ethylen-Rohrleitungsanlage in Baden-Württemberg wie alle Ihre Fraktionskollegen/innen zugestimmt. Dazu habe ich folgende Fragen an Sie:

1. Können Sie mir bitte erklären, warum Sie mit diesem Gesetz ein so hochgefährliches Pipeline-Projekt ermöglicht haben, ohne sich ernsthaft mit der dadurch entstehenden erheblichen Gefährdung der Anwohner entlang der Leitung auseinanderzusetzen?
2. Weshalb haben Sie die Möglichkeit einer nie ausschließbaren Leckage, die im schlimmsten Fall zu einem Inferno mit katastrophalen Folgen führen kann, völlig außer Betracht gelassen?
3. Warum haben Sie es versäumt, eine Haftung des Betreibers oder des Landes in unbegrenzter Höhe durchzusetzen?
4. Wieso gibt es bis heute keine erkennbare Katastrophenschutzplanung für dieses Projekt?
5. Warum haben Sie nicht dafür gesorgt, dass das Land oder die Betreiberfirma den Eigentümern von bebauten oder unbebauten Grundstücken entlang der Pipeline für die zu erwartende Wertminderung einen finanziellen Ausgleich leistet?
6. Sind Sie sich bewusst, dass mit Ihrer Zustimmung zu diesem Gesetz das Recht jeder Bürgerin und jedes Bürgers auf Schutz des Eigentums und der körperlichen Unversehrtheit schon jetzt und im Katastrophenfall in noch höherem Maße verletzt wird?
7. Werden Sie sich dafür einsetzen, dass der Landtag von Baden-Württemberg dieses bürgerfeindliche Gesetz schnellstens zurücknimmt oder zumindest in wesentlichen Punkten novelliert, um das in hohem Maße zerstörte Vertrauensverhältnis zwischen Wählerschaft und Gewählten wieder in Ordnung zu bringen?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Winfried Kretschmann
1Empfehlung
06.10.2010
Winfried Kretschmann
Sehr geehrter Herr ,

es ist richtig, dass meine Fraktion dem Gesetz zur Errichtung und zum Betrieb einer Ethylen-Rohrleitungsanlage zugestimmt hat.
Vor der Zustimmung haben wir das Vorhaben innerhalb der Grünen Landtagsfraktion diskutiert. Unsere umweltpolitische Fachabteilung hat dabei auch auf Sicherheits-Bedenken hingewiesen.

Wir sind jedoch innerhalb der Fraktion zu der Einschätzung gelangt, dass das Projekt vertretbar ist, die Planungen dem Stand der Technik und den erforderlichen Sicherheitsbestimmungen entsprechen und Maßnahmen für eventuelle Schadensfälle im erforderlichen Umfang vorgesehen sind.

Wir haben dem Gesetz im Übrigen erst zugestimmt, nachdem der Betreiber weitere Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern durchgeführt hatte und Enteignungen auf diese Weise fast ganz vermieden werden konnten. Eine Verletzung der AnwohnerInnen in ihrem Eigentumsrecht oder in ihrem Recht auf Unversehrtheit liegt meines Erachtens nicht vor.

Die von Ihnen vorgebrachten Bedenken sind in die Abwägung im Vorfeld der Beschlussfassung eingeflossen. Solange keine neuen Erkenntnisse vorliegen, sehe ich deshalb keine Chance für eine Änderung des Gesetzes.

Ich bedauere, Ihnen keine für Sie befriedigendere Antwort geben zu können.

Mit freundlichen Grüßen

Winfried Kretschmann
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