Wibke Brems (DIE GRÜNEN)
Abgeordnete Nordrhein-Westfalen 2010-2012
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Angaben zur Person
Wibke Brems
Geburtstag
17.02.1981
Berufliche Qualifikation
Dipl.-Ingenieurin
Ausgeübte Tätigkeit
MdL
Wohnort
Gütersloh
Wahlkreis
Gütersloh II
Ergebnis
13,6%
Landeslistenplatz
15, über Liste eingezogen
In meinen Träumen stelle ich mir ein mit 100% Erneuerbaren Energien versorgtes, klimafreundliches, sozial gerechtes NRW vor, in dem alle Menschen unabhängig von Ihrer Herkunft oder ihres Geschlechts selbstbestimmt, gleichberechtigt und gesund leben können. (...)
Parlamentarische Arbeit
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Frage zum Thema Integration
09.10.2010
Von:

Sehr geehrte Frau Brems,
ich wuerde Sie gerne folgendes fragen:

1. Wie sehen Sie persoenlich die Integrations-SOLL-IST-Bilanz zur Zeit hier in Gütersloh ?

2. Sind seitens der Grünen hierzu irgendwelche konkreten Aktivitaeten geplant,
um die SOLL-IST-Diskrepanz zu verringern ?

Wenn JA, welche, wann, wo, durch wen, etc.?

Wenn Nein, weshalb nicht ?

Mit bestem Gruss,
Antwort von Wibke Brems
bisher keineEmpfehlungen
02.11.2010
Wibke Brems
Sehr geehrter Herr ,

bitte entschuldigen Sie die verspätete Antwort auf Ihre Frage, die aufgrund der Ferien etwas länger als gewöhnlich gedauert hat.

Nun zu Ihren Fragen:

Zu 1.
Persönlich kann ich keine umfassende Bilanz abgeben, da ich nicht genügend Überblick über alle Facetten der Integration in Gütersloh besitze, da ich selbst in anderen Politikbereichen tätig bin. Die Stadt Gütersloh hat auf ihrer Homepage eine Bestandsaufnahme zur Integration in Gütersloh herausgegeben, auf die ich hier verweisen möchte ( www.guetersloh.de )
In diesem Bericht wird auf viele unterschiedliche Aspekte der Integration in unserer Stadt hingewiesen. So wird u.a. auf die Sprachförderung, auf Beratungs- und Betreuungsangebote, auf spezielle Herausforderung für Senioren, Kinder und Jugendliche eingegangen.

Ich stehe dafür, Debatten sach- und zielorientiert zu führen und nicht auf der Basis von einzelnen Meinungen. Die aktuelle bundespolitische Debatte geht für mich in eine absolut falsche Richtung. Das Ziel sollte dagegen vielmehr sein, dass alle Menschen, die hier leben, die gleichen Rechte und Pflichten haben und somit auch eine Gemeinschaft aller möglich ist.

Zu 2.
Hier kann ich auf die immer noch aktuelle Passage aus unserem Kommunalwahlprogramm 2009 zitieren ( gruene-guetersloh.de ):
"Wir GRÜNE sind für eine lebendige Demokratie und begreifen Vielfalt als Chance. Das kann nur in einer offenen Gesellschaft gelingen. Wir wollen, dass das Zusammenleben in unserer Stadt funktioniert und wir setzen uns dafür ein, dass der Ruf einer zuwanderungsfreundlichen Stadt weiter gefestigt wird. Die Würde des Menschen ist unantastbar (Artikel 1 des GG); niemand darf im Namen einer Weltanschauung Gewalt anwenden und die Rechte Anderer verletzen. Anerkennung und Respekt müssen einhergehen mit der Einhaltung gemeinsamer und verbindlicher Regeln. Maßstab dafür ist unser Grundgesetz. Integration heißt auch, dass wir diskriminierendes, undemokratisches und gewalttätiges Verhalten nicht tolerieren, aus welcher Richtung es auch kommen mag.
Die Mitwirkung von Bürgerinnen und Bürgern mit Zuwanderungshintergrund ist wichtig für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Die GRÜNEN wollen die Teilhabechancen für alle am kulturellen und politischen Leben in unserer Stadt und ihrer Verwaltung verbessern.
Der Rat für Integration, der deutsche und ausländische Menschen gemeinsam in die politische Verantwortung bringt, erfährt unsere volle Unterstützung. Mehr Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund als bislang müssen die Chance erhalten, ihre Berufsausbildung erfolgreich abzuschließen oder das Abitur abzulegen. Der Schlüssel für den Erfolg ist die Beherrschung der deutschen Sprache. Dafür sind Deutschkurse, insbesondere für Frauen sowie die Sprachförderung im Kindergarten und in der Schule für uns GRÜNE sehr wichtig.
Es muss gelingen, dass insbesondere Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund die Tageseinrichtungen besuchen, damit Integration und Bildung von Anfang an gelingen."


Mit freundlichen Grüßen

Dipl.-Ing. (FH) Wibke Brems MdL
Sprecherin für Klimaschutz und Energiepolitik
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
16.10.2010
Von:

Sehr geehrte Frau Brems,

heute moechte ich Ihnen eine Frage zu folgendem Sachverhalt stellen:

Die SPD will die Nebeneinkünfte der Bundestagsabgeordneten genauer erfassen (lassen).
"Offen und ehrlich" sollen die Abgeordneten ihre Nebeneinkuenfte melden.
Es gibt unterschiedliche Vorschlaege / unterschiedliche Forderungen von SPD (Oppermann) und Die Gruenen (Beck).

Sind Sie dafuer oder dagegen / wuerden Sie im Abstimmungsfalle dafuer oder dagegen stimmen, und wenn dagegen, WESHALB :

a) Erhoehung der Meldegrenzen auf ... / ... oder grenzenlos melden ?

b) Sollte dies Ihrer Meinung nach nur fuer die MdB\´s gelten oder auch fuer die MdL\´s. eingefuehrt werden ?

c) Sollte diese Meldepflicht Ihrer Meinung nach auch fuer Kommunalabgeordnete gelten ?

Vielen DANK und freundliche Gruesse
Antwort von Wibke Brems
1Empfehlung
29.10.2010
Wibke Brems
Sehr geehrter Herr Knobloch,

herzlichen Dank für Ihre Fragen. Meine Position dazu:
Als Abgeordnete des Landtags bin ich den Bürgerinnen und Bürgern unseres Landes Rechenschaft schuldig. Und zwar nur den Bürgerinnen und Bürgern, denn ich lebe von meiner Abgeordnetendiät. Diese Situation halte ich für den Idealfall eines/r Abgeordneten – ich bin keinem Arbeitgeber, keinem Sponsor oder Spender verpflichtet. Darüber gebe ich gerne und freiwillig auf meiner Internetseite detailliert Auskunft:
wibke-brems.de

Auch nur der geringste Anschein, dass Politiker – von wem auch immer - finanziell beeinflusst sein könnten, ist katastrophal für das Ansehen der Politik und von uns Politikern. Dieser Anschein zerstört das Vertrauen der Menschen in die Politik, schwächt die Demokratie und entfremdet die Menschen von der Politik, die doch eigentlich und ausschließlich die Interessen der Bürgerinnen und Bürger wahrnehmen soll. Transparenz ist das einzige Mittel, das Vertrauen sichern oder wiederherstellen kann. Bundes- und Landtagsabgeordnete, so meine feste Überzeugung, müssen ihre Einnahmen ohne eine Meldegrenze offenlegen. Das ist auch die Position meiner Partei Bündnis 90/Die Grünen.

Übrigens gibt es für die Landtagsabgeordneten in Nordrhein-Westfalen bereits eine in der Geschäftsordnung des Landtags geregelte Verpflichtung zu Auskünften über den Beruf und Arbeitgeber der Abgeordneten, zu weiteren politischen Engagements, zu Mitgliedschaften in Gremien und Aufsichtsräten, bezahlte Beratertätigkeiten und einigem mehr. Dies ist ein Schritt in die richtige Richtung, geht aber noch nicht weit genug. Denn es fehlt die Verpflichtung zur Angabe der Höhe von möglichen Nebeneinkünften. Meine Angaben finden Sie übrigens hier:
www.landtag.nrw.de

Was die Offenlegung der Einnahmen von Mitgliedern von Stadt-/Gemeinderäten oder Kreistagen betrifft, ist die Situation etwas anders. Niemand dort bestreitet seinen Lebensunterhalt aus der Aufwandsentschädigung für diese Tätigkeit, darum bezeichnet man sie auch nicht als Abgeordnete. Hier haben wir es also nicht mit "Berufspolitikern" zu tun, sondern mit Bürgerinnen und Bürgern, die sich in ihrer Freizeit politisch engagieren.

Was Land- und Bundestagsabgeordnete an Diät erhalten, ist gesetzlich geregelt und öffentlich, die Höhe des Verdienstes von MandatsträgerInnen in kommunalen Parlamenten ist eine unbedingt schützenswerte Privatangelegenheit und steht ja auch gar nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit der ehrenamtlichen politischen Tätigkeit im Rat, so meine Position. Daher bin ich gegen die Veröffentlichung der Höhe der Haupteinnahmequelle kommunal Mandatierter. § 43 unserer Gemeindeordnung regelt, ähnlich der Veröffentlichungspflicht der Landtagsabgeordneten, was Ratsmitglieder offenzulegen haben. Meine Angaben finden Sie hier:
www.guetersloh.de

Ein Teil der zu machenden Angaben wird vertraulich behandelt und darf nicht von der Stadt veröffentlicht werden. Grundbesitz oder Vermögensverhältnisse beispielsweise. In Gütersloh muss das "Büro der Bürgermeisterin und des Rates" auf mögliche Interessenskonflikte zwischen der Erwerbstätigkeit und der Ratsarbeit achten. Ich plädiere auch hier für die konsequente und vollständige Offenlegung aller Nebeneinkünfte, soweit diese direkt aus der Ratstätigkeit resultieren oder diese beeinflussen können. Da wäre etwa die Aufwandsentschädigung für die Tätigkeit im Aufsichtsrat von Sparkassen oder Stadtwerken zu nennen.

Ihre Fragen tangieren auch weitere Bereiche über die von Ihnen direkt geäußerten Fragen hinaus. Nämlich überall dort, wo Unternehmen und Interessensgruppen auf Politiker und politische Entscheidungen der Regierung z.B. in Behörden oder bei der Erstellung von Gesetzesvorlagen Einfluss nehmen.

So fordern wir GRÜNE unter Anderem:
  • Die Einführung eines öffentlichen Lobbyistenregisters
  • Mehr Transparenz bei der Beschäftigung von externen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Bundes- und Landesbehörden
  • Die Offenlegung von Interessenskonflikten von Abgeordneten
  • Die Einführung einer Karenzzeit für ausgeschiedene Regierungsmitglieder und ausgeschiedene Parlamentarische Staatssekretärinnen und Staatssekretäre
  • Die Einführung eines Straftatbestandes der Abgeordnetenbestechung
Ich bin sicher, dass wir mit diesen Maßnahmen Transparenz schaffen, Vertrauen erhalten und Unabhängigkeit gewährleisten können.

Mit freundlichen Grüßen

Wibke Brems
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Frage zum Thema Umwelt
30.10.2010
Von:

Sehr geehrte Frau Brems,

als langjähriger Naturschützer bitte ich Sie, als Mitglied des zuständigen Ausschusses, um Antwort zu folgenden Fragen:

Wann können wir mit der Rücknahme der diversen Verordnungen, Erlasse und sonstigen ´Regelungen´ aus der Aera Uhlenberg zur Begünstigung der Jagd rechnen, die den Artenschutz selbst in den ausgewiesenen Schutzgebieten des europäischen Netzes NATURA 2000 (nach den Vorgaben der EU-Richtlinien 79/409/EWG und 92/43/EWG) infrage stellen?

Und wann folgt die Entsprechende Änderung des Landschaftsgesetzes NRW im Sinne der übergeordneten EU-Vorschriften?

Besten Dank im voraus


Bisher ist noch keine Antwort eingetroffen.
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Frage zum Thema Integration
30.12.2011
Von:

Guten Morgen Frau Brems,

ich bin Teil der Facebook Seite Arzu Lena Özmen, wo über die Verschleppung des Mädchens berichtet und diskutiert wird. Es ärgert mich, dass abgesehen von dem Zentralrat der Yesiden, sich keiner zu dem Vorfall öffentlich geäußert hat. Ist das allen so egal, was in unserer Mitte passiert? Ich habe sie doch nicht gekannt, die Aussage höre und lese ich häufig und das macht mich traurig. Auch wenn man vielleicht nicht dieses Mädchen kennt, dann kennt man das nächste oder übernächste Mädchen. So etwas darf in einer zivilisierten Welt wie der unseren eigentlich nicht passieren, und damit meine ich weder die Verschleppung noch das anschließende Schweigen. Schauen Sie sich diese Seite vielleicht einmal an und wenn ich sie dann bitten dürfte helfen Sie uns bei der Brief-Aktion ( Wir schreiben Texte und Briefe und lassen sie den Inhaftierten zukommen ), in der wir versuchen, die Geschwister dazu zu bringen evt. nachzudenken und ihr Schweigen zu brechen.
Und nun die Frage an Sie: Was denken sie über diese Fälle und über die Tatsache, dass sie in unsere Mitte geschehen und alles schweigt, sowohl die Familie des Opfers, als auch sehr und damit viel zu viele Bürger? Wie sollen wir dagegen angehen?

Vielen Dank,

Antwort von Wibke Brems
bisher keineEmpfehlungen
27.01.2012
Wibke Brems
Liebe Frau ,

vielen Dank für ihre Mail. Zunächst möchte ich mich für die Verzögerung bei der Beantwortung entschuldigen.

Es tut mir leid, wenn sie den Eindruck haben, dass den Grünen das Schicksal von Arzu Lena Özmen egal ist. Das ist keines Falls so. Richtig ist, dass wir keine Pressemitteilung oder der gleichen herausgegeben haben. Wir denken, dass es unsere Pflicht ist, möglichst schnell die Situation von Frauen, die von Gewalt bedroht sind, zu entschärfen.

Anders als die Vorgängerregierung ist uns klar, dass effektiver Schutz von Frauen zurzeit leider immer noch unverzichtbar ist. Deshalb haben wir z.B. direkt nach Regierungsantritt dafür gesorgt, dass die Frauenhäuser wieder eine weitere Stelle einrichten können. Allein dafür haben wir zusätzliche 3 Mio. bereitgestellt. Insgesamt stellt unsere Landesregierung jetzt 10 Mio. Euro mehr für den Bereich Frauenpolitik zur Verfügung.
Außerdem haben wir beschlossen, mit den Fachfrauen aus den Frauenhäusern, den Beratungsstellen etc. einen Landesaktionsplan zu erarbeiten. Dort soll gemeinsam geschaut werden, was sich verändern muss, damit keine Frau mehr Opfer von Gewalt werden kann. Das geht los, bei der Frage: Wie viele Frauenhäuser brauchen wir? Wo kommt das Geld dafür her? Wie kann die Polizei besser helfen? Wie kann Mädchen, die von Zwangsheirat bedroht sind, besser geholfen werden?
Letzteres ist, wie ich finde, eine besonders wichtige Frage, denn hier fehlt es an speziellen Angeboten. Denn viele junge Frauen wie Arzu Lena Özmen müssen vor ihren Familien fliehen, da ihre Familie sie zu einer Ehe mit einem Mann zwingen wollen, den sie nicht heiraten wollen. Manchmal auch um eine Beziehung zu einem Mann zu unterbinden, der der Familie nicht passt. Für diese in der Regel ganz jungen Frauen haben wir grade einen Antrag gestellt. Wenn Sie das genauer interessiert, müssen sie auf der Homepage des Landtages unter Drucksachen nur die Drucksachen Nummer: 15/3768 eingeben, da können sie den ganzen Antrag lesen. Und unter der Drucksachen Nummer 15/1196 finden sie den Antrag, in dem wir aufgeführt haben, was wir alles in den Landesaktionsplan packen wollen.

Die Reden der frauenpolitischen Sprecherin der Grünen Landtagsfraktion Verena Schäffer MdL, die in dieser Woche dazu im Plenum gehalten wurden, können Sie sich hier anschauen:

Rede zu Zwangsheirat 25.01.2012 www.landtag.nrw.de
Rede zu Frauenhäusern 26.01.2012 www.landtag.nrw.de

Auch durch das Land NRW finanziert wird beispielsweise das Mädchenhaus in Bielefeld, das als Online Beratungsstelle wichtige Arbeit leistet.
Ich hoffe, dass ich Ihnen mit diesen Beispielen deutlich machen konnte, dass wir Grünen täglich dafür kämpfen, einen wirksamen Schutz für Frauen wie Frau Özmen und alle anderen bedrohten Frauen zu schaffen.
Wenn sie mehr über unsere Frauenpolitik erfahren wollen, dann schauen sie doch mal auf unserer Homepage vorbei. Da finden sie unter dem Stichwort Frauenpolitik noch eine ganze Menge mehr im Hinblick auf unsere Aktivitäten.
Darüber hinaus kümmere ich mich aber auch speziell um die Lebenswirklichkeit der Frauen in Gütersloh. Aktuell bin ich in der Grünen Landtagsfraktion zwar für die Energie- und Klimapolitik zuständig. Als Vorsitzende des Ortsverbands Gütersloh habe ich mich jedoch mit einigen Kolleginnen im Jahr 2006 ausführlich mit der Schwierigkeit von Frauen aus patriarchalisch geprägten Kontexten beschäftigt. Schließlich initiierten wir eine Veranstaltung zur Zwangsheirat, bei der über 130 Personen an einer Filmvorführung und Podiumsdiskussion teilnahmen. Unter ihnen befanden sich Vertreter von Politik, ausländischen Vereinen, vom Rat für Integration, der Polizei, von Beratungsstellen, Gleichstellungsstellen und Jugendeinrichtungen, um nach Handlungsmöglichkeiten zu suchen, Zwangsverheiratungen in Gütersloh und über Gütersloh hinaus zu verhindern und den Opfern zu helfen.
Auch aus meinem persönlichen Umfeld kenne ich Frauen, die unter ähnlichen Vorzeichen in ein Frauenhaus flüchten mussten. Nicht nur vor diesem Hintergrund möchte ich Ihnen mein Beileid aussprechen und gleichzeitig für ihren Einsatz für Arzu Lena Özmen danken. Die aktuellen Ereignisse stimmen mich sehr traurig. Ihr Einsatz zeigt, wie wichtig Zivilcourage und ein Eintreten für andere Menschen in unserem Umfeld sind. Nichtsdestotrotz muss die Politik die Voraussetzungen schaffen, dass Hilfe und Unterstützung zielführend und zeitnah bei den Betroffenen ankommt. Dieser Fall zeigt uns in trauriger Weise, dass wir dabei immer auch scheitern können und noch ein ganzes Stück Arbeit vor uns liegt.

Dipl.-Ing. (FH) Wibke Brems MdL
Sprecherin für Klimaschutz und Energiepolitik
Ergänzung vom 27.01.2012
Liebe Frau ,

vielen Dank für ihre Mail. Zunächst möchte ich mich für die Verzögerung bei der Beantwortung entschuldigen.
Es tut mir leid, wenn sie den Eindruck haben, dass den Grünen das Schicksal von Arzu Lena Özmen egal ist. Das ist keines Falls so. Richtig ist, dass wir keine Pressemitteilung oder der gleichen herausgegeben haben. Wir denken, dass es unsere Pflicht ist, möglichst schnell die Situation von Frauen, die von Gewalt bedroht sind, zu entschärfen.

Anders als die Vorgängerregierung ist uns klar, dass effektiver Schutz von Frauen zurzeit leider immer noch unverzichtbar ist. Deshalb haben wir z.B. direkt nach Regierungsantritt dafür gesorgt, dass die Frauenhäuser wieder eine weitere Stelle einrichten können. Allein dafür haben wir zusätzliche 3 Mio. bereitgestellt. Insgesamt stellt unsere Landesregierung jetzt 10 Mio. Euro mehr für den Bereich Frauenpolitik zur Verfügung.
Außerdem haben wir beschlossen, mit den Fachfrauen aus den Frauenhäusern, den Beratungsstellen etc. einen Landesaktionsplan zu erarbeiten. Dort soll gemeinsam geschaut werden, was sich verändern muss, damit keine Frau mehr Opfer von Gewalt werden kann. Das geht los, bei der Frage: Wie viele Frauenhäuser brauchen wir? Wo kommt das Geld dafür her? Wie kann die Polizei besser helfen? Wie kann Mädchen, die von Zwangsheirat bedroht sind, besser geholfen werden?
Letzteres ist, wie ich finde, eine besonders wichtige Frage, denn hier fehlt es an speziellen Angeboten. Denn viele junge Frauen wie Arzu Lena Özmen müssen vor ihren Familien fliehen, da ihre Familie sie zu einer Ehe mit einem Mann zwingen wollen, den sie nicht heiraten wollen. Manchmal auch um eine Beziehung zu einem Mann zu unterbinden, der der Familie nicht passt. Für diese in der Regel ganz jungen Frauen haben wir grade einen Antrag gestellt. Wenn Sie das genauer interessiert, müssen sie auf der Homepage des Landtages unter Drucksachen nur die Drucksachen Nummer: 15/3768 eingeben, da können sie den ganzen Antrag lesen. Und unter der Drucksachen Nummer 15/1196 finden sie den Antrag, in dem wir aufgeführt haben, was wir alles in den Landesaktionsplan packen wollen.
Auch durch das Land NRW finanziert wird beispielsweise das Mädchenhaus in Bielefeld, das als Online Beratungsstelle wichtige Arbeit leistet.
Ich hoffe, dass ich Ihnen mit diesen Beispielen deutlich machen konnte, dass wir Grünen täglich dafür kämpfen, einen wirksamen Schutz für Frauen wie Frau Özmen und alle anderen bedrohten Frauen zu schaffen.
Wenn sie mehr über unsere Frauenpolitik erfahren wollen, dann schauen sie doch mal auf unserer Homepage vorbei. Da finden sie unter dem Stichwort Frauenpolitik noch eine ganze Menge mehr im Hinblick auf unsere Aktivitäten.
Darüber hinaus kümmere ich mich aber auch speziell um die Lebenswirklichkeit der Frauen in Gütersloh. Aktuell bin ich in der Grünen Landtagsfraktion zwar für die Energie- und Klimapolitik zuständig. Als Vorsitzende des Ortsverbands Gütersloh habe ich mich jedoch mit einigen Kolleginnen im Jahr 2006 ausführlich mit der Schwierigkeit von Frauen aus patriarchalisch geprägten Kontexten beschäftigt. Schließlich initiierten wir eine Veranstaltung zur Zwangsheirat, bei der über 130 Personen an einer Filmvorführung und Podiumsdiskussion teilnahmen. Unter ihnen befanden sich Vertreter von Politik, ausländischen Vereinen, vom Rat für Integration, der Polizei, von Beratungsstellen, Gleichstellungsstellen und Jugendeinrichtungen, um nach Handlungsmöglichkeiten zu suchen, Zwangsverheiratungen in Gütersloh und über Gütersloh hinaus zu verhindern und den Opfern zu helfen.
Auch aus meinem persönlichen Umfeld kenne ich Frauen, die unter ähnlichen Vorzeichen in ein Frauenhaus flüchten mussten. Nicht nur vor diesem Hintergrund möchte ich Ihnen mein Beileid aussprechen und gleichzeitig für ihren Einsatz für Arzu Lena Özmen danken. Die aktuellen Ereignisse stimmen mich sehr traurig. Ihr Einsatz zeigt, wie wichtig Zivilcourage und ein Eintreten für andere Menschen in unserem Umfeld sind. Nichtsdestotrotz muss die Politik die Voraussetzungen schaffen, dass Hilfe und Unterstützung zielführend und zeitnah bei den Betroffenen ankommt. Dieser Fall zeigt uns in trauriger Weise, dass wir dabei immer auch scheitern können und noch ein ganzes Stück Arbeit vor uns liegt.

Dipl.-Ing. (FH) Wibke Brems MdL
Sprecherin für Klimaschutz und Energiepolitik
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Frage zum Thema Kultur
18.04.2012
Von:

Liebe Frau Brems.

Ich würde gerne wissen, wie Sie sich dieses Land in Ihren Träumen vorstellen.

Und mich würde interessieren, ob Sie glücklich über die Zusammenarbeit mit der CDU in Gütersloh sind.

Was stellen Sie sich unter Kultutarbeit in Gütersloh vor?

Vielen Dank.
Antwort von Wibke Brems
bisher keineEmpfehlungen
25.04.2012
Wibke Brems
Sehr geehrter Herr ,

in meinen Träumen stelle ich mir ein mit 100% Erneuerbaren Energien versorgtes, klimafreundliches, sozial gerechtes NRW vor, in dem alle Menschen unabhängig von Ihrer Herkunft oder ihres Geschlechts selbstbestimmt, gleichberechtigt und gesund leben können.

Koalitionen oder politische Zusammenarbeit mit anderen Fraktionen sind nicht dazu da, um PolitikerInnen glücklich zu machen. Gemessen werden müssen deren Ergebnisse, die sich im Gütersloher Stadtrat durchaus sehen lassen können. Als ein positives Beispiel möchte ich den Beschluss zur Unterstützung der TWE-Linie zwischen Harsewinkel, Gütersloh und Verl hervorheben.

Darüber hinaus stellen Sie Ihre letzte Frage an mich als (ehemalige) Landtagsabgeordnete/Landtagskandidatin. Mein ehrenamtliches Engagement im Gütersloher Stadtrat steht auf einem anderen Blatt, daher kann die Frage zur Kulturarbeit in Gütersloh gerne an entsprechender Stelle in seiner geforderten Bedeutung erläutert werden.


Mit freundlichen Grüßen

Dipl.-Ing. (FH) Wibke Brems
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Ihre Frage an Wibke Brems
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