Thomas Stotko (SPD)
Kandidat Landtagswahl NRW 2010
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Grunddaten
Thomas Stotko
Geburtstag
03.06.1966
Berufliche Qualifikation
Jurist
Ausgeübte Tätigkeit
MdL, Rechtsanwalt in der Sozietät Rauh, Rauh & Stotko in Witten
Wohnort
Witten
Wahlkreis
Ennepe-Ruhr-Kreis II , über Wahlkreis eingezogen
Landeslistenplatz
122
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(...) Grundsätzlich gilt, dass den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern und Steuerzahlern in unserem Land nicht nochmals die Lasten der Krise aufgebürdet werden dürfen. Daher ist es unumgänglich, dass die deutsche Bundesregierung ihre Schlüsselstellung in Europa nutzt und das deutsche und europäische Gemeinwohl nicht länger an der internen Zerstrittenheit zischen den Regierungsfraktionen scheitert. (...)
Kandidaten-Check
Beim Kandidaten-Check können Sie Ihre eigenen politischen
Überzeugungen mit denen Ihrer Kandidaten vergleichen.
Thomas Stotko hat sich am Kandidaten-Check beteiligt und zu allen von 31 Thesen Position bezogen.
Fragen an Thomas Stotko
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Frage zum Thema Bildung und Forschung
27.02.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Stotko,

werden Sie sich, falls Sie wiedergewählt werden, in der SPD-Fraktion und im neuen Landtag dafür einsetzen, dass Lehrer für Klassenfahrten die entstehenden Kosten incl. der jeweils zustehenden Reisekosten voll erstattet bekommen. Durchführung und Leitung von Klassenfahrten gehören zu den Dienstpflichten der Lehrer. Bisher wird ihnen allerdings abverlangt, auf eine entsprechende Erstattung zu verzichten.
Antwort von Thomas Stotko
1Empfehlung
01.03.2010
Sehr geehrter Herr ,

ich teile Ihre Auffassung, wonach Klassenfahrten zu den Dienstpflichten der Lehrerinnen und Lehrer gehören. Deshalb werde ich mich auch weiterhin dafür einsetzen, dass eine Kostenerstattung erfolgt.
Bereits in "meiner Legislaturperiode", also seit 2005, wurde die Haushaltsposition von 2 Mio. Euro auf 6 Mio. Euro erhöht.

Ich hoffe Ihre Frage ausreichend beantwortet zu haben und verbleibe
mit freundlichen Grüßen

Thomas Stotko
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Frage zum Thema Bildung und Forschung
16.04.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Stotko,

wie ist Ihre Position zum dreigliedrigen Schulsystem? In welche Richtung würden Sie das Schulsystem entwickeln, was wäre der zeitliche Fahrplan?

Vielen Dank vorab für Ihre Antwort!
Antwort von Thomas Stotko
bisher keineEmpfehlungen
21.04.2010
Sehr geehrter Herr ,


herzlichen Dank für ihre Frage, die mich über Abgeordnetenwatch erreicht hat:

Nicht erst seit Pisa wissen wir, dass viel zu viele junge Menschen in unserem gegliederten Schulsystem auf der Strecke bleiben. Mehrere Punkte sind hierfür maßgeblich verantwortlich: Frühe Sortierung nach Schulformen, Sitzenbleiben, Überweisungen an Förderschulen und Abschulungen. Fast 40% aller Schülerinnen und Schüler machen zwischen der ersten und der 10. Klasse mindestens einmal die Erfahrung, von ihrer Lerngruppe aufgrund angeblich mangelnder Fähigkeiten ausgeschlossen zu werden. Aber es geht nicht nur nach Leistung, sondern auch nach sozialer Herkunft. Nur 12% aller Arbeiterkinder - aber 70% aller Beamteninder - besuchen nach der Grundschule ein Gymnasium. Ein Trend, der sich auch an der Hochschule fortsetzt, von 100 Akademikerkindern gehen 83 zur Hochschule, von Nicht-Akademikern hingegen nur 23. Das Prinzip der frühen Auslese gibt es weltweit nur noch in 19 Ländern - 16 davon sind die deutschen Bundesländer! Lassen Sie mich in diesem Zusammenhang noch kurz einige Zahlen nennen, die die gravierenden Nachteile des gegliederten Schulsystems belegen: über 60.000 Sitzenbleiber pro Jahr (Kosten für die notwenigen 3000 Lehrerstellen belaufen sich auf 150 Millionen Euro jährlich), auf einen Aufsteiger kommen sieben Absteiger, rund 7% verlassen die Schule ohne einen (Hauptschul-)Abschluss. Untersuchungen haben zudem gezeigt, dass 40% aller Grundschulgutachten falsch sind, diese bilden jedoch die Basis dafür, dass Kinder bereits mit 9 Jahren in Schubladen sortiert werden.


Daher steht für meine Partei und mich fest, dass wir mit dem gegenwärtigen Schulsystem soziale Gerechtigkeit, Chancengleichheit und eine hohe Bildungsbeteiligung nicht erreichen. Und noch ein Grund spricht gegen die Beibehaltung des mehrgliedrigen Schulsystems: durch die demografische Entwicklung werden in den nächsten 25 Jahren viel weniger Kinder in die Schule gehen als in den früheren Jahren. Städte und Gemeinden müssen auf diese Entwicklung reagieren um eine Verödung der Schullandschaft zu verhindern und ein wohnortnahes Angebot sicherzustellen.

Damit wir diesen Anforderungen insgesamt gerecht werden, setzt die SPD auf längeres gemeinsames Lernen in der Gemeinschaftsschule:


  • Die Gemeinschaftsschule nimmt die Kinder nach der Grundschule auf und ist bis zur Klasse 10 für den Bildungserfolg verantwortlich
  • Am Ende der Klasse 10 können alle Schulabschlüsse der Sekundarstufe I erreicht werden
  • In den Klassen 5 und 6 findet für alle Kinder gemeinsamer Unterricht statt
  • Ab Klasse 7 oder später wird nach gemeinsamer Entscheidung aller Beteiligten (Schule, Schulträger, Eltern) festgelegt, ob ein vollständig integrierter unterricht weitergeführt oder ein Differenzierung, beispielsweise in Hauptschul-, Realschul- und Gymnasialklassen vorgenommen wird
  • Die Gemeinschaftsschule hat eine gemeinsame Schulleitung und ein gemeinsames Kollegium

Die Gemeinschaftsschule steht zudem für eine andere Lernkultur. Anders als vom politischen Gegner behauptet handelt es sich hierbei nicht um eine Einheitsschule, sondern jeder Schüler erhält, entsprechend seiner Begabungen, individuelle Lern- und Förderpläne. Unterricht soll neu organisiert und gestaltet werden. Projektbezogenes und fächerübergreifendes Lernen erfordert jedoch flexible Organisationsstrukturen, wobei unterschiedliche Lernvoraussetzungen und Begabungen immer berücksichtigt werden müssen. Damit dieses Ziel erreichbar ist, benötigen natürlich auch die Lehrerinnen und Lehrer entsprechende Ressourcen, sowie Zeit für Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten. Die Gemeinschaftsschule soll flächendeckend und verbindlich eingeführt werden, jedoch immer mit der Berücksichtigung pragmatischer sowie orts- und stadtteilgenauer Lösungen.


Für die Umsetzung gibt es keinen zeitlichen Fahrplan. Wir wollen die Gemeinschaftsschule ermöglichen, sie soll langsam vor Ort wachsen. Über die konkrete Umsetzung in einer Stadt oder Gemeinde entscheiden Eltern, Schulen und Kommunen gemeinsam.

Mit freundlichen Grüßen
Thomas Stotko
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Frage zum Thema Steuer/Finanzen
03.05.2010
Von:

Warum werden Bischöfe und Kardinäle mit Steuergeldern finanziert?

Bisher ist noch keine Antwort eingetroffen. Um eine Nachricht zu erhalten, sobald eine Antwort eintrifft, tragen Sie sich bitte über die untenstehende Benachrichtigen-Funktion ein.
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Frage zum Thema Steuer/Finanzen
05.05.2010
Von:

Hallo Herr Stotko,

welchen Plan haben Sie oder Ihre Partei, dass wir in NRW nicht auch griechische Verhältnisse befürchten müssen, also eine Staatsverschuldung, die höher liegt als das erwirtschaftete Einkommen? Wollen Sie dazu Steuern erhöhen lassen? Wenn ja, welche? Welche Steuern kann der Landtag eigentlich beeinflussen?
Wie könnte Ihrer Meinung nach der Staat radikal Ausgaben einsparen? Anzahl der Regierungspräsidien? Anzahl der Behörden? Anzahl der Beamten und öffentlichen Angestellten? Reduktion der Pensionen auf das Niveau der Sozialrente?

Vielen Dank für Ihre Antworten.
Angesichts der Warnungen, die die Krise um Griechenland aufzeigt, bin ich um konkrete Antworten dankbar.

Mit herzlichen Grüssen
Antwort von Thomas Stotko
bisher keineEmpfehlungen
06.05.2010
Sehr geehrter Herr ,

herzlichen Dank für Ihre Frage zum Thema Griechenland, die mich über abgeordnetenwatch erreicht hat.

Vorab lassen Sie mich anmerken, dass ich für NRW, trotz schwieriger Haushaltssituation, keine griechische Verhältnisse erwarte. Grundsätzlich ist die Ausgangslage für einen souveränen Staat wie beispielsweise Griechenland anders zu bewerten, als jene von NRW, auch wenn es sich dabei um das größte Bundesland in der BRD handelt.

Wie Sie bereits richtig bewertet haben, kann der Landtag Steuereinnahmen nicht beeinflussen - allerdings wäre es in den Jahren zwischen 2005 - 2008 für die schwarz-gelbe Landesregierung durchaus möglich gewesen zu sparen. In den guten Jahren des Aufschwungs hatte das Land 8 Mrd. Euro Steuermehreinnahmen, dennoch sind 12 Milliarden neue Schulden hinzu gekommen und parallel wurden immer mehr Kosten auf die Kommunen abgewälzt.

Drüber hinaus möchte ich ihnen kurz einige der Maßnahmen skizzieren, die die SPD-Bundestagsfraktion aufgrund der aktuellen Geschehnisse zeitnah umsetzen möchte, um Griechenland und den Euro zu stabilisieren:

  • Durchsetzung wirksamer Regeln an den europäischen Finanzmärkten, die auch einen wirksamen Produkt-Tüv, eine europäische Ratingagentur und das Verbot bestimmter ökonomisch gefährlicher Finanzprodukte beinhalten. Diese Regeln wurde übrigens noch unter dem SPD-Finanzminister Peer Steinbrück erarbeitet und sind bislang aufgrund der Probleme der CDU/CSU und FDP-Regierung noch nicht in Angriff genommen worden

  • Einführung einer europäischen Finanzmarktsteuer für alle Finanzprodukte, um einerseits die jetzt notwenigen Bürgschaften für Griechenland abzudecken und andererseits bereits jetzt Vorsorge für künftige Fälle zu schaffen. Primär sollen die Einnahmen in Deutschland (ca. 14-20 Milliarden Euro jährlich) zur Tilgung jener Schulden dienen, die durch die Finanzmärkte verursacht worden sind.

  • Schrittweise Aufbau einer abgestimmten europäischen Wirtschafts- und Finanzpolitik innerhalb der EU, um neben einer gemeinsamen Währung auch für die Stabilität dieser Währung notwenige gemeinsame Rahmenbedingungen zu schaffen


Grundsätzlich gilt, dass den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern und Steuerzahlern in unserem Land nicht nochmals die Lasten der Krise aufgebürdet werden dürfen. Daher ist es unumgänglich, dass die deutsche Bundesregierung ihre Schlüsselstellung in Europa nutzt und das deutsche und europäische Gemeinwohl nicht länger an der internen Zerstrittenheit zischen den Regierungsfraktionen scheitert. Leider sieht es so aus, als ob die Kanzlerin noch vor der NRW-Wahl versucht hat zu taktieren, um keine Zahlen auf den Tisch legen zu müssen. Mit fatalen Folgen für die europäischen Steuerzahler: bei Beginn der Griechenlandkrise standen die Zinsen noch bei 5,2 Prozent, bei Börsenschluss Ende letzter Woche zwischen 12 und 15 Prozent!

Mit freundlichen Grüßen
Thomas Stotko
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