Stefan Rebmann (SPD)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Stefan Rebmann
Jahrgang
1962
Berufliche Qualifikation
Energieanlagenelektroniker, Gewerkschaftssekretär mit Organisationaufgaben
Ausgeübte Tätigkeit
MdB, DGB Regionsvorsitzender, DGB Rhein-Neckar
Wohnort
-
Wahlkreis
Mannheim
Ergebnis
30,2%
Landeslistenplatz
18, Baden-Württemberg
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(...) Viel wichtiger wäre eine vernünftige Informations- und Aufklärungskampagne, die auf der Höhe der Zeit ist.
Ebenfalls für ungeeignet halte ich Cannabis-Clubs. Weder die angebrachten Argumente hinsichtlich der Einschränkung des Gebrauchs und der Verbreitung, noch die Behauptung, solche Clubs könnten die Risiken des Konsums einschränken, wollen überzeugen. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Bankenhilfe für Spanien (EFSF)
06.08.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Rebmann,

nach Ihrem Abstimmverhalten zu urteilen, ist es Ihnen egal, ob Deutschland für spanische Banken haftet oder nicht.
Sollten Sie nicht die Meinung Ihrer Wähler im Parlament vertreten oder ist es den Bürgern in Ihrem Wahlkreis auch egal (das würde micht schon sehr wundern)?


Was mich allerdings noch mehr Interessiert ist folgendes:

  • Haben Sie für die Abstimmung Ihren Urlaub unterbrochen?

  • Haben Sie sich für die Teilnahme an der Abstimmung Ihre Unkosten erstatten lassen?

  • Falls Sie sich die Unkosten erstatten lassen haben, frage ich Sie, ob Sie kein schlechtes Gewissen haben, Steuergelder so zu verschwenden?
Denn wer sich die Unkosten für die Sondersitzung erstatten lässt und sich dann der Stimme enthält, hätte nicht extra kommen müssen.

Mit freundlichen Gruß
R.
Antwort von Stefan Rebmann
1Empfehlung
20.08.2012
Stefan Rebmann
Sehr geehrter Herr ,

Ihre Frage ist voller Mutmaßungen und Annahmen. Sie meinen zu wissen, was alle Menschen in Mannheim denken und Sie scheinen der Überzeugung zu sein, dass eine Enthaltung bei einer Abstimmung gleichbedeutend mit Desinteresse ist. Beides trifft nicht zu.

Um Ihre Fragen zu beantworten: Ich musste keinen Urlaub unterbrechen und hatte deshalb auch keine Unkosten.

Mit freundlichen Grüßen
Stefan Rebmann, MdB
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Frage zum Thema Internationales
27.11.2012
Von:

Sehr geehrter Stefan Rebmann,

eine Frage zur Eurorettung:

Nach langen Verhandlungen wird es ein drittes Rettungspaket für Griechenland geben.

Dem Vorausgegangen ist der Bruch wichtiger Grundlagen der Währungsunion (No-Bail-Out Regel, Stabilitätspakt, Verbot der Staatsfinanzierung) und der Aufbau gewaltiger ökonomischer Ungleichgewichte (Target II 719,352 Mrd. Euro, divergierende Zinssätze, divergierende Arbeitslosigkeit). Die Risiken der Krisenstaaten sind zu einem Grossteil sozialisiert worden.

Es ist offensichtlich, dass es im Euroraum keine gleichgerichtete Wirtschafts- und Fiskalpolitik gibt. Auch die von der Bundesregierung genährte Hoffnung, durch vertiefte Integration (Sparkommissar, Fiskalpakt) die Mängel der Währungsunion zu beheben, ist unreal. Seid dem Vertrag von Maastricht hat die EU keine substantiellen Integrationsfortschritte gemacht.

Oft wird darauf hingewiesen, dass Deutschland besonders vom Euro profitiert. Dann frage ich mich, warum sich die deutsche Exportstärke nicht in Lohnzuwächsen niederschlägt, das Defizit auf Bundesebene weiter wächst, die Renten in Deutschland effektiv gekürzt werden und die Sparer aufgrund der EZB-Geldpolitik mit null-Zinsen enteignet werden.

Vor diesem Hintergrund gewinne ich den Eindruck, dass das Projekt Euro wirtschaftlich gescheitert ist und dessen politische Fortsetzung sehr reale Kosten und Risiken für Deutschland und die anderen Staaten der Eurozone hat. Die Rettungspolitik der Bundesregierung ist gescheitert.

Daher meine Fragen:
  • Werden Sie für das dritte Hilfspaket für Griechenland stimmen?
  • Die strukturellen Schwächen der Währungsunion werden weiter bestehen und machen dauerhafte Transfers nötig. Damit ist eine Transferunion Realität. Unterstützten Sie diese Politik?
  • Wie stehen Sie zum Bruch der Bestimmungen des Maastrichter Vertrags? Ist die EU nicht eine Union des Rechts und Deutschland ein Rechtsstaat?

Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.

Viele Grüße
Antwort von Stefan Rebmann
bisher keineEmpfehlungen
30.11.2012
Stefan Rebmann
Sehr geehrter Herr ,

haben Sie vielen Dank für Ihre Frage zu meinem Abstimmungsverhalten in der Frage um das sogenannte dritte Rettungspaket für Griechenland.

In der Abstimmung zu Antrag der Bundesregierung habe ich mit Enthaltung gestimmt.
Auf der einen Seite stehe ich dem Vorgehen der Bundesregierung wie auch den vorgelegten Ergebnissen in Teilen sehr kritisch gegenüber. So hat die Bundesregierung dem Deutschen Bundestag nicht annähernd genug Zeit gegeben, um sich mit dem Antrag in gebührendem Umfang auseinanderzusetzen. Zu dem Zeitpunkt, als Ihre Anfrage bei mir einging, lag noch keine einzige der insgesamt über 190 Seiten Text in meinem Posteingang.
Auf der anderen Seite ist der Schritt weiterer Hilfen für Griechenland auch weiterhin richtig. Denn nach wie vor gilt, dass wir uns eine Insolvenz Griechenlands nicht leisten können. Die Folgen für die gesamte Eurozone und für uns als Exportnation, die einen immensen Teils ihres Wohlstands mit Exporten in die Europäische Union erwirtschaftet, wären unvorhersehbar. Die finanziellen Hilfen sind notwendig und sie sind in unserem eigenen Interesse.
Ebenso richtig bleibt aber, dass wir die einseitigen Sparauflagen der Troika um ein europäisches Wachstumsprogramm erweitern müssen. Griechenland hat heute nicht nur einen Schuldenstand von über 170 Prozent des Bruttoinlandprodukts, es hat seit Beginn der Krise auch 15 Prozent seiner Wirtschaftskraft verloren. Besonders an dieser Stelle müssen wir unsere Anstrengungen fokussieren. Die Bundesregierung bleibt in dieser Frage leider ebenso still wie in der Frage der angekündigten Finanztransaktionssteuer.
Vor dem Hintergrund dieser Unzulänglichkeiten und dem mangelhaften Umgang mit dem Parlament konnte ich nicht ruhigen Gewissens zustimmen.

Der Begriff Transferunion, um auf Ihre zweite Frage einzugehen, soll Ängste schüren, Deutschland müsse entgegen dem eigenen Interesse unnötige Verantwortung übernehmen. In der Tat haben wir aber bereits heute jede Menge Transfers innerhalb der Europäischen Union. Deutschland ist dabei nicht nur der größte Nettozahler, sondern insbesondere als Exportnation auch einer der größten Profiteure der EU.

Sofern Sie in Ihrer letzten Frage auf die Nichtbeistandsklausel in § 125 des Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEU-Vertrag) anspielen, muss ich Ihnen widersprechen. Der AEU-Vertrag kennt auch § 122, demzufolge finanzielle Hilfen für Mitgliedsstaaten unter bestimmten Umständen zulässig sind. Die genaue juristische Beurteilung will ich aber den Gerichten überlassen. Und auch, wenn ich mich wiederhole, gilt: Griechenland alleine zu lassen, liegt nicht in unserem Interesse als europäische Exportnation.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Rebmann
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Frage zum Thema Gesundheit
17.01.2013
Von:

Sehr geehrter Herr Schick,

ich komme aus dem Kreis Mannheim / BW und habe eine kurze Frage. Werden Sie morgen Abend bei der Abstimmung zu den Anträgen "Legalisierung von Cannabis durch Einführung von Cannabis-Clubs" und "Gesundheitliche Risiken des Drogengebrauchs verringern - Drugchecking ermöglichen" anwesend sein?
Es würde mich freuen wenn dies so wäre, da mir die beiden Themen sehr wichtig sind. Ich beschäftige mich schon seit einiger Zeit mit Drogenpolitik und bin der Überzeugung dass es Änderungen in Richtung einer Entkriminalisierung/Legalisierung geben sollte.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Stefan Rebmann
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17.01.2013
Stefan Rebmann
Sehr geehrte Herr ,

haben Sie vielen Dank für Ihre Frage.

Angesichts der Tatsache, dass die legale Droge Alkohol einen erheblich größeren Schaden anrichten kann, als Cannabis, verdient die Debatte sicher geführt zu werden. Eine deutlich höhere Priorität in der Drogenpolitik muss meines Erachtens aber der Umgang mit Opiatabhängigen haben. Immer noch hapert die Behandlung von Notleidenden mit Diamorphin oder Methadon an der gesellschaftlichen Stigmatisierung, die durch die strikte und rückwärtsgewandte Haltung einiger weniger Kollegen im Bundestag leider verstärkt wird.
Was Cannabis angeht, müssen wir über eine einheitliche Regelung zur zulässigen Menge zum Eigengebrauch reden. Hier, finde ich, besteht in der Tat Handlungsbedarf.

Drugchecking aber ist als Maßnahme der Schadensminderung ungeeignet. Die Test spielen eine Unbedenklichkeit vor, die nicht notwendigerweise gegeben ist. Viel wichtiger wäre eine vernünftige Informations- und Aufklärungskampagne, die auf der Höhe der Zeit ist.
Ebenfalls für ungeeignet halte ich Cannabis-Clubs. Weder die angebrachten Argumente hinsichtlich der Einschränkung des Gebrauchs und der Verbreitung, noch die Behauptung, solche Clubs könnten die Risiken des Konsums einschränken, wollen überzeugen.

Ich kann die beiden von Ihnen genannten Anträge deshalb nicht unterstützen.

Mit freundlichen Grüßen
Stefan Rebmann, MdB
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Frage zum Thema Finanzen
30.01.2013
Von:

Sehr geehrter Herr Rebmann,

demnächst stehen Entscheidungen zu Finanzhilfen für Zypern an.
Welche Haltung nehmen Sie hierzu ein?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Stefan Rebmann
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31.01.2013
Stefan Rebmann
Sehr geehrter Herr ,

zum jetzigen Zeitpunkt liegt noch keine Vorlage vor, über die abgestimmt werden kann. Als Abgeordneter muss ich wissen, worüber ich abstimmen soll. Insofern ist jegliche Aussage zu einem Hilfspaket für Zypern derzeit spekulativ. Ich werde allerdings weder einem Hilfspaket zustimmen, das Geldwäsche zypriotischer Banken, noch Steuerdumping und Steuerhinterziehung in Zypern weiter zulässt.

Zypern hat einen Bankensektor, dessen Bilanzsumme so aufgebläht ist, dass sie fünf- bis sechsmal so hoch wie die jährliche zypriotische Wirtschaftsleistung ist. Nicht nur das: Beihilfe zum Steuerbetrug ist dort, aber nicht nur dort, oftmals zum Geschäftsmodell geworden.

Unabhängig von der Frage nach finanziellen Hilfen für Zypern müssen wir uns also dringend daran machen, den Raubtierkapitalismus zu zähmen. Das heißt zum einen "too big to fail" darf in der nächsten Krise nicht mehr gelten. Es kann und darf nicht sein, dass letztendlich die Steuerzahler es den Spekulanten ermöglichen, so weiterzuzocken, als sei nichts gewesen. Wir müssen die Verursacher die Krise in die Bewältigung einbeziehen.

Zum anderen heißt das, dass wir Steuerhinterziehung den Kampf ansagen müssen. Allein in Deutschland fehlen aufgrund illegaler Steuerpraktiken nach seriösen Schätzungen jährlich bis zu 150 Milliarden Euro; in ganz Europa, sagen einige Fachleute, sind es 900 Milliarden Euro. Eine ganze Reihe von Problemen, mit denen wir uns heute beschäftigen, gäbe es ohne diesen Auswuchs an Steuerhinterziehung gar nicht.

Nach wie vor gilt für mich außerdem, dass Sparmaßnahmen für die Krisenstaaten zwar ein richtiger und wichtiger Schritt sind, ein einseitiges Spardiktat reicht aber nicht aus und kann sogar schädlich sein. Die Haushaltskonsolidierung in Europa muss endlich von einem europäischen Wachstumsprogramm flankiert werden.

Mit freundlichen Grüßen
Stefan Rebmann, MdB
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Frage zum Thema Finanzen
31.01.2013
Von:

Sehr geehrter Herr Rebmann,

meine Frage nach Ihrer Haltung zu Hilfen für Zypern haben Sie nicht beantwortet. Eine ähnlich geartete Frage einer aus 2011 haben Sie sehr eigenartig beantwortet.
Herr Rebmann für eine einfache Frage gibt es auch einfache Antworten. es braucht nicht jedesmal einen politischen Diskurs hierzu. Hier geht es nicht um Ihr persönliches Vermögen, es geht eventuell um eine ganze Menge Geld der Bürger dieses Landes. Soviel zur Sache und Frage.
Und Herr Rebmann für Ihr Portfolio:Mit allem gebührenden Respekt: Es gibt keine dummen Fragen, es gibt nur (Pardon!) dumme Antworten.
Ihre Haltung und Art der Beantwortung halte ich für sehr bedenklich. Ich hoffe meine Erläuterung zu dieser Sache erreicht Sie, falls nicht, so werde ich Sie bei einer Ihrer kommenden Auftritte zur Wahl 2013 nochmals damit konfrontieren, dann hoffentlich vor einem Plenum.

Mit freundlichen Grüßen
Offerfgeld
Antwort von Stefan Rebmann
bisher keineEmpfehlungen
01.02.2013
Stefan Rebmann
Sehr geehrter Herr ,

einfache Antworten gibt es leider nicht immer. Vor allem dann nicht, wenn wir über eine so komplexe Materie reden, wie das bei der europäischen Finanzkrise der Fall ist.

Ich will meine Antwort aber gerne nochmal verdeutlichen.

Zum jetzigen Zeitpunkt liegt kein Antrag der Bundesregierung vor. Insofern kann ich keine konkrete Aussage über mein Abstimmungsverhalten zu einer noch fiktiven Vorlage treffen.

Die Folgen eines Staatsbankrotts innerhalb der Europäischen Union werden für alle Mitgliedstaaten spürbar sein – auch für uns. Das darf bei dieser Debatte nicht vergessen werden. Die Kosten die durch einen solchen Fall entstehen würden, könnten mitunter deutlich über den 17,5 Milliarden liegen, die Zypern vom Europäischen Rettungsschirm ESM beantragt hat.

Finanzhilfen für Zypern werde ich aber nur dann zustimmen, wenn die in meiner vorherigen Antwort genannten Bedingungen erfüllt sind.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Rebmann
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