Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP)
Kandidatin Bundestagswahl 2005
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Sabine Leutheusser-Schnarrenberger
Jahrgang
1951
Berufliche Qualifikation
Rechtsanwältin, Bundesjustizministerin a. D.
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wohnort
-
Wahlkreis
Starnberg
Ergebnis
7,9%
Landeslistenplatz
1, Bayern
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Persönliche Website
www.leutheusser-schnarrenberger.de
Fragen an Sabine Leutheusser-Schnarrenberger
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Frage zum Thema Umwelt
08.09.2005
Von:

SOLIDARITÄT FÜR NEUE ARBEITSPLÄTZE

Die Diskussion zur Bekämpfung von Arbeitslosigkeit drehen sich aus meiner Sicht bevorzugt darum, wie man den Druck auf Arbeitslose erhöhen oder es Unternehmern genehm machen kann, zusätzliche Leute anzustellen (ohne zu fragen, ob diese Unternehmen Sinnvolles produzieren). Den kurzfristigen wirtschaftl. Zwangsbedingungen werden Kriterien der sozialen oder ökologischen Nachhaltigkeit meist untergeordnet. Verbleibende Arbeit soll eher von weniger Menschen geleistet, denn solidarisch auf mehrere Schulter verteilt zu werden. Insbesondere im Bereich globaler Umweltschutz und Entwicklung sind Stellenkürzungen zu beobachten, welche die dringend gebotene Verstärkung der Aktivitäten in diesem Bereich (Ressourcenschutz, Klimawandel, Erossionsvermeidung, Waldzerstörung, etc) verhindern.
Als Beitrag zur Minderung der Arbeitslosigkeit und gleichzeitig der fortschreitenden globalen Umweltzerstörung will das Projekt ´Spenden für Jobs´ symbolhaft und solidarisch Zeichen setzen für Bewusstsein und Aufbruch.

Weitere Information: www.wald.org

Meine Frage: Ist Ihnen die Schaffung eines neuen Arbeitsplatzes (und Finanzierung für 2 Jahre) im Bereich globaler Umweltschutz/nachhaltige Entwicklung eine Solidar-Spende in Höhe von EUR 250 wert?

RECYCLING-PAPIER

Der Papierverbrauch in Deutschland trägt mit ca 230 kg pro Kopf im Jahr zur Zerstörung von Waldökosystemen und sozialen Spannungen weltweit bei und stellt in keinster Weise ein nachahmenswertes Beispiel für ärmere Länder mit Nachholbedarf dar. Ein als global nachhaltig zu bezeichnender Prokopfpapierverbrauch sollte unter 150 kg pro Jahr betragen. Ein wirksamer Schritt in diese Richtung ist die Verwendung von Recyclingpapier, da dadurch der Einsatz von Primärfaser reduziert wird.

Meine Frage: Ist Ihnen diese Problematik so wichtig, dass in Ihrer Arbeit und Privatleben Recycling-Papier den Vorzug geben, solange dies aus technischen Gründen möglich ist?

MfG
Antwort von Sabine Leutheusser-Schnarrenberger
bisher keineEmpfehlungen
12.09.2005
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger
Sehr geehrte Frau ,

die Umwelt ist ein sehr wichtiges Thema. Selbstverständlich benutze ich überwiegend Recycling-Papier im Beruf wie auch im Privaten.

Mit freundlichen Grüßen
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger
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Frage zum Thema Landwirtschaft
11.09.2005
Von:
Max

Sehr geehrte Frau Leutheusser-Schnarrenberger,
weitaus der größte Teil der Bundesbürger sind gegen gentechnisch veränderte Nahrungsmittel.
Können Sie mir bitte erklären, wieso Ihre Partei sich trotzdem eindeutig für die schnelle Einführung der Gentechnik ausspricht?
Herr Westerwelle sagt u.a.:"Die Potenziale der Grünen Gentechnik, z.B. um die Unterernährung in armen Ländern zu bekämpfen, sind vielfältig und müssen genutzt werden. Das rot-grüne Gentechnikgesetz gehört deshalb umgehend abgeschafft."
Schauen Sie bitte in die armen Länder, wo genetische Vielfalt z.T. unwiederbringlich verlorengeht und viele Bauern durch hohe Lizenzgebühren in den Ruin getrieben werden.
Darum meine Fragen an Sie:
Wie stehen Sie persönlich zum Widerspruch Ihrer Partei zu den Wünschen der Bürger?
Wie wollen Sie verhindern, dass durch den Wind oder durch die Bienen die Pollen von GVO`s großflächig in der Landschaft verteilt werden?
Warum will Ihre Partei die Verursacherhaftung aufheben, um sie dem Staat, also dem Bürger zu übertragen,der diese Technologie überhaupt nicht will?
Wie kann Ihre Partei es vertreten, dass die Zulassung von GVOs nicht mehr aufgehoben werden kann, selbst wenn sich herausstellt, dass Koexistenz nicht funktioniert?
Eine wirkliche Chance für die bäuerliche Landwirtschaft wäre die Einrichtung von großflächigen gentechnikfreien Zonen. Würden Sie persönlich eine derartige Initiative fördern?
Als Biobauer und Imker bin ich in großer Sorge um meine Zukunft und bitte Sie deshalb um Ihre ehrlichen Antworten!
Mit freundlichen Grüßen
Max
Antwort von Sabine Leutheusser-Schnarrenberger
bisher keineEmpfehlungen
12.09.2005
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger
Sehr geehrter Herr ,

haben Sie vielen Dank für Ihre Fragen zur Landwirtschafts- und Gentechnik-Politik der FDP. In unserer Gesellschaft werden die Grüne Gentechnik und die Auswirkungen des landwirtschaftlichen Anbaus gentechnisch veränderter Pflanzen derzeit kontrovers diskutiert. Deutschlands Verbraucher lehnen gentechnisch veränderte Lebensmittel offenbar nur dann ab, wenn ihnen die Produkte keinen Zusatznutzen bieten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Handelsblatt-Umfrage aus dem vergangenen Jahr. Sollte es den Lebensmitteltechnikern etwa gelingen, durch Genmanipulationen gesundheitsfördernde Nahrungsmittel herzustellen, dürfte die Akzeptanz deutlich steigen. Auf die Frage „Wenn es einen gentechnisch veränderten Joghurt gäbe, der die Entstehung von Darmkrebs hemmt, würden sie ihn kaufen?" antworteten der 66 Prozent der Befragten mit „Ja". Nur 28 Prozent würden ein solches Produkt ablehnen.

Die Erzeugung von Lebensmitteln ohne Grüne Gentechnik muss weiterhin möglich sein. Daran wird die von der FDP ins Auge gefasste Novelle des Gentechnikgesetzes nichts ändern. Die FDP tritt auch hier für Transparenz und Wahlfreiheit der Verbraucher ein. Allerdings ist die FDP für die verantwortbare Nutzung der Grünen Gentechnik in der Landwirtschaft. Mittels gentechnologischer Verfahren werden ausgewählte Pflanzen derart verändert, dass sie entweder in erhöhtem Maße Eiweiße, Kohlenhydrate und andere Nährstoffe bilden oder eine Resistenz gegen Insekten, Pilze, Unkraut o.a. entwickeln. Dadurch kann der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und anderen Chemikalien stark reduziert werden. Im Gegensatz zur flächendeckenden Behandlung durch Pflanzenschutzmittel, die auch Boden und Umgebung belasten, wird die genetische Veränderung gezielt an der Pflanze vorgenommen. Die umfangreichen Zulassungsverfahren für genetisch veränderte Kulturpflanzen sichern die Unbedenklichkeit der aus ihnen hergestellten Nahrungs- und Futtermittel. Über die Einführung neuer technischer Methoden und den daraus entwickelten Produkten entscheidet der Markt. Ein vernünftiger Umgang mit grüner Gentechnik bedeutet, dass der Genbauer die gute fachliche Praxis einhalten muss und zum Beispiel einen Streifen aus herkömmlichem Mais um seinen Genmais herumzieht. Damit lässt sich vermeiden, dass im Nachbarmais gentechnisch veränderter Pollen auftritt. Dazu zählt auch, dass der Anbau von Genmais - und nur den gibt es bisher in Deutschland - für Getreide keinerlei Folgen hat, weil Mais gar nicht mit Getreide auskreuzen kann. Eine Koexistenz verschiedener Anbauformen und damit verschiedenartig erzeugter Lebensmittel ist also möglich.

Mit freundlichen Grüßen
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger
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Frage zum Thema Bürgerrechte
13.09.2005
Von:

Sehr geehrte Frau Leutheusser-Schnarrenberger,

zunächst vielen Dank dafür, daß Sie hier alle Fragen so ausführlich beantworten!

Ich schätze Ihre Arbeit für die Bürgerrechte sehr.

Die Liste der Gesetze (ich glaube einsehbar auch auf Ihrer Website), die die Bürgerrechte einschränken und die von den Grünen, nicht aber von der FDP, mitabgesegnet wurden fand ich sehr interessant.

Hier bleibt natürlich die Frage, inwiefern Sie auch im Falle einer Regierungsbeteiligung dementsprechend handeln würden bzw. gehandelt hätten. Ich erinnere an den Asylkompromiß von 1993, dem auch Sie zugestimmt haben, und an den Lauschangriff, dessen Befürwortung durch die Basis Ihrer Partei Sie ja zum Rücktritt bewegt hat.

Würde die FDP unter einem möglichen Minister Beckstein nicht mindestens ebenso einknicken wie Sie es für Die Grünen und Schily mit Recht feststellen?

Mein "Dilemma" ist, daß Die Grünen für mich neben der angesprochenen Bürgerrechte auch wegen dem Verrat Ihrer pazifistischen Ideale nicht mehr wählbar sind, die FDP aber mit Ihrer Fixierung auf schwarz-gelb und der positiven Einstellung zu Atomkraft, Biotechnologie, Militär auch keine Alternative ist.

Gut. Das ist mein Problem... Ich wünsche Ihnen jedenfalls eine Menge Erststimmen und hoffe, daß Sie - bei aller Kritik - weiter so gute Arbeit leisten.

Mit freundlichen, irgendwie "links-liberal-alternativen" Grüßen ;o),

Antwort von Sabine Leutheusser-Schnarrenberger
2Empfehlungen
13.09.2005
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger
Sehr geehrter Herr ,

Otto Schily hat kürzlich behauptet, was er mit den Grünen erreicht habe, hätte die Union nie mit der FDP erreicht. Die FDP sei ein Sicherheitsrisiko.

Ich kann dazu nur sagen: Keine andere Bundesregierung hat in ihrer Regierungszeit eine derartige Niederlagenserie vor dem Bundesverfassungsgericht eingesteckt wie Rot-Grün. Wenn, dann ist Herr Schily ein Risiko für den liberalen Rechtsstaat.

Der von der FDP dokumentierte Abbau von Bürgerrechten und die damit verbundenen Einschitte in Grundrechte finden Sie unter:
www.metatag.de

Mit freundlichen Grüßen
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger
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Frage zum Thema Bürgerrechte
13.09.2005
Von:

sehr geehrte frau leutheusser-schnarrenberger,

nachdem sie sich seinerzeit durch ihren rücktritt vom amt der bundesministerin für justiz großes ansehen nicht nur unter fdp-anhängern und wählern erworben haben, versprechen sich viele bei einem entsprechenden wahlausgang ein eintreten ihrer partei für die wiederherstellung von bürgerrechten, die unter rot-grün und minister schilly eingeschränkt worden sind.

können sie diese hoffnungen teilen ?
ich wünsche ihnen viele erststimmen.
Antwort von Sabine Leutheusser-Schnarrenberger
1Empfehlung
14.09.2005
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger
Sehr geehrter Herr Stöhr,

die FDP hat in den letzten Jahren deutlich gemacht, dass sie sich wieder als Anwalt der Bürgerrechte versteht. Diesen Auftrag werden Liberale auch in einer Koalition mit der Union ernst nehmen. Das wird nicht einfach, hat doch eine wirklich große Koalition aus Union, SPD und Grünen in den letzten Jahren Bürgerrechte abgebaut und Grundrechte beschnitten. Ich stehe im FDP-Kompetenzteam dafür, dass dieser Auftrag umgesetzt wird.

Mit freundlichen Grüßen
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger
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