Rudolf Lang (ÖDP)
Kandidat Bundestagswahl 2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Grunddaten
Rudolf Lang
Jahrgang
1953
Berufliche Qualifikation
Beamter im gehobenen nichttechnischen Dienst (entspr. grad. Verwaltungswirt)
Ausgeübte Tätigkeit
Sachbearbeiter in der Rechtsbehelfsstelle der Familienkasse Aschaffenburg / Würzburg (Bundesagentur für Arbeit)
Wohnort
-
Wahlkreis
Aschaffenburg
Ergebnis
1,2%
Landeslistenplatz
7, Bayern
(...) Wir müssen den jetzt abgeschafften strengen Nichtraucherschutz in allen öffentlichen Räumlichkeiten wie insbesondere Gaststätten, Festzelten, Behörden, Bahnhöfen und Schulen aber vor allem aus Gründen des Jugend- und Arbeitsschutzes schnellstmöglich wieder einführen und zwar mit wirkungsvoller Kontrolle und Bußgeld-Sanktion. (...)
Kandidaten-Check
Beim Kandidaten-Check können Sie Ihre eigenen politischen
Überzeugungen mit denen Ihrer Kandidaten vergleichen.
Rudolf Lang hat sich am Kandidaten-Check beteiligt und zu allen von 32 Thesen Position bezogen.
Fragen an Rudolf Lang
Auswahl der Fragen und Antworten
Nachricht an folgende Adresse schicken, sobald eine Antwort eintrifft:


An diese Adresse den abgeordnetenwatch.de-Newsletter bestellen
Bitte loggen Sie sich hier ein.
Frage zum Thema Finanzpolitik
07.08.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Lang,

Ein Grundeinkommen wird derzeit in einigen Parteien diskutiert: die FDP bewirbt ein Bürgergeld, das auf negativer Einkommenssteuer basiert. Von den Grünen gibt das Modell "Grüne Grundsicherung", das bedingungslos sein soll. Auch die Linke hat ein Konzept.
In den Initiativen zum bGE (und auch von mir persönlich) wird allerdings ein Modell, das sich an Götz Werner anlehnt präferiert: bedingungslos und über eine Konsumsteuer finanziert.

Die Finanzkrise ist eins der Top-Wahlkampf Themen. Alle wollen eine weitere Krise verhindern und versprechen Reformen, die aber alle nicht viel mehr sind als erweiterte Regulierung und mehr Einsicht- und Kontrollmöglichkeiten durch den Staat. Kein Politiker allerdings erwähnt, dass unser Finanzsystem grundsätzlich schon fehlerbehaftet ist.
Erstens die (massive) Giralgeldschöpfung durch die Privatbanken.
Zweitens das Inumlaufbringen von Geld über Kredite. Die Zinsen für diese Kredite können aber nur durch weitere Kredite bezahlt werden, da Geld eben ausschliesslich über Kredite in Umlauf kommt.
Drittens die Geldsammlung im Finanzkreislauf (Aktien, Spekulationen, etc.). Da es günstiger ist, das Geld für Spekulation und Zinsgewinn zu benutzen fliesst es in den Finanzkreislauf und fehlt im Wirtschaftskreislauf (für Käufe, Investitionen, etc.).

Auch die Verschuldung der BRD mit dem Gedanken der Rückzahlung durch höheres Wirtschaftswachstum kann nicht mehr lange funktionieren. Wachstumszwang um jeden Preis endet in Ausbeutung von Mensch und Natur. Und wir können nicht unendlich wachsen.

Es gibt Modelle zur Reform unseres Finanz- bzw. Geldsystems. Z.B. die Monetative nach Vorschlägen von Joseph Huber oder die Initiative für Natürliche Wirtschaftordung, die für "umlaufgesichertes Geld" nach den Ideen von Silvio Gesell und Helmut Creutz eintreten.


Wie stehen Sie (bzw. die ödp) zu den Themen "bedingungsloses Grundeinkommen" und (echter) Finanzreform.

Vielen Dank und Gruß,
.
Antwort von Rudolf Lang
1Empfehlung
26.09.2009
Sehr geehrter Herr ,

entschuldigen Sie bitte zunächst die völlig verspätete Antwort - der Wahlkampf-Stress, verbunden mit den sowieso reichlichen ehrenamtlichen Tätigkeiten und ungeplanter Belastungen in Familie und am Arbeitsplatz hat mich die Frage glatt vergessen lassen. Ein Bekannter hat mich gestern darauf hingewiesen.
Zum "Bedingungslosen Grundeinkommen": In gewisser Weise haben wir das schon - siehe "Hartz IV bzw. Sozialgesetzbuch II". Natürlich ist die Sozialhilfe (bisherige Bezeichnung - volkstümlich "Stütze") nicht das, was sich die Meisten darunter vorstellen - von der Höhe her schon gar nicht - von der Struktur her aber ist es genau das: Eine (fast) bedingungslose Existenz-Sicherung (= Einkommen) für Notfälle. Ich halte die derzeitige Struktur der Arbeitsgemeinschaften / Optionskommunen aber für verfehlt: Die Regierung Schröder hatte damit grundsätzlich wie bei einigen anderen Dingen die richtige Absicht, ist aber auf halbem Weg stehen geblieben. Ich persönlich werbe lieber für ein verfassungsmäßiges Menschenrecht auf Arbeit! Das IFO-Institut schrieb vor einigen Jahren zum Arbeitslosengeld: Eine Geldleistung, die unter der Voraussetzung gezahlt wird, dass jemand NICHT arbeitet, ist strukturell verfehlt! Die staatliche Gemeinschaft muss alle, die von der freien Wirtschaft nicht beschäftigt werden, auffangen und ihnen eine menschenwürdige, angemessen (wenn auch spürbar unter Marktniveau) bezahlte Arbeit garantieren. Derzeit haben wir davon trotz einiger millionen Arbeitsloser sicher mehr als genug. Sicher wäre ein derartiger System-Wechsel recht revolutionär, er hätte aber drei wesentliche Vorteile:
  • Menschen, die arbeiten wollen, aber unverschuldet arbeitslos werden und bleiben (z.B. langzeitarbeitslose ältere Arbeitnehmer) fallen nicht ins Nichts. Arbeit ist in hohem Maß entscheidend für Selbstbestätigung und psychische Lebensqualität.
  • Menschen, die arbeiten können, aber nicht wirklich wollen und sich mit dem System Stütze gut eingerichtet haben, bekommen wir leicht in den Griff: Wer morgens um 08.00 Uhr nicht da ist, braucht an diesem Tag auch nichts! Sicher gibt es mit dieser Klientel zu Beginn erhebliche Probleme und u.U. einen ständigen Betreuungsbedarf, aber langfristig können wir mit regelmäßiger Beschäftigung viele soziale Probleme vermeiden, insbesondere bei jungen Menschen.
  • Letztlich ist nicht genutzte Arbeitsleistung auch ein volkswirtschaftlicher Verlust wie eine stillstehende Maschine und verringert unseren allgemeinen Wohlstand.
Ein Menschenrecht Arbeit ist vermutlich auch leichter finanzierbar als es zunächst scheint: Ein wesentlicher Teil der Mittel fließt über Steuern und Sozialabgaben wieder an staatliche Kassen zurück, der Rest kommt über Konsum der allgemeinen Wirtschaft zugute.
Mit den Details der Finanzkrise hatte ich mich bisher nicht intensiv beschäftigt. Auch auf Partei-Ebene haben wir dazu noch keine ausgefeilten Lösungsmodelle.
Ihre Hinweise insbesondere zu den Gedanken von J. Huber sind jedoch sehr interessant seine Ausführungen zur staatlichen Geldmittel-Gewalt (Monetative) sind durchweg überzeugend. Der neue Bundestag muss sich mit einer grundlegenden Lösung in diesem Sinn, die nicht nur an den Symptomen kuriert, sicher kurzfristig und intensiv beschäftigen.
Allein die aktuell ins astronomische wachsende Staatsverschuldung gefährdet ansonsten unsere staatliche und gesellschaftliche Stabilität. Irgendwann wird die nachfolgende Generation uns sonst die Brocken vor die Füße werfen wenn nicht vorher der Staatsbankrott für klare Verhältnisse sorgt aber dann natürlich wieder einmal hauptsächlich zu Lasten der breiten Masse!

Rudolf Lang, Vorsitzender
ÖDP-Kreisverband Aschaffenburg
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Innere Sicherheit und Justiz
07.09.2009
Von:

Im Kandidaten Check auf Spiegel.de haben Sie die Frage "Videoüberwachungen machen öffentliche Plätze" sicherer mit "ich stimme zu" beantwortet. Wie begründen sie das, nachdem nach der Auswertung des Britischen Polizeiberichts herauskam, dass nur auf 1000 Kameras 1 Verbrechen gelöst werden konnte?

Quelle:
www.heise.de
Antwort von Rudolf Lang
1Empfehlung
11.09.2009
Natürlich können Video-Überwachungen Vergehen nicht unmittelbar verhindern - sie haben aber sicher einen Abschreckungseffekt und können bei der Verbrechens-Aufklärung helfen (U-Bahn-Schläger!). Ich bin gegen eine flächendeckende Überwachung in Städten (sowieso kaum machbar und unbezahlbar) - an kritischen Punkten wie U-Bahnen (auch in Zügen), Tiefgaragen, bestimmten "polizeibekannten" Plätzen ist eine Überwachung aber m.E. sinnvoll und wünschenswert. Noch besser wären natürlich Sicherheits-Mitarbeiter, aber das ist in der gewünschten Flächen- und Zeit-Abdeckung wohl kaum machbar.

Rudolf Lang
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Ihre Frage an Rudolf Lang
Die Fragefunktion wurde inzwischen geschlossen.