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Sehr geehrter Herr Lang,
Ein Grundeinkommen wird derzeit in einigen Parteien diskutiert: die FDP bewirbt ein Bürgergeld, das auf negativer Einkommenssteuer basiert. Von den Grünen gibt das Modell "Grüne Grundsicherung", das bedingungslos sein soll. Auch die Linke hat ein Konzept.
In den Initiativen zum bGE (und auch von mir persönlich) wird allerdings ein Modell, das sich an Götz Werner anlehnt präferiert: bedingungslos und über eine Konsumsteuer finanziert.
Die Finanzkrise ist eins der Top-Wahlkampf Themen. Alle wollen eine weitere Krise verhindern und versprechen Reformen, die aber alle nicht viel mehr sind als erweiterte Regulierung und mehr Einsicht- und Kontrollmöglichkeiten durch den Staat. Kein Politiker allerdings erwähnt, dass unser Finanzsystem grundsätzlich schon fehlerbehaftet ist.
Erstens die (massive) Giralgeldschöpfung durch die Privatbanken.
Zweitens das Inumlaufbringen von Geld über Kredite. Die Zinsen für diese Kredite können aber nur durch weitere Kredite bezahlt werden, da Geld eben ausschliesslich über Kredite in Umlauf kommt.
Drittens die Geldsammlung im Finanzkreislauf (Aktien, Spekulationen, etc.). Da es günstiger ist, das Geld für Spekulation und Zinsgewinn zu benutzen fliesst es in den Finanzkreislauf und fehlt im Wirtschaftskreislauf (für Käufe, Investitionen, etc.).
Auch die Verschuldung der BRD mit dem Gedanken der Rückzahlung durch höheres Wirtschaftswachstum kann nicht mehr lange funktionieren. Wachstumszwang um jeden Preis endet in Ausbeutung von Mensch und Natur. Und wir können nicht unendlich wachsen.
Es gibt Modelle zur Reform unseres Finanz- bzw. Geldsystems. Z.B. die Monetative nach Vorschlägen von Joseph Huber oder die Initiative für Natürliche Wirtschaftordung, die für "umlaufgesichertes Geld" nach den Ideen von Silvio Gesell und Helmut Creutz eintreten.
Wie stehen Sie (bzw. die ödp) zu den Themen "bedingungsloses Grundeinkommen" und (echter) Finanzreform.
Vielen Dank und Gruß,


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