Rudolf Lang (ödp)

Angaben zur Person
Rudolf Lang
Jahrgang
1953
Berufliche Qualifikation
Beamter im gehobenen nichttechnischen Dienst (entspr. grad. Verwaltungswirt)
Ausgeübte Tätigkeit
Sachbearbeiter in der Rechtsbehelfsstelle der Familienkasse Aschaffenburg / Würzburg (Bundesagentur für Arbeit)
Wohnort
-
Wahlkreis
Aschaffenburg
Ergebnis
1,2%
Landeslistenplatz
7, Bayern
Öffentliche Äußerungen
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Frage zum Thema Bürgerrechte, Daten und Verbraucherschutz
20.07.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Lang,

wie stehen Sie zum Thema "Volksentscheide auf Bundesebene"?

Gruß
Antwort von Rudolf Lang
13Empfehlungen
21.07.2009
Eine Selbstverständlichkeit - leider nur "eigentlich": "Das Volk entscheidet in Wahlen und Abstimmungen" - sagt zumindest unsere Verfassung. Das Zweite wird uns aber seit Gründung der Bundesrepublik von allen unseren Regierungen - egal welcher politischen Färbung - vorenthalten, weil noch kein Ausführungsgesetz zu den Volksabstimmungen erlassen wurde. Für mich eine Frechheit und Missachtung der mündigen Bürger ohnegleichen! Und zu allem Überfluss auch noch höchstrichterlich abgesegnet! Die Zeit ist überreif für praktikable Volksentscheide auf allen politischen Ebenen - ob Land, Bund oder EU. Ein Beispiel wie es NICHT geht, sind die bayerischen Volksentscheide nach dem Motto: Gib bei der Wahl Deine Stimme ab - dann halt´s Maul!
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Frage zum Thema Gesundheit
22.07.2009
Von:

Es ist allgemeiner Erkenntnisstand, dass die Mobilfunktechnik biologische Systeme (Menschen, Tiere, Pflanzen) negativ beeinflusst. Das gilt nicht nur für die ständig steigende Zahl von Sendemasten, sondern auch für den "hausgemachten" elektromagnetischen Wellensalat aus DECT-Schnurlos-Telefon, W-Lan, Funk-Wetterstation, Funk-Lautsprecher, Funk-Tastatur, Funk-Maus, digitalem Babyphon usw. Welche Möglickeiten sehen Sie, dem Gesundheitsschutz der Bevölkerung einen angemessen Stellenwert einzuräumen und der Rücksichts- und Maßlosigkeit beim Netzausbau Einhalt zu gebieten?
Antwort von Rudolf Lang
23Empfehlungen
24.07.2009
Der schrankenlose Mobilfunkausbau und - schlimmer noch - der freie Verkauf von Strahlenquellen für die eigene Wohnung (DECT-Telefone / WLAN / Babyphone u.a.) sind ein Musterbeispiel der unheilvollen Verbindung von Kommerz und Politik: Die deutschen Grenzwerte sind einseitig von der Mobilfunk-Industrie diktiert, absurd hoch und haben mit Gesundheitsschutz der Bevölkerung nichts zu tun. Infoquellen hierzu gibt es reichlich: Einfach ´mal "googeln" mit "mobilfunk grenzwerte" ( + besonders empfohlen "Dr. Bergmann"). Es ist bezeichnend, dass die ersten brauchbaren Untersuchungen zu Gesundheitsgefahren von Privatpersonen durchgeführt wurden: "Naila-Studie" - Hausarzt / "Geldrollen-Effekt" - Jugend forscht (haarsträubend: 20 Sekunden Handy-Telefonat verändern das Blutbild sichtbar!)

Wir brauchen vor allem schnellstmöglich eine drastische Senkung der Grenzwerte von derzeit 4,5 - 10 W/qm auf die Salzburger Vorsorgegrenzwerte von 0,01 W/qm - außen und 0,001 W/qm im Innenbereich (also auf ein Tausendstel bis Zehntausendstel !)- vor allem in Schlafräumen. Mobilfunk ist da noch problemlos technisch möglich - außer vielleicht in der Tiefgarage. Diese Grenzwerte müssen auch im privaten Bereich gelten: Niemand hat das Recht, mit seinem PC oder Schnurlos-Telefon die Nachbarwohnung zu verstrahlen und umgekehrt: Jeder, der sich nicht (wie z.B. Raucher) selbst schädigen will, hat das Recht auf ein weitgehend strahlenfreies Wohn- und Arbeitsumfeld.

Wir brauchen auch eine unmittelbare Mitbestimmung der Kommunen und Bürger beim Mobilfunk-Ausbau: Doppel- und Dreifach-Abdeckung (und mehr) durch verschiedene Mobilfunk-Anbieter belastet unnötig und ist auch volkswirtschaftlicher Unfug.

Vor allem brauchen wir klare Warnhinweise für alle Funk-Geräte im privaten Bereich und ein Handy-Verbot für Kinder - gerade für diese sind die gesundheitlichen Auswirkungen im Kopfbereich dramatisch. Realistische Langzeit-Auswirkungen werden wir erst nach 20 - 30 Jahren Handy & Co. feststellen - auf einen zweiten "Asbest-Skandal" können wir aber gern verzichten. Ein paar Milliarden Mehrkosten der Mobilfunk-Industrie sind immer noch viel billiger und humaner als entsprechende Folgekosten im Gesundheitswesen.

Rudolf Lang, Vorsitzender
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Frage zum Thema Gesundheit
24.07.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Lang,


die bayerische CSU-FDP-Koalition hat beschlossen, den Nichtraucherschutz weitgehend abzuschaffen.
Die ÖDP möchte ein Volksbegehren dagegen auf den Weg bringen.
Wie wichtig ist Ihnen selbst dieses Thema und welche Positionen vertreten Sie?

Vielen Dank vorab!

Antwort von Rudolf Lang
15Empfehlungen
27.07.2009
Meine Antwort:
Ich bedauere die Aufweichung des Nichtraucher-Schutzes in Bayern sehr und werde das ÖDP-Volksbegehren nach Kräften unterstützen - wenn auch die 2. Stufe eines Volksbegehrens in Bayern aufgrund der undemokratischen Vorgaben kaum zu schaffen ist: 10 % der Wähler in 2 Wochen zum Unterschreiben in die Rathäuser zu bringen ist eigentlich unmöglich - aber von der allmächtigen CSU natürlich so gewollt. Ich wünsche der CSU, dass sie einmal gezwungen ist, das zu versuchen!

Ich bin eigentlich immer schon überzeugter Nichtraucher und empfand es nach der von der CSU dankenswerterweise eingeführten strengen Raucher-Beschränkung als sehr angenehm, Gaststätten usw. besuchen zu können, ohne anschließend über Kopfweh, Atemwegs- und Augenreizungen und stinkige Klamotten klagen zu müssen. Wir müssen den jetzt abgeschafften strengen Nichtraucherschutz in allen öffentlichen Räumlichkeiten wie insbesondere Gaststätten, Festzelten, Behörden, Bahnhöfen und Schulen aber vor allem aus Gründen des Jugend- und Arbeitsschutzes schnellstmöglich wieder einführen und zwar mit wirkungsvoller Kontrolle und Bußgeld-Sanktion.

Es ist in einem Rechtsstaat nur schwer erträglich, dass das allgemeine Rauchverbot in Gaststätten durch sogenannten "Raucherclubs" so leicht und sanktionslos zu umgehen war. Auch gab und gibt es in Bayern anscheinend rechtsfreie Räume, wo auch das bisherige strenge Gesetz mangels staatlicher Kontrolle und Sanktion einfach ignoriert wurde - ein verheerendes Signal für die staatliche Autorität und Gesetzestreue!

Warum soll bei uns nicht gehen, was z.B. im raucherfreundlichen Italien oder im liberalen Frankreich klaglos funktioniert? Bis dahin können Raucher-Gaststätten und Festzelte auf meine Anwesenheit verzichten.

Rudolf Lang
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Frage zum Thema Energieversorgung
27.07.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Lang, wie stehen Sie zum derzeit von der CSU in Frage gestellten Atomausstieg?
mfg
Antwort von Rudolf Lang
14Empfehlungen
30.07.2009
Zum schnellstmöglichen Atom-Ausstieg gibt es nur eine Alternative - und die ist leider nur theoretisch möglich:

Unser Staat übernimmt keinerlei Kosten, Schäden, Bürgschaften und Entsorgungsleistungen für die Atom-Industrie:

  • Bund und Länder finanzieren allenfalls die universitäre Forschung und Lehre zum Thema Atomphysik und die für die Grundlagenforschung allgemein gewünschte Ausstattung (z.B. Teilchen-Beschleuniger);
  • Ansonsten gewähren staatliche Stellen der Atom-Industrie keinerlei finanzielle und sachliche Unterstützung;
  • Betrieb, Entsorgung und dauerhaft sichere Endlagerung mit Nachsorge bis zum Abklingen schädlicher Strahlung ist unter strenger staatlicher Aufsicht ausschließlich Sache der Anlagen-Betreiber, die dafür alle erforderlichen finanziellen Rücklagen bilden;
  • Die Anlagenbetreiber sorgen sofort für eine unbegrenzte Haftpflicht-Versicherung für den Schadenfall und die für die Abwicklung eines Super-GAU (größter anzunehmender Unfall) nötige Infrastruktur.

Vorstehende Vorgaben klingen doch gut und eigentlich selbstverständlich - oder? Leider sind insbesondere die Punkte 3 und 4 weder bezahlbar noch sinnvoll durchführbar: Radioaktive Abfälle strahlen je nach Intensität mehrere 10.000 - 100.000 Jahre. Wer stellt und zahlt Lager, Bewachung, Betreuung und erforderliche Nachsorge? Bei einem Super-GAU in Deutschland oder im nahen Ausland muss unser Land weiträumig in kürzester Zeit evakuiert werden! Bei den aktuellen Stau-Meldungen von der Autobahn kann man nur sagen: Viel Spaß mit etlichen Millionen panischer Menschen! Und die daraus folgenden Schäden können wohl alle Versicherungen der Welt gemeinsam nicht ausgleichen!

Also am besten die genannten Kosten auf den Strom-Preis umlegen! Dann ist das Thema Atomstrom in wenigen Tagen erledigt.

P.S.: Die Schäden durch den Uran-Abbau sind dabei noch gar nicht einbezogen!

Rudolf Lang
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Frage zum Thema Rolle der Regionen und Kommunen
04.08.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Lang,

meine Frage paßt nicht wirklich zum gewählten obigen Thema, aber trotzdem.

Welche Möglichkeiten sehen SIe bei Wahlen eine höhere Wahlbeteiligung zu erreichen? Sollte es bei einer Mischung aus Verhältnis- und Mehrheitswahlrecht bleiben oder nur eines von beiden? Was halten Sie von der Idee, dass die Sitze in den Parlamenten nach der Prozentzahl der Wahlbeteiligung vergeben wird, also als Beispiel 70 % Wahlbeteiligung und daher nur noch 70 % der bisherigen Abgeordnetenzahl? Auch würde mich interessieren mit welchen Ziel eine Paetei wie die ÖDP an einer Bundestagswahl teilnimmt. Was wäre ein Erfolg für diese Partei. Ein Einzug in das Parlament erscheint unwahrscheinlich, warum tritt man dann eigentlich an?

Hoffe, dass ich SIe nicht überfordert habe!
Antwort von Rudolf Lang
8Empfehlungen
10.08.2009
Meine Antwort:

Die tendenziell stetig sinkende Wahlbeteiligung ist tatsächlich ein akutes Problem unserer Demokratie. Sie verwundert aber kaum, wenn man näher betrachtet, welchen eingeschränkten Einfluss der Wähler auf unmittelbare politische Entscheidungen hat und vor allem, wie er die Umsetzung seines Willens in der politischen Arbeit subjektiv wahrnimmt. Hierzu möchte ich auch auf die mir bereits gestellte Frage zu Volksentscheiden verweisen.

In weiten Teilen der Bevölkerung scheint die Meinung vor zu herrschen: & die machen ja doch was sie wollen! oder: & man weiß gar nicht mehr, wen man wählen soll! Dies rührt sicher zum Großteil daher, dass die Parteien in ihrem Erscheinungsbild und ihren wahrgenommenen Programmen für den Bürger immer austauschbarer werden. Besonders bedenklich ist, wenn dies in der Jugend vorherrscht und zu Politik-Abstinenz führt.

Das Wahl-Recht durch eine Wahl-Pflicht mit Sanktions-Androhung zu ersetzen, wie es in einigen Staaten der Fall ist, halte ich jedoch für den grundsätzlich falschen Weg. Vielmehr muss der Bürger wieder die Gewissheit bekommen, dass seine Stimm- Abgabe für die künftige Politik entscheidend ist. Ebenso muss die funktionsfähige Stärke des Parlaments unabhängig von der Wahlbeteiligung garantiert sein. Wer nicht wählt, wählt auch!

Ich tendiere zunächst zu einem weiter verkleinerten Bundestag: Ein Abgeordneter je 150.000 bis 200.000 Wähler, d.h. ca. 300 bis 400 Abgeordnete sollten für eine sachgerechte Parlamentsarbeit reichen. Ein größeres Plenum wird schnell unpersönlich und schlecht überschaubar und garantiert keinesfalls für mehr Sachkenntnis und bessere Detailarbeit. Die Hauptarbeit des Parlaments wird sowieso mittlerweile in den verschiedenen Fach-Ausschüssen geleistet.

Das Wahlrecht möchte ich wie folgt ändern: Mehrheitsbeschaffer ist ja die derzeitige Zweitstimme, also sollte sie auch die optische Erststimme sein. Durch die bereits beschlossene Änderung des Auszählverfahrens sind auch die Verfälschungen des Wählerwillens weitgehend eliminiert. Insbesondere das d´ Hondt-sche Verfahren führte früher zu einer demokratiefeindlichen Benachteiligung kleiner Gruppen.

Diese neue Erststimme würde zunächst über die jeweilige Parteistärke im Bundestag entscheiden. Überhang-Mandate gäbe es nicht mehr. Für neu antretende Parteien sollte auch zunächst eine abgemilderte Einzugs-Klausel von z.B. 2 % gelten, die nach erfolgreichem Einzug in den Bundestag nach und nach auf mindestens 5 % bis maximal 10 % ansteigt. Dies würde neuen Bewegungen (frischem Wind) den Start erleichtern, ohne dass die Nachhaltigkeit und politische Bewährung unter den Tisch fällt und die Gefahr einer Zersplitterung überhand nimmt.

Als neue Zweitstimme(n) sollte jeder Wähler eine bestimmte Zahl von Kandidaten-Stimmen bekommen, ca. 10 bis 20 halte ich für eine angemessene Zahl. Diese Stimmen sollte jeder Wähler frei jedem antretenden Abgeordneten-Kandidaten, gleich welcher Partei und unabhängig vom jeweiligen Listenplatz, geben können. Diese Stimme würde dann entscheiden, wer für die jeweilige Liste im Rahmen ihrer Wahlstärke tatsächlich Abgeordneter wird. Die Listen der Parteien wären demnach wirklich nur unverbindliche Wahl-Vorschläge. Sichere Listenplätze gäbe es hiernach auch nur allenfalls mittelbar. Ein solches Wahlsystem (auch auf Landesebene) würde u.a. auch der ÖDP zunächst den Einzug in Land- oder Bundestag erleichtern. Unser Problem ist, dass wir versuchen, vorhandene Missstände und Fehlentwicklungen in Staat und Gesellschaft zu thematisieren und mit viel Kopf-Arbeit nach Lösungen und zukunftssicheren Gestaltungen zu suchen. Leider erreicht man damit kurzfristig nur eine sehr überschaubare Wählerschaft. Es ist mittlerweile auch wissenschaftlich bestätigt, dass Köpfe von Sympathie-Trägern und plakative Ziele für einen Großteil der Wähler entscheidend sind. Dies ist bedauerlich und erschwert sachbezogene Arbeit, aber es gehört eben zur Demokratie.

Unser bayerischer Landesvorsitzender Bernhard Suttner hat es nach der letzten, auch recht enttäuschenden, Landtagswahl (sinngemäß) auf den Punkt gebracht: Wir müssen uns leider von der Hoffnung verabschieden, schnell in einen Land- oder Bundestag einzuziehen. Wenn wir deshalb unseren Politik-Stil den anderen Parteien anpassen, haben wir aber nur eine weitere beliebig austauschbare Partei in Deutschland und verlieren unsere Daseins-Berechtigung völlig. Wir sind eines von vielen kleinen Rädchen (Attac, Bund Naturschutz, Kirchengruppen usw.) die an einer Neugestaltung von Staat und Gesellschaft arbeiten. Solange wir noch einen Funken Hoffnung für die Zukunft haben, müssen wir diesen Weg mit aller Kraft und Ausdauer weiter gehen.

Dem habe ich nichts mehr hinzuzufügen. Eine Wahl macht Sinn, solange man Themen und Ziele zur Diskussion stellen kann (Steter Tropfen höhlt den Stein!). 
Wenn wir nichts ändern, wird nichts mehr so bleiben, wie es ist! so ein Spruch aus der Umwelt-Bewegung. Die ÖDP will dem Wähler Wege aufzeigen, etwas nachhaltig zu ändern, ob er lieber die alten Wege nimmt, müssen wir ihm überlassen.

Rudolf Lang, Vorsitzender
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