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Sehr geehrte Frau Gradistanac,
seit fünf Jahren verfolge ich bereits die politischen Bemühungen um ein Patientenverfügungsgesetz. Es gab dabei viele Verzögerungen, Durststrecken, aber auch interessante Ansätze. Nun droht das ganze Vorhaben an politischen Eitelkeiten zu scheitern. Das ist für mich nicht hinnehmbar!
Bei diesem Thema geht es um mein Leben und um meinen Tod und darum, beides zu gestalten. Es muss endlich Sicherheit geben. Ich möchte ein Dokument verfassen können, das diese Phase meines Lebens rechtsverbindlich regelt.
Im Augenblick versinken Betroffene, Angehörige, Ärzte und Vormundschaftsrichter tief im ethischen und juristischen Treibsand. Es hängt von der Person des Richters und damit vom Zufall ab, wie an Vormundschaftsgerichten über lebensverlängernde Maßnahmen entschieden wird.
Bitte denken Sie an die mehr als neun Millionen Menschen, die bereits eine Patientenverfügung verfasst haben! Ich bin mir sicher: Weit mehr hätten gern ein solches Dokument, bezweifeln aber, dass sich Ärzte im Ernstfall daran halten würden. Das sind unhaltbare Zustände, die nur durch ein Gesetz geändert werden können. Jeder der in den Bundestag eingebrachten Gesetzentwürfe bedeutet eine deutliche Verbesserung gegenüber der derzeitigen Praxis.
Es ist Ihre Pflicht, sich dafür einzusetzen, dass noch in dieser Legislaturperiode über ein Patientenverfügungsgesetz abgestimmt wird! Nehmen Sie Autonomie und Fürsorge am Lebensende ernst und schieben Sie diese wichtigen Entscheidungen nicht auf die lange Bank.
Bitte informieren Sie mich über Ihre Einstellung zum diesem Thema und wie Sie diesbezüglich weiter vorgehen werden.
Mit freundlichen Grüßen
