Von:
Dr.


Sehr geehrter Herr Schreiner,
vor ein paar Tagen bin ich aus der SPD ausgetreten und habe damit alle meine ehrenamtlichen Mandate, auch im Landesvorstand der AfA-Brandenburg sowie den AfA-Vorsitz im UB Barnim, niedergelegt. Konkret: Ich konnte die Unglaubwürdigkeit dieser Partei einfach nicht mehr ertragen.
Deshalb muss ich Sie jetzt wohl leider wieder siezen...
Mir geht es nicht in den Kopf, weshalb Sie sich dazu hinreißen ließen, für den Lissabon-Vertrag zu stimmen? Zum Thema haben Sie ja bereits am 24.04.08 auf die Frage von Ali Avci geantwortet. Diesbezüglich sind Ihre Argumente, weshalb Sie dafür gestimmt haben, für mich eher vorgeschoben und alles andere als schlüssig. Denn die sozialen Verwerfungen mit dem Inkrafttreten dieses Vertrages überwiegen eindeutig gegenüber den wenigen Vorteilen. Und da stehe ich nicht allein mit meiner Meinung, sondern diese wird von den Gewerkschaften geteilt.
Auf der diesjährigen AfA-Bundeskonferenz wurde ein eindeutiger Beschluss gegen den EU-Vertrag von Lissabon verabschiedet.
Weshalb fühlen Sie sich als AfA-Bundesvorsitzender diesem Votum nicht verpflichtet? Oder anders gefragt: Was sind dann die Beschlüsse der vielen aufrechten Genossinnen und Genossen der AfA dann überhaupt noch wert? Wie ernst soll denn die von der Parteiführung ohnehin nicht ganz ernstgenommene AfA dann überhaupt noch Ernst genommen werden, wenn ihr Vorsitzender bei solch wichtigen Abstimmungen seine Basis, bitte verzeihen Sie mir die Wortwahl, verrät?