Oliver Kaczmarek (SPD)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Oliver Kaczmarek
© spdfraktion.de
Geburtstag
08.08.1970
Berufliche Qualifikation
Oberregierungsrat
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Kamen
Wahlkreis
Unna I
Ergebnis
42,6%
Landeslistenplatz
48, Nordrhein-Westfalen
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(...) Es ist auch nicht richtig, dass es einen Fraktionszwang geben soll. Artikel 38 Absatz unseres Grundgesetzes regelt eindeutig, dass Abgeordnete an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen sind. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
04.11.2009
Von:

Herr Kaczmarek,

wie stehen Sie zu der öffentlichen Meinung, dass Politiker immer um den heißen Brei herum reden und sich nie kurz und knapp und verbindlich zu einem den Bürgern wirklich wichtigen Thema äußern?

Was halten Sie von der Forderung, die Redezeit im Deutschen Bundestag pro Redner zu begrenzen, um effizienter inhaltliche Politik machen zu können?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Oliver Kaczmarek
1Empfehlung
09.09.2010
Oliver Kaczmarek
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage. Bitte entschuldigen Sie, dass ich Ihnen erst jetzt antworte.

Ich glaube, man kann nicht alle Politikerinnen und Politiker über einen Kamm scheren. Einige reden viel und sagen wenig und andere kommen schnell auf den Punkt. Mein Anspruch ist es, die Fragen, die an mich als Abgeordneten gerichtet werden, möglichst so zu beantworten, dass sie vollständig und klar beantwortet werden. Wenn das nicht gelingen sollte, dann bin ich offen für kritische Hinweise.

Die Redezeit im Bundestag ist bereits begrenzt und wird nach den Größenverhältnissen der Fraktionen aufgeteilt. Ob die Fraktionen die Redezeit dann auf mehrere Redner aufteilen, bleibt ihnen selbst überlassen. Meiner Ansicht nach sind diese Redezeiten völlig ausreichend, um die unterschiedlichen Standpunkte deutlich zu machen. Längere Reden bedeuten meiner Meinung nach nicht unbedingt mehr Inhalte.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Kaczmarek
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
15.02.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Kaczmarek.

Ich würde gern ihre Position zu folgendem Sachverhalt erfahren. Der deutsche Sozialstaat ist von einer Exportwirtschaft abhängig, die aufgrund eines ausufernden Abgaben- und Verwaltungssystems seit den 70er Jahren jeden Wettlauf mit asiatischen Wirtschaftsmächten verloren hat. Ein Sieg qualitativer, innovativer Elemente war unter diesen Belastungen nicht möglich. Wir können unter den seit 1990 herrschenden Bedingungen erst recht nicht wohlstandssteigernd konkurrieren. Nur wohlstandsmindernd. Alle Statistiken, sei es der private Verbrauch, die Reallöhne, die Arbeitslosenzahlen belegen dies. Selbst ein echter Aufschwung kommt nicht mehr beim Volk an – denn er basiert auf Lohnverzicht. Während die öffentlichen Haushalte ihren Standort mit schuldenbasierten "Anreizzahlungen" aufpäppeln müssen. Deutschland ist ein guter Standort, doch nicht im Vergleich zu Chinesen, die keine , aber auch gar keine wohlfahrtsstaatlichen Errungenschaften auf ihre Produkte aufschlagen müssen. Auf lange Sicht sehe ich deshalb das Ende aller öffentlichen Strukturen, wenn nicht die Umstellung auf das Konsumeinkommen so schnell wie nur irgend möglich gelingt, sprich: 100 Prozent Konsumsteuer und dessen Stützung über das bedingungslose Grundeinkommen. Die Folgen können sie sich ausmalen, wenn Produkte im Ausland nur die Hälfte kosten, Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung unmöglich sind, sich 100% der Menschen am Steueraufkommen beteiligen, wenn Menschen wieder mit Spaß zur Arbeit gehen. Eine starke Exportwirtschaft ist im Sinne meiner SPD, ebenso der freie Arbeiter. Ich würde gern Ihre Position und Kritik zu einem solchen Befreiungsschlag wissen, dessen Finanzierbarkeit angesichts einer jetzigen Staatsquote von 55 Prozent außer Frage steht, vielen Dank.

Hochachtungsvoll und mit sozialdemokratischen Grüßen
.
Antwort von Oliver Kaczmarek
bisher keineEmpfehlungen
09.09.2010
Oliver Kaczmarek
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage. Bitte entschuldigen Sie, dass ich Ihnen erst jetzt antworten kann.

Ich gebe Ihnen in der Einschätzung Recht, dass wir in der Fixierung auf den herkömmlichen Wachstumsbegriff keinen nachhaltigen Wohlstand schaffen können, der breite Bevölkerungsschichten erreicht. Wir müssen dazu u.a. auf die Verteilung des gemeinsam erwirtschafteten Wohlstands achten. Deshalb bin ich auch nicht Ihrer Ansicht, dass wir mit einem 100%igen Anteil der Konsumsteuern am Steueraufkommen besser fahren. Dies würde eine weitere Ungleichverteilung mit sich bringen, da so die Einkommensabhängigkeit der Besteuerung verloren ginge, die ich aus Gerechtigkeitsgesichtspunkten für unabdingbar halte. Ich bin sehr dafür, dass starke Schultern mehr tragen müssen als schwache. Deshalb ist mir die gerechte Besteuerung von Einkommen sehr wichtig.

Ebenso bin ich nicht Ihrer Ansicht bezüglich des bedingungslosen Grundeinkommens. Die Befürworter dieser Forderung verkennen oft die Bedeutung der Erwerbsarbeit für die Menschen. Ich möchte, dass jeder Mensch eine Chance erhält, in die Arbeitsgesellschaft integriert zu werden und damit aus eigener Kraft für seinen Lebensunterhalt zu sorgen. Dass die Menschen diesen Wunsch haben, weiß ich aus zahlreichen Gesprächen in meinem Wahlkreis und in meiner Bürgersprechstunde. Deshalb bin ich für anständige Löhne und gegen ein Grundeinkommen.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Kaczmarek
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
18.08.2010
Von:
-

Sehr geehrter Herr Kaczmarek,

kennen Sie die neueste Veröffentlichung von Abgeordnetenwatch.de? Nein? Dann schauen Sie doch mal hier rein:

blog.abgeordnetenwatch.de

Was Sie da über das einstige Paradepferd der Sozialdemokratie, Peer Steinbrück, erfahren, sollte auch Ihnen zu denken geben. Während die SPD langsam wieder in der Wählergunst an Boden gewinnt, haben diese Leute keine Skrupel, die treuen SPD-Wähler mit ihrer unmoralischen Auffassung über die Pflichten eines Bundestagsabgeordneten alles wieder kaputt zu machen. Ihm kann es ja egal sein. In der verbleibenden Zeit wird er sein finanzielles Schäfchen sicher ins Trockene bringen und ist auf eine Wiederwahl in der nächsten Legislaturperiode nicht angewiesen.
Ist Ihnen bewusst, dass er mit solchen Machenschaften auch Ihre Zukunft und die Zukunft vieler redlicher Fraktionskollegen als Abgeordneter des Deutschen Bundestages gefährdet?

Was wollen sie dagegen tun?

Mit freundlichen Grüßen

-
Antwort von Oliver Kaczmarek
bisher keineEmpfehlungen
09.09.2010
Oliver Kaczmarek
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage. Bitte entschuldigen Sie, dass ich Ihnen erst jetzt antworte.

Die auf abgeordnetenwatch.de gemachten Äußerungen über meinen Kollegen Peer Steinbrück kann ich nicht nachprüfen und möchte daher auch nicht darauf eingehen, sondern im Grundsatz auf Ihre Frage antworten.

Nach meiner nun knapp einjährigen Erfahrung als Abgeordneter kann mir nicht vorstellen, neben dem Abgeordnetenmandat viele weitere umfängliche Nebenbeschäftigungen auszuüben. Als in meinem Wahlkreis direkt gewählter Abgeordneter bin ich für die Menschen in meinem Wahlkreis Ansprechpartner für alle politischen Themen. Das bedeutet für mich vor allem, dass ich mich in verschiedenste Fachthemen einarbeiten muss, um den Menschen Rede und Antwort stehen zu können. In Berlin ist es für mich selbstverständlich, den meinen Wahlkreis betreffende Debatten oder den politischen Richtungsentscheidungen auch durch meine Präsenz im Bundestag beizuwohnen.

Ich befürworte sehr, dass Nebentätigkeiten transparent gemacht werden müssen und könnte mir sogar noch weiter gehende Regelungen vorstellen.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Kaczmarek
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Frage zum Thema Familie
11.10.2010
Von:

Hallo Herr Kaczmarek,

schön,dass sich ein Politiker aus dem Kreis Unna mal Zeit für die Fragen der Bürger nimmt.
Es geht um das Thema Familienplanung..Elterngeld hin oder her.
Kann es sein, dass man damals bei der Einführung des Elterngeldes einfach diejenigen vergessen hat, wo die Frau Hauptverdiener ist, und der Mann durch Lohnsteuerklasse 5 und Teilzeitjob viel weniger Geld verdient?
Es kann doch nicht sein, dass man sich Kinder wünscht, und vorab Geld ansparen muss, um die ca. 500-600 Eur Geldeinbußen pro Monat!!kompensieren zu können,wohl gemerkt für das eine Jahr Elterngeld.
mal ganz zuschweigen von der Erstausstattung...
wo kann da die Rede sein von Einkommenssicherung, wenn die frau 1 jahr zu Hause bleiben will
oder ist es hier gewollt, dass die Frau nach 8 Wo wieder Vollzeit arbeiten geht???
Da frage ich mich echt, ob man nicht besser in hartz 4 geht..und dann auch kein Problem mit der babyerstausstattung,hat...da scheint man irgendwie sorgenfreier Kinder in die welt zu setzen, ohne groß rechnen zu müssen...so kommt es mir zumindest teilweise vor.
haben Sie einen Tipp, wie man es machen könnte?
Ich freue mich auf ihre Antwort

MFG
K.G
Antwort von Oliver Kaczmarek
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08.12.2010
Oliver Kaczmarek
Sehr geehrter Frau Grassart,

vielen Dank für Ihre Email. Entschuldigen Sie bitte, dass ich jetzt erst dazu komme Ihnen zu antworten.

Das Elterngeld war von unserer früheren Familienministerin Renate Schmidt nach skandinavischem Vorbild entwickelt, von der SPD 2005 im Koalitionsvertrag mit der Union verankert und schließlich in der Großen Koalition gesetzlich umgesetzt worden.

Das Elterngeld ist eine Familienleistung für alle Eltern, die sich in den ersten 12 bis 14 Lebensmonaten eines Kindes vorrangig selbst der Betreuung ihres Kindes widmen wollen und deshalb auf Ein-kommen verzichten. Es ist als Lohnersatzleistung ausgestaltet und kann grundsätzlich für 12 bzw. 14 Monate (bei Inanspruchnahme von mindestens zwei Partnermonaten) nach der Geburt des Kindes bezogen werden. Die Partnermonate werden gewährt, wenn jeder Elternteil seine Erwerbstätigkeit für mindestens zwei Monate zum Zweck der Betreuung des Kindes unterbricht.
Kernelement des Elterngeldes ist die dynamische Anknüpfung an das individuelle Erwerbseinkommen: Dabei beträgt die Elterngeldleistung prozentual mindestens 67 Prozent (Lohnersatzrate) des entfallenden Nettoeinkommens, absolut mindestens 300 Euro (Mindestelterngeld) und höchstens 1.800 Euro (Höchstbetrag) monatlich.
Mit der Einführung des Elterngeldes wurden drei politische Ziele verfolgt:

  • Das Elterngeld unterstützt Eltern gezielt in der Frühphase der Elternschaft

  • Das Elterngeld sorgt für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf

  • Das Elterngeld stärkt die Partnerschaftlichkeit in der Kindererziehung

Das Elterngeld soll vermeiden, dass Eltern gezwungen werden, lange aus dem Erwerbsleben ausscheiden zu müssen. Das frühere Erziehungsgeld hatte längere Erwerbsunterbrechungen von Müttern begünstigt, die sich oft zu uneinholbaren beruflichen Nachteilen entwickelten und Armutsrisiken sowie die Gefahr der Abhängigkeit von anderen Transferleistungen oder fremden Einkommen vergrößerten. Parallel zur Einführung des Elterngeldes haben wir begonnen, ein bedarfsgerechtes, qualitativ hochwertiges und bezahlbares Angebot an Bildung und Betreuung für die Kinder zu schaffen.

Dabei geht es nicht darum ein bestimmtes familiäres Rollenbild zu fördern bzw. zu unterstützen. Das Elterngeld ist eine reine Lohnersatzleistung und wie die Eltern letztendlich die 12 bzw. 14 Monate gestalten, ist ihnen vollkommen selbst überlassen. Die Situation der Familien ist sehr unterschiedlich. Mal verdient der Mann mehr, mal die Frau. In bestimmten Fällen will die Frau länger zu Hause bleiben, in anderen der Mann. Eltern können auch gleichzeitig ihre Elternmonate nehmen. Die Eltern müssen abwägen wie sie sich entscheiden. Dabei geht es um verschiedene Kriterien: Finanzen, die aktuelle Situation im Job, der Wunsch bei der Erziehung in den ersten Monaten mit zu wirken. In den meisten Fällen ist es so, dass derjenige bzw. diejenige beim Kind bleibt, der bzw. die deutlich weniger verdient. Diese Entscheidung soll aber durch das Elterngeld nicht beeinflusst werden, sondern das Elterngeld ist nur eine Hilfe, um diese Möglichkeit überhaupt in Anspruch zu nehmen.

Ihrer Anmerkung, dass sie doch vielleicht besser HARTZ-IV beantragen sollten, um finanziell besser da zu stehen, muss ich wiedersprechen. Ab dem 1.1.2011 wird im Zuge des Sparpakets der Bundesregierung das Elterngeld für Bezieher von Arbeitslosengeld II gestrichen. Darüber hinaus haben Sie nach 12 bzw. 14 Monaten Elterngeld die Möglichkeit wieder in ihren Beruf zu gehen, um Ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Kaczmarek
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
11.10.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Kaczmarek,


aus Anlass Ihrer Wahl zum Abgeordneten, stellte ich Ihnen bzgl. unserer Verfassung, dem Grundgesetz eine Frage, die leider gänzlich unbeantwortet geblieben ist. Wann denken Sie, wird Artikel 146 des Grundgesetzes vollzogen und wie stehen Sie zu mehr direkter Demokratie? Wie kann man von dem Grundgesetz von einer Verfassung reden?

Die politische Elite will doch nur ihre Macht erhalten und sich auf Kosten der Freiheit des Volkes, absichtlich mit der "demokratischen" Bundestagswahl den "Schein" wahren.

Wir werden in Zukunft nicht drum herum kommen, insbesondere in Hinblick auf "Stuttgart 21", dem Volk richtungsweisende Volksentscheide vorzuenthalten. Ansonsten sehe ich für den Staat "schwarz".

Vielen Dank
M.
Antwort von Oliver Kaczmarek
bisher keineEmpfehlungen
27.10.2010
Oliver Kaczmarek
Sehr geehrter Herr ,

formal kann ich Ihnen zum Artikel 146 antworten, dass er dann in Kraft tritt, wenn sich die Deutschen in freier Abstimmung eine neue Verfassung geben. Allerdings hat man sich 1990 für einen anderen Weg entschieden und auch ich bin der Ansicht, dass sich das Grundgesetz bewährt hat und nicht gänzlich neu entwickelt werden sollte sondern allenfalls zeitgemäß anzupassen ist. Die Hürden dafür sind zu Recht hoch!

Sofern Sie auf die Einführung von Elementen der direkten Demokratie wie Volksabstimmungen abzielen, weise ich darauf hin, dass ich mich bereits vor der Bundestagswahl dafür ausgesprochen habe. Ich halte das für eine sinnvolle Ergänzung zu unserer repräsentativen Demokratie. Auf kommunaler Ebene haben wir damit bereits gute Erfahrungen gesammelt, die uns auch für Bund und Land ermutigen sollten.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Kaczmarek
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