Olaf Scholz (SPD)
Abgeordneter Bundestag (ausgeschieden)

Grunddaten
Olaf Scholz
© Romeo Deischl
Geburtstag
14.06.1958
Berufliche Qualifikation
Rechtsanwalt
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Hamburg
Wahlkreis
Hamburg Altona
Ergebnis
36,1%
Landeslistenplatz
1, Hamburg
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(...) Zunächst einmal freut es mich, dass Sie sich so in der Vermittlung engagieren. In meiner Amtszeit als Arbeitsminister war mein vorrangiges Ziel die Verbesserung der Vermittlung. Motivierte und kompetente Vermittler sind dafür die Voraussetzung. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
11.02.2011
Von:
Jan

Sehr geehrter Herr Scholz,

ist Ihnen als Jurist eigentlich peinlich ebenso wie Herr Steinmeier in ganz besonderem Maße mit der verfassungswidrigen Hartz IV-Gesetzgebung in Verbindung gebracht zu werden? Wenn nicht, warum nicht? Kann ein Jurist das vor sich selber als Leistung verkaufen, wenn er im Regierungsamt oder auch als Parlamentarier einen Verfassungsbruch auf den Weg gebracht hat? Oder spielt sowas keine Rolle? Auch in der SPD-Bundestagsfraktion und unter deren Mitarbeitern mangelt es sicher nicht an Juristen, nachweislich sind ja sogar ehemalige Richter dabei gewesen.
In den anderen Parteien, die mit der SPD Deutschland Hartz IV geschenkt haben, verhält es sich ähnlich. Sollte es nicht eine Kernkompetenz des Bundestages sein, dessen Aufgabe ja unter anderem die Kontrolle der Regierung ist, verfassungswidrige Gesetze aufzuhalten? Oder ist das auch egal? Wenn Volksvertreter sowie unsere Regierungen, obwohl hochbezahlt, nicht in der Lage sind, einfachste rechtstaatliche Standards einzuhalten, warum soll dann irgendjemand anders in diesem Land auf die Idee kommen, einen guten Job zu machen?

Mit freundlichen Grüßen,

Jan

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Frage zum Thema Sicherheit
11.02.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Scholz,

100 zusätzliche Polizeibeamte in den Präsidien und das Konzept Bahnsteigkante sind schon einmal gute Vorsätze für die innere Sicherheit.
Doch was ist mit der Sicherheit auf dem Kiez wie genau wollen Sie dort endlich für mehr Sicherheit sorgen? Das Videoüberwachungssystem stellte sich ja als nicht besonders effektiev herraus!
Wie sehen also Ihre Pläne aus für ein sicheres, angstfreies Feiern auf der Hamburger Kultmaile? Grade junge Frauen wie ich gehen gerne am Wochenende dorthin um mit Freunden zu feiern, jedoch immer mit der Angst im Nacken abgestochen oder zusammen geschlagen zu werden. Deshalb fordern wir junge Frauen (ich und meine Freundinnen) HANDELN SIE ENDLICH!

Ich freue mich auf eine präziese und baldige Antwort von Ihnen und verbleibe mit freundlichen Gruß
Antwort von Olaf Scholz
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18.02.2011
Olaf Scholz
Sehr geehrte Frau ,

haben Sie vielen Dank für Ihre Frage.

ein Patentrezept, das die Gewalt auf dem Kiez binnen kurzer Zeit in erheblichem Umfang und dauerhaft verringern würde, gibt es sicherlich nicht. Die Videoüberwachung verzeichnet zwar beachtliche Erfolge bei der Strafverfolgung, nicht jedoch - wie Sie richtig anmerken - bei der Prävention von Straftaten. Wir sehen aber durchaus eine Reihe von Punkten, in denen Behörden, Jugendhilfe und Justiz in den vergangenen Jahren nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft haben, um der Jugendgewalt Herr zu werden. Abgesehen davon, dass es viel zu lange gedauert hat, bis das Waffen- und das Glasflaschenverbot für den Kiez erlassen wurden, will ich zum Beispiel nicht hinnehmen, dass sich Strafverfahren gegen junge Gewalttäter in vielen Fällen lange hinziehen, obwohl jeder weiß, dass eine schnelle Reaktion nötig ist.

Wir werden ein neues Konzept gegen Jugendgewalt auflegen und umsetzen, das unter anderem eine wesentlich frühere Intervention schon bei den unter 14jährigen (z.B. mit konsequenter Durchsetzung des Schulbesuchs), verbindlichere Anti-Gewalt-Trainings, mehr und schnellere Fallkonferenzen aller beteiligten Behörden, eine Bündelung der Zuständigkeiten in Häusern des Jugendrechts in zwei Pilotbezirken, die Schaffung einer intensivpädagogischen Einrichtung für besonders gewaltauffällige Jugendliche im Nordverbund, die verstärkte Durchsetzung des Jugendschutzes zur Bekämpfung des Alkoholmissbrauchs, eine Entwaffnungsstrategie für die Stadt (mit zusätzlichen Waffenverbotszonen und einer breit angelegten öffentlichen Kampagne), schnellere Jugendstrafverfahren sowie eine Stärkung des Opferschutzes bei Jugendgewalt vorsieht.

Neben diesen, eher mittel- und langfristig wirkenden Maßnahmen wollen wir für mehr Präsenz der Polizei an den Brennpunkten der Stadt sorgen und die bestehenden Regelungen wie das Waffenverbot konsequent - das heißt durch entsprechende Kontrollen - umsetzen. Da ein großer Teil der Gewalttaten auf dem Kiez unter Alkoholeinfluss verübt wird, wird ein Schwerpunkt dort zu ergreifender Maßnahmen auf der Bekämpfung des Alkoholmissbrauchs liegen müssen. Dabei wird es immer eine schwierige Herausforderung sein, auf dem Kiez eine größtmögliche Sicherheit zu erreichen, ohne den Spaß durch Verbote auszubremsen.

Mit freundlichen Grüßen

Olaf Scholz
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Frage zum Thema Städtebau und Stadtentwicklung
11.02.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Scholz,

Das Bahngelände in Altona soll bebaut werden.Die Grundstücke sind im Eigentum der Bahn sowie weiterer verschiedener Investoren.
Die Stadt ist in der Position, den Eigentümern Maßgaben mit auf den Weg zu geben. Eine Maßgabe aus dem Wettbewerb war, dass teilweise autofrei geplant werden soll. Weitere Maßgaben werden sein, dass auch Baugemeinschaften berücksichtigt werden sollen.
Ich gehöre dem Netzwerk "Altona Mitte Autofrei" an, in dem sich bis jetzt 200 Leute zusammen geschlossen haben, um die Forderung zu vertreten, dass dort günstiger, gemeinschaftlicher Wohnraum entsteht.
Ich möchte gerne wisse, ob Sie es unterstützen, dass dort günstiger Wohnraum für Baugemeinschaften entsteht. Und wenn ja, wie werden Sie dieses Vorhaben konkret voranbringen?

Mit freundlichen Grüßen,
A.
Antwort von Olaf Scholz
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17.02.2011
Olaf Scholz
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Anfrage zur zukünftigen Nutzung des Altonaer Bahngeländes.

Lassen Sie mich bitte zunächst festhalten, dass ich als Altonaer den Bahnhof Altona gut kenne und seine zentrale Lage sehr schätze. Ich weiß auch, dass viele Altonaerinnen und Altonaer emotional "ihrem" Bahnhof eng verbunden sind.

Schon jetzt liegen große Bahnflächen in Altona brach und verwildern zusehends. Unabhängig davon ob und ggf. wann der jetzige Bahnhof aufgegeben wird, kann und sollte man meiner Meinung nach an die Entwicklung dieser Flächen gehen. Es wäre möglich, dort zahlreiche neue Wohnungen zu bauen, die bestens infrastrukturell erschlossen in einer sehr attraktiven innerstädtischen Lage entstehen würden. Außerdem könnten neue Grünflächen angelegt werden, von denen es in der Umgebung bisher auch zu wenige gibt. Ich finde, eine solche Chance darf man sich nicht entgehen lassen, denn wir haben in Hamburg aufgrund der katastrophalen Wohnungsbaupolitik der vergangenen 10 Jahre einen dringenden Bedarf an Wohnungsneubau - viele Menschen finden in Hamburg keine angemessenen und bezahlbaren Wohnungen mehr und die Mieten in den vorhandenen Wohnungen steigen zusehends.

Eine vernünftige Versorgung mit angemessenen und bezahlbaren Wohnungen auch für Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen ist ein besonderes Anliegen der SPD und auch von mir persönlich. Wir haben uns deshalb vorgenommen, bei einem entsprechenden Wahlausgang in Regierungsverantwortung die Voraussetzungen dafür zu schaffen, damit jedes Jahr 6.000 neue Wohnungen - davon ein Drittel Sozialwohnungen - gebaut werden. Dafür braucht man aber auch bebaubare Wohnungsbauflächen.

Die Bürgerinnen und Bürger werden wir aktiv an der Planung für ihren Stadtteil beteiligen. Außerdem müssen wir sicherstellen, dass es bei den Wohnungen eine gute Mischung gibt, damit ein lebendiger Stadtteil entsteht. Ein großer Teil der neu zu bauenden Wohnungen sollte Sozialwohnungen sein, SAGA GWG und die Baugenossenschaften sollten sich aktiv am Wohnungsbau beteiligen.

Mit freundlichen Grüßen

Olaf Scholz
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Frage zum Thema Schulen
14.02.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Scholz,

Ich bin seit 13 Jahren Vorschullehrerin und dieses mit Leidenschaft und Überzeugung.
Seit Jahren stehen die Vorschulklassen und ihr Erhalt immer wieder auf dem Prüfstand und sind Thema in der Schulpolitik. Immer wieder sorgt die unnötige Frage, was ist besser: Kita oder Vorschule für Verunsicherung bei Eltern und allen Beschäftigten.

Meine Fragen an Sie lauten:
Wie stehen Sie und Ihre Partei zum Erhalt (oder ggf. Ausbau) der vorschulischen Arbeit in Schulen? ( Ursprünglich wurde ja dieses Erfolgsmodell von Ihrer Partei ins Leben gerufen.)
Und:
Werden die Vorschulen unter Ihrer Regierung weiterhin durch speziell ausgebildete Sozialpädagoginnen geleitet?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Olaf Scholz
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17.02.2011
Olaf Scholz
Sehr geehrte Frau ,

gerne beantworte ich Ihre Frage.

Sowohl die Vorschulen als auch die Kitas mit ihrer vorschulischen Frühförderung haben ihre Stärken und sind bei den Eltern gleichermaßen beliebt. Beide Systeme sollen deshalb ihre Angebote fortführen und weiterhin existieren. Mit Hilfe des Elternwahlrechts sollen die Eltern auch künftig selbst entscheiden, welches System für ihr Kind am besten geeignet ist. Gleichzeitig müssen beide Angebote verbessert werden mit dem Ziel, die Qualität des Bildungsangebotes einerseits und die Dauer der Betreuung andererseits zu erhöhen. Eine engere Zusammenarbeit der beiden Einrichtungen halten wir in diesem Zusammenhang für wichtig.

Mit freundlichen Grüßen

Olaf Scholz
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Frage zum Thema Soziales
15.02.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Scholz,

Sie kandidieren am 20.02.2011 in Hamburg auf die Position des Bürgermeister.

Erklären Sie mir bitte und auch anderen, was das Hick-Hack im Bundesrat mit der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichturteils zu Hartz IV zu tun hat.

Gegenstand dieser Bundesverfassungsgerichtentscheidung war ausschließlich der ebenfalls durch den damaligen Bundesrat verbockte Regelsatz oder besser, die nicht vorhandene Transparenz bei der Ermittlung.

Das "Lohnabstandsgebot" hat keinen Verfassungsrang und unterscheidet sich dadurch evident von der Gewährung eines menschenwürdigen Regelsatzes. Auch ist der finanzielle Ausgleich zwischen den Bundesländern und dem Bund von Bedeutung, nur ebenfalls nicht in der Entscheidung des BVerfG gefordert. Was soll also dieser ganze Unsinn.
Es geht zur Stunde schlicht und ergreifend um und nur um den Regelsatz. Sind Sie der Auffassung, dass eine Erhöhung von fünf, acht oder etwa elf Euro, wie von der SPD gefordert und diese nur der Kassenlage geschuldet, vor Armut schützen könnten?

Wie werden Sie sich bei der Abstimmung zu dieser erneuten verfassungswidrigen Regelsatzerhöhung bzw. Ermittlung als zukünftiger Bürgermeister der Hansestadt Hamburg und mitgestaltender Architekt der Agenda 2010 im Bundesrat verhalten?
Haben Sie aus Ihren Fehlern gelernt? Dann beweisen Sie es!

Mit freundlichem Gruß
Antwort von Olaf Scholz
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18.02.2011
Olaf Scholz
Sehr geehrter Herr ,

es ist zutreffend, dass das Bundesverfassungsgericht in einem Urteil vor einem Jahr die nicht vorhandene Transparenz bei der Ermittlung der Regelsätze bemängelt bzw. die bisherige Berechnungsgrundlage als nicht verfassungsgemäß beurteilt hat. Das Bundesverfassungsgericht hat der Politik entsprechend auch den Auftrag erteilt, mehr für die Bekämpfung von Armut und mehr zur Herstellung gleicher Bildungschancen für alle Kinder zu tun. Zudem sollten die Regelsätze nachvollziehbar und transparent berechnet werden.

Neben der Sicherstellung der Teilhabechancen von Menschen in der Grundsicherung für Arbeitssuchende leitet sich daraus für uns auch der Anspruch ab, Menschen aus der Abhängigkeit von staatlichen Sozialtransfers zu lösen. Mehr Menschen müssen aus eigener Kraft für sich und ihre Familien sorgen können. Daher setzen wir uns auch im Zusammenhang der Verhandlungen zur Umsetzung des Bundesverfassungsgerichtsurteils für Mindestlöhne und für gleiche Bezahlung von Zeitarbeitern wie der jeweiligen Kernbelegschaft nach kurzer Einarbeitungszeit ein.

Ich hoffe sehr, dass es uns bald gelingt, hier doch noch zu einem akzeptablen Kompromiss zu kommen, damit endlich auch Klarheit für die Betroffenen herrscht.

Mit freundlichen Grüßen.

Olaf Scholz
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Ihre Frage an Olaf Scholz
Olaf Scholz ist inzwischen ausgeschieden. Deshalb wurde die Fragefunktion geschlossen.