Niema Movassat (DIE LINKE)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Niema Movassat
© Die LINKE
Geburtstag
22.08.1984
Berufliche Qualifikation
Diplom-Jurist
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Oberhausen
Wahlkreis
Oberhausen - Wesel III
Ergebnis
9,6%
Landeslistenplatz
8, Nordrhein-Westfalen
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(...) Man muss hier beachten, wegen was Sanktionen verhängt werden sollen - im Falle des Iran aufgrund des Atomprogrammes. Der Iran verstößt mit seinem Atomprogramm allerdings nicht gegen internationales Recht, sondern hat als Unterzeichner des Atomwaffensperrvertrages vielmehr ein Recht auf die friedliche Nutzung der Atomenergie. Es ist daher nicht nachzuvollziehen, warum Iran mit Sanktionen belegt werden soll. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Internationales
16.09.2010
Von:

sehr geehrter herr movassat,

in der jungen welt vom 3.9. meinen sie im interview mit frau claudia wangerin, dass sanktionen gegen den iran die opposition im lande schwächen würde und diese demzufolge ontraproduktiv für eine demokratische entwicklung seien. daher lehnen sie die sanktionspolitik der un und deutschlands ab.

ich möchte von ihnen wissen, wie sie in persönlich mit dem mittel der sanktionen grundsätzlich umgehen, da mir auch stimmen innerhalb der linkspartei und der bundestagsfraktion (z.b. frau höger) bekannt sind, die auf der einen seite zwar sanktionen gegen den iran ablehnen (siehe: www.freidenker.org ), diese aber zugleich gegen israel einfordern. dies geschiet zuweilen mit den gleichen gründen (stärkung der linken und demokratischen kräfte). welcher maßstab wird hier benutzt? und wie stehen sie dazu? hierbei möchte ich vor allem wissen, wie sie sich zu herman dierkes und inge höger, die ebenfalls aus ihrem landesverband kommen, verhalten. sie fordern konkrete sanktionen gegen israel (siehe: www.antikapitalistische-linke.de ).

vielen dank für ihre mühe. mit freundlichen grüßen,
Antwort von Niema Movassat
11Empfehlungen
19.10.2010
Niema Movassat
Sehr geehrte Frau ,

man muss hier beachten, wegen was Sanktionen verhängt werden sollen - im Falle des Iran aufgrund des Atomprogrammes. Der Iran verstößt mit seinem Atomprogramm allerdings nicht gegen internationales Recht, sondern hat als Unterzeichner des Atomwaffensperrvertrages vielmehr ein Recht auf die friedliche Nutzung der Atomenergie. Es ist daher nicht nachzuvollziehen, warum Iran mit Sanktionen belegt werden soll. Es fehlen schlicht Beweise, dass der Iran gegen den Atomwaffensperrvertrag verstoßen hat, um Sanktionen rechtfertigen zu können.

Im Falle Israels werden Sanktionen hingegen im Zusammenhang mit dem wiederholten Bruch internationalen Rechts und der bisweilen jahrzehntelangen Nichtbeachtung von UN-Resolutionen diskutiert (die völkerrechtswidrige Besiedlung der Westbank sowie die Blockade des Gazastreifens sind hier nur zwei prominente Beispiele).

Inge Höger und Hermann Dierkes sind GenossInnen, die ich schätze und denen ich mich solidarisch verbunden fühle.

Mit freundlichen Grüßen

Niema Movassat
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Frage zum Thema Internationales
18.09.2010
Von:

Bitte um Benantwortung Thema "Internationales", "Menschenrechte", "Entwicklungspolitik", "Gleichstellungspolitk"

Sehr geehrter Herr Movassat,

Ich habe über ihre Fraktionsseite der Bundestagsfraktion gelesen, dass Sie stv. Mitglied im Rechtsausschuss, im Ausschuss für Menschenrechte sowie Mitglied im Entwicklungszusammenarbeit sind.
Zunächst einmal finde ich es gut, dass Sie sich für Bereiche engagieren, die in der öffentlichen Debatte eher als "Stiefkind" angesehen wird! Es wäre auch ein gutes Signal gewesen, wenn Sie zum entwicklungspol. Sprecher ihrer Fraktion gewählt worden wären!

Meine Fragen:

1. a,Können Sie berichten, welche ihre Schwerpunktthemen im Entwicklungsausschuss sind, welche Erfolge Sie im Bundestag(trotz Opposittion?!?!) durchsetzen könnten (mögl. juristischer Weg)?
Welche Übereinstimmung sehen Sie im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit mit der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen?
b, Was kritisieren Sie primär an der Entwicklungszusammenarbeit der Bundesregierung?

2. Menschenrechte gelten für alle Menschen! Da Sie Mitglied der Partei Die Linke.(Sie sind mit 17 eingetreten als dies noch die PDS, Nachfolgeorganisation SED) sind, frage ich Sie wie es in einem sozialistischen Land wie Kuba zu Verhaftungen von Frauen und Homosexuellen kam. Die Homosexuellen wurden teilw. sogar in Gefängnissen hingerichtet !
( vgl. www.queer.de )

3. Das MdB Volker Beck (Bündnis 90/Die Grünen) ist Teilnehmer der"Euro Pride" und setzt sich öffentlich für das Versammlungsverbot gegenüber Schwulen,Lesben und Transgender ein. Inwieweit engagieren sich die Politiker der Linken für die Menschenrechte von Homosexuellen in der Welt,um auch hierbei den FDP-Außenminister anzugreifen?

4. Spenden Sie ihre Diätenerhöhung auch zur Verbessung der Entwicklungszusammenarb.? Würden Sie dies auch für eine Organsition tun, die das Outing junger Menschen unterstützt?

5. Neugr. Linkspartei., SED wäre Gesch., nicht besser ?

mfg
FlSt
Antwort von Niema Movassat
12Empfehlungen
17.10.2010
Niema Movassat
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für ihre Fragen, die ich gerne im Einzelnen beantworte:

Ihre Frage:

"1. a. Können Sie berichten, welche ihre Schwerpunktthemen im Entwicklungsausschuss sind, welche Erfolge Sie im Bundestag(trotz Opposition?!?!) durchsetzen könnten (mögl. juristischer Weg)?

Welche Übereinstimmung sehen Sie im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit mit der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen?"

Schwerpunkte meiner Arbeit sind die Themen Welternährung/ ländliche Entwicklung und Gesundheit in Entwicklungsländern. Außerdem beschäftige ich mich mit der Frage der Unternehmensverantwortung deutscher Firmen im Ausland. Ausführlich dazu können Sie auf meiner Homepage unter www.movassat.de nachlesen.

Ganz konkrete Erfolge sind innerhalb der Bundestagsarbeit bzw. der Arbeit im Ausschuss leider so gut wie unmöglich: Dass ein Antrag der LINKEN von den anderen Fraktionen, insbesondere der Regierungsparteien, angenommen wird, ist so gut wie ausgeschlossen.

Als Oppositionsfraktion sehen wir unsere Aufgabe viel mehr darin, auf die Widersprüche und Lügen der Bundesregierung aufmerksam zu machen und Alternativen für eine solidarische und gerechte Welt aufzuzeigen. Das alleine hat manchmal eben auch konkrete Ergebnisse. So haben wir gerade erst sehr aktiv an Protesten zahlreicher Nichtregierungsorganisationen gegen den deutschen Ausstieg aus dem Globalen Fonds zur Bekämpfung von HIV, Malaria und Tuberkulose beteiligt. Minister Niebel ist schließlich zurückgerudert und hat - wenn auch auf einem sehr geringen Niveau - bis 2013 eine Beteiligung Deutschlands zugesagt.

Im entwicklungspolitischen Bereich besteht prinzipiell eine relativ große Übereinstimmung zwischen den Grünen und der LINKEN. Dennoch gibt es auch gravierende Unterschiede: Meiner Ansicht nach sind z.B. die neoliberalen Experimente der letzten 20 Jahre mit Schuld daran, dass immer noch fast eine Milliarde Menschen auf der Welt an Hunger leiden. Die Grünen setzen leider immer noch in weiten Teilen darauf, dass es die Märkte schon regeln werden.

"b. Was kritisieren Sie primär an der Entwicklungszusammenarbeit der Bundesregierung?"

Dass auch sie sich nicht im Geringsten an ihre Verpflichtungen hält. Vor 40 Jahren (!) hat Deutschland sich völkerrechtlich dazu verpflichtet, 0,7 Prozent des BIP für Entwicklungszusammenarbeit auszugeben. Die Bundesregierung beteuert, sie halte daran fest, dieses Ziel bis 2015 zu erreichen. Das ist schlicht eine Lüge. Heute liegt die Quote Deustchlands gerade mal bei ca. 0,4 Prozent, laut Bundesfinanzministerium soll in den nächsten Jahren für die Entwicklungszusammenarbeit sogar noch weniger Geld zur Verfügung stehen. Meine Position dazu können finden sie hier: dipbt.bundestag.de

Eine Anmerkung am Rande: Auch die Rot-Grüne Bundesregierung hat seinerzeit - anders als man vielleicht vermuten würde - entgegen ihren Versprechen nicht mehr Geld für die Entwicklungszusammenarbeit zur Verfügung gestellt.

Ansonsten ist die starke Fixierung auf die Unterstützung der deutschen Exportwirtschaft im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit dieser Bundesregierung zu kritisieren. Entwicklungszusammenarbeit sollte sich an den Bedürfnissen der Menschen in den Ländern des globalen Südens orientieren und nicht an den Interessen deutscher Unternehmen.

"2. Menschenrechte gelten für alle Menschen! Da Sie Mitglied der Partei Die Linke. (Sie sind mit 17 eingetreten als dies noch die PDS, Nachfolgeorganisation SED) sind, frage ich Sie wie es in einem sozialistischen Land wie Kuba zu Verhaftungen von Frauen und Homosexuellen kam. Die Homosexuellen wurden teilw. sogar in Gefängnissen hingerichtet ! ( vgl. www.queer.de )"

Der Umgang mit Homosexuellen ist sicher einer der verhängnisvollsten Fehler, den die kubanische Revolution begangen hat. Eine genaue Analyse, wie es dazu kam, kann ich hier nicht liefern. Allerdings möchte ich zu bedenken geben, dass, wie auch unter dem Link nachzulesen ist, Homosexualität auch vor der Revolution 1959 in Kuba illegal war. Zu diesem Zeitpunkt gab es sicher zahlreiche Länder auf der Welt, in denen dies ebenfalls Realität war; auch in Deutschland waren Schwule und Lesben massiver auch gesetzlicher Diskriminierung ausgesetzt. Eine homophobe Politik ist sicher nicht spezifisch für sozialistische Länder. Eigentlich müsste sogar das Gegenteil der Fall sein. Im Übrigen steht auf queer.de, es seien "zahlreiche Homosexuelle in Internierungslagern zu Tode gekommen". Sie schreiben "in Gefängnissen hingerichtet". Ich möchte nur darauf hinweisen, dass dies ein nicht unwesentlicher unterschied ist. Gezielte Exekutionen von Homosexuellen gab es in Kuba nicht.

"3. Das MdB Volker Beck (Bündnis 90/Die Grünen) ist Teilnehmer der "Euro Pride" und setzt sich öffentlich für das Versammlungsverbot gegenüber Schwulen, Lesben und Transgender ein. Inwieweit engagieren sich die Politiker der Linken für die Menschenrechte von Homosexuellen in der Welt, um auch hierbei den FDP-Außenminister anzugreifen?"

Bei uns ist Barbara Höll zuständig für queere Politik. Was genau die LINKE auf diesem Gebiet für Positionen vertritt, können Sie unter www.barbara-hoell.de nachlesen.

4. Spenden Sie ihre Diätenerhöhung auch zur Verbesserung der Entwicklungszusammenarb.? Würden Sie dies auch für eine Organisation tun, die das Outing junger Menschen unterstützt?

Unter linksfraktion.de finden Sie genau aufgelistet, was ich wohin Spende. Ich bin grundsätzlich offen für die Unterstützung interessanter Projekte.

5. Neugr. Linkspartei., SED wäre Gesch., nicht besser ?

Ich bitte um Verständnis - die Frage erschließt sich mir leider nicht. Bitte nochmal ausführen worauf Sie hinaus möchten. Danke.



Beste Grüße

Niema Movassat
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
23.10.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Niema Movassat,

die Mehrheit der Bundesbürger hält Volksentscheide auch auf Bundesebene für sinnvoll.

Ich unterstütze die Vorschläge des Vereins Mehr Demokratie e. V. zur Einführung der Volksabstimmung in Deutschland.

Die Vorschläge sehen ein dreistufiges Verfahren vor:
  • Volksinitiative: Mit 100.000 Unterschriften kann dem Bundestag ein Gesetzentwurf vorgelegt werden.
  • Volksbegehren: Lehnt der Bundestag die Volksinitiative ab, kann ein Volksbegehren eingeleitet werden. Für dessen Erfolg müssen in sechs Monaten eine Million Unterschriften zusammenkommen.
  • Volksabstimmung: Hier entscheidet - wie bei Wahlen - die Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Jeder Haushalt bekommt im Vorfeld eine Abstimmungsbroschüre mit wichtigen Informationen und allen Pro- und Kontra-Argumenten.
Zusätzlich sollen die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit haben, eine Volksabstimmung gegen Beschlüsse des Bundestages einzuleiten (fakultatives Referendum) und bei wichtigen EU-Reformen und Grundgesetzänderungen mitzuentscheiden (obligatorisches Referendum).

Sehr geehrter Herr Niema Movassat, bitte teilen Sie mir Ihre Ansicht zu diesen Fragen mit.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Niema Movassat
8Empfehlungen
04.11.2010
Niema Movassat
Sehr geehrter Herr ,

sehr gerne beantworte ich Ihre Fragen zum Bereich direkte Demokratie. Ich möchte zunächst etwas grundsätzliches dazu einleiten und dann zu Ihren konkreten Fragen kommen.

DIE LINKE. versteht sich nicht als Partei, die klassische Stellvertretungspolitik im Parlament machen will. Für uns ist klar, dass linke und soziale Kräfte im Parlament eine starke soziale Bewegung und den Druck der Bevölkerung brauchen, um erfolgreich einen Politikwechsel einläuten zu können.

Demokratie und Mitbestimmung dürfen sich nicht in Parlamentswahlen erschöpfen. DIE LINKE. will Menschen ermutigen, selber Entscheidungen zu treffen, Politik vor Ort und politische Initiativen zu entwickeln, um ihr Lebensumfeld nach ihren Bedürfnissen zu gestalten. Hierfür ist die direkte Demokratie – also die Beteiligung aller Bürgerinnen und Bürger – unabdingbar.

Neben den von Ihnen bereits angesprochenen Initiativen und Bürgerbegehren müssen hierzu aber auch weitreichende Veränderungen im Wahlrecht erfolgen. Bei Kommunalwahlen beispielsweise müssen alle Einwohnerinnen und Einwohner eines Bundeslandes ab 16 Jahren das Wahlrecht erhalten. Nicht-EU-Bürgerinnen und -Bürger dürfen nicht von der politischen Teilhabe auf kommunaler Ebene ausgeschlossen werden. Die Briefwahl muss portofrei abgesendet werden können.

Nun zu Ihren konkreten Punkten:

  • Volksinitiative: Mit 100.000 Unterschriften kann dem Bundestag ein Gesetzentwurf vorgelegt werden.
  • Volksbegehren: Lehnt der Bundestag die Volksinitiative ab, kann ein Volksbegehren eingeleitet werden. Für dessen Erfolg müssen in sechs Monaten eine Million Unterschriften zusammenkommen.

Als Bundestagsabgeordneter der LINKEN unterstütze ich die Forderung nach Volksinitiativen selbstverständlich. Wir setzen uns als Partei allerdings dafür ein, dass Die Unterschriftenhürde für die Volksinitiative auf 30.000 Unterschriften gesenkt wird. Eine erfolgreiche Volksinitiative muss dann automatisch als Zulassungsantrag auf ein Volksbegehren gelten. Das Quorum für die Unterschriften für Volksbegehren ist ebenfalls auf zwei Prozent zu senken und die Sammelfrist soll nach Willen der LINKEN von acht Wochen auf sechs Monate verlängert werden.

  • Volksabstimmung: Hier entscheidet - wie bei Wahlen - die Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Jeder Haushalt bekommt im Vorfeld eine Abstimmungsbroschüre mit wichtigen Informationen und allen Pro- und Contra-Argumenten.

Eine Broschüre ist sicher ein Schritt in die richtige Richtung auf dem langen Weg zu einem Entscheid. Es stellt sich natürlich recht schnell die Frage, welche Institution diese Broschüre letztlich produzieren sollte, denn hier muss eine möglichst objektive Darstellung aller Argumente zu einem Thema vorgelegt werden. Aus meiner Sicht kann dies nicht von einem Ministerium übernommen werden, sondern muss in einer Initiative mit parlamentarischen und außerparlamentarischen Kräften geleistet werden.

Darüber hinaus muss eines ganz klar sein: direkte Demokratie passt nicht in das starre parlamentarische Zeitkorsett! Die Erstellung und Verbreitung einer Broschüre wird keinesfalls ausreichend sein, um den Bürgerinnen und Bürgern genügend Informationen an die Hand zu geben. In unserem europäischen Nachbarland Schweiz, hat die Entscheidung zum Tunnelbau am Gotthard mehrere Jahre benötigt und wurde schließlich 1994 endgültig entschieden. Bis zum Tunneldurchbruch im vergangenen Oktober vergingen nun fast zwanzig Jahre , doch der Entscheid wird nach wie vor breit getragen. Als LINKE fordern wir die verpflichtende Einführung von Volksabstimmungen bei Verfassungsänderungen, denn die Bürgerinnen und Bürger müssen bei Verfassungsänderungen die letzte Entscheidung treffen dürfen. Für einen solchen Entscheidungsprozess muss allerdings eine geeignete Zeitspanne zur Verfügung stehen!


  • Zusätzlich sollen die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit haben, eine Volksabstimmung gegen Beschlüsse des Bundestages einzuleiten (fakultatives Referendum) und bei wichtigen EU-Reformen und Grundgesetzänderungen mitzuentscheiden (obligatorisches Referendum).

Auch diese Forderung trifft auf meine volle Unterstützung. Kriege wie in Afghanistan wären so nicht von deutschen Soldaten unterstützt und die menschenunwürdigen Hartz-Gesetze wären in dieser Form nicht beschlossen worden. Beides Beispiele an denen deutlich wird, dass selbst solch bedeutende parlamentarische Entscheidungen entgegen der Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger getroffen werden.
Die Beteiligung an Entscheidungen auf EU-Ebene ist zusätzlich eine von vielen Möglichkeiten das "Raumschiff Europäische Union" für Bürgerinnen und Bürger greifbarer zu machen und sie so auch mehr für europäische Prozesse zu interessieren.


Mit freundlichen Grüßen
Niema Movassat
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Frage zum Thema Sicherheit
02.12.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Movassat,

Sie haben die Verlängerung der Anti- Piraten- Mission Atalanta abgelehnt.

Würden Sie bitte ihre Entscheidung erläutern und erklären, wie Sie den Schutz der internationalen Schifffahrt alternativ gewährleisten wollen?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Niema Movassat
7Empfehlungen
04.01.2011
Niema Movassat
Sehr geehrter Herr ,

die Operation Atalanta trägt nicht dazu bei, die Piraterie einzudämmen; stattdessen haben sich die Angriffe regional ausgebreitet und ihre Zahl hat zugenommen. Selbst das International Maritime Bureau stellt fest: "Wenn wir alle Schiffe, die dieses Gebiet durchfahren, effektiv schützen wollten, wären alle Armeen dieser Welt nicht ausreichend." Zudem bin ich generell gegen Auslandseinsätze der Bundeswehr und nicht der Meinung, dass die Sicherung von Handelsrouten eine militärische Aufgabe darstellen darf.

Der beste Schutz gegen Piraterie wäre es, darauf hinzuarbeiten, dass die Menschen in Somalia wieder eine Existenzgrundlage bekommen. Schließlich entstand die Piraterie vor Somalia einst dadurch, dass sich somalische Fischer eine neue Verdienstmöglichkeit beschafften, nachdem ihre Fischgründe durch Raubfischer und Giftmüllverklappung zu Grunde gerichtet wurden. 450 Millionen Dollar hat Somalia allein im Jahr 2008 durch Raubfischerei verloren. Hinzu kommen finanzielle Schäden durch illegale Giftmüllentsorgung. Somalia hat also ein Vielfaches dessen, was europäische Handelsschiffe durch die Zahlung von Lösegeld verlieren, durch illegalen Fischfang verloren; doch das scheint für die Bundesregierung ohne Belang zu sein.

Viele der Raubfischer und Giftmüllentsorger sind Staatsbürger der EU. Mit deren Strafverfolgung wäre beispielsweise ein Ansatzpunkt gegeben, um den Ruin der somalischen Fischgründe aufzuhalten und damit der Piraterie die Grundlage zu entziehen. Und die Gelder für den Militäreinsatz sollten besser in die Regenerierung der Gewässer und in die Unterstützung der somalischen Fischer investiert werden. Wenn die Menschen wieder die Möglichkeit haben, ihren Lebensunterhalt legal zu verdienen, wird auch die Piraterie nachlassen.

Mit freundlichen Grüßen,
Niema Movassat
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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
01.02.2011
Von:

Hallo,

gestern Abend fand in Dinslaken zum 2. Mal der Betuwe-Gipfel in der Stadthalle Dinslaken statt. Alle, für diesen Wahlbezirk gewählten, Bundestagsabgeordneten waren bei dieser Veranstaltung anwesend, Ausnahme war lediglich die Linkspartei.

Ist das Thema Betuwe für die Linke im Land NRW und/oder auch auf Bundesebene nicht interessant? Wie ist offizielle Statement Ihrer Partei zu diesem Thema?

Viele Grüße,
Antwort von Niema Movassat
2Empfehlungen
10.02.2011
Niema Movassat
Sehr geehrter Herr ,

gerne antworte ich auf ihre Frage bezügliche des BETUWE Gipfels in Dinslaken.

Weder ich als Abgeordneter im Kreis Oberhausen/Dinslaken noch meine GenossInnen in Dinslaken oder Wesel sind von den Veranstaltern zum BETUWE Gipfel eingeladen worden. Wir haben über die Medien von dem "Gipfel" erfahren. Eine "überparteiliche" Einladung hat es entgegen der Angabe der Veranstalter also nicht gegeben. Eine entsprechende Anfrage nach Gründen bei Herrn Flore (Oberhausener BI Betuwe) ergab nur ausweichende Antworten. Trotz alledem waren wir selbstverständlich anwesend und haben versucht uns an der Debatte zu beteiligen. Das war angesichts der Veranstaltungskonzeption allerdings kaum möglich.

Für die LINKE im Kreisverband Wesel/Dinslaken/ Oberhausen ist das Thema BETUWE selbstverständlich ein wichtiges Thema. Gerne mache ich Sie auf die Artikel unter den folgenden Internetseiten aufmerksam:

Webseite Niema Movassat (MdB): www.movassat.de Google-Suche LINKE KV Wesel: bit.ly

Wir bleiben auch weiterhin am Thema und stehen an der Seite der Anwohnerinnen und Anwohner an der Strecke. Auch in Zukunft werden wir uns an Protesten beteiligen.

Herzliche Grüße,
Niema Movassat
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