Martin Dörmann (SPD)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Martin Dörmann
Jahrgang
1962
Berufliche Qualifikation
Rechtsanwalt
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Köln I
Landeslistenplatz
42, Nordrhein-Westfalen
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(...) Durch das Gesetz werden nun datenschutzrechtliche und verfahrensrechtliche Regelungen verankert, die insbesondere auch die Internetnutzer/innen schützen. Zudem schaffen wir ein transparentes Verfahren im Hinblick auf die Kontrolle der BKA-Liste durch ein unabhängiges Expertengremium. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Gesundheit
21.01.2009
Von:

Guten Tag.

Es häufen sich Nachrichten und Meldungen über "Wolken", welche nicht als solche definiert werden können.
de.youtube.com (ZDF-Wetterbericht vom 14.01.2009)
Bei näherer Recherche erfährt man etwas von Chemtrails. Diese sind von Flugzeugen versprühte Chemikalien, welche - vom Boden aus sichtbar- keinen normalen Kondensstreifen hinter sich herziehen. Nicht normal im Bezug auf die "Lebensdauer" der Steifen.

Was können sie zu den berechtigten Vermutungen der Wettermanipulation bzw. allgemeinen Ausflügen von Chemikalien sagen?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Martin Dörmann
3Empfehlungen
23.01.2009
Martin Dörmann
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank Ihre Anfrage zum Thema "Chemtrails". Dabei handelt es sich (wie bei Wikipedia nachzulesen ist) um eine Verschwörungstheorie, die von der rechtsextremen NPD offensiv verbreitet wird und für die es keinerlei wissenschaftlichen Nachweis gibt.

Mit freundlichen Grüßen
Martin Dörmann, MdB
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Frage zum Thema Gesundheit
23.01.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Dörmann.

Leider ist diese Antwort in Bezug auf "Chemtrails" unbefriedigend. Die Wetter-Nachrichten (youtubelink) liefen über das ZDF, welche ich keineswegs als unterstützer der NPD bezeichne. Desweiteren gibt der Grünenpolitiker und ehemalige Greenpeaceaktivist Werner Altnickel regelmäßig ausführliche Vorlesungen zum Thema Chemtrails.
Und die NPD ist, wie sie sicher wissen werden, gegründet von Personen (Adolf von Thadden u.a.) mit Geheimdiensvergangenheiten beim MI6 in Großbritanien sind im Bezug auf ihre Glaubwürdigkeit nicht meine Quellen. Diese Personen sind von ihrer politischen Zielrichtung sowieso nicht akzeptabel für irgendeinen Bürger, welcher auf Frieden plädiert. Ich persönlich empfehle ihnen sich nicht nur auf Wikipedia zu verlassen und selber Recherchen zu dem Thema zu veranlassen. Denn zu sagen die "Rechten" fördern die Thematik und sich dehalb nicht damit zu beschäftigen zeugt von Meinungsdogmatik.
Gerade den Schwachsinn den die Rechte Landschaft beschreit sollten sie doch mit allen Mitteln einer guten Argumentationsstruktur widerlegen wollen und können.
Die Annahme ihrerseits es handele sich um eine Verschwörungstheorie ist also entweder falsch oder versucht das Thema zumindest zu vertuschen. Meine Frage ist:
Sie behaupten also es gibt keine Flüge (jeglicher Art) welche giftige Materialien aussprühen, entweder über das Benzin beigemischt oder über Sprühvorrichtungen verteilt, welche dazu dienen Wolken zu Impfen oder Wolken zu bilden (Zweck: Klimaerwärmung - welche ja gar nicht stattfindet) oder gar ganz andere Ziele verfolgen?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Martin Dörmann
3Empfehlungen
27.01.2009
Martin Dörmann
Sehr geehrter Herr ,

auf Ihre erste Frage, was ich zu Vermutungen von Wettermanipulationen im Zusammenhang mit "Chemtrails" sagen kann, habe ich Ihnen meinen Kenntnisstand wahrheitsgemäß mitgeteilt, wonach es hierfür keinerlei wissenschaftlichen Nachweis gibt.

Es tut mir leid, wenn Sie diese Antwort unbefriedigend finden, ich sehe jedoch auch nach Ihrer nochmaligen Anfrage keine Veranlassung, meinerseits irgendwelche Recherchen zu veranlassen, zumal Ihre Anfrage keinen Themenbereich berührt, für den ich im Bundestag zuständig wäre.

Sollten Ihnen wider Erwarten wissenschaftliche Untersuchungen vorliegen, bitte ich Sie, diese an eines meiner Büros zu senden, deren Adresse Sie über meine Homepage www.martin-doermann.de erfahren können. Ich werde sie dann gegebenenfalls an die zuständigen Stellen zur Prüfung weiterreichen.

Mit freundlichen Grüßen
Martin Dörmann, MdB
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Frage zum Thema Arbeit
30.01.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Dörmann,
ist die Forderung nach einem Mindestlohn nur ein Täuschungsmanöver?
Am 22.01. dieses Jahres stimmten Sie zu, als es um 6 weitere Branchen ging. Das ist soweit auch in Ordnung und finde ich sehr lobenswert.

Leider ist Ihre Forderung nicht unten angekommen. Mit unten meine ich Stadträte. Hier insbesondere den Stadtrat von Köln.
Am 24.04. 2008 stellet die Bürgerbewegung Pro Köln den Antrag, dass städtische Aufträge nicht mehr an Lohndrückerunternehmen vergeben werden sollen. www.pro-koeln-online.de Die gesamte SPD stimmte gegen diesen Antrag.
Warum ist die SPD auf Bundesebene für einen Mindestlohn, aber nicht auf kommunaler Ebene? Es geschah in Ihrer Stadt!
Warum macht die SPD Unterschiede zwischen Bundespolitik und Kommunalpolitik?
Warum fordert die SPD im Bundestag einen Mindestlohn, wenn dieser nicht einmal auf kommunaler Ebene umgesetzt wird?
Betreibt die SPD eine zweigleisige Politik?
Ich bedanke mich für Ihre Antwort

Antwort von Martin Dörmann
8Empfehlungen
11.02.2009
Martin Dörmann
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die gleich mehrere Punkte berührt:

1. Umgang mit Anträgen der rechtsradikalen Partei "Pro Köln"

Unabhängig vom Inhalt stimmt die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Köln grundsätzlich keinem von der Partei "Pro Köln" gestellten Antrag zu. Wie Sie sicherlich wissen, vertritt diese Partei rechtsradikale Positionen. Zuletzt hatte sie negative Schlagzeilen im Zusammenhang mit dem von ihr organisierten Anti-Islam-Kongress in Köln produziert. An anderer Stelle versucht die Partei, sich durch das Aufgreifen populärer Themen interessant zu machen. Vor dem rechtsradikalen Hintergrund ihrer Grundsatzpositionen kann dies jedoch keine Unterstützung der SPD finden.

2. SPD setzt branchenbezogene Mindestlöhne in Deutschland durch

Die SPD steht für die Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns in Deutschland.

Da dies zur Zeit in der Großen Koalition aufgrund des Widerstands der Union nicht möglich ist, verfolgt die SPD-Bundestagsfraktion das Ziel, zunächst möglichst viele branchenbezogene Mindestlöhne festzulegen. Dies bedeutet, dass über das Arbeitnehmerentsendegesetz oder das Mindestarbeitsbedingungsgesetz für einzelne Branchen Mindestlöhne festgesetzt werden. Trotz des Widerstandes in weiten Teilen der Union haben wir bereits wichtige Erfolge erzielt:

Bis Ende letzten Jahres sind im Arbeitnehmer-Entsendegesetz folgende Branchen aufgenommen worden: Das Bauhauptgewerbe, das Abbruchgewerbe, das Maler- und Lackiererhandwerk, das Dachdeckerhandwerk, das Elektrohandwerk, das Gebäudereinigerhandwerk und die Briefdienstleistungen.

Am 22. Januar wurde im Bundestag mit der 2./3. Lesung das Arbeitnehmer-Entsendegesetzes (Drs. 16/10486, 16/11669) beschlossen. Die Abstimmung im Bundesrat ist am 13. Februar 2009 vorgesehen. Zusammen mit dem ebenfalls in 2./3. Lesung beschlossenen Mindestarbeitsbedingungengesetz (Drs. 16/10485, 16/11669) und den im Koalitionsausschuss beschlossenen Sonderregelungen für die Zeitarbeitsbranche konnten damit für weitere 1,7 Millionen Beschäftigte fairere Löhne erkämpft werden.

Damit werden zusätzlich Mitarbeiter in folgenden Branchen Mindestlöhne erhalten: Pflegebranche, Wach- und Sicherheitsgewerbe, Abfallwirtschaft, Bergbau-spezialdienste, industrielle Großwäschereien und Weiterbildung.

Zusammen mit den neu aufgenommenen Branchen profitieren somit faktisch rund 3,5 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern von Mindestlöhnen.

Die SPD wird diesen erfolgreichen Weg fortsetzen.

Die oben genannten Ziele werden auch von der SPD in Köln sowie der SPD-Ratsfraktion in vollem Umfang unterstützt.

3. Kommunale Vergabe

Die Vergabe städtischer Aufträge erfolgt nach genau festgelegten gesetzlichen Regelungen, an die sich Rat und Verwaltung selbstverständlich halten müssen.

Nach bisheriger Rechtslage bestand auf kommunaler Ebene keine Möglichkeit, bestimmte Lohnuntergrenzen selbst festzulegen oder vorzuschreiben.

Am 19. Dezember 2008 haben wir jedoch im Bundestag ein neues Vergaberecht beschlossen. Danach können bei der öffentlichen Auftragsvergabe künftig soziale und ökologische Kriterien berücksichtigt werden. Damit schaffen wir Rechtssicherheit für die öffentlichen Auftraggeber, wenn diese zusätzlich zu Fachkunde, Leistungsfähigkeit und Gesetzestreue weitere Anforderungen stellen wollen, wie beispielsweise eine angemessene Bezahlung zur Sicherstellung der Qualifikation von Wach- oder Fahrdienstpersonal oder das Verbot von Kinderarbeit in der Lieferkette bzw. die Nutzung energieeffizienter Bürogeräte. Wir leisten damit auch einen wichtigen Beitrag zum Schutz unserer heimischen Wirtschaft gegen Lohndumping und Preisdrückerei.

Auch insofern handelt die SPD somit konsequent, und zwar auf allen Ebenen.

Mit freundlichen Grüßen

Martin Dörmann, MdB
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
15.02.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Dörmann,

in einer Frage weiter oben, bezeichnen Sie Pro Köln als rechtsradikal, da ich diese These in meinem Bekanntenkreis auch vertrete, wäre es toll wenn Sie mir hierzu vielleicht das ein oder andere Argument liefern könnten, unabhängig von dem Anti-Islamisierungs-Kongreß.

Religionskritik fällt bei mir nicht unter das Thema rechtsradikal.

Die von Ihnen erwähnten rechtsradikalen Positionen bei Pro Köln kann ich leider nicht finden, könnten Sie unter Umständen Quellen nennen, damit ich in Zukunft besser argumentieren kann?

Mit freundlichen Grüssen

Antwort von Martin Dörmann
7Empfehlungen
19.02.2009
Martin Dörmann
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Zuschrift.

Erlauben Sie mir zunächst eine grundsätzliche Anmerkung, die vor allem für die anderen Leser dieses Forums gedacht ist.

In letzter Zeit erhalten ich sowie meine Kolleginnen und Kollegen vermehrt Zuschriften aus dem rechtsradikalen Umfeld, die offenbar nur den Zweck verfolgen, rechtsradikale Thesen oder Gruppierungen bekannt zu machen. Leider werden solche Zuschriften selbst dann von abgeordnetenwatch.de freigeschaltet, wenn die Absicht relativ offensichtlich ist.

Das ist in doppelter Hinsicht sehr bedauerlich: zum einen werden die Abgeordneten von wichtiger anderer Arbeit abgehalten. Zum anderen verliert das Forum an Bedeutung. Beides geht letztlich zu Lasten der wirklich an einem Dialog interessierten Teilnehmer/innen.

Ich werde dieses Problem einmal grundsätzlich von anderer Stelle aufgreifen lassen. Es darf nicht sein, dass dieses Forum sich derart mißbrauchen lässt und die Verantwortlichen tatenlos zusehen. Es wäre schön, wenn der eine oder andere von Ihnen sich einmal entsprechend mit der Redaktion von abgeordnetenwatch in Verbindung setzen könnte, um eine Änderung herbeizuführen.

Sehr geehrter Herr ,

ich möchte Ihnen persönlich nichts unterstellen. Deshalb wäre es schön, wenn Sie mir mal eine eMail an eines meiner Büros zusenden könnten, damit ich mit Ihnen direkt Kontakt aufnehmen kann. Die Anschriften können Sie meiner Homepage www.martin-doermann.de entnehmen.

Nun aber noch zu Ihrer Frage nach der rechtsextremen Wählergruppe Pro Köln:

Pro Köln ist seit 2004 unter dem "Verdacht einer rechtsextremistischen Bestrebung" im NRW-Verfassungsschutzbericht aufgeführt. Im NRW-Verfassungsschutzbericht 2004 wird die Bürgerbewegung als "Ableger der rechtsextremistischen Deutschen Liga für Volk und Heimat" bezeichnet, der enge Kontakte zu verschiedenen weiteren rechtsextremistischen Gruppen und Personen pflege. Der Verfassungsschutzbericht des Jahres 2007 benennt als Hinweise auf aktuelle rechtsextremistische Bestrebungen neben Interviews von pro-Köln-Funktionären in den einschlägigen Publikationen National-Zeitung und Deutsche Stimme auch die Teilnahme von Pro Köln an einer "Konferenz führender Vertreter rechtsgerichteter Parteien aus Deutschland und Mitgliedern der Rechtsfraktion im Europäischen Parlament Identität, Tradition, Souveränität".

Mit freundlichen Grüßen

Martin Dörmann, MdB
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
09.05.2009
Von:

Waffenrecht.
Sehr geehrter Herr Dörmann,

sicher sind auch Sie in der letzten Tagen mehrfach angesprochen worden wie sie zu dem Vorschlag des neuen Waffengesetztes stehen. Deswegen möchte hier nicht nach einer Stellungnahme fragen sonder geziehlt fragen ob demnächst nicht das öffentliche Intesesse sondern die stärkere Lobby im Vordergrund der Entscheidung steht.

Wie komme ich darauf?
Ein wichtiger Punkt in dem neuen Waffengesetzt ist zum einen das Paintball/Laserdom Verbot, zum anderem dass unangekündigte Kontrollen bei Waffenbesitzern stattfinden dürfen.

Ich bin Paintball spieler und über den Gedanken eines Verbotes entsetzt. Weiter bin ich erschrocken wie schnell Stimmung gegen PaintballspielerInnen gemacht wurde. Wir würden realistisch das Töten nachstellen. Das wir dies nicht tun muss ich hier nciht weiter aufführen.

Dann habe ich heute erfahren, dass die unangekündigten Besuche bei Waffenbesitzern auf Kritik bei den Sportschützen gestoßen sind. Weiter musste ich lesen (Spiegel online), dass sich die Koalition darafu geeiningt hat, dass die Kontrollen abgelehnt werden dürfen und dass man dann einen Termin vereinbart um eine Kontrolle durch zu führen.

Da fehlt bei mir der Verständnis.
Der Vater des letzten Amokläufers hatte seine Waffe im Schlafzimmer. Bei einer unangekündikten Kontrolle wäre das aufgefallen und dem Mann wäre die Waffe entzogen worden. Der neuen Regeling zu folge, versichert der Mann, dass er gerade keine Zeit hat, der Kontrolleur aber gleich morgen wieder kommen kann. Er legt die Waffe schnell in den Tressor, die Kontrolle findet statt, alles ist gut, Kontrolle vorbei und die Waffe geht wieder ins Schlafzimmer.

Das muss man nicht verstehen, oder?

Was bringt es Paintball zu verbieten. Ist es nicht reiner Aktionismus im Rahmen der kommenden Wahlen?

Und nun zurück zu meiner Frage. Wie wird Politik gemacht?
Zum Wohle des Volkes oder zur Befriedigung der Lobby?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Martin Dörmann
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05.06.2009
Martin Dörmann
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ihr Anliegen kann ich gut nachvollziehen. In den ersten Wochen nach dem schrecklichen Verbrechen von Winnenden gab es in der Öffentlichkeit und im politischen Raum eine sehr intensive Debatte über die Frage, wie man zukünftig solche Ereignisse verhindern kann. Dabei sind auch Vorschläge entwickelt worden, die meines Erachtens über das Ziel hinausschießen. Dazu gehört für mich auch die Forderung, Paintball zu verbieten.

Diese Forderung ist jedoch nun vom Tisch. Voraussichtlich wird der Deutsche Bundestag in einer Begleitentschließung zu den geplanten Änderungen des Waffengesetzes die Bundesregierung lediglich auffordern, das Gefahrenpotential von realen Spielen mit Tötungs- oder Verletzungssimulation unter Einbeziehung von kriminologischen, psychologischen und soziologischen Gutachten zu untersuchen. Dies halte ich für sinnvoll und dürfte dazu beitragen, die Debatte insgesamt zu versachlichen.

Die voraussichtlich noch im Juni 2009 im parlamentarischen Verfahren diskutierten Maßnahmen zur Modernisierung des Waffenrechts sehen die Reduzierung der Anzahl legaler und illegaler Waffen und die Einschränkung des Umgangs mit großkalibrigen Waffen vor. Daneben geht es um die von Ihnen ebenfalls angesprochenen Regelungen zur sicheren Verwahrung legaler Waffen. In Zukunft müsste ein Antragsteller vor Erteilung der Waffenbesitzerlaubnis nachweisen, dass er Maßnahmen zur sicheren Aufbewahrung der Waffen getroffen hat. Zusätzlich sollen die Waffenbesitzer verpflichtet werden, der Behörde die Möglichkeit verdachtsunabhängiger Kontrolle der sorgfältigen Aufbewahrung von erlaubnispflichtigen Schusswaffen oder Munition zu ermöglichen. Hierbei ist -- außer bei Gefahr im Verzug -- nicht vorgesehen, dass die Wohnung gegen den Willen des Berechtigten betreten werden kann. Wer seiner Pflicht zur Gestattung einer Kontrolle nicht entspricht, muss jedoch mit dem Entzug der Waffenbesitzkarte rechnen.

Auch wenn nicht sämtliche Waffenbesitzer tatsächlich kontrolliert werden können, wird alleine die ständige Möglichkeit unangemeldeter Kontrollen eine striktere Befolgung der Regeln veranlassen. Die unsachgemäße Lagerung von Waffen oder Munition soll in Zukunft als Straftat verfolgt werden, falls hierdurch die Gefahr des Verlustes der Waffe oder des Zugriffs Unbefugter verursacht wurde. Außerdem soll mit neuester Technik, insbesondere biometrischen Sicherungssystemen, dafür gesorgt werden, dass nur noch legale Besitzer die Waffe nutzen können. Auf Veranlassung der Europäischen Kommission wird ein computergestütztes Waffenregister eingeführt, das eine zentrale Voraussetzung für die genaue Kenntnis der Anzahl legaler Waffenbesitzer und Schusswaffen in Deutschland ist.

Mit freundlichen Grüßen

Martin Dörmann, MdB
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