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Sehr geehrter Herr Dörmann,
3.3 Mio. Bundesbürger sind alkoholabhängig oder konsumieren missbräuchlich, 9,5 Mio. trinken täglich schädliche Mengen und mehr als 73.000 sterben jährlich aufgrund übermäßigen Alkoholkonsums (
tinyurl.com ). Mit 397.000 Betroffenen war Alkohol im Jahr 2011 für mehr als 40-mal so viele Behandlungsfälle verantwortlich wie Cannabis ("Diagnosedaten der Krankenhäuser" über www.gbe-bund.de , Stichwortsuche: Alkohol, bzw. Cannabinoide).
Alkohol ist eine der gefährlichsten Drogen überhaupt (
tinyurl.com ,
tinyurl.com ), und Alkoholkonsum weit schädlicher als Cannabisgebrauch (
tinyurl.com ,
tinyurl.com ,
tinyurl.com ).
Da Sie in Ihrer Antwort an Herrn Kneiss, bezüglich des weniger gefährlichen Cannabis erklären, eine Legalisierung des Handels für falsch zu halten, frage ich mich nun, wie Sie vor dem Hintergrund der genannten Fakten zu einem Alkoholverbot stehen.
Halten Sie es für sinnvoll, dass die tödliche Droge Alkohol beworben werden darf und als harmloses Lebensmittel im Supermarkt sogar an Minderjährige verkauft wird?
Wie glaub- und vertrauenswürdig kann Drogenpolitik sein, wenn eine so gefährliche Droge wie Alkohol völlig frei verfügbar ist, während man zu strafrechtlichen Mitteln greift, um den Umgang mit weniger gefährlichen Substanzen zu verhindern?
Wie vereinbaren Sie es angesichts der akzeptierten, massiven Schäden durch Alkoholkonsum überhaupt mit bedeutenden Grundwerten wie Freiheit und Gerechtigkeit, dass Sie weiterhin grundsätzlich strafrechtlich gegen Cannabiskonsumenten vorgehen wollen?
Warum ist es für Sie überhaupt eine Frage des Strafrechts, den Einzelnen von selbstgewählten Eigengefährdungen abzuhalten?
Wäre es nicht sinnvoller, die Milliarden Euro, die man in der Drogenpolitik für Strafverfolgung aufwendet, in Aufklärungs- und Präventionsprogramme zu investieren (
tinyurl.com )?
Freundliche Grüße
