Marcel Hafke (FDP)
Abgeordneter Nordrhein-Westfalen 2010-2012
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Grunddaten
Marcel Hafke
© FDP-Fraktion
Geburtstag
08.03.1982
Berufliche Qualifikation
Versicherungskaufmann, Dipl.-Kaufmann
Ausgeübte Tätigkeit
MdL, selbst. Versicherungskaufmann
Wohnort
Wuppertal
Wahlkreis
Wuppertal I
Ergebnis
4,6%
Landeslistenplatz
11, über Liste eingezogen
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(...) Ich danke dir für deine Anfrage. Grundsätzlich gebe ich dir Recht, dass der Vertrauensverlust, den die FDP momentan erleidet, sicherlich nicht unbegründet ist. Er beruht auf manch falscher Entscheidung in Berlin und dem Versuch des Neuanfangs, der uns nicht zufrieden stimmen kann. (...)
Parlamentarische Arbeit
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
22.09.2011
Von:

Hallo Marcel,

als ehemaliges Mitglied der FDP (KV Wuppertal) kann ich die derzeitige Situation der FDP nur mit gemischen Gefühlten betrachten. Einerseits denke ich, dass die Ablehnung der Partei durch die Wähler nicht unbegründet ist, andererseits sehe ich die Gefahr, dass es keine große Partei mehr gibt, die sich für Freiheit und Bürgerrechte einsetzt.
Siehst du die Piratenpartei in dieser Hinsicht eher als Gefahr oder eher als einen parteilichen Neuanfang - sozusagen als einen legitimen Nachfolger der FDP?

Für mich sind die Piraten zuzeit die einzige liberale Partei, die Chancen auf eine parlamentarische Vertretung hat.

Herliche Grüße
Antwort von Marcel Hafke
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27.09.2011
Marcel Hafke
Lieber ,

ich danke dir für deine Anfrage. Grundsätzlich gebe ich dir Recht, dass der Vertrauensverlust, den die FDP momentan erleidet, sicherlich nicht unbegründet ist. Er beruht auf manch falscher Entscheidung in Berlin und dem Versuch des Neuanfangs, der uns nicht zufrieden stimmen kann. Hier erwarte ich von allen Funktionsträgern eine Fokussierung auf die Sachpolitik, klare und positive Botschaften und eine Rückbesinnung auf die liberalen Grundwerte und -kompetenzen.

Genauso richtig ist es aber, dass die FDP als liberale Partei dringend gebraucht wird. Einen "Nachfolger" der FDP sehe ich weder in den Grünen, die in Wahrheit keine freiheitliche Gesellschaft wollen, sondern ein rigides Moralsystem, das dem Bürger vorschreibt, wie er zu leben hat. Noch sehe ich die Piratenpartei als "Nachfolger". Bereits die Einschätzung, dass die Piraten eine liberale Partei seien, kann ich nicht teilen. Programmatisch weisen sie eine große Bandbreite - man kann auch sagen ein Sammelsurium - verschiedener Einzelthemen und zum Teil wirklich abstruser Forderungen auf, so dass eine Zuordnung schwer fällt. Ich möchte in diesem Zusammenhang auch daran erinnern, dass Parteien ursprünglich Wertegemeinschaften sind - was leider, auch aus eigenem Verschulden der Parteien, zunehmend in Vergessenheit gerät. Ich kann bei den Piraten keine verbindendes Wertefundament erkennen.

Auch die Einschätzung, dass sich die Piraten etablieren und nach der doch sehr spezifischen Berlinwahl weitere Mandate gewinnen können, möchte ich mit einem Fragezeichen versehen. Die Kompetenz der Piraten, parlamentarisch und damit in Verantwortung stehend Politik zu gestalten, wird sich erst noch erweisen müssen. Deiner pessimistischen Aussicht bezüglich der Chancen auf eine zukünftige parlamentarische Vertretung der FDP stelle ich die Hoffnung entgegen, dass sich die FDP mit Sachpolitik und einem mutigen Einsatz für die liberale Sache wieder erholen wird.

Ich hoffe, dir in der Kürze einige Anregungen gegeben zu haben. Für Rückfragen stehe ich selbstverständlich gerne zur Verfügung.

Herzliche Grüße

Marcel Hafke MdL
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Frage zum Thema Finanzen
03.12.2011
Von:

Wie werden Sie - angesichts der mehr als angespannten Finanzlage in NRW, angesichts der von allen ernstzunehmenden Politikern geforderten Sparsamkeit in allen Belangen und nicht zuletzt angesichts einer im Vergleich zu beliebigen anderen Bevölkerungsgruppen sehr wohlwollenden Altersversorung - bei der vorgesehenen Abstimmung über eine Diätenerhöhung im Landtag NRW abstimmen?

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Frage zum Thema Kinder und Jugend
18.02.2012
Von:
Max

Sehr geehrter Herr Hafke,

in Rauschendorf/Königswinter wurde einer Kindergartenleiterin durch den Träger, den katholischen Kirchengemeindeverband, gekündigt, weil sie nach einer Trennung mit ihrem neuen Partner zusammengezogen ist. Der Elternbeirat fordert mit zahlreichen weiteren Unterstützern im Ort, dass die Kündigung der beliebten Erzieherin zurückgenommen wird. Die Eltern halten es für nicht zeitgemäß, dass das Kinderbildungsgesetz in einem solchen Fall keine Einflussmöglichkeiten von Eltern und Kommunen auf die Trägerschaft vorsieht, zumal die Finanzierung in Rauschendorf nur durch Stadt und Eltern erfolgt (die Stadt Königswinter übernimmt den Trägeranteil und zahlt zusätzlich noch 2% für den Verwaltungsaufwand).

Sehen Sie eine Möglichkeit, etwas an diesem Zustand zu ändern und den Eltern zu helfen, ggfs. in anderer Trägerschaft die Leiterin halten zu können? Ist es vorstellbar, eine Änderung der gesetzlichen Grundlagen herbeizuführen, damit in öffentlich finanzierten Einrichtungen auch die grundgesetzlich garantierten Freiheitsrechte gewährt werden?

Mit freundlichen Grüßen
Max
Antwort von Marcel Hafke
bisher keineEmpfehlungen
01.03.2012
Marcel Hafke
Sehr geehrter Herr ,

für Ihre Anfrage, den Vorgang um die Kindergartenleiterin des katholischen Kindergartens in Rauschendorf betreffend, danke ich Ihnen ganz herzlich.

Ihren Unmut über den von Ihnen geschilderten Vorgang kann ich nachvollziehen. Ich stimme mit Ihnen überein, dass die Kündigung einer Mitarbeiterin wegen eines privaten Umstands, wie dem Zusammenziehen mit einem neuen Partner nach einer Trennung, nicht zeitgemäß ist. Meines Erachtens sollten bei der Beurteilung eines Arbeitnehmers die fachlich-berufliche Leistung und Eignung und keine privaten Umstände maßgeblich sein. Leider ist einiges, was nicht legitim ist, trotzdem legal.

Der Umgang mit Mitarbeitern ist in erster Linie Angelegenheit des Trägers. Da sich der Kindergarten, um den es vorliegend geht, in Trägerschaft der katholischen Kirche befindet, gelten hier in zulässiger Weise neben den üblichen gesetzlichen Regelungen besondere Bestimmungen, die teilweise andere Regelungen überlagern. Auf diese kirchenspezifischen Regelungen können der Landesgesetzgeber, Kommunen oder Eltern keinen Einfluss nehmen, da die Kirche einen Tendenzbetrieb mit eigener Rechtsordnung darstellt. Dementsprechende eigene Vertragskonditionen dürfen deshalb in einen Anstellungsvertrag generell mit aufgenommen werden. Allerdings obliegt der Kirche als Arbeitgeber grundsätzlich gleichfalls ein Ermessen, inwieweit die von ihr verfolgten Prinzipien von den Mitarbeitern auch eingehalten werden müssen. Insofern bestünde wohl durchaus die Möglichkeit, das Handeln der Mitarbeiterin – in Übereinstimmung mit der Ansicht einer großen Bevölkerungsmehrheit – nicht zu sanktionieren. Ich möchte nicht verschweigen, dass ich den gesamten Sachverhalt ähnlich kritisch beurteile wie Sie. Als Liberaler darf ich an dieser Stelle auch meiner grundsätzlichen Befürwortung einer strikten Trennung von Staat und Kirche Ausdruck verleihen. Die besonders von den christlichen Religionsgemeinschaften in Anspruch genommenen Sonderrechte und -privilegien und ein damit einhergehender Einfluss auf weltliche Institutionen sind aus meiner Sicht grundsätzlich zu problematisieren.

Ihre Anregung einer Änderung der gesetzlichen Grundlagen, damit in öffentlich finanzierten Kindertageseinrichtungen die üblichen Bestimmungen zur Anwendung kommen, würde vorliegend erst einmal keine unmittelbaren Auswirkungen haben, da die Kirche, wie dargestellt, über eine eigene Rechtsordnung verfügt. Insofern könnten derzeit Gespräche, Appelle und Initiativen mit den Beteiligten vor Ort, insbesondere dem Rat der Stadt Königswinter und dem zuständigen Jugendhilfeausschuss, erfolgsversprechender und zielführender sein. Wie ich Medienberichten entnehmen konnte, hat sich durch dieses Ereignis bereits eine Initiative von Eltern, Bürgern und Vereinen gebildet, die sich für einen Trägerwechsel einsetzen, damit die Leiterin der betroffenen Einrichtung ihre Anstellung behält. Ich hoffe, dass sich dieses Engagement auszahlt. Eine Eskalation der Auseinandersetzung kann weder im Interesse der Eltern, aber auch nicht im Sinne der Katholischen Kirche sein.

Mit freundlichen Grüßen

Marcel Hafke MdL
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