Katja Kipping (DIE LINKE)
Abgeordnete Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Katja Kipping
Jahrgang
1978
Berufliche Qualifikation
Literaturwissenschaftlerin M.A.
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Dresden I
Landeslistenplatz
1, über Liste eingezogen, Sachsen
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(...) Mehr Mitbestimmung und Transparenz durch die Einführung der von Ihnen vorgeschlagenen Direktwahlen zu erreichen, halte ich nicht für den zielführenden Weg. Mir erscheint es sinnvoller und notwendiger, direkte Mitbestimmung durch die Einführung von Volksentscheiden auf bundespolitischer Ebene zu erlangen. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
16.09.2007
Von:

Sehr geehrte/r Abgeordnete/r,

in Anbetracht der derzeitigen Terrorismus-Hysterie und der jüngsten vermeintlichen "Anti-Terror-Erfolge" gestatte ich mir, Sie auf den Artikel "Die Terroristen - Lügengespinst deutscher Sicherheitsbehörden" von Karl Weiss, veröffentlicht in der "Berliner Umschau" vom 10.09.2007, hinzuwei Was Sie mit den Erkenntnissen anstellen, das muss ich natürlich Ihnen überlas

Hier der Link zum Originalartikel:
www.berlinerumschau.com

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Katja Kipping
6Empfehlungen
16.10.2007
Katja Kipping
Sehr geehrter Herr ,

mit Interesse habe ich den von Ihnen empfohlenen Artikel in der Berliner Umschau gele Allerdings kann ich nicht einschätzen, ob die kürzlich im Sauerland festgenommenen Personen wirklich aus den ihnen zur Verfügung stehenden Materialien Sprengstoff hätten herstellen können. Dazu fehlen mir wichtige Detailinformationen zum beschriebenen Fall, zudem erstrecken sich auch meine Chemiekenntnisse nicht auf solche Bereiche.

Aber trotzdem lässt sich generell bemerken, dass in den letzten Jahren unter den Schlagworten "Innere Sicherheit" und "Terrorabwehr" verstärkt Einschränkungen sowie Eingriffe in Persönlichkeitsrechte von Bürgerinnen und Bürgern als auch eine Erweiterung der Befugnisse von Polizei und Geheimdiensten im In- als auch im Ausland vorgenommen wurden und werden. Weit im Vorfeld eines konkreten Verdachts werden mit Begriffen wie "Gefährder" oder "Kontaktpersonen" Bürgerinnen und Bürger geradezu unter Generalverdacht gestellt. Oft sind Minderheiten und Menschen mit Migrationshintergrund besonders davon betroffen.

Natürlich steht es außer Frage, dass es selbstverständlich einen Schutz vor Kriminalität geben muss. Das darf aber nicht zu unverhältnismäßigen staatlichen Eingriffen in BürgerInnenrechte führen. Man kann sich im Moment ja des Eindrucks nicht erwehren, dass Demokratie und Freiheitsrechte unter bewusster oder unbewusster Ausnutzung der Sorgen und Ängste der Menschen immer weiter eingeschränkt werden. "Spektakuläre" und reißerische Darstellungen in manchen Medien tun ihr Übriges dazu, um ein übertriebenes Klima der Panik in der Bevölkerung zu erzeugen.

Kürzlich hat der Innenausschuss des Bundestages über den Stand der Inneren Sicherheit debattiert. Anlass der Sitzung waren Warnungen von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble, dass ein Anschlag mit nuklearem Material ("schmutzige Bombe") keine Frage des Ob, sondern des Wann sei. Im Laufe der Diskussion zeigt sich aber, dass zwar latente Gefahren bestehen, aber diese regelmäßig enorm aufgebauscht werden und nicht die reale Bedrohungslage wiedergeben. Sowohl Herr Schäuble als auch die Vertreter von Bundesnachrichtendienst und Bundeskriminalamt hätten übereinstimmend erklärt, es gebe derzeit keinerlei konkrete Erkenntnisse über geplante Anschläge. Zum Nachlesen: einen Kurzbericht über diese Sitzung finden Sie zum Beispiel im Internetauftritt des Bundestages unter den Meldungen "heute im Bundestag" - www.bundestag.de .

Mit freundlichen Grüßen
Katja Kipping
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Frage zum Thema Soziales
13.11.2007
Von:

Hallo Frau Kipping,

wie können Sie als LINKE Fraktion es schaffen, den Hartz4-Empfängern zu helfen?

Nach all den Veröffentlichungen (nehmen wir nur mal Energie-Kartelle) muss doch klar sein, dass ein Hartz4-Empfänger die Lasten nicht mehr zu tragen in der Lage ist (es handelt sich hierbei nicht nur um die monatliche Energierate beim Versorger - der Rattenschwanz geht ja durch alle Lebensbereiche wie Warmwasser, Heizung bis hin zu den Verteuerungen der Lebensmittel...) Wer und wie kann da wem Einhalt gebieten?

2. Die Mini-Job-Regelungen, die besonders den großen Firmen rechtliche Möglichkeiten der Job-Reduzierung und Gewinnmaximierung bieten (auch hier eine Katze, die sich am Schwanz packt: Denn alle Mini-Jobber müssen ja Hartz4-technisch aufstocken - wer kann schon von 400 Euro leben??? - und letztend tragen dann die Kommunen die "Mini-Last" der Arbeitgeber), ist doch weit überholt.

Spüren Politikerinnen im Allgemeinen und die LINKE speziell, dass mit dieser Mini-Regelung NIEMANDEM geholfen ist? Wie kann das behoben werden, zumal man ja nur einen Mini-Job annehmen kann, es gibt ja nur eine Steuerkarte...

WEM in der Großen Koalition kann ich dieses umfassende Anliegen erläutern, damit die Koalition das mal sieht - oder sehen Politiker der interimen Ruhe wegen erst mal lieber weg???
Oder sehe ich das alles falsch?

Liebe Grüße Jörg
Antwort von Katja Kipping
3Empfehlungen
14.03.2008
Katja Kipping
Sehr geehrter Herr ,


herzlichen Dank für Ihre Anfrage zum Themengebiet Hartz IV, mit dem ich mich im Bundestag schwerpunktmäßig beschäftige. Wie Sie vielleicht wissen, so streiten wir sowohl hier im Parlament als auch zusammen mit vielen außerparlamentarischen Inititiaven für eine Überwindung von Hartz IV. Schaffen können wir aber die so notwendigen Verbesserungen sowie eine andere Politik nur, wenn sich möglichst viele dafür einsetzen, also auch Sie.

Zu Ihrer Anmerkung zu Energie- und Wasserversorgern: im Bereich Energie sind heute die vier Konzerne E.ON, RWE, Vattenfall Europe und EnBW alleiniger Besitzer der Übertragungsnetze. Zudem verfügen sie über 90 Prozent aller Kraftwerke in Deutschland und beherrschen aus dieser kartellartigen Position heraus den Strommarkt, was ja u.a. auch zu den hohen Preisen für Energie geführt hat. Die Bundesregierung hat die gesetzliche Kontrolle der Stromtarife abgeschafft und beschränkt sich allein auf die Netzüberwachung.

DIE LINKE hingegen fordert die Verstaatlichung der großen Strom-, aber auch der Gasnetze. Wir sind der Meinung, dass eine direkte gesellschaftliche Kontrolle der Netze nötig ist, um preislichen Missbrauch zu verhindern und eine zukunftsgerechte Ausrichtung der Energieversorgung sicherzustellen. Dieses Ziel ist nur durch Überführung in die öffentliche Hand zu erreichen. Die Versorgung mit netzgebundener Energie muss dem Wohl aller dienen und nicht den Profitinteressen weniger.

Weiterhin sprechen Sie den Bereich Minijob an: in der Bundesrepublik ist aktuell die Niedriglohnbeschäftigung weit verbreitet und nimmt sogar noch zu. Besonders bei Minijobs sind Niedriglöhne fast die Regel.
Kein Wunder, denn die anhaltende gesetzliche Förderung ungesicherter, schlecht entlohnter Beschäftigungsverhältnisse durch die Bundesregierung treibt immer mehr Menschen trotz Arbeit in Armut. Mit den Hartz-Gesetzen wurde der Druck auf Arbeitslose und Beschäftigte, schlecht bezahlte Arbeitsplätze zu akzeptieren, weiter erhöht.

Meine Fraktion hält diesen Zustand für unannehmbar und fordert u.a. die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes sowie den Abbau prekärer Beschäftigung. Wir wollen Existenz sichernde, sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse und eine Existenz sichernde soziale Grundsicherung. Das erreicht man nur, indem man die Ökonomie dem Menschen unterordnet und nicht dem Kapital.

Insofern sehen wir, ebenso wie Sie, wie falsch die Politik derzeit läuft und stellen unsere eigenen Konzepte dagegen.


Mit freundlichen Grüßen
Katja Kipping
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Frage zum Thema Arbeit
27.11.2007
Von:

Sehr geehrte Frau Kipping.
Weshalb setzt die PDS und die Linken eher auf Umverteilung (zB.Grundeinkommen) von Oben nach Unten bzw. reich nach arm als auf mehr Beschäftigung ?
Wäre es nicht besser, man würde mehr auf Beschäftigung setzen mit fairen und anständigen Löhnen ?
Ich denke ,es wäre besser , man würde die 1Euro Jobs beseitigen.Ebenso finde ich ,man sollte 400 Euro Jobs wieder begrenzen für zB. Mütter ,Studenten , Rentner ,die nur stundenweise arbeiten können. Auch die Zeitarbeitsfirmen müsste man dazu bringen,dass sie normale faire Löhne bezahlen ,wie jede herkömmliche Firma auch nach Tarif bezahlen sollte.
Ich weiß,dass durch Technisierung Arbeitsplätze wegfallen.
Aber ich denke :
Fielen die Billiglöhne erst mal weg, so würden die arbeitenden Bürger auch mehr einzahlen in die Sozialkassen mit dem Ergebniss, dass sich die Kassen wieder füllen würden.Unsere Gesundheits und Sozialsystem hätte wieder mehr Geld und könnte besser agieren. Mehr Konsum wäre dann möglich und so würde man einen wirklichen Wirtschaftsaufschwung erhalten !!!!!!!
Bei einem wirklichen Wirtschaftsaufschwung hätte Jeder etwas davon und er käme wirklich bei Jedem an.
Des weiteren denke ich :
Je mehr Wirtschaftsaufschwung man erhält , desto mehr Beschäftigung ist möglich.Ein Wirtschaftsaufschwung vernichtet demnach keine Arbeitsplätze er erschafft sie !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Es würden dann ganz neue Berufe entstehen und das Wegfallen der Arbeitsplätze wäre aufgehalten.Dem Staat ginge es wieder besser , wie auch jedem Bürger des Landes.
Fazit:
Eine Umverteilung von Reich nach Arm ist zwar ein sehr edles Vorhaben. Am Ende jedoch entsteht kein Wirtschaftsaufschwung dadurch. Es ist nur ein weiterer Verschiebebahnhof und keine wirkliche Lösung für Deutschland.
Antwort von Katja Kipping
5Empfehlungen
12.06.2008
Katja Kipping
Sehr geehrter Herr ,

ich bedanke mich für Ihre Anfrage.

Als Linke kämpfe ich sowohl für eine Umverteilung von oben nach unten als auch für Arbeitsplätze, allerdings für sinnvolle, ökologisch und sozial nachhaltige Arbeit. Wie viele der derzeitigen ökologisch und sozial unverträglichen Arbeitsplätze müssten eigentlich wegfallen? Wirtschaftsaufschwung heißt noch lange nicht, dass das Leben für die Menschen besser wird, noch dass die bedrückenden ökologischen Fragen geklärt werden.
Bedenken Sie bitte, dass Wirtschaft, auch Erwerbsarbeit, kein Selbstzweck ist, sondern den Bedürfnissen der Menschen untergeordnet ist - das gilt für alle Dimensionen menschlichen Daseins, den materiellen, ethischen, sozialen, kulturellen und ökologischen.
Die eigentliche Frage ist, wer darüber entscheidet, welche Bedürfnisse Menschen konkret haben und daraus abgeleitet, ob, was und wie zu produzieren ist. Diese Frage ist die Frage der Linken nach der Aneignung der Konsumtions- und Produktionsbedingungen - nicht die Frage nach Wirtschaftswachstum als Selbstzweck.

Auch muss ein Wirtschaftsaufschwung nicht automatisch zu einer besseren ökonomischen Situation aller Menschen führen. Das wissen Sie sicher aus den Untersuchungen, die der Frage nachgehen, wem der nunmehr wieder abflauende Wirtschaftsaufschwung in Deutschland zugute kam und wem nicht.

Ihre Gegenüberstellung (Grundeinkommen gegen mehr Arbeitsplätze) ist falsch. Es geht mir um ein Grundeinkommen und um Erwerbsarbeit, für Menschen, diese nachsuchen - allerdings um Arbeit o. g. Sinne.

Ihren Positionen zu den 1 Euro-Jobs, der Leiharbeit und zur geringfügigen Beschäftigung kann ich zustimmen.

Mit freundlichen Grüßen
Katja Kipping
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Frage zum Thema Soziales
19.12.2007
Von:

Sehr geehrte Frau Kipping,
dem Fragesteller vor mir möchte ich noch schnell mitteilen, dass es vor allem die Hartz IV- Parteien sind, die die Umverteilung betreiben und betrieben haben. Quasi als die Robin Hoods des Kapitals von arm nach reich. Oder wie soll beispielsweise die Anhebung der Mehrwertsteuer bei gleichzeitiger Senkung des Spitzensteuersatzes verstanden werden?

Ihnen Frau Kipping und Ihren Parteifreunden wird ja immer vorgeworfen, dass das was Sie im sozialen Bereich versprechen, niemand bezahlen kann. Als Antwort darauf höre ich vornehmlich, dass es verschiedene Rechenmodelle gäbe, die belegen, dass es sehr wohl ginge, wenn die Besserverdienenden stärker in die Verantwortung genommen werden würden. Wo kann ich denn diese Rechenmodelle mal nachlesen? Wäre es nicht gut, beispielsweise auf den Internetseiten der Linken, diese Modelle mal explizit sowie auch in
leicht verständlicher Form zu präsentieren? Oder ist das vielleicht schon gemacht worden, und ich hab es noch nicht entdeckt?

Mit freundlichen grüßen,


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Frage zum Thema Soziales
14.01.2008
Von:
Uwe

Sehr geehrter Frau Kipping!
Nicht nur ich, sondern auch tausende andere Arbeitssuchende, die an einer von den Arbeitsagenturen geförderten Trainings- und Qualifizierungmaßnahme teilnehmen dürfen, müssen später mit Erstaunen Bescheide ihrer Arbeitsagenturen zur Kenntnis nehmen in denen es unter anderem heißt:
"Sehr geehrte Frau, sehr geehrter Herr,
nach den mir vorliegenden Unterlagen haben Sie während des Leistungsbezugs eine Beschäftigung ausgeübt...
In der Zeit vom... bis... haben Sie deshalb Leistungen in Höhe von insgesamt...zu Unrecht erhalten."
Dazu habe ich als Betroffener zwei Fragen:
1.)
Ist es eigentlich vom Gesetzgeber so gewollt , dass arbeitswillige Menschen durch eine Formulierung verunsichert und beleidigt werden, die sie in die Nähe von Sozialbetrügern rückt?
2:) Ist den Abgeordneten bekannt, ob diese "zu Unrecht" gezahlten Leistungen in die Statistiken über sog. Sozialbetrüger eingehen und so die Zahlen verfälschen, und in Kauf genommen, dass Vorurteile gegen Arbeitssuchende verstärkt werden?
Antwort von Katja Kipping
2Empfehlungen
18.03.2009
Katja Kipping
Sehr geehrter Herr ,

ich kann Ihr Erstaunen nachvollziehen. Falls Sie den genannten Bescheid noch besitzen, so können Sie ihn - gern in anonymisierter Form - in mein Büro in den Deutschen Bundestag Platz der Republik 1, 11011 Berlin schicken. Und bitte schildern Sie noch kurz bzw. verweisen Sie darauf, bei welcher Maßnahme Sie ihn erhalten haben.

Mit freundlichen Grüßen
Katja Kipping
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