Katja Kipping (DIE LINKE)
Abgeordnete Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Katja Kipping
Jahrgang
1978
Berufliche Qualifikation
Literaturwissenschaftlerin M.A.
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Dresden I
Landeslistenplatz
1, über Liste eingezogen, Sachsen
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(...) Dementsprechend lehnt DIE LINKE. jede strategische Neuausrichtung der NATO ab, die ihr neue Aufgaben zuschreibt, sie stärkt, ihre Bedeutung erhöht, sie mit zivilen Aufgaben betraut, etc. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Soziales
14.06.2007
Von:

Sehr geehrte Frau Kipping,
ab dem wievielten Lebensjahr soll den die Opferrente nach Vorstellung der Bundesregierung ausgezahlt werden.
Gruß,
Antwort von Katja Kipping
7Empfehlungen
16.10.2007
Katja Kipping
Sehr geehrter Herr ,

nach meiner Kenntnis gibt es keine Altergrenzen im Bereich der aktuellen Regelung zur Opferrente – weder nach oben noch nach unten. Voraussetzungen für die Gewährung der vollen monatlichen in Höhe von 250 Euro sind eine Mindesthaftdauer von sechs Monaten als politisch Verfolgter sowie die nachgewiesene wirtschaftliche Bedürftigkeit. Als bedürftig in diesem Sinne gilt, wer über ein Einkommen von aktuell nicht mehr als 1.041 Euro (Alleinstehende) beziehungsweise 1.388 Euro (Personen in fester Partnerschaft) verfügt, wobei das Einkommen des Ehegatten/Lebenspartners unberücksichtigt bleibt. Bei Überschreiten dieser Einkommensgrenze um bis zu 250 Euro wird als Opferrente die Differenz zum Einkommen gezahlt.

Meine Fraktion begrüßt zwar, dass es in dieser Sache endlich Bewegung gibt, aber wir halten dieses Gesetz nach wie vor nicht für einen gelungenen Beitrag zur Aufarbeitung der DDR-Geschichte. Darum hatten wir einen eigenen Gesetzentwurf im Bundestag eingebracht (diesen finden Sie im Anhang). Wir sind der Auffassung, dass die aktuelle Entschädigung zu gering bemessen ist und nur einem kleinen Teil der Opfer zugute kommt. Vor allem lehnen wir natürlich die "Bedürftigkeitsprüfung" und die Erfordernis einer mindestens sechsmonatigen Haftdauer ab. Die bestehenden Gesetze verfolgen nicht das Ziel einer angemessenen Entschädigung, sondern versuchen lediglich, eine ausreichende Versorgung sicherzustellen.

Mit freundlichen Grüßen
Katja Kipping

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Frage zum Thema Internationales
25.06.2007
Von:

Sehr geehrte Katja Kipping,

ich möchte auch Sie gerne mal fragen, wie Sie politisch Israel und den Judentum befinden? Nachrichten erwähnten, dass die neue Linke und Oskar Lafontaine ziemlich israelkritisch sind. Gut, Israel muss man auch vom Judentum trennen, denn keine Religion erlaubt Morde. Wobei ich bedenken muss, dass Israel ein ständiges Verteidigungsrecht genießen müsse. Aber wie denke ich dabei: Der beste und schönste Krieg ist der, der nie stattgefunden hat. Mir wurde auch bekannt, dass die Linksfraktion einen Minister der islamistisch-radikalen Hamas nach Deutschland einlud? Irgendwie gibt mir das Gefühl, dass die neue Linke Juden hassen und die Billigung eines neuen Holocaust sympathisch finden. Falls Sie dafür stimmen, werde ich alles Erdenkbare in die Wege zu leiten, die Linkspartei nach der progressiven Simon Wiesenthal Operation zu sanktionieren.
Eine antiamerikanische politische Haltung kann ich noch dulden, da es leider populär geworden ist, Amerika samt seinen Präsidenten zu hassen. Ich habe George W. Bush im März 2005 kurz kennen lernen dürfen und empfand dabei einen sehr schöne Harmonie. Als Person mag er wirklich gut sein aber politisch? Daran streiten sich heute noch die Geister. Oskar Lafontaine wollte ja nach Teheran, um den iranischen Präsidenten zu treffen. Ich halte das auch für sinnvoll, denn jeder friedliche Dialog mit ihm muss folgen, bevor er inhumane Judenvernichtung betreibe und alles müsste verhindert werden, dass seine Lust an der Ausradierung Israels aus der Weltkarte nichtig bleibe! Iran hat zwar nach meiner Meinung ( wie wir ja auch ) das Recht, zivile Nuklearforschung zu betreiben aber nicht auf diesem Niveau!

Soweit so gut. Auf eine rasche und ausführliche Antwort freue ich mich und hoffe, dass sie mir keinen Antisemitismus bestätigen. Sonst wird’s mit uns eng und muss das neue Bündnis zu Ihrer Partei sprengen.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen noch eine schöne Woche.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Katja Kipping
3Empfehlungen
16.10.2007
Katja Kipping
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Nachricht. Wie Sie sicher wissen und auch schreiben, so ist das Thema Israel in meiner Partei und unserer Bundestagsfraktion fortwährend präsent. Sie fragen natürlich zu recht nach meiner Position: vor nicht allzu langer Zeit habe ich unter der Überschrift "Für einen linken Zugang zum Nahostkonflikt jenseits von Antizionismus und antideutschen Zuspitzungen" meine Sicht auf die Problematik ausführlich dargelegt. Da es sich um einen längeren Text handelt, möchte ich auf das Einfügen an dieser Stelle verzichten, aber Sie können die Schrift bei Interesse gern im Internet unter www.katja-kipping.de lesen.

Mit freundlichen Grüßen
Katja Kipping
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Frage zum Thema Kultur
10.07.2007
Von:

Sehr geehrter Frau Kipping,

im Zuge der Diskussion um das kürzlich verabschiedete zweite Gesetz zur Regelung des Urheberrechts in der Informationsgesellschaft ist mir zu Ohren gekommen, dass die CDU jetzt auch noch, wie in den USA , die Webradios dicht machen will, weil die Hörer dieser Radios ja angeblich auch nichts besseres vorhaben als komplette Sendungen mitzuschneiden. Natürlich gibt es Programme mit denen das geht, nun senden aber die meisten deutschen Webradios eh in mp3-Qualität also meist mit 128 kbits. Was man da mitschneiden kann ist von der Soundqualität nicht wirklich mit einer CD vergleichbar, sofern man keinen Hörschaden hat. Ausserdem kann man den öffentlichen Rundfunk und Privatsender, die per Radiowelle oder digital gesendet werden ja auch nach wie vor mitschneiden, also kann man Musikpiraterie nicht wirklich als Argument anführen. Deutsche Webradios stellen allerdings eine Alternative zur Mainstream-Unterhaltung dar, weil sie u.a. sehr viel Musik spielen, von Bands, die nicht bei der GEMA angemeldet sind. Musik also, an der selbst die Künstler gar nichts verdienen. Nun ist es natürlich nicht so, dass all diese Künstler für immer umsonst spielen möchten, darum sind Webradios ein sehr gute Plattform für ungesignte Bands, um gleich am Anfang ein wenig Aufmerksamkeit zu generieren. Im Interesse der Musikindustrie liegt es natürlich, in jeden Sender Ihre Produkte zu drücken, die eben nicht kostenlos sind. Nicht im Interesse der Musikindustrie liegt es, dass Musiker Promotion und Vertrieb für Ihre Musik selber in die Hand nehmen, denn daran verdient die Industrie ja nichts. Es kann nicht im Interesse der Bürger sein, dass die Webradios schliessen müssen, nur weil die Tonträgerlobby bei der CDU auf dem Schoß sitzt. Das wäre definitiv ein Schlag gegen den Musik- und letzlich auch den Kulturstandort Deutschland. Darum bitte ich darum, dass Die Linke, wenn es so weit ist, dagegen massiven Widerstand im Bundestag leistet. Wäre das möglich?

MfG,
Antwort von Katja Kipping
3Empfehlungen
16.10.2007
Katja Kipping
Sehr geehrter Herr ,

herzlichen Dank für Ihre Zuschrift zum Thema Webradios. Mir sind auch die von Ihnen beschriebenen Aussagen zu Ohren gekommen – und schaut man in die USA, wo der Konflikt um eine Steigerung von Urheberrechtsabgaben die dortigen Internetradios gerade sehr heftig ausgetragen wird, so kann man vermuten, dass auch hier zu Lande die Diskussionen noch lange nicht zu Ende sind.

Es ist natürlich außerordentlich schwierig, einen alle Seiten zufrieden stellenden Kompromiss zu finden, denn zum einen sollen die Urheber nicht leer ausgehen, aber auf der anderen Seite begrüße ich natürlich die Vielfalt der Internet-Radiostationen. Allerdings nehme ich an, dass nur wenige Nutzer Musik im Internet mitschneiden. Die Internet-Radiosender wollen vermutlich auch nicht zum "Streamripping" beitragen, sondern in erster Linie unterhalten und auch bis dato unbekannte Künstler bekannter machen. Mir ist eher bekannt, dass ganze thematische Sendungen, die in der Hauptsache aus Moderationen und O-Tönen bestehen, aufgenommen werden – und das ist in der Regel von den Machern auch so gewollt.

Nun wird häufig davon gesprochen, dass die Webradios höhere Gebühren zahlen sollen oder technische Mittel, wie bestimmte Kopierschutzmöglichkeiten oder DRM, einzusetzen sind. Ich halte aber weder das eine noch das andere für eine verträgliche Lösung, da damit erhebliche Kosten und technischer Aufwand verbunden sind sowie z.B.DRM ja alles andere als hörerfreundlich ist. Meine Fraktion ist natürlich ebenfalls an der Gestaltung kultureller Vielfalt sehr interessiert – und das betrifft auch die Internetradios. Allerdings ist es so, dass für einen gerechten Ausgleich zwischen Kreativen, Verwertern und Nutzern noch kein Patentrezept gefunden ist – aber einseitige restriktive Maßnahmen können es auf keinen Fall sein. Vielleicht lohnt es sich, auch mal weitere Alternativen – wie beispielsweise die Vorstellungen zur Kulturflatrate – intensiver zu diskutieren.

Mit freundlichen Grüßen
Katja Kipping
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
14.09.2007
Von:
Tom

Hallo Frau Kipping ,

wie stehen Sie zur aktuellen Regelung der Rundfunkgebühreren bzw. deren Reformbedürftigkeit ?

Meiner Meinung nach ist die Selbstbedienungsmentalität der Öffentlich
Rechtlichen und die ´Stasimethoden´ der GEZ nicht weiter ertragbar.
Lt. Gesetzestext soll durch die Gebühren eine Grundversorgergung! sicher gestellt werden. Ich frage mich ernstshaft ob mehr als 30 Fernsehsender und hunderte! Radiosender + dazugehörige Webseiten zu einer Grundversorgung gehören. Ausserdem sollte es ÖR Sendern verboten sein Geld für Werbung (Werbung für eine Grundversorgung?) auszugeben, es ist nämlich auch mein Geld.


mfg
T.T.
Antwort von Katja Kipping
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18.01.2010
Katja Kipping
Sehr geehrter Herr ,

herzlichen Dank für Ihre Anfrage. Rundfunk - so auch die Frage der Gebühren - ist Ländersache, insofern hat der Bundestag leider keine Regelungskompetenzen. Insofern möchte ich Sie - ergänzend zu meiner Antwort - auch auf die Seiten der Landtagsfraktionen - in Ihrem Fall die sächsische Fraktion unter www.linksfraktionsachsen.de - hinweisen, dort finden Sie auch weitere Informationen.

Allerdings kann ich Ihnen gern meine Meinung kurz darstellen: Ich bin für eine deutliche Modernisierung des bestehenden Systems der Rundfunkgebühren, denn es gibt natürlich viele Unsinnigkeiten zu beseitigen. Zum Beispiel steht die Frage der Behandlung der sogenannten "neuartigen Empfangsgeräte" oder die Tatsache, dass ein Mensch, der zwar immer nur an einem Ort Fernsehen oder Radio nutzen kann, aber mehrfach Rundfunkgebühr bezahlen muss.

Die Sicherung der Vielfalt des Programmangebots und die Verhinderung vorherrschender Meinungsmacht sind für die Gestaltung einer progressiven Medienordnung zentral. Allerdings müssen die digitalen und sonstigen Aktivitäten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks im Rahmen des Budgets erfolgen, statt die Rundfunkgebühr zu erhöhen (dazu hat auch das Bundesverfassungsgericht am 11.09.2007 festgestellt, dass eine Erhöhung der Gebühren nicht sein muss, "wenn sie dadurch vermieden werden könnte, dass die Rundfunkanstalten ihren Programmauftrag ungeschmälert, aber aus wirtschaftlichere Weise erfüllen". Der öffentlich-rechtliche Rundfunks muss erhalten werden, aber ohne maßlose Expansion auf allen Medienmärkten, denn der Empfang der Öffentlich-Rechtlichen muss für alle bezahlbar bleiben. Eine generelle Rundfunkgebühr auf PCs und Mobiltelefone ist insofern auch abzulehnen.

Skeptisch sehe ich übrigens vor allem die Kommerzialisierungs- und Verflachungstendenzen, leider auch im zunehmend im öffentlich-rechtlichen Programm. Vielleicht könnte ein größeres Mitspracherechte der Zuschauerinnen und Zuschauer solchen Entwicklungen Einhalt gebieten.

DIE LINKE tritt zudem dafür ein, die geltenden Regelungen für die Befreiung von der Rundfunkgebührenpflicht durch die Gebühreneinzugszentrale (GEZ) zu ändern. Geringverdiener, Studierende und Bezieher von Niedrigrenten sollen deshalb ebenso wie Arbeitslose in Hartz IV mit Zuverdienst die Möglichkeit zur Befreiung erhalten.

Mit freundlichen Grüßen
Katja Kipping
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Frage zum Thema Arbeit
15.09.2007
Von:

Sehr geehrte Frau Kipping,

vor nicht allzu langer Zeit haben Sie sich öffentlich darum gesorgt, das Hartz IV - Empfänger nicht genug Geld für Verhütung hätten. Ich bin so einer, aber ich brauche eh kein Geld für Verhütung, denn Hart z IV ist schon Verhütung genug. Denn wenn man kaum Geld hat um überhaupt an kulturellen Veranstaltungen oder anderen Aktivitätencteilzunehmen, macht man eh nicht mehr so viel Bekanntschaft mit dem anderen Geschlecht. Die vom Staat und den Medien praktizierte Stigmatisierung von Hartz IV- Empfängern allgemein, als minderqualifiziert, zu faul oder unfähig tut dann noch ihr übriges dazu, dass man bei jeder neuen Bekanntschaft gleich mal ein nicht unerhebliches Thema hat, zu dem man lieber schweigt. Und für etwaige beziehungsfördernde Unternehmungen fehlt eh das Geld.
Also kann man es auch gleich lassen und alleine vor sich hin vegitieren. Schlimmer ist da schon, dass man als ALGII-Bezieher nur sehr schwer an Wohnungen kommt, denn die Stigmastisierungspropaganda ist natürlich auch schon in den Köpfen der Vermieter, ihrer Angestellten und Bildleser angekommen. Und natürlich sollte ich dem jeweilig zuständigen Immobilienkaufmann wohl lieber nicht erzählen, dass ich im Zweifelsfall höher qualifiziert bin als er und seinen Job auch machen könnte...
Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie diese Auswirkung von Hartz IV auch thematisieren könnten. Inzwischen kann ich mich schonmal darauf einstellen, dass ich demnächst obdachlos bin. Da muss ich erst zum Landstreicher werden, um dann vielleicht mit einem Vermittlungsgutschein eine Wohnung zu kriegen. Oder ich vermumm mich mal bei ner Demo, so wie die Einsatzkräfte der Polizei. Dann hat unser Innenminister vielleicht nen schicken Guantanamo-Käfig für mich. Ich bräuchte dort allerdings nen Internetanschluss, nen Drucker und einen Laptop. Sonst kann ich ja keine Bewerbungen schreiben.
Und in diesem Land muß man arbeiten und konsumieren können, um nicht diskriminiert zu werden. Ich würd ja, liesse man mich.
Antwort von Katja Kipping
9Empfehlungen
16.10.2007
Katja Kipping
Sehr geehrter Herr ,

alle Ihre Einschätzungen und Ihre Erlebnisse im Zusammenhang mit Hartz IV kann ich nur zu gut bestätigen.
Darum streiten wir, die Fraktion DIE LINKE. im Bundestag, auch für eine soziale bedarfsorientierte (also armutsfeste) repressionsfreie Grundsicherung, für Mindestlöhne über 8 Euro, sowie für sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zum Tarif- bzw Mindestlohn.
Wir halten Hartz IV für Armut und Ausgrenzung per Gesetz. Es muss schnellstens abgeschafft werden.

Mit freundlichen Grüßen
Katja Kipping, MdB
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