Katja Kipping (DIE LINKE)
Abgeordnete Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Katja Kipping
Jahrgang
1978
Berufliche Qualifikation
Literaturwissenschaftlerin M.A.
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Dresden I
Landeslistenplatz
1, über Liste eingezogen, Sachsen
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(...) In dieser Frage schließe ich mich - ausnahmsweise - der Meinung meines Bundestagskollegen Binninger an. Nein, ich möchte nicht, dass die Regelungen, die in dieser Hinsicht in Ghana gelten, in Deutschland eingeführt werden. Was meine Kolleginnen und Kollegen im Grundeinkommen sehen, das sollten sie diese am besten selbst fragen. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Soziales
12.08.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Kipping,

mich würde Ihre Meinung zu folgenden Fragen interessieren:

Warum geht es der Mehrheit der Bevölkerung heute finanziell immer schlechter trotz Steigerung des Bruttosozialproduktes, des Wachstums und der Exportüberschüsse?

Warum geht die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinander?

Warum gibt es keine prozentual steigende Einkommensbesteuerung, wo dann auch unverschämt hohe Bonis mit sehr hohen Steuern belegt werden?

Warum steigt in einem so reichen Land die Anzahl der Suppenküchen immer weiter?

Wo ist die Solidarität, wenn sich ganze Personengruppen aus der sozialen Verantwortung verabschieden können? Ist es so zu verstehen, dass nur die "unteren Einkommensempfänger" Solidarität üben sollen?
Sollten nicht von alle Einkommen Beiträge in Kranken- und Rentenversicherung eingezahlt werden, um dann z.B. in der Rentenversicherung eine Mindest- und Höchstrente einzuführen?

Für Ihre Antwort dankt

mit freundlichem Gruss
H.

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Frage zum Thema Arbeit
15.08.2009
Von:
- von

Sehr geehrte Frau Kipping,

bekannt ist, dass Großunternehmen in Deutschland mittels der ATZ sich von AN gerne trennen. Der Staat hat dieses ermöglicht, gleichzeitig festgelegt, dass die Rente alsdann gekürzt wird. Um es Ihnen einfach zu machen, gehe ich mit 60 nunmehr in Rente, beträgt die Kürzung ca. 18% von der Rente mit 60. Es sind aber im Vergleich zu der Rente mit 60 aber kanpp 25% Kürzung, da die Beiträge nur bis 60 auch einbezahlt wurden. Dieses ist so auch in Ordnung.
Richtig wäre es dann, wenn ein Rentner mit 60 auch die gleichen Grundrechte die des Rentners mit 65 hätte, da er diese mit der Kürzung seiner Rente um ca. 25% "erworben" hat.
Leider ist es nicht so. Mit 65 darf ich verdienen soviel ich will, mit 60 auch, aber bei Rentner 60 wird die Rente entsprechend des Zuverdienstes gekürzt.
Frage: Werden Sie sich, als was auch immer, im nächsten Bundestag dafür einsetzen, dass diese Ungerechtigkeit so geändert wird, dass der mit 60 dann auch Rentenunschädlich dazu verdienen kann? Wenn nicht, stelle ich fest, dass Sie sich wohl lieber für die Schwarzarbeit einsetzen!

Ich bitte um Antwort!

Mit freundlichem Gruß

v.
Antwort von Katja Kipping
1Empfehlung
02.09.2009
Katja Kipping
Sehr geehrter Herr von ,

vielen Dank für Ihre Zuschrift.

DIE LINKE möchte grundsätzlich mehr Möglichkeiten, vor dem 65. Lebensjahr OHNE Abschläge in Rente zu gehen. Bezüglich der von Ihnen angesprochenen Zuverdiensten bei einer vorgezogenen Rente haben wir eine Diskussion, aber keine Beschlusslage - eben weil wir uns für einen früheren Rentenbeginn einsetzen.

Aber nochmals zu Ihrer Darlegung: Generell stellt sich die Situation heute so dar - verdient man bei einer vorgezogenen Rente mehr als bestimmte Schwellenwerte, dann wird die AUSZAHLUNG der Rente auf 2/3, 1/2 oder 1/3 gekürzt, offiziell heißt das "ruhen" und dies begründet (die Freibeträge sind relativ großzügig). Die Idee dahinter ist: wer noch soviel hinzuverdient, muss ja eigentlich keine Rente beziehen. ABER, der Teil der Rente, der aufgrund des Zuverdienstes nicht ausgezahlt wird, erhöht sich pro Monat, den er ruht, um 0,3 Prozentpunkte, so dass der Teil der Rente mit Erreichen der Regelaltergrenze (noch 65 Jahre, bald 67 Jahre) OHNE Abschläge ausgezahlt wird. D.h., die Rente wird nicht gekürzt und für den Teil der nicht ausgezahlt wird, werden die Abschläge Monat für Monat wieder reduziert.

Mit fiktiven Zahlen dargestellt hieße das also: Eine Person hat mit 60 Jahren einen Rentenanspruch von 1.000 Euro. Beantragt wird die Rente, darauf gibt es 18 Prozent Abschlag, der Bürger bekommt also 820 Euro Rente ausbezahlt. Verdient er nun aber weiterhin Geld und zwar so viel, dass die Rente auf 2/3 gekürzt wird (angenommen 600 Euro Zuverdienst), bedeutet das dann:
Monatseinkommen ist: 600 Euro Lohn plus 546,67 Euro (2/3 Rente). Ein Drittel der Rente (273 Euro) ruht und wird pro Monat, in dem der Verdienst bei 600 Euro liegt, um 1 Euro erhöht. So steigt dieser Teil der Rente mit 65 Jahren von 273 Euro auf 333 Euro. Die Abschläge werden bei Zuverdienst dann wieder rückgängig gemacht.

Mit freundlichen Grüßen
Katja Kipping
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Frage zum Thema Senioren
26.08.2009
Von:
- von

Sehr geehrte Frau Kipping,
leider habe ich zu meiner letzten Frage KEINE Antwort bekommen.
Folgende Frage bitte ich jedoch, wenn möglich und Sie die Zeit haben, zu beantworten.

Werden Sie, sofern gewählt, sich für nachfolgendes Thema im Sinne des Antrages einsetzen?
Wenn NEIN warum nicht?

Flexibler Eintritt in die Rente bei Wegfall der Zuverdienstgrenzen Drs-Nr: 16/8542 Datum: 12.03.2008 Drs-Typ: Antrag Herausgeber: BT Seitenzahl: 3
Link unter DIP.Bundestag.de.

Vielöen Dank,
mit freundlichem Gruß
v.
Antwort von Katja Kipping
bisher keineEmpfehlungen
07.09.2009
Katja Kipping
Sehr geehrter Herr von ,

Ihre erste Frage habe ich kürzlich beantwortet. Zu dieser Anfrage hier möchte ich Ihnen mitteilen, dass der von Ihnen genannte Antrag der Fraktion der FDP, Drucksache 16/8542, sowohl in allen damit befassten Ausschüssen des Bundestags als auch im Plenum des Bundestages mit überdeutlicher Mehrheit abgelehnt worden ist. Befürwortet wurde er nur von der antragstellenden Fraktion. Falls Sie Interesse an den Begründungen der jeweiligen Fraktionen haben, so können Sie diese z.B. in Kurzversion in Drucksache 16/12311 nachlesen.

Mit freundlichen Grüßen
Katja Kipping
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Frage zum Thema Familie
31.08.2009
Von:

Ist es denkbar, dass speziell für die Kinder Psychiatrieerfahrener aus öffentlichen Mitteln ein Fond eingerichtet wird, um ihnen im Sinne eines Nachteilsausgleiches Chancen zur Teilhabe an einem Hochschulstudium zu ermöglichen, die über das BaföG hinausgehen?
Antwort von Katja Kipping
bisher keineEmpfehlungen
23.09.2009
Katja Kipping
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Für bestimmte Gruppen von Menschen ist es sehr sinnvoll, Nachteilsausgleiche zu organisieren. Denkbar sind diese z.B. in finanzieller Hinsicht, aber auch als strukturelle/institutionelle Hilfen. Zu Ihrem speziellen Anliegen: Ich meine, mit Geld allein löst man nicht die Probleme von Kindern, deren Eltern - aus welchen Gründen auch immer - sich nicht so umfassend wie vielleicht nötig um sie kümmern können. Zudem sind es ja nicht nur Kinder von Eltern mit Psychiatrieerfahrung, die eventuell Nachteile in ihrer individuellen Förderung haben. Und mit einem Ausgleich finanzieller Art erst zu Studienzeiten zu beginnen, ist sicher zu spät, denn viele Kinder werden - eben aus Gründen der Benachteiligung - gar nicht die Studienbefähigung erreichen. Ich möchte vielmehr, dass alle Kinder von Anfang an bestmöglich gefördert werden. Dazu ist aber z.B. auch eine Reform des gesamten Schulsystems nötig. Nur durch die Überwindung des gegliederten Schulsystems und die Einführung einer Gemeinschaftsschule bis zur 10. Klasse bei gleichzeitiger Verkleinerung der Klassen und individueller Förderung aller Schülerinnen und Schüler ist es möglich, die unterschiedlichen Startchancen, die es z.B. aufgrund der Herkunft gibt, auszugleichen. Hierzu wäre auch die Möglichkeit eines SchülerBAföG verstärkt mitzudenken. Und weil ich gerade beim BAföG bin, welches Sie auch ansprechen: wir halten die aktuellen Regelungen dazu für nicht angemessen. DIE LINKE will das BAföG zu einer elternunabhängigen, bedarfsdeckenden und repressionsfreien Grundsicherung ausbauen.

Mit freundlichen Grüßen
Katja Kipping
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Frage zum Thema Sicherheit
04.09.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Kippling,,

1) eine neue NATO-Strategie soll bis 2010 vorliegen.Dazu gab es das Strategiepapier "Towards an uncertain world--renewing the transatlantic partnership" von 5 Ex-NATO-Generälen,incl. Naumann.Dieses Papier sieht die Forderung nach einem gemeinsamen Direktorium aus USA, NATO und EU, eine gemeinsame EU/USA-Geheimdienstzentrale, die Übertragung von Bushs Präventivstratgie auf die NATO, die Erweiterung des Kriegsbegriffes um nichtmilitärische Dimensionen (Energie, Finanzströme, Umwelt, Cyberwar), sowie eine Nutzung der nichtmilitärtischen Kapazitäten der EU für die NATO vor. ( csis.org )

Wie sehen sie die Chancen aus, dass die Forderungen erfüllt werden?NATO-Generalsekretär Rasumussen hat jetzt ein 12-köpfiges Team beauftragt die neue NATOstratgie auszuarbeiten--Leiterin ist Madeleine Albrigt und Vize ein CEO von Royal Shell Dutch. ( www.nato.int )

Albright Consulting, bei der auch Deutschlands Ex-Aussenminister Fischer im Dienste steht (nebst European Council for Foreign Relations und Nabucovorsitz), hat just mit einer anderen Consulting Firma fusioniert. ( Süddeutsche Zeitung / www.thealbrightgroupllc.com )

Welche neuen Schwerpunkte erwarten sie sich von der Neuen NATO-Strategie?

Welche Reformvorschläge zur NATO-Stratgie hat ihre Partei?

2)Hypothetisch: Der Ex-US-Botschafter Neumann meinte( www.spiegel.de ) das Schicksal der NATO entscheide sich in Afghanistan-- ob die NATO gewinne oder nicht. Wird die NATO eine Niederlage politisch überleben?

Würde sie im Verlustfall aufgelöst und durch ein bilaterales Sicherheitssystem ersetzt? Das US-Interesse die NATO als Kontrollinstrument und Kräftegleichgewicht in Europa zu haben, dürfte doch ebenso wichtig sein.Wäre Medwedjes Vorschlag eine Alternative?

Grüsse
R.
Antwort von Katja Kipping
bisher keineEmpfehlungen
08.09.2009
Katja Kipping
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Zu 1:
DIE LINKE. strebt, wie Sie sicher wissen, die Auflösung der NATO an. Sie sollte ersetzt werden durch ein System gegenseitiger kollektiver Sicherheit - unter Einbeziehung Russlands. Dementsprechend lehnt DIE LINKE. jede strategische Neuausrichtung der NATO ab, die ihr neue Aufgaben zuschreibt, sie stärkt, ihre Bedeutung erhöht, sie mit zivilen Aufgaben betraut, etc. Wir erwarten im Gegenteil eine klare Defensiv- und (Selbst-)Abrüstungsstrategie.

Zu 2:
Jedes Versagen und jede Niederlage belastet die NATO. Welche Folgen solche Belastungen schließlich haben werden, kann niemand sicher voraussagen.

Für einen vertieften Austausch zum Thema kann ich Ihnen auch den Kontakt zu den Außen- und SicherheitspolitikerInnen meiner Bundestagsfraktion empfehlen - die Kontaktdaten finden Sie auf unserer Seite im Internet unter www.linksfraktion.de .

Mit freundlichen Grüßen

Katja Kipping
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