Katja Kipping (DIE LINKE)
Abgeordnete Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Katja Kipping
Jahrgang
1978
Berufliche Qualifikation
Literaturwissenschaftlerin M.A.
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Dresden I
Landeslistenplatz
1, über Liste eingezogen, Sachsen
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(...) Zudem finde ich die Beweislastumkehr äußerst problematisch, nämlich dass nun Sie als Bürgerin nachweisen müssen, in welchen Verhältnissen Sie mit wem leben oder auch nicht. Solch eine quasi staatlich verordnete gegenseitige finanzielle Inhaftnahme und Durchleuchtung von Menschen, die gemeinschaftlich leben, passt aber nicht ins 21. Jahrhundert.
Ich möchte lieber einen anderen Weg gehen: statt Menschen, die zusammen leben, unter den Generalverdacht einer Bedarfsgemeinschaft zu stellen, muss soziale Sicherheit konsequent vom Individuum aus gedacht werden. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
09.02.2009
Von:

Hallo Frau Kipping,

ich habe Ihre bisherigen Antworten gelesen und war sehr angetan von Ihren Meinungen und Ihr Engagement Fragen zu beantworten, die eigentlich nicht in Ihr Ressort fallen. Meine Frage ist, was Sie von der Ablehnung der Parteieintritte von Sascha Stanicic und Lucy Redler durch die Landesschiedskomission halten. Lucy Redler und Sascha Stanicic sind lang jährige Aktivisten in der Linkenszene, die sich vor allem durch mobelisierung zu Großdemonstration und Basisarbeit hervor getan haben. Allerdings auch durch den Wahlantritt der WASG in Berlin lange in Opposition zur Linkspartei standen. Beide stehen vielen Standpunkt der Linken kritisch gegenüber, aber ist es gerade in den Tagen der Krise nicht wichtig, dass Linke zusammen in einer Partei handeln? Auch wenn Differenzen bestehen?

Historisch bbzuschweifen mag nicht zeit gemäß sein, aber zeigt doch, dass die Zersplitterung der Linken stets die Bewegung geschwächt hat. Weimarer Republik, Spanischer Bürgerkrieg und die 70er Jahre in der BRD sind Beispiele, die mir hierzu direkt in den Sinn kommen.

Mich interressiert Ihre Meinung, wie die Zukunft der Linken aussieht und was Sie von der Verweigerung der Parteimitglieschaft für Lucy Redler und Sascha Stanicic halten. Ich hoffe, dass Sie hierzu Stellung beziehen und im Fall einer Zustimmung für die Mitgliedschaft der Aktivisten auch parteiintern dafür zu werben.

Einen Kommentar der Betroffenen Aktivisten finden sie unter:
www.sozialismus.info

Ich freue mich auf Ihre Antwort

Mit freundlichen Grüßen
P.
Antwort von Katja Kipping
8Empfehlungen
11.02.2009
Katja Kipping
Sehr geehrter Herr ,

zuerst vielen Dank für Ihre freundlichen Zeilen. Zu Ihrer Frage: Aus guten Gründen und nicht ganz so guten historischen Erfahrungen gibt es in unserer Partei eine "Gewaltenteilung". Mitglieder, Gruppierungen innerhalb der Partei, auch Vorstände werden aktiv im Sinne der politischen Willensbildung, vertreten dabei durchaus unterschiedliche Ideologien, ringen um Mehrheiten - kurz - sie machen Politik. Die Schiedskommission hat einzig die Einhaltung der Satzung zu prüfen bzw. deren Verletzung festzustellen und dies unabhängig davon, ob die Entscheidung einzelnen Mitgliedern, Vorständen oder zufälligen Mehrheiten gefällt. Sie werden somit Verständnis haben, dass ich die Entscheidung der Berliner Schiedskommission nicht bewerten kann.

Generell zu Mitgliedschaften und zur ideologischen Ausrichtung potentieller Mitglieder befragt, würde ich sagen, dass ich schon viele intensive Diskussionen und dabei viele Auseinandersetzungen in unserer Partei geführt habe. Und weitere werden sicher folgen.

Mit freundlichen Grüßen
Katja Kipping
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Frage zum Thema Soziales
09.02.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Kipping,

in der Antwort an Herrn Bednarek schreiben Sie:
"ich bedaure sehr, dass die Petition zum Grundeinkommen nicht in einem breiten Bündnis abgestimmt worden ist. Dadurch wären die für eine öffentliche Anhörung nötige Stimmenzahl von 50.000 Unterzeichnenden und eine viel größere Öffentlichkeit erreicht worden. Die jetzige Petition kann dieses Ziel wohl leider nicht erreichen."

Zum Zeitpunkt Ihrer Antwort wurde die Mitzeichnungsfrist um eine Woche verlängert. Es besteht also durchaus eine Chance, die benötigte Stimmanzahl zu erreichen (sofern es die Technik mitmacht).

Es geht um die Einführung eines "Bedingungslosen Grundeinkommen" und Sie bezeichnen sich als "leidenschaftliche Anhängerin" dieser Idee. Sie als Bundestagsabgeordnete müßten auch wissen, daß der gemachte Vorschlag mit Sicherheit so nicht umgesetzt wird, aber zumindest eine realpolitische Diskussion im Bundestag zur Folge hätte. Welchen Grund gibt es, daß Sie sich nicht für die Petition einsetzen und diese bewerben? Weshalb kann es zu keinem "breiten Bündnis" für diese Petition kommen, die von einer "einfachen Frau" eingereicht wurde? Warum setzen Sie sich nicht dafür ein, daß ein "breites Bündnis" für die Idee eines Grundeinkommens entsteht?

Danke für Ihre Antwort und herzliche Grüße aus Kiew,
Antwort von Katja Kipping
11Empfehlungen
18.02.2009
Katja Kipping
Sehr geehrter Herr ,

ich habe den Verlauf der Petition, das dazu geschaltete Forum sowie die weiteren Aktivitäten - besonders im Internet - mit großen Interesse verfolgt. Nun endete die Onlinezeichungsfrist der Petition für ein bedingungsloses Grundeinkommen in der letzten Nacht und bis dato haben deutlich mehr als 50.000 Personen ihre Unterstützung bekundet (per Brief etc. ist ja immer noch eine Mitzeichung möglich). Ich sehe das als einen enormen Erfolg des zivilgesellschaftlichen Engagements an, der Respekt verdient. Eine Petition, die eine so große Zahl von Unterstützenden findet, verdient eine Anhörung - und das unabhängig davon, wie man im Detail zu den Inhalten der Petition steht. Die Fraktion DIE LINKE. spricht sich deshalb dafür aus, dass es zu einer öffentlichen Anhörung dieser Petition kommt.

Aber wie ich schon anführte - mir wäre ein breiter Dialog im Vorfeld einer solchen Petition lieber gewesen, denn - und das scheint nicht sehr bekannt zu sein - Voraussetzung für die öffentliche Anhörung ist nicht allein das Quorum von 50.000 Unterstützern, sondern diese Zahl muss auch innerhalb von 3 Wochen erreicht werden. Zudem kann der Ausschuss immer noch mit einer Mehrheit von zwei Dritteln der anwesenden Mitglieder beschließen, dass von einer öffentlichen Anhörung abgesehen wird.

Zudem hätte ich mir gewünscht, dass die Petition nicht allein auf das Götz Werner Modell fokussiert, sondern generell für die Idee des Grundeinkommens geworben hätte - das hätte man vorher diskutieren können. Immerhin gibt es in der Grundeinkommensbewegung verschiedene Modelle und Vorstellungen. So hat auch die BAG Grundeinkommen in und bei der Partei DIE LINKE. ein eigenes Modell entwickelt, welches sich deutlich von Götz Werners Ansätzen unterscheidet (mehr dazu unter www.die-linke-grundeinkommen.de.)

Mit freundlichen Grüßen
Katja Kipping
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Frage zum Thema Soziales
10.02.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Kipping,

zu Ihrem Bedingungslosen Grundeinkommen. Es klingt durchaus verlockend, jedem Bürger einen gewissen Betrag zu garantieren, egal ob bedürftig oder nicht, egal ob arbeitswillig oder nicht.

Dazu habe ich jedoch eineige Fragen:
a) Wie hoch soll denn das Bedingungslose Grundeinkommen sein?
b) Wie wollen Sie dies finanzieren?
c) Wie stellen Sie sich die bürokratische Abwicklung vor?
d) Was sagen Sie zu den Untersuchungen vieler Motivationspsychologen (z.B. Locke oder Latham), dass der Mensch einen Antrieb zum Handeln braucht; hat der Mensch keinen Anreiz etwas zu tun, wird er demotiviert und träge. Wäre dem nicht ebenso beim Bedingungslosen Grundeinkommen? Wenn man mit diesem Geld auskommen kann - auch wenn nicht fürstlich - wie wollen Sie den Menschen dennoch einen Anreiz geben, sich arbeit zu suchen.
e) Wenn jeder der 80Mio. Deutschen ein monatliches Grundeinkommen erhält, wie wollen Sie die inflationäre Entwicklung - die durch einen solch großen Geldfluss abzusehen ist - verhindern?

Sehr geehrte Frau Kipping, es wäre schön, wenn Sie die Fragen möglichst konkret beantworten könnten und nicht auf die derzeitigen Umstände hinweisen, dass diese noch schlechter seien. Ebenso wäre ich für Antworten dankbar, die nachvollziehbar sind, Sätze wie "Finanzierung steht, wenn die Reichen mehr bezahlen" oder "Hartz IV ist ungerecht" sind dies nicht.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Katja Kipping
19Empfehlungen
18.03.2009
Katja Kipping
Sehr geehrter Herr ,

zu "meinem" Bedingungslosen Grundeinkommen etwas zu sagen, wäre wohl vermessen.
Ich stehe dem Konzept der BAG Grundeinkommen in und bei der Partei DIE LINKE. sehr nahe, habe dies aber nicht entwickelt.

Sämtliche Angaben zu diesem Modell der BAG, betreffend Ihre Fragen a und b, finden Sie in der vergleichenden Darstellung zu Grundeinkommensmodellen unter www.grundeinkommen.de
zu c) Eine unbürokratische Abwicklung wäre die monatliche Auszahlung auf das Konto des jeweiligen Menschen.
zu d) Ich halte viel von der Tatsache, dass Menschen eigene Anreize für ihr selbstbestimmtes Tun haben; wie gesagt: Anreize aber nicht Zwänge, wie z.B. existenzielle Not, Strafen usw. Das Grundeinkommen befreit ja den Menschen gerade dazu, eigene Antriebe für sein Tun auszuleben. In Deutschland wurden übrigens im Jahr 2001 56 Milliarden Stunden bezahlte und 96 Milliarden unbezahlte Arbeit (bürgerschaftliches Engagement, private Arbeit in Familie, Haushalt usw.) geleistet. Geld ist also offensichtlich nur ein möglicher Anreiz etwas zu tun - und nicht mal gerade der größte. Da dass Grundeinkommen nicht in üppiger Höhe gezahlt wird (800 bis 1.000 €) bleibt für viele auch noch ein Geldanreiz, mehr zu verdienen. Mit dem Grundeinkommen unterliegt aber keine/r mehr dem Zwang unwürdige, sozial und ökologisch schädliche und unsinnige Arbeit zu leisten. Jede/r kann auch größeren Einfluss auf die Bedingungen und Zielstellungen der Produktion nehmen.
zu e) Es gibt erstens keine inflationäre Entwicklung, wenn lediglich vorhandene Geldmenge umverteilt werden. Das passiert bei einem Grundeinkommen. Auch wenn zweitens einige Produkte sich preislich erhöhen, weil Arbeitende mit einem Grundeinkommen im Rücken höhere Löhne erzwingen können, kommt es zu keiner Inflation, weil ja höhere Löhne gezahlt werden, Geldmenge und Güterpreise aber weiterhin übereinstimmen.

Mit freundlichen Grüßen
Katja Kipping
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Frage zum Thema Soziales
10.02.2009
Von:

Frau Kipping,

einige Frage hätte ich dann noch zum Thema, bedingungsloses Grundeinkommen: Wovon soll das bezahlt werden? Wollen Sie etwa die Besserverdiener wieder schröpfen? Ab wann ist man bei Ihnen Besserverdiener? Wenn ich mein Studium beendet habe, werde ich in die Wirtschaft gehen und dort arbeiten und auch gut verdienen (ca Steuersatz 38%). Nur dafür muss ich auch regelmäßig meine 10 Stunden am Tag meinen Job machen! Ist es dann also Gerecht mir noch mehr zu nehmen und es Leuten zu geben, die den ganzen Tag zu Hause sitzen, als es der Staat ohnehin schon nimmt (z.B. durch Nichtbegradigung der kalten Progression)?

Oder ist folgende Situation gerecht? EIn Bekannter hat einen relativ gut bezahlten Job bei der Stadt, Straßenarbeiter. Er zwei kleine Kinder.

NUn hatte er einen sog "1 Euro Jobber" in seinem Team. Der hatte ähnliche Voraussetzung, also verheiratet zwei Kinder. Beide verglichen das, was Ihnen am Monatsanfang netto zu Verfügung steht: Das Ergebnis, Beide hatten (mit Wohnung, Heizkosten, ...) das gleiche EInkommen zur Verfügung, jedoch geht der Eine dafür Arbeiten und der Andere braucht nichts dafür zu tun. Der Hartz IV Empfänger hat sogar noch den Vorteil, das die Schulausrüstung und Klassenfahrten vom Amt bezahlt werden!

Ist auch dieses "Gerecht"?

Danke für Ihre Mühen.

mfg

C
Antwort von Katja Kipping
17Empfehlungen
12.02.2009
Katja Kipping
Sehr geehrter Herr ,

das Konzept der BAG Grundeinkommen in und bei der Partei DIE LINKE. zum Grundeinkommen finden Sie unter www.die-linke-grundeinkommen.de Dieses Konzept beinhaltet - wie viele andere interessante Grundeinkommenskonzepte auch - die längst fällige Umverteilung von oben nach unten. Im BAG - Konzept würden alle Menschen unter 6000 Euro Brutto monatlich davon profitieren. In vielen Konzepten werden ebenfalls der überwiegende Teil der Bevölkerung besser gestellt. Eine Übersicht über die verschiedenen BGE-Ansätze finden Sie unter www.grundeinkommen.de

Mit einem Grundeinkommen hätten mglw. auch Sie einen finanziellen Vorteil - leider kenne ich aber nicht Ihre Situation bzgl. des zu erwartenden Erwerbseinkommens, um das sicher einschätzen zu können. Des Weiteren kann das Grundeinkommen auch individuell als Arbeitszeitverkürzungsmittel genutzt werden, denn Sie können die weniger gearbeitete Zeit (und damit den geringeren Verdienst) mit einem Grundeinkommen ausgleichen - das Grundeinkommen bekommt im Gegensatz zur Grundsicherung ja jede und jeder. In diesem Sinne hat übrigens auch der DGB - Chef Michael Sommer argumentiert, siehe www.welt.de
Außerdem würden Sie mit einer Arbeitszeitverkürzung auch Erwerbslosen, die eine Erwerbsarbeit suchen, zu solcher verhelfen. Die unsägliche Praxis der 1 Euro - Jobs, die reguläre Erwerbsarbeit durch einen Kombilohn (Hartz IV plus niedrigste "Entlohnung" in Form einer Mehraufwandsentschädigung, nämlich 1 Euro die Stunde) zu ersetzen, muss selbstverständlich sofort abgeschafft werden. Arbeit, die als Erwerbsarbeit erledigt werden soll, muss ordentlich entlohnt werden, sozial und ökologisch sinnvoll sein sowie demokratisch organisiert werden. Ihrer Einschätzung, dass Erwerbslose den ganzen Tag zu Hause sitzen oder nichts tun, wiederspreche ich energisch. Erwerbslose sind genauso vielfältig bürgerschaftlich engagiert wie Erwerbstätige, nur fehlen ihnen i.d.R. die nötigen materiellen Mittel für ein umfassendes Engagement. Das ist empirisch abgesichert. Auch aus diesen Gründen verurteilen wir ja Hartz IV als "Armut und Ausgrenzung per Gesetz". Ein Grundeinkommen für alle ist gerecht, weil es jeder und jedem den Anspruch auf Teilhabe am gesellschaftlichen Reichtum und Teilnahme am gesellschaftlichen Leben gewährt, so wie es menschenrechtlich auch zu gewähren ist. Auch Ihnen.

Mit freundlichen Grüßen
Katja Kipping
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Frage zum Thema Soziales
19.02.2009
Von:

Liebe Katja Kipping,

ich habe noch eine Rückfrage zu Ihren Antworten auf die beiden Fragen von Herrn Drescher (09.02.09) und Herrn Bednarek (28.01.09).
In beiden Fällen bedauern Sie, dass die Petition zum bedingungslosen Grundeinkommen von Susanne Wiest nicht in einem breiten Bündnis bzw. in einem breiten Dialog im Vorfeld abgestimmt worden ist.

Wie Ihnen bekannt ist, habe ich vor ziemlich genau zwei Jahren eine andere Petition zum bedingungslosen Grundeinkommen beim Bundestag eingereicht (siehe www.politik-werkstatt.de ).
Diese Petition ist in engster Zusammenarbeit mit Ihrem Mitarbeiter im Bundestag, Ronald Blaschke, entwickelt worden. Er war zudem zu dem damaligen Zeitpunkt zusammen mit Ihnen im "SprecherInnenkreis" des bundesweiten Grundeinkommen-Netzwerks. Darüber hinaus hatte ich Sie auch persönlich angeschrieben und um Ihre Meinung gefragt (ohne irgendeine Antwort zu bekommen).
Trotz alledem gab es letztlich überhaupt keine Aktivitäten von Ihrer Seite oder von der Seite ihres Mitarbeiters oder des damaligen "SprecherInnenkreises", um diese Petition zu unterstützen.

Meine Frage an Sie ist: Was erwarten Sie denn konkret von Menschen, die sich für das bedingungslose Grundeinkommen einsetzen (wollen)? In welcher Form können oder sollten wir an Sie herantreten?
Sie fühlen sich offenbar übergangen, aber außer Ihnen und Ihren unmittelbaren Mitarbeitern E-Mails zu schreiben und diese direkt und im Vorfeld in solche Entwicklungsprozesse einzubinden - was noch können wir denn überhaupt tun, um diesen Eindruck zu vermeiden?

Bitte klären Sie mich und die Öffentlichkeit auf. Damit das Grundeinkommen einmal Realität werden kann braucht es nämlich in der Tat starke Bündnisse und funktionierende Kommunikation zwischen seinen Befürwortern.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Katja Kipping
2Empfehlungen
10.03.2009
Katja Kipping
Sehr geehrter Herr ,

wenn ich mich richtig erinnere, so haben Sie Ihren damaligen Petitionsvorschlag nicht mit Bündnispartner/innen in der breiten sozialen Bewegung, in NGOs usw. abgestimmt bzw. im Vorfeld diskutiert. Ich bin mir zwar nicht mehr hunderprozentig sicher, aber ich glaube, das war auch einer der ausschlaggebenden Gründe dafür, dass er vom damals amtierenden Sprecher/innen/kreis des Netzwerkes Grundeinkommen nicht weiter verfolgt bzw. unterstützt wurde. Gern können Sie auch die damaligen Sprecher/innen dazu noch einmal befragen. Mein Standpunkt ist, dass dem bedingungslosen Grundeinkommen nur in einer breiten gesellschaftlichen Debatte und im Bündnis mit verschiedenen sozialen Akteuren zum Durchbruch verholfen werden kann. Wie Sie sicherlich auch wissen, so ist die Form der Petition zur Durchsetzung von politischen Forderungen sowohl in der sozialen Bewegung und als auch bei den NGOs heftig umstritten. Dazu kommt, dass das Netzwerk Grundeinkommen ein überparteiliches Gremium ist und auch keine bestimmten Modelle des Grundeinkommens präferiert. Von daher sind Petitionen, die ein bestimmtes und dazu auch noch umstrittenes Modell befürworten - wie in der jetzigen Petition zum BGE - für das Netzwerk Grundeinkommen sicherlich eine schwierige Angelegenheit.

Mit freundlichen Grüßen
Katja Kipping
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