Katja Kipping (DIE LINKE)
Abgeordnete Bundestag

Grunddaten
Katja Kipping
© Die LINKE
Geburtstag
18.01.1978
Berufliche Qualifikation
Slavistin, Literaturwissenschaftlerin
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Dresden
Wahlkreis
Dresden I
Ergebnis
24,0%
Landeslistenplatz
1, Sachsen
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(...) Der sogenannten Instrumentenreform hat die schwarz-gelbe Koalition zugestimmt, die anderen Fraktionen lehnten ab bzw. haben auch eigene und deutlich anders akzentuierte Vorschläge für eine gute Arbeitsmarktpolitik eingebracht. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Verlängerung Afghanistaneinsatz (ISAF)
26.02.2010
Von:

Sehr geehrte Frau Kipping,

am 26.02.2010 haben Sie und Ihre Fraktion im Bundestag der Opfer des Luftangriffs von Kunduz gedacht. Das Gedenken hat meine Zustimmung, seine Form nicht. Meine Fragen nun:
1. Wie stehen Sie zum Einmarsch der Sowjetunion in Afghanistan?
2. Gedenken Sie der Opfer des sowjetischen Einmarsches?
3. In welcher Form gedenken Sie der Opfer des sowjetischen Einmarsches? Öffentlich und öffentlichkeitswirksam?

Für Ihre Antworten danke ich Ihnen schon vorab.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Katja Kipping
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05.03.2010
Katja Kipping
Sehr geehrter Herr ,

Abgeordnete meiner Fraktion haben im Rahmen einer Plenarsitzung mit Namensschildern der nahe Kunduz durch einen von einem deutschen Offizier angeforderten Bombenangriff getöteten Menschen -still- gedacht. Und ja, das verstieß gegen die Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages. Allerdings sollte diese Aktion auch der Forderung einer Entschuldigung bei den Opfern Nachdruck verleihen. Und unsere ablehnende Haltung zur Verlängerung des Afghanistan-Mandates der Bundeswehr nochmals unterstreichen. Die Bundestagsmehrheit hat sich allerdings erneut für eine Ausweitung des Einsatzes der Bundeswehr entschieden, OBWOHL seit langer Zeit bekannt ist, dass die große Mehrheit der Deutschen das Engagement Deutschland im Krieg in Afghanistan ablehnt. Weitere Hintergrundinformationen und Stellungnahmen aus meiner Fraktion können Sie bei Interesse unter http.//www.linksfraktion.de nachlesen.
Zu Ihren ganz konkreten Fragen: ich bin Pazifistin und selbstredend lehne ich diesen Einmarsch - wie übrigens jeden aggressiven militärischen Akt - ab, gedenke seiner Opfer - wie ich allen Kriegsopfern gedenke - und engagiere mich durchaus öffentlich (und ich hoffe auch wirksam) gegen Krieg und Gewalt.

Mit freundlichen Grüßen

Katja Kipping
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
26.02.2010
Von:

Sehr geehrte Frau Abgeordnete Kipping,

das Zusatzrentensystem der VBL (Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder) wurde zum Jahreswechsel 2001/2002 umgestellt. Hierdurch wurden rentenferne Jahrgänge benachteiligt, da deren Startgutschriften fast immer zu niedrig sind und die damit verbundenen späteren Zusatzrenten für den öffentlichen Dienst teils deutlich geringer ausfallen werden.

Das hierzu bereits vor mehr als zwei Jahren ergangene BGH-Urteil vom 14.11.2007 mit dem Aktenzeichen IV ZR74/06 stellt eine Ungleichbehandlung innerhalb der Gruppe der rentenfernen Versicherten fest, was zur Unwirksamkeit der sie betreffenden Übergangs- bzw. Besitzstandsregelung führt.

Frontal 21 berichtete hierüber am 25.08.2009 unter dem Titel "Betrogen und enteignet".

Seit mehr als zwei Jahren wurden die Startgutschriften bis heute nicht korrigiert. Wann wird das BGH-Urteil vom 14.11.2007 von der Politik umgesetzt und uns Betroffenen endlich zu unserer rechtlich einwandfreien Startgutschrift verholfen?

Es grüßt Sie freundlich

Antwort von Katja Kipping
1Empfehlung
18.03.2010
Katja Kipping
Sehr geehrter Herr ,

herzlichen Dank für Ihre Zuschrift. Die Neuregelung der Startgutschriften ist Sache der Tarifvertragsparteien - also der Arbeitgebervertreter von Bund, Ländern und Kommunen auf der einen und ver.di und dbb-Tarifunion auf der anderen Seite. Weder ich als Abgeordnete noch meine Fraktion sind an diesen Verhandlungen mittel- oder unmittelbar beteiligt und können dort Einfluss ausüben.

Nach Auskunft von ver.di hat es nach dem BGH-Urteil zwei Tarifgespräche zum Zusatzversorgungssystem im öffentlichen Dienst gegeben. Auf diesen ist deutlich geworden, dass die Arbeitgeber das zu regelnde Problem der Startgutschriften ausnutzen wollen, um das System insgesamt zu verschlechtern.

Als LINKE kann ich die Gewerkschaften nur darin bestärken, sich gegen solche Vorstöße zu verwehren. Nötig ist aus meiner Sicht eine gerechte und gerichtsfeste Reform der Startgutschriften für rentenferne Versicherte, wie die Verteidigung der Ansprüche der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes insgesamt.

Solange die öffentlichen Kassen auf kommunaler, Länder- und Bundesebene so leer sind, wie derzeit, werden die Gewerkschaften diesbezüglich jedoch in einer schweren Verhandlungsposition sein. Ich sehe die Aufgabe meiner Fraktion und Partei deshalb vor allem auch darin, für eine bessere finanzielle Ausstattung der öffentlichen Hand auf allen Ebenen, besonders jedoch auf der kommunalen Ebene, zu kämpfen. Die Finanzbasis des Staates muss durch eine gerechte Steuerpolitik verbessert werden. DIE LINKE hat hierzu umfassende Vorschläge unterbreitet - von einer Reform der Einkommenssteuer, über eine Vermögenssteuer, die Erhöhung von Erbschafts- und Unternehmenssteuern bis zur Einführung einer Finanztransaktionssteuer - und kämpft für deren Umsetzung.

Mit freundlichen Grüßen
Katja Kipping
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Frage zum Thema Arbeit
02.03.2010
Von:

Sehr geehrte Frau Kipping,

ich bin immer wieder erstaunt über die Leistungsfähigkeit der Bundestagsabgeordneten. Wie schaffen Sie es, die anspruchsvolle Tätigkeit eines Abgeordneten mit einer Nebentätigkeit, die Ihnen mit über 7000,- Euro vergütet wird zu vereinbaren? Als ordentlicher Wähler gehe ich davon aus, dass unsere Abgeordneten ihre ganze Kraft und Zeit in ihr Amt legen, zumindest wird es so suggeriert, wenn es um der Rechtfertigung über die Höhe der Abgeordnetendiäten geht. Wo also nehmem die die Zeit her für eine so lukrative Nebentätigkeit?

Hochachtungsvoll

W.
Antwort von Katja Kipping
1Empfehlung
04.03.2010
Katja Kipping
Sehr geehrter Herr ,

ich gehe keiner Nebentätigkeit neben meinem Abgeordnetenmandat nach. Allerdings habe ich 2008 ein Buch geschrieben und dafür eine einmalige Vergütung erhalten, die ich auch ordnungsgemäß beim Präsidenten des Deutschen Bundestages angezeigt habe. Selbige habe ich ebenso ordnungsgemäß versteuert und den Nettobetrag einem ehrenamtlich tätigen Verein für politische Bildung zur Verfügung gestellt.
Wie andere Bundestagskollegen ihre teilweise zahlreichen Nebentätigkeiten mit einer verantwortungsvollen Ausübung ihres Mandates vereinbaren, das sollten sie diese am besten selbst fragen, denn das entzieht sich meiner Kenntnis. Ich kann Ihnen nur so viel dazu sagen, dass mein Buch nun nicht von heute auf morgen fertig war und ich z.B. meine knappe Freizeit - manche Leute lesen in der halben Stunde vorm abendlichen Schlafengehen in einem Buch, andere schreiben eines - und einen Großteil meiner Urlaubstage für das mir sehr wichtige Buchprojekt verwendet habe.

Mit freundlichen Grüßen
Katja Kipping
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Frage zum Thema Finanzen
04.03.2010
Von:

Sehr geehrte Frau Kipping,

ich bin überzeugter Links-Wähler und begeistert von der Idee des Grundeinkommens und habe auch keinen Zweifel, dass es finanzierbar ist.

We need a Change!
Und zwar dringend.

Die logische Folge eines absolut bedingungslosen Grundeinkommens wäre aber doch meiner Meinung nach, dass die Preise steigen würden?
Wie wollen Sie das verhindern?

Ansonsten stehe ich der Idee und dem Bestreben nur positiv entgegen, es wird Zeit, dass sich dei Gesellschaft weiterentwickelt.
Wenn ein Herr Clement bei Maischberger, wo auch die Initiatorin der Grundeinkommenpetition anwesend war, wortwörtlich davon redet, dass wir bald wieder die Vollbeschäftigung erreichen, frage ich mich in welcher Welt er lebt?
In diesem Sinne..ICH wähle sie auf jeden Fall!

Hochachtungsvoll und mit freundlichen Grüßen

Antwort von Katja Kipping
4Empfehlungen
17.03.2010
Katja Kipping
Sehr geehrter Herr ,

ich bedanke mich sehr für Ihre freundliche Nachricht. Und möchte Ihnen zugleich noch einige gute links zum Thema Grundeinkommen übermitteln, sollten Sie diese noch nicht kennen:
www.die-linke-grundeinkommen.de
www.grundeinkommen.de
www.archiv-grundeinkommen.de

Und hier auch ein Link zu meinen Grundeinkommensseiten:
www.katja-kipping.de

Zu Ihrer konkreten Frage: Ich kann diese leider nicht beantworten, da ich nicht Ihre Argumente für die Annahme kenne, dass bei einem Grundeinkommen die Preise steigen müssten. Sie können diesbezüglich gern auch direkt an mein Büro mailen ( katja.kipping@bundestag.de ).

Mit freundlichen Grüßen
Katja Kipping
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
09.03.2010
Von:

Sehr geehrte Frau Kipping,

in letzter Zeit mache ich mir immer häufiger Gedanken zu unserer bestehenden Demokratie. Warum gibt es immer mehr Nichtwähler? Ich bin inzwischen der Meinung, dass wir keine Demokratie haben. Demokratie bedeutet Herrschaft durch das Volk. Die Herrschaft hat jedoch immer noch unsere Regierung! Wir wählen quasi unsere Diktatur.

Demokratie ist für micht nicht, die Entscheidungsmöglichkeit anderer zu überlassen. Ich habe zunehmend auch das Gefühl, dass ein Großteil unserer Bundestagsabgeordneten (vielleicht sind die Linken und die Grünen eine außnahme) abhängig von irgend welchen Lobbyisten ist.

Damit die Herrschaft wirklich vom Volk ausgeht, müssen Themen vom Volk beschlossen werden. Kurz gesagt: VOLKSABSTIMMUNGEN. Das würde unsere Demokratie aufblühen lassen. Nichtwähler würden sich mit bestimmten Themen beschäftigen. Das deutsche Volk wird in unserer Demokratie stark unterschätzt. Wenn sich Bürger direkt für bestimmte Themen einsetzen können, werden sich diese auch mit diesen Themen beschäftigen. Die Weisheit der Vielen könnte einen Staat stärken ( de.wikipedia.org ).

Setzen Sie sich für Volksabstimmungen ein?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Katja Kipping
1Empfehlung
17.03.2010
Katja Kipping
Sehr geehrter Herr ,

sowohl meine Partei als auch die Bundestagsfraktion DIE LINKE., also natürlich auch ich, setzen sich für ein deutliches MEHR im Bereich der plebiszitären Elemente ein. Aktuell schließt das Grundgesetz Volksentscheide auf Bundesebene aus. Die Fraktion DIE LINKE. hat immer wieder mit parlamentarischen Initiativen für eine Einführung entsprechender Referenden plädiert - bislang leider noch erfolglos.

Mit freundlichen Grüßen
Katja Kipping
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