Katherina Reiche (CDU)
Abgeordnete Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Katherina Reiche
© DBT/Frank Ossenbrink
Jahrgang
1973
Berufliche Qualifikation
Diplom Chemikerin
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Potsdam - Potsdam-Mittelmark II - Teltow-Fläming II
Landeslistenplatz
1, Brandenburg
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(...) Die Erhöhung der unterschiedlichen aktuellen Rentenwerte in Ost und ist West an die Einkommensentwicklung der Beschäftigten gekoppelt. Wenn die Einkommen der Beschäftigten im Osten stärker steigen als im Westen, dann steigen auch die Renten im Osten stärker als im Westen. In dem Maße, wie sich die Einkommen angleichen, gleichen sich damit auch die aktuellen Rentenwerte an. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Gesundheit
11.12.2006
Von:

Sehr geehrte Frau Reiche,

ich bin kein Mediziner, trotzdem sehe ich als Patient, das in Brandenburg die medizinische Versorgung vor allem in den ländlichen Gebieten gefährdet ist. Durch die bisherigen und noch geplanten Gesetze der Gesundheitsreform ist eine weitere Verschlechterung der Versorgung der Bevölkerung zu erwarten. Ich habe noch keine Information erhalten, dass sich in diesem Bereich etwas bessern soll. Im Gegenteil:
Zum Einen ist gerade in Brandenburg die Altersstruktur der Ärzte so, dass in naher Zukunft ein großer Teil der Ärzte in den Ruhestand gehen wird.
Zum Anderen wird der Anreiz für junge Mediziner genommen sich niederzulassen und die medizinische Versorgung fortzuführen. Ein Augenarzt erklärte mir, dass er für einen augenärztliche Notfall (Zeitraum der Inanspruchnahme von 19.00 - 6.00 Uhr bzw. an Sonn- und Feiertagen) eine Pauschale von 20 € bekommt. Jeder ungelernte Schlüsseldienst erhebt allein für die Fahrtkosten eine Pauschale von ca. 80 € ohne eine Leistung zu erbringen.

Meine Tochter studiert derzeit Medizin (11. Semester) Ihre Ausbildung wird sie voraussichtlich Ende 2007 mit dem Staatsexamen abschließen. Obwohl sie sehr heimatverbunden ist, wird sie sich nicht in Brandenburg um eine Arbeitsmöglichkeit bemühen, da hier die Arbeits- , Verdienst- und somit auch Lebensmöglichkeiten im Vergleich zu anderen Bundesländern deutlich schlechter sind. Den Ihnen sicher bekannten Vergleich zu anderen europäischen Staaten (Norwegen, Schweden Schweiz) erspare ich mir .
Das vorgesehene Gesundheitsreformwerk wird diese Tendenzen verschärfen.
Haben Sie dieses Reformwerk gelesen? Wie sieht ihre Meinung zu den vorgesehenen Maßnahmen aus? Werden Sie versuchen, dieses Reformwerk zu verhindern?
Antwort von Katherina Reiche
1Empfehlung
11.12.2006
Katherina Reiche
Sehr geehrter Herr ,

die CDU/CSU-Bundestagsfraktion hat sich immer dafür stark gemacht, dass es keine Staatsmedizin gibt, dass die Selbstverwaltung erhalten bleibt und die Budgetierung der ärztlichen Honorare beendet wird. Wir setzen uns genauso dafür ein, dass der Wettbewerb im Gesundheitswesen ausgebaut wird. Aus diesem Grund haben wir die Portabilität der Altersrückstellungen im System der privaten Krankenversicherung befürwortet und sind eingetreten für eine Umstellung der Arzneimittelpreise auf Höchstpreise. Wir wollen nämlich, dass gerade klein- und mittelständische Apotheker eine Chance haben, am Markt bestehen zu bleiben. In der Vergangenheit haben die Apotheker immer beklagt, dass ausländische Versandapotheken (Doc Morris) auf den deutschen Markt drängen und dabei unter anderem erfolgreich sind, weil sie ihren Kunden Zuzahlungen erlassen können. Ausländische Versandapotheken sind nämlich nicht an die in Deutschland geltende Preisbindung für rezeptpflichtige Medikamente gebunden. Mit der Übernahme der Preisverantwortung, vor allem im Generikabereich, erhalten aber nun auch die Apotheken die Möglichkeit, gegenüber ihren Kunden auf einen Teil der Handelsspanne zu verzichten und in Form einer Zuzahlungsreduktion weiterzugeben. Die Apotheker sehen hierdurch ihre preisneutrale Stellung gefährdet. Sie plädieren stattdessen für die Erschließung von Wirtschaftlichkeitspotentialen durch eine Kombination aus kassenspezifischen Herstellerpreisen und einer Apothekenfestvergütung.

In der Realität würde der Vorschlag der Apothekerschaft bedeuten, dass man den Weg für kassenspezifische Positivlisten bereiten würde. Positivlisten bedeuten aber unseres Erachtens immer eine Einschränkung der Versorgungsqualität und lassen leider auch keine Einsparerfolge erkennen.

Jüngsten Gerüchten zufolge soll die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände dafür eintreten, auf die Umstellung der Arzneimittelpreise auf Höchstpreise zu verzichten. Angeblich wird von ihr dafür angeboten, den Kassenzwangsrabatt um 50 Cent auf 2,50 Euro zu erhöhen. Zwangsrabatte sind kein Ausdruck von Wettbewerbsfähigkeit, sondern sie sind ausschließlich Kostendämpfungsinstrumente. Im Übrigen ist die Gefahr groß, dass dieser Zwangsrabatt in Zukunft dann nahtlos angehoben wird. Außerdem bewahrt dieser Zwangsrabatt klein- und mittelständische Apotheken nicht vor Wettbewerb, sollten große Versandapotheken weiter auf den deutschen Markt drängen oder gar das Fremdbesitzverbot durch die EUGH-Rechtsprechung fallen. Im Interesse der Apotkekerschaft erscheint es daher sinnvoll, die Umstellung auf Höchstpreise beizubehalten. Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion will, dass auch in Zukunft eine flächendeckende Versorgung sichergestellt ist. Sie will daher eine Beendigung der Budgetierung der ärztlichen Honorare. Das geplante neue Vergütungssystem wird bundeseinheitliche Orientierungswerte haben. In den Gesprächen mit dem Koalitionspartner wird es nun darum gehen, diese bundeseinheitlichen Orientierungswerte auf eine rechnerisch sachliche Grundlage zu stellen. Ob und wie dies geschehen kann, klären wir z.Zt. in Gesprächen mit dem Bundesministerium für Gesundheit und dem Koalitionspartner. Wir wollen einen Ausstieg aus der Budgetierung, können aber nicht auf jegliche Mengensteuerung verzichten. Daher wird es auch eine Abstaffelung bei Überschreitung von vertraglich vereinbarten Mengen geben. Aber dazu sind aus unserer Sicht nicht generell zwei Abstaffelungen notwendig. Erwägenswert scheint uns, auf eine generelle Abstaffelung im Bewertungsmaßstab zu verzichten. Wir prüfen im Hinblick auf die Zulassung der Krankenhäuser zur Erbringung hochspezialisierter Leistungen, ob onkologische Erkrankungen aus dem Katalog hochspezialisierter Leistungen (§ 116 b SGB V) herauszunehmen sind. Weiterhin werden die Einsparungen, die die Krankenhäuser erbringen durch eine Halbierung des Mindererlösausgleichs und eine Verrechnung ihrer Ansprüche auf Rückzahlungen aus Mitteln zur Anschubfinanzierung für die Integrationsversorgung, auf die Validität der Daten mit dem Ziel überprüft, den pauschalen Rechnungsabzug weiter zu reduzieren. Wir sehen, dass die Kürzung der Fahrkosten um 3 % die Rettungsdienste, vor allem in Bundesländern mit einem vertraglich vereinbarten Entgelt, vor erhebliche Herausforderungen stellt. Aber wir vermissen auch schlüssige Konzepte der Betroffenen, die eine Alternative zur vorgesehenen Kürzung darstellen könnten. Wir setzen uns intensiv mit Fragen auseinander, die die Konsequenzen der Insolvenzfähigkeit der Kassen für Patienten, Leistungserbringer und Mitarbeiter in den Krankenkassen beinhalten. Wir werten Stellungnahmen, insbesondere des Bundeskartellamtes zu wettbewerbrechtlichen Fragestellungen aus und wollen gemeinsam mit der Bundesregierung eine Lösung finden, die dem Ziel der Stärkung des Wettbewerbs in der GKV auch gerecht wird. Wir nehmen die Kritik der Hilfsmittelerbringer an öffentlichen Ausschreibungen ernst und wägen sie vor dem Hintergrund der Stellungnahme des Bundeskartellamtes. Wir prüfen, ob der Verzicht auf Säumniszuschläge in der GKV und die Einführung eines Basistarifs in der PKV missbräuchlich in Anspruch genommen werden könnte. Wir überlegen, durch welche Regelungen eine missbräuchliche Inanspruchnahme der gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung verhindert werden kann. Wir setzen uns kritisch mit den Einwänden der privaten Krankenversicherung zum PKV-Basistarif auseinander. Allerdings geben wir auch zu bedenken, dass die Alternative zum Basistarif eine Pflichtversicherung in der PKV wäre, die von dieser so auch nicht angestrebt wird und einen erheblich stärkeren Eingriff in das PKV-System zur Folge hätte. Wir diskutieren bei der Ausgestaltung der Kosten-Nutzen-Bewertung die von der Industrie am Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit geäußerte Kritik und manche kritische Einwendung bezüglich der Festsetzung von Höchstbeträgen für sogenannte "Solitärarzneimittel". Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion setzt sich nach alledem sehr wohl und sehr kritisch mit den Anliegen der Betroffenen und der Verbände auseinander. Laute Proteste lösen aber noch keine Probleme. Einzelinteressen – werden sie gemeinsam auch noch so machtvoll vorgetragen – ersetzen keine gemeinwohlorientierte Politik im Interesse der Versicherten und Patienten.

Mit freundlichen Grüßen
Katherina Reiche
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Frage zum Thema Frauen
12.12.2006
Von:

Wieso klärt die Familienministerin von der Leyen die Frauen nicht über die katastrophalen Folgen einer Abtreibung auf?
Als Stichwort nenne ich hier das Post-Abortion-Syndrom (PAS). Dieses beinhaltet unter anderem folgende Leiden für Frauen nach einer Abtreibung: Angstzustände, schwerste Depressionen, Scham-Reue-Schuldgefühl, Reduktion und Verlust des Selbstwertgefühls,unmotiviertes Weinen.
Im organischen Bereich können u. a. funktionale Unterleibsbeschwerden, Migräneanfälle und Herzrythmusstörungen auftreten.
Antwort von Katherina Reiche
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13.12.2006
Katherina Reiche
Sehr geehrte Frau ,

haben Sie vielen Dank für Ihre E-Mail. Wenn Sie jedoch eine Frage an Frau Bundesministerin Frau Dr. von der Leyen haben, sollten Sie diese auch an die Frau Bundesministerin direkt stellen.

Mit freundlichen Grüßen
Katherina Reiche
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Frage zum Thema Soziales
13.12.2006
Von:

Im Grundgestz steht,"Die Würde des Menschen ist unantastbar".Wie stehen Sie und ihre Partei zu diesem Fakt.Ich meine das durch die Politiker jeden Tag gegem das Grundgesetz verstoßen wird.Ich nenne da nur Obdachlosigkeit,Arbeitslosigkeit,Kinder-und Jugendarmut oder auch Rentner die in Armut leben müssen.Dazu kommen auch noch Menschen die hart arbeiten,jedoch vom Lohn nicht leben können.
Meine Frage also,stehen unsere Parteien über dem Grundgesetz und wie Christlich ist die CDU eigendlich?Ich denke da auch an Frau Merkel die klar gegen Mindestlöhne ist.
Antwort von Katherina Reiche
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14.12.2006
Katherina Reiche
Sehr geehrter Herr Schöner,

die Frage nach dem existenzsichernden Arbeitseinkommen ist eine ganz alte Frage und leider wieder eine ganz neue Frage. Man muss die Frage stellen, wie wir es sicherstellen, dass die Menschen von ihrer Arbeit im Sinne des Mottos "anständiger Lohn für anständige Arbeit" leben können.

Ein einheitlicher gesetzlicher Mindestlohn ist keine geeignete Methode, um das Problem zu lösen.

Das Sozialprodukt in diesem Jahr wird voraussichtlich um 2,4 Prozent zunehmen, und das nach Jahren der Stagnation. Gegenüber dem Vorjahr gibt es über 200 000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mehr. Wir haben mehr als 400 000 Arbeitslose weniger als im vergangenen Jahr. Wir haben 33 Prozent mehr offene Stellen. Dies hat auch mit der Arbeit der großen Koalition in den vergangenen zwölf Monaten zu tun.

Wenn es mehr Arbeit gibt, gibt es die Chance auf bessere Löhne. Unbestreitbar ist, dass das Wachstum des Sozialprodukts im Allgemeinen und die Produktivitätszunahme im Besonderen Orientierungswerte, wahrscheinlich die wichtigsten, für Lohnverhandlungen sind. Wir dürfen uns zurechnen ich nenne nur das Stichwort 25-Milliarden-Programm , dass, wenn auch nicht zur Gänze, die Arbeit der Bundesregierung ganz wesentlich dazu geführt hat, dass diese Schlüsseldaten der Volkswirtschaft in diesem Lande heute besser sind, als sie vor 24 oder 30 Monaten waren.

Natürlich reicht es nicht, mehr Spielraum für bessere Löhne und für mehr Arbeitsplätze zu schaffen. Wir wissen, dass wir Arbeitsmarktpolitik als Flankenschutz brauchen, dass wir unter den Stichworten Kombilohn, 50 plus usw. in ganz bestimmten Feldern Handlungsbedarf haben, dass wir in manchen Branchen, insbesondere in arbeitsintensiven mittelständischen Betrieben, Probleme mit Dumpinglöhnen, Billiglohnkonkurrenz und schmutzigem Wettbewerb haben. Darauf müssen wir spezifische Antworten geben. Das können Sie in der Koalitionsvereinbarung nachlesen.

Wir haben gesagt, dass wir den Weg gehen, den man seit vielen Jahren mit Erfolg im Baugewerbe gegangen ist. Wir wollen den untersten tariflichen Lohn dem Tarifsystem entnehmen und ihn qua Allgemeinverbindlicherklärung auch für ausländische Anbieter auf dem inländischen Markt über das Entsendegesetz verbindlich machen. Zunächst setzen wir dort an, wo es am dringlichsten ist Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben es gemeinsam gefordert , nämlich bei den Gebäudereinigern. Der Gesetzentwurf ist auf einem guten Wege; es ist im parlamentarischen Prozess. Der Bundesrat hat nach der ersten Beratung Zustimmung signalisiert.

In unserer Koalitionsvereinbarung steht, dass wir prüfen werden, ob die Verhältnisse in anderen Branchen genauso sind. Sollte dies der Fall sein, werden wir durch die Herausnahme der Bereiche aus dem Tarifsystem über das Entsendegesetz eine Lohnuntergrenze zum Schutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, aber auch zum Schutz der von schmutziger Konkurrenz bedrängten mittelständischen Betriebe schaffen.

Ich habe das Zutrauen, dass die Tarifparteien ihrer Verantwortung gerecht werden, eine praxisorientierte Würdigung der Umstände in der jeweiligen Branche und in der jeweiligen Region an den Tag legen und die richtige Antwort geben. In der Regel können Tarifparteien differenzierter und damit besser vorgehen, als es der Staat jemals tun könnte.

Der DGB fordert einen gesetzlichen Mindestlohn von 7,50 Euro, der Wirtschaftsweise Bofinger 4,50 Euro, Herr Lafontaine und Herr Gysi fordern 8 Euro. Angesichts dessen muss man doch fragen, wie diese undifferenzierte Antwort auf ein differenziertes Problem wirken wird. Was bedeutet das für die Chemie? Im günstigsten Falle gar nichts; aber mit einiger Wahrscheinlichkeit würde dies für die Kolleginnen und Kollegen in dieser Branche bei den Tarifverhandlungen erschwerend wirken. Lassen wir den Staat außen vor!

Unsere Ziele lauten: Ausländische Anbieter müssen eingebunden werden. Dumpinglöhne und Schmutzkonkurrenz müssen verhindert werden.

Es darf kein System entstehen, durch das Menschen in die Arbeitslosigkeit gedrängt werden. Wir brauchen eine praktikable und realitätsnahe Lösung.

Ich weiß natürlich, dass man hier am Ende einer sozialethischen Orientierung folgen muss.

Es geht nicht nur um den Preis für den Produktionsfaktor Arbeit, es geht nicht nur um Kosten, sondern es geht letztlich um die Existenzgrundlage der Mehrheit der Menschen in unserem Lande.

Vor 75 Jahren hat Papst Pius XI. gesagt: An erster Stelle steht dem Arbeiter ein ausreichender Lohn zu für seinen und seiner Familie Lebensunterhalt.

Daraus müssen wir gemeinsam die richtigen Konsequenzen ziehen. Nell-Breuning sagte: Für die große Mehrheit der Menschen, die vom Arbeitslohn leben müssen, muss gelten, dass der Lohn für den Lebensbedarf der Familie ausreicht. - Das ist die christlich-soziale Absage an "working poor". Wir müssen dieses Ziel in richtiger Weise mit den richtigen Methoden ansteuern.

Mit freundlichen Grüßen

Katherina Reiche
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Frage zum Thema Städtebau und Stadtentwicklung
15.12.2006
Von:

Wann kommt das Potsdamer Stadtschloß?
Wer versucht den Bau zu verhindern?
Antwort von Katherina Reiche
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18.12.2006
Katherina Reiche
Sehr geehrte Frau ,

die Entscheidung der Potsdamer Stadtverordnetenversammlung gegen die Aufstellung einer Bebauungsplanes zum Landtagsbau in der historischen Mitte von Potsdam war für mich sehr enttäuschend. Sie sorgt weit über die Grenzen von Stadt und Land für unverständliches Kopfschütteln. Trotz des SVV-Votums dürfen wir aber das Projekt jetzt nicht beerdigen.

Die jetzt stattfindende Bürgerbefragung zum Standort des zukünftigen Landtages wird letztendlich darüber entscheiden, welchen Standort die Stadtverordneten in Potsdam für den Neubau des Landtages auswählen werden. Potsdam hat mit dem Angebot des Landtages, das neue Parlament in der historischen Ansicht des Schlosses wiedererstehen zu lassen, eine einmalige Chance, die sich in Jahrzehnten nicht wieder bieten wird.

Mit dem Bau würde in Potsdam eine klaffende Wunde geschlossen und der Stadt in ihrem Herzen auch historische Würde wiedergegeben. Das sollte bei allen Debatten nicht vergessen werden.

Ich hoffe, dass sich die politisch Handelnden in der Landeshauptstadt ihrer historischen Verantwortung für Potsdam bewusst werden.

Mit freundlichen Grüßen
Ihre
Katherina Reiche
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Frage zum Thema Städtebau und Stadtentwicklung
19.12.2006
Von:

ihre Würde und ihren Willen gegenüber der Errichtung der Stadtschlosses in allen Ehren, aber ich denke man sollte das in erster Linie prakmatisch und fiskalisch sehen, zudem sollte man zwischen Vor- und Nachteilen abwägen und dann eine Entscheidung herbeiführen, so wie man es immer tun sollte.
Und in diesem Fall, denke ich überwiegen ganz klar die Nachteile, denn was nützt uns ein Schloss, wenn es die Stadt Potsdam und das Bundesland in unkosten stürzt, zudem muss aufgrund des Schlosses die Straßenführung verändert werden, d.h. die Friedrich-Ebert-Straße und die Lange Brücke werden versetzt werden müssen.
Letztendlich macht das keinen Sinn, denn was nützt es wenn Herr Jauch eine kleine Spende dazu gibt, aber das nur ein Bruchteil ist, was tatsächlich dafür an finanziellen Mitteln zur Verfügung stehen müsste und am Ende doch eh wieder der Steuerzahler alles finanzieren muss, also das Ausbaden, was in der Führungsetage und in der Politikerebene verbockt wurde.
Und sehe ich beim besten Willen nicht ein, das der einfache Mann für eine Schaden in Millardenhöhe aufkommen muss und ich denke ich sprech hier die Gedanken vieler aus.
Wenn überhaupt dann sollte es einen klaren Standpunkt seitens der Landesregierung geben, oder wer auch immer dafür zuständig ist und zusätzlich ein Referendum von den Bewohnern Potsdams, wenn nicht sogar von der Gesamten Bevölkerung Brandenburgs geben, wenn Sie denn davon betroffen sind.
Aber dem Referendum sollte gegenüber der abstimmenden Bevölkerung eine klare Aufklärung darüber vorausgehen, welche Kosten dann auf Sie zu kommt und welche Konsequenzen auf Sie zu kommen und da meine ich auch wirklich alle Konsequenzen, nicht das hinterher heißt, wir hätten davon nichts gewusst bzw. wurden darüber nicht ausreichend informiert.
Resümee´:
Bevölkerung aufklären + (Referendum/mittelbare Demokratie) + Entscheidung der Regierung, welcher Ebene auch immer = Entscheidung treffen mit allen nur erdenklichen Konsequenzen
Antwort von Katherina Reiche
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19.12.2006
Katherina Reiche
Sehr geehrter Herr Bohse,

haben Sie vielen Dank für Ihre Anfrage. Ich teile Ihre Auffassung, dass die Potsdamer Bürgerinnen und Bürger voll umfänglich über die Standortentscheidung des Neubaus des Brandenburger Landtages informiert werden müssen. Dieser Aufklärungspflicht wurde in der Vergangenheit noch nicht im genügenden Maße nachgegangen. Mit der in dieser Woche startenden Bürgerbefragung werden die Bürgerinnen und Bürger in die Standortauswahl einbezogen. Auf der Grundlage dieser Befragung wird dann die Potsdamer Stadtverordnetenversammlung ein Votum über den Standort des zukünftigen Landtages abgeben.

Mit freundlichen Grüßen
Katherina Reiche
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